[Rezension] “Echt” von Christoph Scheuring

EchtKlappentext:

Albert sammelt Abschiede. Tag für Tag fotografiert er am Bahnhof Umarmungen, Trennungen und Tränen. Denn Abschiede, das sind für ihn Momente, in denen der Mensch wahrhaftiger ist als jemals sonst. Eines Tages lernt er Kati kennen. Sie sieht aus wie ein Engel, ist gleichzeitig abgezockt und verletzlich. Und sie ist wie gebannt von seinen Bildern, vor allem von seinem Lieblingsbild, auf dem Schmerz und Glück völlig selbstvergessen miteinander verschmelzen. Doch Kati behauptet, das Foto sei eine einzige Lüge. In den Tiefen des Bahnhofs machen sich die beiden daran, die Wahrheit hinter dem Foto zu finden. (Quelle)

Meine Meinung:

“Sie war ungefähr siebzehn, schätze ich mal, und so brutal schön, dass ich mich gar nicht traute, sie überhaupt anzusehen. Jedenfalls nicht länger als eine Zehntelsekunde. Wobei ich sagen muss: So richtig brutal schön war sie doch nicht, aber sie hätte es sein können, wenn sie gewollt hätte. Wollte sie aber wahrscheinlich nicht.” (S. 20)

Als Albert Kati kennenlernt, verliebt er sich Hals über Kopf in sie und kann sich ihr nicht entziehen. Doch mit Kati kann man nicht einfach so befreundet sein. Sie hält sich nicht an Verabredungen, taucht manchmal tagelang unter, um dann wieder – kurz bevor Albert seine Hoffnung aufgibt – wieder aufzutauchen. Und so gerät er, stets und ständig auf der Suche nach Kati und ihrem Geheimnis immer weiter in den Strudel des Hamburger Hauptbahnhofs.

Christoph Scheuring ist Reporter, hat zum Beispiel für “Spiegel” und “Stern” gearbeitet. Er ist es also gewohnt zu recherchieren. Bevor er dieses Buch geschrieben hat, verbrachte er selber drei Wochen mit den Straßenkindern am Kölner Hauptbahnhof – damals ursprünglich nur für eine Reportage. Doch das reichte ihm nicht: „Ich habe schon damals gedacht: Diese Jugendlichen verdienen viel mehr als nur ein paar Seiten in einem Magazin.“ (Quelle)

Man merkt diesem Buch einfach an, dass es mit viel Herzblut, aber auch einem realistischen Blick auf die Jugendlichen geschrieben wurde, die Geschichte fühlt sich einfach ECHT an. Und als Leser kann man gar nicht anders, als ein Auf und Ab der Gefühle mitzumachen.

“Es ist nämlich so, dass ich finde, dass es keinen intensiveren Augenblick gibt als einen Abschied. Also, ich meine, so einen Abschied von einem Menschen, der einem alles bedeutet, und wo sich das Herz schon verklemmt, wenn man nur daran denkt, dass er vielleicht irgendwann nicht mehr da ist.” (S. 13)

Mit “Echt” ist Christoph Scheuring ein richtig gutes Buch gelungen: er hat starke und authentische Figuren geschaffen, erzählt eine stellenweise berührende, teilweise aber auch sehr nüchterne Geschichte, die mit dem Hamburger Hauptbahnhof ein perfektes Setting gefunden hat. Absolut lesenswert! Ich vergebe 8 von 10 Sternen!

stern 8

Echt – Christoph Scheuring – Hardcover – 256 Seiten – 14,95 € – ISBN-13: 978-3734850011 – erschienen: September 2014 (Magellan) – Altersempfehlung: 14-17 Jahre

[Rezension] “Krähenmann” von Corina Bomann

KrähenmannKlappentext:

Rügen/Eliteinternat Rotensand: Ein Serienmörder tötet auf grausame Weise. Seine Spur reicht weit in die Vergangenheit zurück. Auf der fieberhaften Suche nach dem unheimlichen “Krähenmann” kämpft sich die 16-jährige Stipendiantin Clara durch ein Labyrinth aus Verdächtigen und falschen Fährten. Die Mordserie reißt nicht ab und schließlich gerät Clara selbst ins Visier des rachedurstigen Killers … (Quelle)

Meine Meinung:

“Sie sah die Gestalt nur als Umriss über sich. Wollte erneut um Hilfe rufen, doch die Stimme versagte ihr abermals. Noch immer schmeckte sie die Galle in ihrem Mund und plötzlich traf sie die Erkenntnis wie ein Schlag: Es gab für sie kein Entrinnen. Das hier war ihr Ende.
‘Na, kleines Vögelchen, bist du wach?’, ertönte eine raue Stimme.” (S. 7)

