[Rezension] “Mein Leben und andere Katastrophen” von Kathrin Schrocke

Klappentext:

Bernadette, genannt Barnie, ist eine ganz normale 13-Jährige mit einer beeindruckenden Radiergummisammlung, einer Vorliebe für SeaLife und ein bisschen Herzweh, wenn sie an Sergej aus ihrer Klasse denkt. Das einzig Ungewöhnliche an ihr (zumindest aus Sicht der anderen): Barnie hat zwei Väter – Dad und Papa.
Das »Babyprojekt« in der Schule bringt Aufregung in Barnies beschauliches Leben: Jeweils zwei Schüler müssen gemeinsam eine Babypuppe rund um die Uhr betreuen, wie ein richtiges Kind. Als Sergej sich anbietet, der Vater von Barnies Puppe zu werden, könnte eigentlich alles perfekt sein. Eigentlich. (Quelle)

Meine Meinung:

“Ich wollte ein iPad zum 13. Geburtstag. Und alles, was ich bekam, ist dieses doofe Notizbuch.” (S. 7)

Mit diesen Worten beginnt die unterhaltsame, aber auch stellenweise bewegende Ich-Erzählung der 13-jährigen Barnie. In ihrem Leben gibt es vor allem ein Thema: Jungen! Und dieses Thema wird noch brisanter, als in ihrer Klasse das Babyprojekt anfängt. Alle Schüler sollen sich jeweils zu zweit zusammen tun und gemeinsam ein künstliches Baby betreuen, das so programmiert ist, dass es Hunger hat, Zuwendung braucht usw. Barnie kann nicht anders: Sie lässt ihre beste Freundin, mit der sie das Babyprojekt eigentlich durchführen wollte links liegen, und tut sich mit Sergej zusammen – eigentlich sehr praktisch, denn der wohnt direkt in ihrer Nähe und hat total süße Sommersprossen – goldene!

Was für Barnie gar kein besonderes Thema ist, ist die Tatsache, dass sie zwei Väter hat. Für sie ist das völlig normal.

“Du könntest doch zum Beispiel Tagebuch schreiben! Immerhin bist du ein Mädchen, das in einer besonderen Familie lebt. In hundert Jahren lesen Schüler vielleicht im Unterricht darüber, wie dein Alltag war. Dein Alltag mit zwei Vätern.”
“Echt spannend.” Ich gähnte leise. (S. 15)

Ich muss sagen: Ich bewundere Kathrin Schrocke! Ich kenne jetzt drei Bücher von ihr und alle drei sind so grundverschieden. Mit “Mein Leben und andere Katastrophen” hat sie ein Buch für eine etwas jüngere Zielgruppe geschrieben, das zwar wichtige Themen wie zum Beispiel die erste große Liebe oder Toleranz behandelt, dabei aber vor allem wunderbar unterhält. Ihr Schreibstil ist absolut angemessen. Das Buch liest sich locker flockig und ich musste beim Lesen einige Male kichern.

Für mich persönlich ist dieses Buch bisher das beste von Frau Schrocke, denn ich glaube, wichtige Themen so zu verpacken, dass sie einem eigentlich gar nicht ins Auge stechen, sondern nur im Hintergrund “mitwabbern”, und ein Jugendbuch schreiben, was vor allem unterhält und lustig ist, ist unheimlich schwierig, ohne dass es besonders auffällt.

“Mein Leben und andere Katastrophen” ist wie sein Cover: Frisch, modern und lustig! Ich habe es unheimlich gerne gelesen und war wirklich traurig, als ich mit der letzten gelesenen Seite auch die sympathische, bodenständige Barnie verlassen musste. Ohne, dass es sich aufdrängt, behandelt dieses Buch auch wichtige Themen, die jeden Jugendlichen beschäftigen: die erste Liebe, der erste Kuss, Toleranz und Schule. Ich vergebe absolut begeisterte 9 von 10 Sternen!

stern 9

Mein Leben und andere Katastrophen – Kathrin Schrocke – Hardcover – 192 Seiten – 12,99 € – ISBN: 978-3-7373-5211-6 – erschienen: März 2015 (Sauerländer) – Altersempfehlung: ab 12 Jahren

[Lieblingsbuchladen] Ein kleines Videoportrait vom Buchladen am Freiheitsplatz

Eigentlich ist es eine Aktion der Sparkasse in Hanau, aber ich finde, dass schnell deutlich wird, warum dieser Buchladen so besonders ist.

