[Montagsfrage] Happy End erwünscht?

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Das ist ja mal eine interessante Frage, bei der ich auch sehr gespannt auf die Antwort der anderen Teilnehmer bin.

Also, natürlich freue ich mich, wenn es für meine liebgewonnenen Charaktere am Ende gut ausgeht, aber ich möchte mir dessen nicht zu sicher sein können. Auf dem Weg zum Happy End darf es gerne auch mal den ein oder anderen Verlust geben, den ich dann tränenreich betrauere (ich denke gerade an den ersten großen Verlust bei Harry Potter). Ich möchte nicht ein Buch lesen und mir ganz sicher sein können, dass alles rosaglitzernd mit Sternchen und Herzchen abläuft, dann ist ja keine Spannung mehr da.

Andererseits kann ich auch gut mit anderen Enden leben, sie lösen ja beim Leser viel mehr aus und bringen ihn zum Nachdenken, warum der Autor zum Beispiel seinen Figuren kein Happy End gönnt. Das ist ja meist realistischer, im wahren Leben gibt es nun mal auch nicht immer ein Happy End. Man kann vielleicht festhalten, dass es auch ein bisschen zum Buch passen muss: Ein wunderschön leichter Sommerliebesroman braucht natürlich eher ein Happy End, als ein aufrührendes Buch über Gewalt und Drogen.

Also: Ich bin da sehr flexibel und respektiere in den meisten Fällen die Entscheidung des Autors. Ob ein Happy End angebracht ist, hängt oft vom Genre ab, insbesondere bei Fantasybüchern möchte ich aber nicht , dass das Happy End zu offensichtlich und zu leicht erreicht wird.

Und ihr?

[Rezension] “Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lernte” von Crystal Chan

Bird und ich und der SommerInhalt:

„Großvater hörte an dem Tag auf zu sprechen, an dem er meinen Bruder John tötete.“ (S. 5, erster Satz des Buches)

Natürlich tötete Jewels Großvater ihren Bruder nicht wirklich, aber alle glauben, dass es seine Schuld ist. Schließlich hatte er John immer Bird genannt und ihn – so glauben es zumindest Jewels Eltern – dazu gebracht, von einer Klippe hinunter zu springen, um zu fliegen.

Der Tag, an dem Bird stirbt, ist gleichzeitig der Tag von Jewels Geburt. Allerdings hat sie oft das Gefühl, gar kein richtiges Leben zu haben. Alle denken nur noch an Bird: Ihr Großvater spricht nicht mehr und beachtet Jewel auch sonst nicht, ihre Mutter redet immer nur dann mit ihr, wenn sie mit ihr schimpft, und Jewels Vater ist in seiner Freizeit damit beschäftigt, Rosmarinsträucher zu pflanzen, um die bösen Geister – Duppies – von der Familie fernzuhalten.

Erst als Jewel eines Sommer einen Jungen kennenlernt, der zufälligerweise auch John heißt, hat sie das Gefühl, dass ihr endlich mal jemand zuhört. Ihr Leben beginnt sich zu verändern…

„Er streckte mir die Hand hin, und ich ergriff und schüttelte sie wie die Erwachsene, die ich bald sein würde. Ich war erstaunt, wie fest er meine Hand drückte, so als planten wir, gemeinsam die Welt zu erobern.
Es war der beste Händedruck, den man sich vorstellen kann.“ (S. 14)

Meine Meinung:

Dieses Buch ist ein Schatz: äußerlich wie innerlich. Fangen wir mit der Gestaltung des Buches an. Die ist nämlich so schön, dass ich sie ganz entgegen meiner sonstigen Art unbedingt hervorheben muss. Das Cover ist bezaubernd designt und auch an den kleinen Zeichnungen zu Beginn und zum Ende der einzelnen Kapitel kann man die liebevolle Arbeit des Verlags erkennen.

Viel wichtiger ist aber das Innere an sich. Vielleicht bekommt ihr ein Gespür dafür, wie toll dieses Buch geschrieben ist, wenn ich euch erzähle, dass ich beinahe in jedem Kapitel einige Sätze gefunden habe, die mir durch und durch gingen. Ich hatte bisher selten beim Lesen ein so magisches Gefühl. Der Autorin ist wirklich eine Meisterleistung gelungen, das kann man nicht anders sagen. Wie sie mit Worten umgeht, Gefühle und Stimmungen kreiert: unglaublich!

