[Rezension] “Aquarius” von Thomas Finn

AquariusKlappentext:

Bei den Bergungsarbeiten an einer alten Seemine geschieht ein Unglück: Die Mine explodiert. Als Berufstaucher Jens Ahrens wieder zu Bewusstsein kommt, findet er sich in einem Keller wieder, gefangen mit anderen Männern, die unter Drogen gesetzt und so wehrlos gemacht wurden. Nur mit Mühe kann er sich befreien und flüchtet nach Egirsholm, eine kleine, wohlhabende Küstensiedlung. Diese aber wird zum Schauplatz rätselhafter Todesfälle. Menschen ertrinken – und das sogar auf der Landstraße oder in ihrem Haus! Etwas geht vor sich, in das Jens so schnell und tief hinab gesogen wird, dass er sich nicht mehr entziehen kann. Das Meer ist unruhig. Und es ist wütend. (Quelle)

Meine Meinung:

“Aquarius” ist ein Mistery Thriller.
Grundsätzlich lese ich keine Mystery Thriller und mag sie auch nicht besonders.
Ich fand “Aquarius” genial.

Diese drei Aussagen sollen deutlich machen, wie gut dieses Buch ist und wie toll Thomas Finn schreiben kann. Denn er hat es tatsächlich geschafft, mich ein Stückchen von diesem Genre zu überzeugen.

Vielleicht stellt sich jetzt zunächst die Frage, warum ich dieses Buch überhaupt gelesen habe, wenn es mich doch gar nicht so sehr zu Mystery Thriller hinzieht. Das liegt vor allem daran, dass ich Thomas Finn auf der Frankfurter Buchmesse live erleben durfte und von ihm und allem, was er zu diesem Buch erzählte, begeistert war. Ich glaube, besonders beeindruckt hat mich seine Schilderung, wie genau er für seine Bücher grundsätzlich und für “Aquarius” im Speziellen recherchiert hat. Und wenn zu diesem Zeitpunkt noch Überzeugungsarbeit nötig gewesen wäre, dann tat die Tatsache, dass die Handlung in der Nähe meiner Heimatstadt Husum spielt, ihr Übriges.

Zurück zum Buch: Man merkt der Geschichte wirklich die lange und genaue Recherchezeit an. Finn verknüpft gekonnt alte Sagen und Mythen mit der heutigen Zeit. Er beschreibt Schauplätze und den besonderen Schlag Menschen glaubwürdig. Und wenn mir morgen jemand erzählen würde, dass es Sirenen tatsächlich gibt, dann wäre ich gar nicht mal abgeneigt, der Person zu glauben.

Ich hoffe, dies liest sich nicht so, als würde das Buch eine Aneinanderreihung verschiedener Sagen und historischer Fakten sein, denn dem ist nicht so. “Aquarius” ist unheimlich spannend und mitreißend geschrieben. Ich konnte das Buch wirklich nicht aus der Hand legen und das – das möchte ich an dieser Stelle nochmal betonen – , obwohl es ja gar nicht unbedint meinem üblichen Lesefutter entsprach.

Kurz und knapp (Ich habe nämlich das Gefühl, gar nicht richtig in Worte fassen zu können, wie gut ich dieses Buch fand): “Aquarius” ist super! Es glänzt durch Spannung, Innovation (endlich mal keine Zwerge, Drachen, Elfen, sondern Sirenen), sympathische Charaktere und dem Gefühl, dass sich der Autor wirklich gut mit dem Thema auseinander gesetzt hat. Ich bin schon auf der Suche nach dem nächsten Buch des Autors und vergebe erstmal gute 9 von 10 Punkten.

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Hier findet ihr übrigens einen sehr spannenden Werkstattbericht des Autors.

Aquarius – Thomas Finn – Klappbroschur – 416 Seiten – 16,99 € – ISBN: 978-3-492-70337-6 – erschienen: Oktober 2014 (Piper)

[Sonntagsgeplauder] 23.11.2014

Die letzte Woche war mal wieder richtig anstrengend und weil wir gestern Tag der offenen Tür hatten und ich danach noch ein wichtiges Gespräch mit ein paar Kollegen hatte, war ich auch gestern erst um 16 Uhr zuhause.
Heute habe ich aber schon die Wohnung aufgeräumt, war spazieren und lese jetzt gemütlich.