Also: Besucht den Buchladen am Freiheitsplatz in Hanau, wenn ihr in der Nähe wohnt. Solltet ihr, wie ich, weiter weg wohnen, bestellt dort und nicht bei Amazon. Der Service ist mindestens genauso gut ;)

[Sonntagsgeplauder] 12.4.2015

Buchgeplauder

Hach ja, die Ferien sind doch immer wieder zu kurz! Heute ist der letzten Tag der Osterferien und ich habe längst nicht so viele Bücher gelesen, wie ich es gerne gewollt hätte. Das lag aber auch daran, dass ich ganz viele andere tolle Dinge gemacht habe, also ist es eigentlich schon in Ordnung. :)

Hier hatte ich mir einige Bücher zusammengestellt, die ich in den Ferien eigentlich lesen wollte. Wie nicht anders zu erwarten, habe ich mich kaum an meinen Plan gehalten. ;) Tatsächlich habe ich in den vergangenen zwei Wochen die folgenden Bücher gelesen:

  1. “Rain” von Virgina Bergin (der Anfang war schlimm, dann wurde es doch gut)
  2. “Aprikosensommer” von Deniz Selek (Schönes Buch)
  3. “Der Tänzer der Schatten” von David Dalgish (nicht schlecht, erinnerte mich aber etwas zu sehr an Brent Weeks)
  4. “Stimmen” von Ursula Poznanski (fesselnd und genial geschrieben wie immer, inhaltlich ein klitzekleines bisschen schwächer als die letzten Bücher von ihr)
  5. “Der Triumph der Zwerge” von Markus Heitz (gerade eben noch im Bett beendet, gut, aber nicht überragend)

Da ich Geburtstag hatte, sind einige neue Bücher bei mir eingezogen:

wpid-20150412_102601.jpg

Außerdem befinden sich jetzt auch diese drei Bücher neu in meinem Regal. Ihr seht, ich bin gerade wieder auf dem Fantasy-Trip:

wpid-20150412_103709.jpg

Ich habe in den Ferien nicht ganz so viel gebloggt, wie ich es mir vorgenommen habe. Immerhin habe ich in dieser Woche “Der Rabe ist Acht” rezensiert.

Lebensgeplauder

Ich hatte kurz vor den Osterfeiertagen Geburtstag und so bot sich der Besuch meines Bruders an, der von Karfreitag bis Ostermontag blieb. Wir hatten sehr schöne und entspannte Tage zusammen. Am Samstag hab ich dann meinen Geburtstag ein bisschen gefeiert und da viele Freunde von etwas weiter weg angereist sind, hatte ich den ganzen Tag über Besuch. Die ersten Gäste waren um halb zehn da, die letzten gingen abends um kurz vor zehn. Ein toller Tag!

wpid-20150412_100654.jpg

Frühstückstisch zum Geburtstag // Kniffeln mit meinem Bruder // Polaroidfotos ins Gästebuch einkleben // Lesen

In der zweiten Ferienwoche wurde das Wetter endlich besser, so dass ich viel draußen sein konnte, im Garten gelesen habe und mal wieder eine kleine Strecke gewandert bin – morgens im Nebel. <3

wpid-20150412_100754.jpg

Mal gucken, was heute noch so ansteht. Entweder ich setze mich nachher raus zum Lesen (mein Garten und meine Terasse werden immer schön, ich muss euch beim nächsten Mal unbedingt Fotos zeigen) oder ich gehe noch eine Runde raus. Mal gucken, wonach mir gleich der Sinn steht.

Bloggereigeplauder

Friedelchen hat sich sehr amüsant über die typischen Dreiecksgeschichten in Büchern ausgelassen. Und seien wir mal ehrlich: Wer ist davon nicht genervt?

Caroline hat mit “15 kopflose Tage” ein Buch rezensiert, das mich thematisch und scheinbar auch von der Umsetzung her sehr interessiert.