„Ich hatte noch nie gemeinsam mit jemandem geschwiegen. In unserem Haus wurde Schweigen eingesetzt wie ein Schild und ein Schwert: Wir hielten damit andere auf Abstand oder verletzten sie.“ (S. 216)

Die Geschichte, die Crystal Chan erzählt, ist ebenso traurig wie schön. Die Einsamkeit von Jewel ist von den allerersten Seiten an greifbar, genauso wie die Freude und das überwältigende Gefühl, plötzlich jemanden kennenzulernen, der einem zuhört und einen versteht. Doch auch die Freundschaft zwischen Jewel und John ist nicht immer ganz einfach und erlebt ihre Höhen und Tiefen. Für meinen Geschmack gab es hier die ein oder andere Wendung zu viel, aber das ist auch nur ein klitzekleiner Kritikpunkt.

„Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lernte“ ist ein wundervolles Buch für ältere Kinder, aber auch für Erwachsene. Es ist sensibel und vor allem sprachgewaltig. So sprachgewaltig, dass ich trotz ganz kleiner Kritik am eigentlich bewegenden und sehr gelungenen Inhalt sehr gerne 9 von 10 Sternen vergebe.

stern 9

Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lernte – Crystal Chan – Hardcover – 304 Seiten – 14,95 € – ISBN 978-3-7348-4703-5  – erschienen: Juli 2014 (Magellan) – Altersempfehlung: ab 11 Jahren

[Geplauder] Noch ein paar Urlaubsbilder

Auf den Kommentar der lieben Winterkatze hin, dass sie schon viel zu lange nicht mehr am Meer war und meine Eindrücke dazu umso mehr genossen hat, schrieb ich, dass ich ihr locker noch 40 weitere Bilder zeigen könnte. Ihre Antwort: “Na, dann her damit!”

Keine Sorge, ich werde euch nicht weitere 40 Landschaftsaufnahmen aus dem schönen Nordfriesland zumuten, aber ein paar Bilder soll die Winterkatze dann doch bekommen. :)

 

K

Urlaub in der Heimat (Nordfriesland) – Sommer 2014

[Rezension] “Die Vernichteten” von Ursula Poznaksi

Die VernichtetenReiheninfo:

  1. „Die Verratenen“
  2. „Die Verschworenen“
  3. “Die Vernichteten”

Achtung, diese Rezension enthält Spoiler zu den ersten beiden Bänden!

Klappentext:

Nun kennt Ria das schreckliche Geheimnis, den Grund dafür, dass der Sphärenbund sie töten wollte. Trotz widriger Umstände macht sie sich auf den Weg, um die drohende Katastrophe zu verhindern und das Leben von Clans und Sphärenbewohnern zu schützen. Doch dann offenbart sich ihr etwas, womit sie nicht gerechnet hat. Etwas von solcher Grausamkeit, dass es fast unvorstellbar scheint. Etwas, das alles, was sie bisher an Verschwörungen aufgedeckt hat, bei Weitem übertrifft. (Quelle)

Meine Meinung:

Wer sich noch an meine Rezensionen zu den beiden Vorgängern erinnert, weiß, dass ich ein großer Fan dieser Reihe bin. Sowieso bin ich eigentlich grundsätzlich ein Fan von allen Büchern von Ursula Poznanksi und wurde bisher auch noch nie enttäuscht. Dieses Buch ist aber der erste Abschlussband einer Reihe (es gibt ja außer der Eleria-Trilogie ja bisher auch nur die Reihe um die Ermittlerin Beatrice). An das Ende einer Reihe habe ich immer besondere Ansprüche: Ich erwarte, dass mir das Ende gut gefällt, dass die losen Fäden zusammenlaufen und ich das Gefühl habe: Das war eine runde Sache!

Ich könnte jetzt noch lange drumherum reden bzw. schreiben, aber wer Frau Poznanski kennt, ahnt es vermutlich schon: Sie hat mal wieder alle meine Erwartungen erfüllt und sogar übertroffen.