Schon vor diesem Buch wusste ich: Corina Bomann kann schreiben. Ich habe von ihr die ersten beiden Bände der Sephira-Reihe und das Steampunk-Jugendbuch “Clockwork Spiders” gelesen. Als ich vor einiger Zeit entdeckt habe, dass Frau Bomann ein neues Jugendbuch geschrieben hat, war klar, dass ich es lesen musste. Aber huch: ein Jugendthriller? Ich wusste bisher nur, dass sie im Fantasy- und Romanbereich geschrieben hat. Würde das passen? Bomann und ein Jugendthriller?

Ein bisschen ist es mit Frau Bomann, dem Jugendthriller und mir so wie mit Frau Wilke, dem Jugendthriller und mir. Ich als ehemalige Thrillerleserin bin nicht hundertprozentig überzeugt. Zu sehr merke ich zwischendurch, wie beide Autorinnen mir den ein oder anderen Verdächtigen unterjubeln wollen, zu zufällig sind manche Begegnungen und Entdeckungen. Das hat mich zum Beispiel in “Wie ein Flügelschlag” wirklich etwas gestört.

Als erstes dachte ich, dass es mir hier genauso gehen würde: “Ahh, der Hausmeister geht gerade zufällig vorbei, den soll ich bestimmt verdächtig finden!” Doch dann konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen, habe Seite um Seite umgeblättert und befand mich einfach mitten im Sog. Im Sog der Geschichte und der Hauptperson. Außerdem im Sog des Settings des abgelegenen Internats auf Rügen – sehr genial!

Was mir besonders gut gefallen hat, war die Tatsache, dass die Geschichte die Thrilleraspekte geschickt mit den persönlichen Problemen von Clara verknüft wurde. Clara ist gerade neu auf dem Eliteinternat und im Gegensatz zu ihren Mitschülern hat sie keine reichen Eltern hinter sich, sondern ist nur wegen eins Stipendiums hier. Und dass das absolut nicht das gleiche ist, lassen die anderen sie sehr schnell spüren…

“‘He, Heimkind!’, tönte es, als ich gerade beim Nachtisch angekommen war. ‘Ich wusste gar nicht, dass unsere Schule solche wie dich aufnimmt.'”

Abschließend kann ich die Frage “Bomann und ein Jugendthriller?” mit einem ganz klaren Ja beantworten. Sie mag zwar vielleicht nicht DEN perfekten Thriller geschrieben haben, überzeugt aber umso mehr durch ihren Schreibstil, der unheimlich einnehmend und mitreißend ist, und einer gelungenen Handlung abseits der Suche nach dem Mörder. Da ich mich wirklich kaum von den Seiten lösen konnte, vergebe ich 9 von 10 Sternen!

stern 9

Krähenmann – Corina Bomann – Klappbroschur – 448 Seiten – 14,95 € – ISBN-13: 978-3649616764 – erschienen: August 2014 (Coppenrath) – Altersempfehlung: 14-17 Jahre

[Sonntagsgeplauder] 26.10.2014

Buchgeplauder

Was für eine Woche… Ich bin irgendwie gar nicht so richtig viel zum Lesen gekommen, wenn dann aber lange und intensiv. Letzten Sonntag habe ich noch ganz gemütlich “Zoë” draußen in der Sonne gelesen, gestern dann fast in einem Rutsch “Ketchuprote Wolken”.

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Die Sonne genießen am letzten Sonntag

Heute durfte ich zwei tolle Neuzugänge aus der Packstation holen, auf die ich mich schon total freue: “Dunkeljäger” von Michael Peinkofer und “Aquarius” von Thomas Finn. Mit einem der beiden werde ich mich auch gleich hinsetzen.

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Neuzugänge

Rezensiert habe ich in der letzten Woche nur ein Buch, nämlich das tolle “Der ungewöhnliche Held aus Zimmer 13B”, vielleicht schaffe ich morgen früh vor der Arbeit noch ein oder zwei Rezensionen zu schreiben.

Lebensgeplauder

Nur Arbeit war ihr Leben – so kommt es mir zumindest gerade vor! :D Allerdings habe ich die Woche über echt einen Schlag reingehauen (Mein Tagesablauf: Morgens zur Schule, nachmittags wiederkommen und vorbereiten bis abends, dann etwas essen und schlafen – Mitleid, bitte! ;-) ) und konnte so gestern ab 15 Uhr gemütlich im Bett mit Duftkerzen auf der Fensterbank lesen.