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Herbstspaziergang

Deswegen gibt es von mir heute nur dieses kurze Geplauder, ein Foto und ein tolles Zitat aus “Wörter auf Papier”:

“Einer der glücklichsten Umstände des Lebens ist es, wenn ein Mensch genau das tut, was für ihn bestimmt ist. Leider ein sehr seltenes Zusammentreffen.” (S. 135)

[Sonntagsgeplauder] 16.11.2014

Buchgeplauder

Hossa, was für eine Woche! Gefühlt hatte ich keine ruhige Minute. Umso erstaunter war ich, als ich gesehen habe, dass ich doch recht viel zum Lesen gekommen bin.
“Ich weiß, was du gestern gedacht hast” habe ich beendet, ebenso wie “Die Anarchie der Buchstaben” von Kate de Goldi (ein kurzer Leseeindruck wird folgen) und “Glaskinder” von Ohlsson.
wpid-20141116_132739.jpgDerzeit lese ich gerade “Die Begabte” von Trudi Canavan und habe schätzungsweise zwei Drittel davon schon gelesen. Es ist echt anders als die Bücher, die ich bisher von ihr kannte. Ich bin sehr auf den Schluss gespannt und werde erst dann mein abschließendes Urteil abgeben.

Diese Woche ist ein tolles Buch (“Wörter auf Papier”) bei mir angekommen, auf das ich mich schon sehr freue. Nicht zuletzt, weil Caroline und ich eine kleine Aktion planen – mehr wird noch nicht verraten.

Und ich habe es endlich mal geschafft, wieder ein Buch zu rezensieren und zwar “Über uns das Meer” von Sabine Giebken.

Lebensgeplauder

Diese Woche war fast so stressig wie die letzte, was natürlich dazu geführt hat, dass ich krank geworden bin. Einerseits nervig, weil ich dazu überhaupt keine Zeit habe, andererseits finde ich es acuh unheimlich praktisch, dass man so gezwungen wird, sein Leben wieder etwas zu entschleunigen. So bin ich also am Donnerstag zuhause geblieben und habe viel gelesen und geschlafen. Freitag war ich wieder in der Schule, was mich aber unheimlich angestrengt hat. Gestern habe ich dann, nachdem ich erst recht gemütlich gelesen habe, ab 16 Uhr insgesamt 8 Stunden am Schreibtisch gesessen und den Entwurf für den nächsten Unterrichtsbesuch fertig gestellt. Uff, wieder was geschafft! Ein paar Kleinigkeiten fehlen zwar noch, aber ich kann erstmal etwas aufatmen.

Ein paar Kleinigkeiten werde ich gleich noch erledigen, aber dann habe ich mir vorgenommen, endlich mal wieder ein paar Fröbelsterne zu basteln und nebenher Hörbuch zu hören. Das ist für mich Entspannung pur! Schön, dass die Zeit dafür jetzt so langsam wieder kommt.

Bloggerei-Geplauder

Caro von Bücher ohne Ende hat “Magisterium” gelesen, das neue Buch von Cassandra Clare und Holly Black. Ich habe bisher viele ähnliche Meinungen dazu gelesen und bin selbst total gespannt auf das Buch.

Meine liebe Nanni hat “Wildcards” von George R.R. Martin rezensiert und versprochen, es mir zu leihen. Juhu! :)

[Rezension] “Über uns das Meer” – Sabine Giebken

Über uns das MeerKlappentext:

Er weckt ihren Ehrgeiz, dieser Apnoetaucher mit dem seltsamen Namen Angel: Mit nur einem Atemzug taucht er in die Tiefe, weiter hinunter als jeder sonst, und Lou geht an ihre Grenzen, um ihn dorthin zu begleiten. Das Risiko reizt sie, ja, aber mehr noch lockt sie das Gefühl der Freiheit, das sie in der Umarmung des Wassers empfindet. Doch Angel sucht noch etwas anderes dort unten. Wie ein Geist folgt ihm seine Vergangenheit ins Meer, und Lou hat Angst, ihn für immer an die Schwärze zu verlieren. […] (Quelle)

Meine Meinung:

“‘Freitauchen bedeutet nicht nur, die Tiefe zu jagen und so lange wie möglich ohne Luft auszuhalten”, stimmte er meinen Gedanken zu. “Es ist viel mehr. Es heißt, der Welt zu entkommen. Frei zu sein. Wenn du unter Wasser bist, hast du die ultimative Kontrolle.”‘ (S. 168)