Schon nach kurzer Zeit war ich wieder voll und ganz im Geschehen, denn die Autorin lässt geschickt die notwendigsten Infos aus den ersten beiden Bänden mit einfließen. Und dann war es wie immer: Ich konnte das Buch nicht aus den Händen legen, war mittendrin, wurde aus dem Clan der Schwarzdornen verstoßen und bin durch die gefährliche und karge Landschaft gewandert, auf der Suche nach der Lösung für mein Problem: Aureljo und Dantorian zu retten ohne die Clans zu verraten.

„Vielleicht hat Quirin recht. Vielleicht geht es ihm wie mir in diesem Moment: Ich kann die Sentinel schon förmlich über die Hügel kommen sehen, mit ihren Gewehren im Anschlag, mit denen sie das Gebiet … säubern.
Dhalion könnte sie aufhalten. Möglicherweise. Würde dabei aber Tausende Menschen töten, die nichts böses im Sinn haben. Mit Sicherheit.
Wenn die Clans ausgerottet, niedergemetzelt werden – ist das dann meine Schuld? Weil ich ihnen die eine Chance, den Kampf zu gewinnen, genommen habe?“ (S. 243)

Ich war nicht alleine unterwegs, sondern in Begleitung toller Figuren – Altbekannte, aber auch neue Freunde. Bei manchen war ich mir sicher, dass sie wie ein Fels in der Brandung an meiner Seite stehen werden (Andris zum Beispiel), bei anderen war ich unsicher und das machte meine Reise umso spannender. Das Ende dieser Reise hat mich voll und ganz zufrieden gestellt, mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.

Wer sich wie ich auf dieses spannende Abenteuer einlassen, Antworten auf ungeklärte Fragen finden und darum kämpfen möchte, das Richtige zu tun, dem empfehle ich ganz klar den Griff zu diesem Buch! Ich kann gar nicht anders, als wieder die volle Punktzahl zu geben.

stern 10

Die Vernichteten – Ursula Poznaksi – Hardcover mit SU – 528 Seiten – 18,95 € – ISBN 978-3-7855-7548-2 – erschienen: Juli 2014 (Loewe)

[Rezension] “Die Wahrheit, wie Delly sie sieht” von Katherine Hannigan

Die Wahrheit wie Delly sie siehtKlappentext:

Die elfjährige Delly ist anders als andere Mädchen: neugierig, unerschrocken und erfinderisch – und sie liebt Überraschungen. Sie lässt Tiere frei, wenn sie ihr leidtun. Sie beleidigt andere, ohne es zu merken. Sie leiht sich Sachen aus, weil ein Abenteuer lockt. Und sie prügelt sich schon mal, falls ihr jemand widerspricht. Bis Ferris in die Klasse kommt. Ferris ist auch anders: Sie spricht nicht und will nicht berührt werden. Alle respektieren das, nur Delly will wissen, warum. Doch sie muss erst lernen, Ferris’ Schweigen in Vertrauen zu verwandeln, bis diese sich öffnet. Als es geschieht, ist es die größte Überraschung, die Delly je erlebt hat. Und der Beginn einer großen Freundschaft. (Quelle)

Meine Meinung:

Um diese Rezension drücke ich mich schon seit 2,5 Monaten, obwohl ich so gerne von diesem Buch berichten möchte. Warum ich mich drücke? Weil ich mir sicher bin, dass ich nicht die richtigen Worte finden werde, aber es nützt ja nichts: Ich probiere es jetzt trotzdem. :D

Vorweg vielleicht, damit ihr einordnen könnt, welches Stellenwert dieses Buch für mich hat: Ich werde es in Zukunft in einem Atemzug mit vielen meiner liebsten Jugendbücher nennen wie beispielsweise “Wunder”, “abends um 10″ oder “Meine Schwester lebt auf dem Kaminsims”.