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Lesezeit

Ansonsten ist diese Woche so gar nichts spannendes passiert. Ich bin auch mal wieder so fast gar nicht zu Fuß unterwegs gewesen. Das Sportgeplauder entfällt mal wieder *seufz*

Wegen der vielen Arbeit hat es übrigens auch gedauert, bis ich eure Kommentare beantwortet habe, aber ich hab mich immer sehr gefreut. :)

Bloggereigeplauder

Irgendwie bekommt “Das Lied des Raben” nur gute Bewertung, alle lieben es, obwohl es mich vom Cover her so gar nicht anspricht. Auch die Horrorbiene fand es toll.

Damaris hat mal wieder spannende Neuerscheinungen im November herausgesucht. Da wir oft den gleichen Geschmack haben, guck ich vielleicht besser gar nicht so ganz genau hin. ;-)

“Endgame. Die Auserwählten” wird gerade sehr gehypet. Jan von “Lost Pages” hat es schon gelesen. Wie seine Meinung ist, könnt ihr hier nachlesen.

Textverliebt hat genauso wie ich “Lost Souls Ltd.: Blue, Blue Eyes” gelesen. In vielen Punkten sind wir uns einig, auch wenn das Buch bei mir doch noch ein kleines bisschen besser abgeschnitten hat.

Neyasha nimmt aktuell am Brandon-Sanderson-Lesemarathon teil und ich bin sehr auf ihre abschließende Meinung gespannt.

[Rezension] “Der ungewöhnliche Held aus Zimmer 13B

Der ungewöhnliche Held aus Zimmer 13BKlappentext:

Als Adam das Mädchen Robyn trifft, weiß er nach einer Sekunde, dass sie die Liebe seines Lebens ist. Ihre kohlschwarzen Wimpern und himmelblauen Augen hauen ihn einfach aus seinen farbabgestimmten Socken. Doch wie soll er je eine „normale“ Beziehung mit Robyn haben, wenn sein Leben alles andere als normal verläuft? Zum einen gibt es seine geschiedenen Eltern und den kleinen Halbbruder, der wie eine Klette an Adam klebt – zum anderen kämpft Adam mit dem Ungeheuer namens Zwangsneurose. Noch dazu bekommt seine Mutter seit kurzem Drohbriefe. Doch Adam will Robyns Batman sein – und gemeinsam können sie vielleicht alles Böse der Welt besiegen … (Quelle)

Meine Meinung:

Zimmer 13B – das ist der Raum, in dem sich Adam mit seiner Selbsthilfegruppe trifft. Hier sprechen sie über ihre Ängste und Zwänge. Hier offenbaren sie sich, versuchen einander zu helfen oder haben einfach mal die Möglichkeit, sie selbst zu sein. Zimmer 13 B ist aber auch der Raum, in dem Adam seine große Liebe trifft und beschließt, alles dafür zu tun, normal zu werden, um ihrer wert zu sein.

Adam hat es nicht leicht: Er ist ein Scheidungskind, leidet an seinen Zwängen, die immer schlimmer werden, und hütet dazu ein großes Geheimnis: das Geheimnis seiner Mutter.

“Seine Mutter war eine Kämpferin.
Bis sie es nicht mehr war.” (S. 54)

Adams Geschichte ist traurig, lustig und schön zugleich. Es ist unheimlich bewegend mitzuerleben, wie er versucht, für alle den Helden zu spielen. Wie er Robyn hilft im Katholizismus die nötige Ruhe und Kraft zu finden, wie er es schafft seinen kleinen Bruder nach Panikattacken zu beruhigen. Und wie er gleichzeitig aber mehr und mehr unter den Geheimnis seiner Mutter leidet, dadurch bald Schwierigkeiten hat, die bisher einfachsten Türschwellen zu übertreten.

Für mich stehen und fallen Bücher häufig mit ihrem Ende. Und insbesondere das Ende dieser Geschichte wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Es ist ganz besonders und ich habe es überhaupt nicht kommen sehen. Und doch macht es die Geschichte nochmal etwas spezieller und kleines bisschen tiefgründiger.