Frei sein, die Kontrolle haben – genau das möchte Lou, als sie die Abiklausuren hinschmeißt, aus dem Internat abhaut und Zuflucht im Haus ihrer verstorbenen Großmutter sucht. Hier auf Elba scheint zunächst alles anders zu sein. Leichter. Und als sie den gutaussehenden Apnoe-Taucher Angel kennenlernt, ist sie fasziniert: sowohl von ihm als auch vom Tauchen ohne Luft.
Doch bald schon beginnen die Schatten der Vergangenheit sie einzuholen…

‘”Wenn du fliehst”, hörte ich die Stimme aus der Dunkelheit, sacht, glühend, wie eine Kerze, ein akustisches Leuchten, “kommst du dir vor wie ein Held. Unbesigbar. Dann wird auf einmal alles leer, und du fragst dich, warum du eigentlich abgehauen bist. Landest vielleicht voll in der Scheiße und bereust alles, was du je gemacht hast. Bis du merkst, die Geister in deinem Kopf, vor denen du wegläufst, sind alle mitgekommen.”‘ (S. 26)

Eindringlich und faszinierend! – Das sind die ersten Adjektive, die mir einfallen, um dieses Buch zu beschreiben. Lou ist Angel und dem Apnoe-Tauchen sofort verfallen. Mir als Leserin ging es ähnlich. Ich hätte mich gerne ähnlich frei und leicht gefühlt, wäre gerne mit Angel und seinen blauen Augen gemeinsam zum Meeresgrund getaucht.

“Über uns das Meer” ist ein unheimlich einnehmender Jugendroman, der den Leser auf eine ganz besondere Reise mitnimmt: eine Reise ins tiefe Blau, auf den Meeresgrund und zu sich selbst. Die Geschichte verbindet sehr gekonnt leichte und schwierige Themen und ist einfach rund. Eine Kleinigkeit, die ich hier nicht benennen kann, ohne zu spoilern, hat mich dennoch gestört, weswegen ich “nur” 8 von 10 Sternen vergeben kann.

stern 8

Über uns das Meer – Sabine Giebken – Hardcover mit SU – 480 Seiten – 18,95 € – ISBN 978-3-7348-5601-3  – erschienen: September 2014 (Magellan) – Altersempfehlung: ab 14 Jahre

[Sonntagsgeplauder] 9.11.2014

Nachdem ich letzten Sonntag ja der Sonne den Vorzug gegeben habe, freu ich mich heute darauf, wieder ein bisschen zu plaudern.

Buchgeplauder

Hach ja, derzeit gibt es wieder so viele tolle Neuerscheinungen und ich habe wie immer viel zu wenig Zeit zum Lesen. Aber einige tolle Bücher durfte ich doch genießen. Wie erwartet waren sowohl “Dunkeljäger” von Alexey Pehov als auch “Aquarius” von Thomas Finn richtig gut! Von letzterem würde ich total gerne “Weißer Schrecken” lesen, das aber leider gerade ausverkauft ist. Es hat nicht zufällig jemand von euch eine Ausgabe rumliegen, die er für kleines Geld loswerden möchte?
Der Idee von Caroline folgend habe ich an Halloween und am Samstag danach “Lockwood & Co. 2: Der wispernde Schädel” von Jonathan Strout gelesen und bin mal wieder begeistert vom Schreibstil des Autors. Ich hoffe, dass ich alle drei Bücher innerhalb der nächsten zwei Wochen rezensiere. Mal sehen, was meine Zeitplanung so dazu sagt. ;-)

Aktuell lese ich “Ich weiß, was du gestern gedacht hast” von Sarah Mlynowski. Das haut mich zwar nicht vom Hocker, ist aber gut zu lesen, so dass ich immer mal wieder einige Seiten am Stück schaffe.