Dieses Buch lebt in erster Linie durch seine Namensgeberin und Hauptfigur Delly. Delly ist wirklich anders, liebenswert, aber manchmal auch so, dass ich sie gerne schütteln würde. Sie möchte eigentlich immer alles richtig machen, verliert dabei aber manchmal den Blick für andere oder eben für gesellschaftliche Konventionen. Diese Art bringt ihr immer wieder viel Ärger ein, so dass ihre Mutter eines Abends wegen Delly anfängt zu weinen. Das macht ihr so sehr zu schaffen, dass sie beschließt, besser so gut wie gar nichts mehr zu machen, bevor sie etwas Falsches macht. Also setzt sie sich in der Schule in den Pausen einfach auf den Schulhof und zählt und zählt und zählt. Und so fällt ihr letztendlich auch Ferris auf, die ein großes Geheimnis zu verbergen scheint.

“‘Ich mache mir Sorgen, weil Ferris immer so allein ist. Ich habe sie gefragt, ob sie mit jemandem befreundet ist, dem sie sich anvertrauen kann. Das hier war ihre Antwort.’ Ms. McDougal schob einen kleinen Zettel über den Tisch.
Delly nahm ihn. In der Mitte stand ein dickes schwarzes NEIN. Aber es war durchgestrichen. In winzigen Buchstaben stand am unteren Seitenrand Delly.
Plötzlich fühlte Delly einen warmen Fleck in der Mitte ihrer Brust.” (S. 109)

Die Freundschaft, die sich sehr langsam zwischen den beiden entwickelt und das ADellteuer (Delly ist Meisterin der Wortneuschöpfungen), das die beiden dann gemeinsam erleben, ist fröhlich und schön, aber stellenweise auch traurig und berührend. Und es stellt sich die Frage: Schafft Delly es dieses Mal, das Richtige zu tun?

“‘Ich habe eine Freundin’, wisperte sie der Welt entgegen, und ihr Mund musste unwillkürlich lächeln.” (S. 110)

Ich habe das Buch zu allererst von Sarah empfohlen bekommen, die einen sehr eindringlichen Leseeindruck dazu geschrieben hat. Ich kann ihr nur zustimmen: “Die Wahrheit, wie Delly sie sieht” sollte man unbedingt lesen und sich auf all die Gefühle einlassen, die Katherine Hannigan im Leser hervorruft: von hysterischem Kichern, über tiefe Zuneigung zu Delly bis hin zu dem ein oder anderen Tränchen. Ganz klare Leseempfehlung und damit 10 von 10 Sternen.

stern 10

Die Wahrheit, wie Delly sie sieht – Katherine Hannigan – Hardcover – 280 Seiten – 14,90 € – ISBN 978-3-446-24513-6 – erschienen: Februar 2014 (Hanser) – Altersempfehlung: ab 11 Jahren

[Montagsfrage] Welche Bücher nehmt ihr mit in den Urlaub?

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Ich habe zwar als Referendarin sechs Wochen Sommerferien, aber so richtig in den Urlaub fahre ich dieses Jahr nicht.. Deswegen fiel es dieses Mal auch flach, dass ich mit Nanni ewig lange telefoniert und meine Urlaubsbücherliste zusammengestellt habe wie im letzten Jahr.

Allerdings werde ich wohl noch für eine Woche etwa in meine Heimat zur Familie fahren und dahin werden mich dann doch einige Bücher begleiten. Da ich aber mit dem Auto fahre, kann ich hemmungslos so viel mitnehmen, wie ich möchte, und muss mich nicht beschränken. Eine richtige Liste habe ich mir auch da nicht gemacht, aber ich schätze mal, dass mich folgende Bücher begleiten werden, wenn ich sie nicht schon vorher lese:

Urlaubslektüre

Mir ist übrigens klar, dass ich nicht all diese Bücher in der einen Woche lesen werde, denn meist bin ich zuhause so damit beschäftigt, Aktivitäten mit meiner Familie zu genießen, dass ich nur sehr wenig zum Lesen komme, aber so habe ich zumindest eine große Auswahl. Und die Bücher, die ich dann nicht schaffe, nehme ich dann einfach mit auf den nächsten Urlaubtrip nach Köln.

Welches dieser Bücher spricht euch am meisten an? Welches würdet auch ihr mit in den Urlaub nehmen?