Ich mag Bücher mit ungewöhnlichen Helden. Und nicht nur wegen des Titels, sondern vor allem wegen Adam mit all seinen Ecken und Kanten, mit seinen Wünschen und Ängsten bin ich bei diesem Buch genau richtig. “Der ungewöhnliche Held aus Zimmer 13B” ist ein vielschichtiges, stellenweise lustiges und sehr unterhaltsames Jugendbuch! Ich vergebe 9 von 10 Sternen.

stern 9

Der ungewöhnliche Held aus Zimmer 13B – Teresa Toten – Hardcover mit SU – 352 Seiten – 16,99 € – ISBN: 978-3-570-16304-7 – erschienen: September 2014 (cbt) – Altersempfehlung: ab 14 Jahren

[Sonntagsgeplauder] 19.10.2014

… oder auch: Liebe Grüße aus der neuen Wohnung!

Buchgeplauder

Gelesen habe ich in den letzten zwei Wochen gar nicht so richtig viel, dafür war ich einfach zu sehr mit Umziehen und Unterrichtsvorbereitungen beschäftigt. “Noras Welt” habe ich beendet und dann in der letzten Woche, bevor ich zu Nanni gefahren bin, habe ich noch “Echt” von Christoph Scheuring gelesen, was mich sehr gut gefallen hat. Eine Rezi dazu kommt hoffentlich innerhalb der nächsten ein bis zwei Wochen. Auch “Über uns das Meer” reiht sich in die tollen Neuerscheinungen des Magellan Verlags. Es war das erste Buch, das ich in meiner neuen Wohnung gelesen habe. Bis auf ein/zwei Kleinigkeiten konnte auch dieses Buch mich total mitnehmen. Dann habe ich gerade eben im Bett noch “Jump. Das Spiel 1″ beendet, auch dazu wird es zumindest einen kurzen Leseeindruck geben.

Messegeplauder

Jaa, ich war auf der Buchmesse und es war viel besser als das letzte Mal. Nanni, Sarah und ich hatten uns vel weniger vorgenommen und waren ziemlich entspannt. Mein Highlight war definitiv die “Piper Fantasy live”-Veranstaltung, bei der Michael Peinkofer ( <3 ), Thomas Finn und Wolfgang Hohlbein zu Gast waren. Die Stimmung war super, es wurde viel gelacht, die Autoren waren entspannt und der Moderator richtig gut.

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Das leitet mich dann leider direkt über zur Diskussionsrunde mit den Gewinnern des Deutschen Jugendliteraturpreises. Ich hatte mich so auf die Veranstaltung gefreut. Autoren und Übersetzer waren auch allesamt total sympathisch… aber die Moderatorin war leider grottenschlecht nicht ganz so begabt. So kam es gar nicht zu einer richtigen Diskussion, oft war unklar, was überhaupt die Frage gewesen sein sollte. Ich bin immer noch ein bisschen traurig, wenn ich daran denke, welches Potenzial hier nicht genutzt wurde.

Aber entschädigt wurden wir dann durch tolle Unterhaltungen am Stand des Fischer (und Sauerländer) Verlags, wo uns auch noch kurz Ines Garland (die Gewinnerin des DJLP in der Kategorie Jugendbuch) über den Weg lief. Kurz bevor wir, recht früh schon, gegangen sind, stellte mir Sarah dann Anja von Der Bücherblog vor. Yeah, wir haben uns mal kurz gesehen!

Lebensgeplauder

Ihr ahnt es schon: Hier wird es um den Umzug gehen. Manche von euch erinnern sich vielleicht, dass ich in meiner alten Wohnung ein Marder-/Vermieterinproblem hatte. Zum Glück habe ich es tatsächlich geschafft, eine neue, bezahlbare Wohnung zu finden. Und dann ging alles ganz schnell: Ich beschloss, schon in den Ferien umzuziehen und nicht während der Schulzeit. Die tollsten Freunde der Welt überlegten sich kurzfristig, dass sie extra aus Köln anreisen und mir helfen würden (das allerdings schon am Montag) und so hieß es für mich am Sonntag in aller Eile Kisten zu packen. Montag ging es dann in verschiedene Möbelhäuser, abends war fast alles in der neuen Wohnung (ein paar Sachen hatte ich noch nicht geschafft, zu packen), alle Möbel standen und Dienstagmittag hatte ich alles eingeräumt.

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Wie gern hätte ich jetzt entspannt und einfach nur gelesen, aber: Die Schule geht morgen wieder los, der Unterricht musste geplant, der nächste Unterrichtsbesuch vorbereitet werden. Trotzdem habe ich mir natürlich das ein oder andere Lesestündchen gegönnt, aber eigentlich immer erst nach getaner Arbeit.