Der Fantasy Weblog hat interessante Neuigkeit aus dem Piper-Fantasy Herbstprogramm zusammengestellt. Hoffentlich schaffe ich es bis dahin, alle interessanten Frühjahrsneuerscheinungen zu lesen. ;)

Tobi von Lesestunden glaubt, dass viele Leser auch Interesse an Fotografie haben und zeigt einige seiner eigenen Bilder. Absolut sehenswert und qualitativ extrem hochwertig. Es lohnt sich, vorbei zu schauen.

Neyasha ist meinem Ruf gefolgt und hat auch den Tag 7 Deadly Sins of Reading beantwortet.

[Rezension] “Der Rabe ist Acht” von Corinna Antelmann

Klappentext:

Ich ziehe mich in den Heizungskeller zurück, um Milchflaschen gegen die Wand zu deppern. Und mit jeder zerstörten Flasche, aus der die Flüssigkeit in die Freiheit entlassen wird, wird auch meine Wut in die Freiheit entlassen und darf sich ergießen über diese verkackte Welt.
Ich heiße Maja und ich hasse Bienen.

Ich knote eine Art Tragetuch um mich und den Raben. Mit dem schlaffen Körper vor der Brust fahre ich weiter. Wenn die Ampel jetzt auf Grün springt, dann heißt das: Alles wird gut, der Rabe überlebt. Und tatsächlich verpieselt sich das rote Licht in dem Augenblick, als ich die Kreuzung überqueren muss. Ich wusste es!
Ich heiße Klebe und ich liebe Raben. (Quelle)

Meine Meinung:

Aufmerksam geworden bin ich auf dieses Buch zum einen durch den ungewöhnlichen Titel, der definitiv neugierig macht, und durch das Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendium, das die Autorin für dieses Buch erhalten hat.

Der Titel ist eigentlich ziemlich schnell erklärt, wenn man sich ein bisschen mit den beiden Hauptfiguren beschäftigt:
Maja ist die perfekte Schülerin und Tochter, immer leise, immer brav und fleißig. Allerdings würde sie gerne mal ausbrechen, mal anders sein, um herauszufinden, wer sie eigentlich wirklich ist.

“Maja, das kluge Tierchen, das sich gern häuten würde. Oder mausern. Die Haare aus- und das Gesicht herunterreißen und zeigen, was für eine Fratze dahinter zu sehen ist. Das Problem ist nur: Ich habe keine Ahnung, wie die Fratze aussieht. Ich kenne mich nicht.” (S. 6)

Und dann ist da noch Klebe, der unheimlich intelligent ist, seinen Lehrern aber mit abstrusen Fragen auf den Geist geht und eigentlich nichts von Maja, der Streberin, hält. Sein Ziel ist es, eine Formel zu finden, die einen durch das Leben lotsen kann. Er beschäftigt sich viel mit Zahlen und Buchstaben. Nach seiner Theorie steht der Rabe ebenso wie er selbst für die Acht.

Nachdem Klebe Maja an einem Nachmittag im Schulkeller dabei erwischt hat, wie sie volle Milchflaschen an die Wand wirft, kommen die beiden sich näher. Mit Klebe hat Maja das Gefühl, ein Stückchen mehr ausbrechen zu können, nicht immer nur lieb und angepasst zu sein. Die beiden verbringen viel Zeit zusammen und schmieden ein Plan – einen gefährlichen Plan…

Was mich an diesem Buch wirklich überzeugt hat, sind die Charaktere. Ich finde sie ziemlich authentisch und trotz der Extreme irgendwie glaubhaft. Auch ihr Zusammenspiel und die Entwicklung, die die beiden nehmen, während sie Zeit miteinander verbringen, fand ich absolut logisch.

Die Handlung an sich hat mich irgendwann allerdings etwas gestört. Ich fand sie zu übertrieben und nicht mehr nachvollziehbar. Insbesondere der Schluss war mir zu abgehoben. Schade, denn das hat meinen Gesamteindruck doch etwas getrübt.

Ich kann durchaus nachvollziehen, warum Frau Antelmann für “Der Rabe ist Acht” das Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendium erhalten hat. Die grundsätzliche Idee und die Charaktere sind absolut gelungen. Das Buch ist sprachlich interessant und stellenweise recht literarisch. Mir persönlich hat leider die Entwicklung der Handlung nicht gefallen, weil ich sie nicht mehr nachvollziehen konnte. Das Ende der Geschichte gefiel mir gar nicht, weswegen es von mir insgesamt nur 6 von 10 Sternen gibt.

stern 6

Der Rabe ist Acht – Corinna Antelmann – Klappbroschur – 200 Seiten – 12,90 € – ISBN-13: 978-3944572055 – erschienen: März 2014 (mixtvision) – Altersempfehlung: 14-17 Jahre

[Tag] 7 Deadly Sins of Reading

Diesen lustigen Tag (Täääg ;-) ) habe ich euch neulich schon im Sonntagsgeplauder vorgestellt. Entdeckt habe ich ihn auf fruehlingsmaerchen, ursprünglich stammt er wohl von hier.

Gier
Welches ist dein teuerstes Buch und welches das günstigste?

Das teuerste Buch ist sicherlich “Das Buch der 1000 Bücher” aus dem Harenberg Verlag. Das ist so ein Buch, das ich mir nicht selbst kaufen würde, weil es wirklich ziemlich teuer ist. Deswegen habe ich es mir vor einigen Jahren von meinen Eltern schenken lassen. Bisher habe ich noch nciht so ausführlich darin gestöbert, wie das Buch es verdient, aber das kann ich ja noch nachholen. (Derzeit weilt es allerdings im Keller meiner Kölner Wohnung.)

Das günstigste Buch wüsste ich jetzt gar nicht zu benennen. Leider werden Bücher in meiner Wahrnehmung durch die Einführung der Klappbroschur immer teurer. Nur wenige Verlage bringen direkt das günstige Taschenbuch heraus.

Zorn
Mit welchem Autor führst du eine Hass-Liebesbeziehung?

Als allererstes fielen mir hier Joy Fielding und Sebastian Fitzek ein. Ich mag ihre Bücher, aber ich mag  das Ende meist so gar nicht, deswegen lese ich von ihnen auch keine Bücher mehr, denn der Schluss eines Buches ist einfach unheimlich wichtig für mich.

Außerdem könnte ich hier Kevin Brooks nennen, der teilweise richtig gut und dann wieder auch wirklich schlechte Bücher schreibt. Wenn von diesem Autor ein neues Werk erscheint, bin ich immer sehr hin und her gerissen, ob ich es lesen soll oder nicht.

Aber grundsätzlich gilt eigentlich: Autoren, die ich wirklich liebe, hasse ich nicht, denn ansonsten würde ich sie ja nicht lieben. Ähm, ja…

Völlerei
Welches Buch hast du immer und immer wieder genüsslich verschlungen?

Bestimmt einige Pferdebücher aus meiner Kindheit. Ich kann mich noch an ein ganz dickes Buch mit ganz dünnen Seiten erinnern. Es enthielt irgendwie insgesamt vier oder fünf einzelne Bücher. Hach ja, da konnte man schön abtauchen. Ansonsten bin ich nicht unbedingt der Mensch, der Bücher mehrfach liest. Ausnahmen sind hier z.B. die Harry-Potter-Bücher, “Gut gegen Nordwind” und “Der Prinz von Pumpelonien”.

Demnächst würde ich tatsächlich die Harry-Potter-Bücher gerne nochmal lesen und mit Nanni steht eigentlich noch ein Re-Read von “Wer die Nachtigall stört” an.

Faulheit
Welches Buch hast du bisher vernachlässigt zu lesen, weil du zu faul warst?

Ich habe vor einigen Jahren “Die Geschichte der Israelis und Palästinenser” angefangen. Ich fand das Buch auch wirklich gut zu lesen, allerdings war es auch Arbeit, weswegen ich irgendwann aufgehört habe. Gerade vor ein paar Wochen habe ich es einer Freundin von mir geliehen, die Geschichtslehrerin ist. Ich denke, da ist es gerade besser aufgehoben.

Stolz
Über welches Buch redest du am häufigsten, um wie ein intellektueller Leser zu wirken?