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Spazieren war ich in diesen zwei Wochen nur zwei Mal, beide Male etwa 3,5 Kilometer. Viel zu wenig, aber es war einfach keine Zeit, weswegen das Sportgeplauder auch wegfällt.

Bloggereigeplauder

Wie mittlerweile fast jeden Samstag oder Sonntag kann man am Wochenende an Winterkatzes Herbstlesen teilnehmen. Gemeinsam lesen, bloggen, plaudern. Ich selber mag mittlerweile nicht mehr gerne gleichzeitig lesen und bloggen, weswegen ich allerhöchstens so halb in den Kommentaren teilnehme.

Nanni hat eine bedrückende Rezension zu dem scheinbar sehr bewegenden Jugendbuch “In deinem Licht und Schatten” geschrieben.

Simone von Papiergeflüster hat “Aquarius” von Thomas Finn rezensiert, das ich dank seines sympathischen Auftritts auf der Buchmesse und der Tatsache, das es in einem fiktiven Ort in der Nähe meines Heimatortes spielt, auch auf dem Visier habe. Schön, dass es Simone auch noch so gut gefallen hat.

[Zitat] Aus: “Über uns das Meer”

‘”Wenn du fliehst”, hörte ich die Stimme aus der Dunkelheit, sacht, glühend, wie die Kerze, ein akustisches Leuchten, “kommst du dir vor wie ein Held. Unbesiegbar. Dann wird auf einmal alles hell, und du fragst dich, warum du eigentlich abgehauen bist. Landest vielleicht voll in der Scheiße und bereust alles, was du je gemacht hast. Bis du merkst, die Geister in deinem Kopf, vor denen du wegläufst, sind alle mitgekommen.”‘ (Giebken, S. 26)

[Rezension] “Kampf der Könige” von Michael Peinkofer

Kampf der KönigeReiheninfo:

  1. “Die Könige: Orknacht”
  2. “Kampf der Könige”
  3. - Titel bisher noch unbekannt -

Klappentext:

Mit “Die Könige” führte Michael Peinkofer seine Leser in die düstere Ära der Geschichte des Kontinents Erdwelt. Nun kehren die Helden um den Krieger Dag und seine Gefährtin Aryanwen zurück, um die nächste Schlacht zu schlagen: Das Reich ist zersplittert. Alchemisten betreiben dunkle Magie, und die Stadt Tirgas Winmar erzittert unter der Schreckensherrschaft des Dunklen Königs. Dag und Aryanwen ziehen durch das Land auf der Suche nach ihrem Kind, das sie einst den Orks Balbok und Rammar anvertrauten. Doch vor ihnen liegt nicht nur ein gefahrvoller Weg, sondern auch das finsterste Geheimnis Erdwelts … (Quelle)

Meine Meinung:

Hach! Peinkofer zu lesen, ist einfach immer toll! Ich mag seine Art, Highfantasy mit Humor zu verknüpfen, ich mag seine so verschiedenen Helden und vor allem, dass nicht eine Rasse die Gute ist. Auch in “Kampf der Könige” gibt es wie im Vorgänger einige Hauptdarsteller: so beispielsweise natürlich die Orks Balbok und Rammar mit ihrem Ziehkind Alannah, dessen Eltern Dag und Aryanwen und die tapferen zwergischen Widerstandskämpfer.

Ich mochte schon den ersten Band “Orknacht” total gerne, aber dieser zweite Teil, der bei vielen Trilogien nicht so gut gelingt, konnte mich noch mehr begeistern. Das lag zum einen sicherlich daran, dass die Handlung richtig flott vorangeht und zum Beispiel Dag, Aryanwen und Dwethan auf die beiden Orks treffen, was zu vielen lustigen Situationen führt. Zum anderen habe ich in der Zwischenzeit die ersten drei Ork-Bücher des Autors gelesen und konnte es genießen, wie sehr er die in Erdwelt spielenden Bücher miteinander verknüpft. Man kann die Reihen (Die Zauberer – Die Orks – Die Könige) definitiv auch unabhängig voneinander lesen, aber wenn man die Hintergründe und die Vergangenheit der Charaktere kennt, ist das ein besonderes Vergnügen.

Was ich an den Büchern von Peinkofer mag, ist, dass die Mittelteile seiner Trilogien so gelungen sind. Bei anderen Autoren habe ich oft das Gefühl, sie schreiben den zweiten Band nur, um zum dritten zu kommen. In “Kampf der Könige” schreitet die Handlung aber richtig voran und findet zumindest teilweise auch schon einen Abschluss, so dass man das Buch mit dem Gefühl, ein Stückchen gesiegt zu haben, beiseite legt. Da den Völkern von Erdwelt aber immer noch Gefahr droht, fiebere ich dem dritten Band natürlich schon sehr entgegen.