Grundsätzlich lese ich nicht, um damit anzugeben. Ich lese vor allem das, was mir gefällt und das ist meistens nicht zum Angeben geeignet. Wenn ich uuunbedingt intellektuell wirken müsste, dann würde ich aber wohl über “Mutter Courage” von Bertolt Brecht reden, weil es mir ziemlich gut gefallen hat und ich darüber eine Staatsexamensprüfung gemacht habe.

Wollust
Welche Charaktereigenschaften findest du an männlichen/weiblichen Figuren am attraktivsten?

Ich wollte gerade anfangen, mal wieder über Arlen Strohballen, seinen tollen Körper und seine Tätowierungen zu schwärmen, als ich nochmal genau gelesen habe: Charaktereigenschaften. :D

Hmm, ich glaube, an männlichen Protagonisten schätze ich vor allem Humor und Selbstironie, ein gewisses Selbstbewusstsein und Stärke. Und ich mag Protagonisten mit Ecken und Kanten, die eben nicht perfekt sind. Bei weiblichen Figuren mag ich selbstbewusste und untussige Protagonistinen, die ihr Leben selbst in die Hand nehmen, sich aber auch nicht scheuen, Hilfe anzunehmen.

Ich verweise an dieser Stelle trotzdem nochmal auf das [Buchgeflüster hoch zwei] von Nanni und mir zum Themen “Ein Protagonist für jede Lebenslage”.

Neid
Welche Bücher möchtest du am liebsten als Geschenk erhalten?

Ich habe in den kommenden Tagen Geburtstag und habe mir folgende Bücher gewünscht:

  • “Der große Trip: Tausend Meilen durch die Wildnis zu mir selbst” – Strayed
  • “Stimmen” – Poznanski
  • “Schneeriese” – Kreller
  • “Die Geschwister Gadsby” – Farrant

Danach habe ich noch “Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek” entdeckt und würde es auch total gerne haben. Außerdem hätte ich geren “Weißer Schrecken” von Thomas Finn, das es nämlich nur noch gebraucht zu kaufen gibt. Signiert wäre natürlich toll. :D

Nicht dass ihr denkt, hiermit wäre meine Wunschliste erschöpft, aber irgendwann muss man ja mal Schluss machen. :)

Falls jemand von euch den Tag schon gemacht hat oder jetzt Lust darauf bekommen hat, freue ich mich über den Link in den Kommentaren. :)

[Sonntagsgeplauder] 29.3.2015

Buchgeplauder

Die letzte Woche war nochmal sehr anstrengend, es standen einige Konferenzen an. So bin ich unter der Woche kaum zum Lesen gekommen. Nur am letzten Sonntag hab ich zwei Stunden am Stück “Mein Leben und andere Katastrophen” gelesen, davon eine Stunde draußen auf der Terasse in der Sonne. <3

wpid-20150329_132811.jpg

Dafür bin ich endlich mal wieder ein bisschen zum Rezensieren gekommen und so könnt ihr meine Meinung zu “Die Musik der Stille” von Patrick Rothfuss und zu “Funklerwald” von Stefanie Taschinski nachlesen.

Lebensgeplauder

Juchu! Ferien! Und zwar endlich mal Ferien, in denen ich nicht schon den nächsten Unterrichtsbesuch planen muss. Außerdem hatte ich am Dienstag ein Vorstellungsgespräch und habe jetzt bis zu den Sommerferien eine Vertretungsstelle. Danach gehts dann auf die Suche nach einer festen Stelle!

Was nicht so schön ist, ist das Wetter! :( Hallo? Ich habe Ferien! Ich möchte draußen auf der Terasse sitzen und lesen, möchte wandern und minigolfen. Hmpf! Naja, lesen kann man ja zum Glück auch drinne und so habe ich mir mal ein paar Bücher zusammengestellt, die ich gerne in den kommenden zwei Wochen lesen würde. Ich werde am Ende der Ferien dann mal berichten.

wpid-20150329_132638.jpg

Lesestoff für die Ferien

Bloggereigeplauder

Anja von Der Bücherblog hat spannende Neuerscheinung des Aprils zusammengestellt. Ich bewundere die Blogger, die es Monat für Monat hinbekommen, eine so detaillierte Zusammenstellung mit Covern und häufig sogar Links zu den Verlagen zu posten.

Simone hat ein Buch vorgestellt, das sich richtig, richtig gut anhört: “Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek”.

Und von Tina kommt eine Rezension zu einem Fantasybuch, das ganz nach meinem Geschmack klingt, das ich aber vorher noch nie wahrgenommen habe: “Unter Dieben”.

Durch einen Kommentar zu meiner Rezension zu “Die Musik der Stille” habe ich einen Blog entdeckt, den ich vorher noch nicht kannte: Lesestunden.

Ach und ganz wichtig, ich habs letzte Woche schon vergessen: Philip ist nach seiner Blogpause wieder zurück und bloggt unter neuem Namen: Book Walk. Schön, dass du wieder da bist! ;)

 

[Rezension] “Funklerwald” von Stefanie Taschinski

Klappentext:

Du kannst alles schaffen, wenn ein Freund dir die Pfote reicht!

Das Luchsmädchen Lumi lebt schon immer im Funklerwald und kennt jeden Baum und jedes Tier rund um ihren Bau. Der Waschbärenjunge Rus kommt ganz neu in den Wald und sucht dort mit seiner Familie eine Heimat. Als Lumi in eine Felsspalte fällt, hilft Rus ihr aus der Patsche. Aber die anderen Funklerwald-Tiere mögen keine Neulinge. Und sie beschließen: Die Waschbären sollen verschwinden! Lumi und Rus müssen ganz schnell einen Weg finden, damit die Waschbären bleiben dürfen. Und dieser Weg führt sie in die gefährlichsten Regionen des Waldes, zu der weisen Fledermaus Maushardt und dem geheimen Wandelbaum … (Quelle)

Meine Meinung:

Stellt euch vor, ihr kauft ein Buch, dessen Klappentext euch vollkommen überzeugt.
Stellt euch vor, ihr nehmt das Buch an einem regnerischen Tag mit ins Bett.
Stellt euch vor, ihr schlagt das Buch auf und seht die zauberhaftesten Zeichnungen überhaupt! <3

“Funklerwald” ist einfach ein richtig tolles Kinderbuch. Mal sehen, ob ich meine Meinung auch überzeugend begründen kann. ;-) (Hatte ich schon die liebevollen Zeichnungen erwähnt?)

Lumi ist ein aufgewecktes und fröhliches Luchsmädchen, das gerne mit ihren beiden besten Freunden dem Wildschwein Borste und dem Fuchsmädchen Rissa spielt. Als plötzlich eine Waschbärenfamilie in den Funklerwald zieht, ist die Sorge bei vielen groß. Waschbären gehören doch gar nicht in ihren Wald. Sie haben noch nicht mal einen eigenen Baum. Außerdem riechen sie anders und stellen bestimmt eine Bedrohung dar. Vor allem Lumis Freundin Rissa lässt sich von dieser Stimmung anstecken und schon bald droht den Waschbären große Gefahr. Lumi und Rus, der Waschbärenjunge, machen sich auf eine gefährliche Reise, um die Waschbärenfamilie zu rettten.

Die Geschichte, die hier erzählt wird, ist wichtig. Auf kindgerechter Ebene geht es nämlich darum, wie man miteinander umgeht. Es geht um die Angst vor dem Unbekannten, vor Veränderungen und vor Fremden. Es geht darum, wie schnell Gerüchte und Vorurteile entstehen. Und es geht um Freundschaft, die es ermöglicht, hinter all diese Vorurteile zu sehen und das Tier den Menschen selbst zu sehen.

Meine Begeisterung für “Funklerwald” ist riesig. Die Geschichte ist toll, die Charaktere absolut überzeugend und die Illustration hervorragend. Ich bin mir sicher, dass “Funklerwald” zu meinem persönlichen Wohlfühlbuch werden könnte, das ich immer mal wieder hervor hole und in das ich immer wieder hineinblättere. Wer Kinder hat, braucht dieses Buch unbedingt. Kinder werden die Figuren und Bilder lieben. Wer keine Kinder hat, braucht dieses Buch meiner Meinung nach trotzdem, denn auch Erwachsene werden die Figuren und Bilder lieben.
Liebe Stefanie Taschinski, vielen Dank für “Funklerwald”, liebe Verena Körting, vielen Dank für die wundervollen Zeichnungen! 9 von 10 Sternen!