Kurz und knapp: Fantasybücher von Michael Peinkofer sind für mich ein Muss! Gekonnt verknüpft er typische Themen der Highfantasy mit seinem ganz eigenen Humor, der vor allem durch die beiden Orkbrüder in die Geschichte gebracht wird, und verleiht dem Kampf gegen das Böse dadurch einen ganz frischen Wind. Ich vergebe sehr gute 8 von 10 Sternen!

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Kampf der Könige – Michael Peinkofer – Klappbroschur – 544 Seiten – 16,99 € – ISBN: 978-3-492-70211-9 – erschienen: September 2014 (Piper)

[Rezension] “Das Mädchen, das Geschichten fängt” von Victoria Schwab

Das Maedchen das Geschichten faengt von Victoria SchwabKlappentext:

Wenn ein Mensch stirbt, wird seine Lebensgeschichte in einer Art Bibliothek abgelegt. Manchmal jedoch erwachen die Geschichten und versuchen in die Welt der Lebenden zurückzukehren. Dann kommt Mac ins Spiel, denn sie ist eine Hüterin und ihre Aufgabe ist es, die entlaufenen Geschichten zurückzubringen. Doch plötzlich häufen sich diese Vorfälle, und die Grenzen zwischen Leben und Tod drohen zu verschwimmen. Mac beschleicht der schreckliche Verdacht, dass jemand die Lebensgeschichten manipuliert. Gemeinsam mit dem Hüter Wes versucht Mac, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. (Quelle)

Meine Meinung:

Ich bin auf dieses Buch vor allem durch sein zauberhaftes Cover aufmerksam geworden. Das täuscht aber: Die Geschichte ist nicht zauberhaft und zart, wie das Cover suggeriert, sondern vor allem spannend.

Victoria Schwab hat mit “Das Mädchen, das Geschichten fängt” eine klassische Urban Fantasy geschrieben, d.h. mitten in der normalen Welt, wie wir sie kennen, gibt es eine zweite Welt. In diesem Fall die Welt der Toten. Zu dieser Welt gibt es verschiedene Zugänge, zu denen die Hüter durch einen Schlüssel und dem Wissen um diese Welt Zugang haben.

Die Welt in der Welt, die sich Victoria Schwab ausgedacht hat, ist wirklich faszinierend und sehr detailliert konzipiert. Ich konnte mir gut vorstellen, wie es ist, durch die Gänge des Narrows zu streifen und nach entlaufenden Chroniken zu suchen. Ich kann die großen Hallen des Archivs vor mir sehen, in dem die schlafenden Chroniken in ihren Fächern ruhen. Ich spüre die angespannte Stimmung, wenn Mackenzie eine besonders gefährliche Chronik jagt und ich kann ihr Bedürfnis, einfach ein ganz normales Mädchen ohne die zeitraubenden Verpflichtungen zu sein, gut verstehen.

Umso mehr hat es mich gefreut, als sie gleich zwei Jungen kennenlernt, denen sie sich aus den unterschiedlichsten Gründen anvertrauen kann. Doch als sich dann die Vorfälle der entlaufenden Chroniken häufen und Mackenzie einer Verschwörung auf der Spur zu sein scheint, ist gar nicht mehr klar, wem sie eigentlich trauen kann.

“Das Mädchen, das Geschichten fängt” ist längst nicht so leicht und zart, wie das Cover vermuten lässt. Es ist viel mehr eine wirklich spannende Urban Fantasy Story, in der es für den Leser einiges Neues zu entdecken gibt. Ich habe die Geschichte sehr gerne gelesen, allerdings wird sie mir bestimmt auch nicht lange in Erinnerung bleiben. Unterhaltsame Jugendfantasylektüre für zwischendurch – nicht mehr, aber auch nicht weniger. 7 von 10 Sternen.

stern 7

Anscheinend ist dies der erste Band einer Reihe. Ich finde gerade aber noch keine konkreten Infos zum zweiten Band. Außerdem lässt sich das Buch auch gut als Einzelband lesen.

Das Mädchen, das Geschichten fängt – Victoria Schwab – Klappbroschur – 432 Seiten – 14,99 € – ISBN: 978-3-453-41033-6 – erschienen: Juli 2014 (Heyne)