stern 9

Funklerwald – Stefanie Taschinski – Hardcover – 256 Seiten – 14,99 € – ISBN-13: 978-3-7891-4807-1 – erschienen: Januar 2015 (Oetinger) – Illustratorin: Verena Körting – Altersempfehlung: ab 8 Jahren

[Rezension] “Die Musik der Stille” von Patrick Rothfuss

Klappentext:

Die Universität von Imre ist weithin bekannt für ihre Gelehrsamkeit. Die besten Köpfe zieht sie an, die Rätsel der Wissenschaft, des Handwerks und der Alchemie zu entschlüsseln. Aber tief unter dem lebendigen Treiben in ihren Hallen erstreckt sich ein Netz verlassener Räume und alter Gänge. Im Herzen dieses höhlenartigen Labyrinths lebt das Mädchen Auri. Das »Unterding« ist ihr Zuhause.

Die kalte, trügerische Rationalität der Menschen, die über ihr leben, hat sie hinter sich gelassen und sie dringt tief in das Geheimnis der Dinge ein. Eine Geschichte voll betörender Bilder und magischer Spuren, wie sie nur Patrick Rothfuss erzählen kann. (Quelle)

Meine Meinung:

Lange haben viele Fantasy-Fans auf Neues aus der Feder von Patrick Rothfuss gewartet. “Die Musik der Stille” ist aber nicht der lang ersehnte dritte Band der Königsmörder-Chronik, sondern eine kleine relativ isoliert erzählte Geschichte um Auri, die mysteriöse Freundin von Kvothe. Herr Rothfuss selbst schreibt zu Beginn des Buches, dass man die “Die Musik der Stille” nicht lesen sollte, wenn man die ersten beiden Bände der Königsmörder-Chronik noch nicht kennt. Das sehe ich nicht ganz so. Meiner Meinung nach macht die Geschichte ohne die Vorgänger genauso viel (oder auch wenig) Sinn wie mit den Vorgängern.

“Die Musik der Stille” ist ein besonderes Buch. Das hat Patrick Rothfuss auch selbst erkannt. Er schreibt in seiner Vorbemerkung: “Du solltest dir dieses Buch vielleicht nicht kaufen.”
Ehrlich gesagt: Ich kann diesen Hinweis nur doppelt unterstreichen. Das Buch ist definitiv seltsam. Es passiert kaum etwas, es gibt keine richtige Handlung und auch kein Ziel. Da Auri die ganze Zeit in ihrer eigenen Welt agiert, gibt es auch keine Interaktion und Kommunikation (eine kleine Ausnahme ist kaum erwähnenswert). Es gibt keinen Spannungsbogen – stattdessen viele Merkwürdigkeiten.

“Die Musik der Stille” fasziniert trotzdem stellenweise durch schöne Sprache und sehr atmosphärische Beschreibungen. Mir persönlich hat das aber nicht ausgereicht. Ich habe die etwa 170 Seiten relativ zügig gelesen, aber habe daraus nichts mitgenommen. Mir lag Auri vorher nicht sonderlich am Herzen und die wenigen Tage, die ich jetzt gemeinsam mit ihr verbracht habe, haben mich ihr auch nicht näher gebracht.

Ich bin mir sicher, dass “Die Musik der Stille” seine Leser finden wird. Es gibt sicherlich viele Fans von Rothfuss, die darauf warten, irgendetwas Neues von ihm zu lesen. Und einige dieser Leser werden sicherlich von Auri und ihrer ganz eigenen Welt oder aber von der poetischen Schreibe Rothfuss’ begeistert sein. Ich persönlich konnte gar nichts mit der (nicht vorhandenen) Geschichte anfangen. Hier eine angemessene Anzahl an Sternen zu vergeben, finde ich sehr schwer. Ich entscheide mich letztendlich für 5 von 10, weil mein Eindruck sicherlich sehr subjektiv ist.

stern 5

Die Musik der Stille – Patrick Rothfuss – Hardcover mit SU – 173 Seiten – 17,95 € – ISBN: 978-3-608-96020-4 – erschienen: Februar 2015 (Klett-Cotta)