Im Moment flattern einige tolle Bücher ins Haus, die ich natürlich alle gerne SOFORT lesen würde, aber ein bisschen muss ich mich wohl noch gedulden. Erstmal will der nächste Unterrichtsentwurf geschrieben werden. wpid-20141109_113915.jpg
“Jamies Quest: Aufgabe gesucht” ist ein neues Buch von Cornelia & Dominic Franke, das mit zahlreichen tollen Gimmicks zu mir nach Hause kam. Die liebe Sarah hat mir entzückenderweise das neue Buch von Kate de Goldi zugeschickt. Nachdem ich mich schon so in “abends um 10″ verliebt habe, ist “Die Anarchie der Buchstaben” natürlich ein Muss. Dann freue ich mich schon wie blöd auf das neue Buch von Trudi Canavan: “Die Magie der tausend Welten: Die Begabte”. Von Kristina Ohlsson habe ich bisher nur die Krimireihe für Erwachsene gelesen, bin daher sehr gespannt, wie ihr Jugendbuch “Glaskinder” ist.
Ehrlich gesagt: Ich glaube, dass alle vier Bücher richtig toll sind und habe keine Ahnung, mit welchem ich als nächstes beginnen soll… – Probleme einer Buchliebhaberin! :D

Lebensgeplauder

Diese Woche war wieder sehr voll. Montag hatte ich eine Fortbildung, Dienstag Konferenz, der Donnerstag ist eh immer sehr voll und Freitag war ich dann so müde, dass ich total früh eingeschlafen bin. Gestern war ich dann wieder auf einer Fortbildung, dieses Mal aber mit einer lieben Freundin und wir haben beschlossen, es einfach als Quality-Time für uns zu sehen. Dazu kam, dass die Veranstaltung tatsächlich sehr gewinnbringend war.

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Trotzdem beschäftigte ich mich gefühlt 24 Stunden rund um die Uhr mit den Unterrichtsvorbereitungen, der Schule an sich und dem nächsten Unterrichtsentwurf. Gut, dass mir mein Job grundsätzlich Spaß macht, sonst würde ich schon auf dem Zahnfleisch gehen.

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Heute bin ich immerhin nochmal schnell eine Runde (3 km) draußen, bevor ich in der Bibliothek einige Bücher ausgeliehen und Zeitschriftenartikel kopiert habe. Ich habe gemerkt, dass mir das wirklich gut tat und ein ganzer Batzen Anspannung von mir abgefallen ist.

Bloggerei-Geplauder

Ich war ja sehr begeistert von Thomas Finns “Aquarius”. Hier beschreibt er unheimlich interessant, wie dieses tolle Buch entstanden ist: ein sehr lesenswerter Werkstattbericht.

Hier gibt es den Aufruf zu einer kleinen Blogparade, dem ich auch noch folgen werde: Ziel ist es, weihnachtliche Buchtipps zu sammeln.

Auf dem Blog Wortmalerei stellt Marie ihre liebsten Leseplätze und Leserituale vor. Die Idee finde ich schön. Ich mag das von anderen immer sehr gerne sehen. :)

Das Debüt von Kai Aline Hula “Windmädchen” wird hier vorgestellt. Das Buch klingt richtig gut und ist auf jeden Fall auf meine gedankliche Merkliste gewandert. Und hier gibt es ein Interview mit der Autorin.

Horrorbiene hat das neue Buch von Trudi Canavan schon gelesen und für gut befunden. Hach, das macht Lust auf’s Selbstlesen.

Tina war genauso wie ich von “Steelheart” von Brandon Sanderson total überzeugt und hat deswegen jetzt auch den Auftakt zu seiner zweiten Jugendbuchreihe gelesen. Was ihr gefiel und was sie nicht ganz so mochte, könnt ihr hier nachlesen.

[Momentaufnahme] Vorbereitungen, Vorbereitungen…

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Im Moment ist mal wieder echt viel zu tun. Dank Fortbildungen und Konferenzen bin ich oft lange in der Schule und zum Beispiel auch morgen den ganzen Tag unterwegs. Zuhause bereite ich dann noch “schnell” den Unterricht für den nächsten Tag vorbei, wobei das leider selten so schnell geht, wie ich es mir wünschen würde.
Deswegen bin ich auch diese Woche überhaupt nicht dazu gekommen, etwas zu bloggen, zu rezensieren, geschweige denn etwas zu lesen. Aber immerhin sind heute zwei bestimmt tolle Bücher bei mir eingetrudelt, die ich euch am Sonntag wieder in aller Ausführlichkeit zeigen werde. Versprochen!

[Rezension] “Echt” von Christoph Scheuring

EchtKlappentext:

Albert sammelt Abschiede. Tag für Tag fotografiert er am Bahnhof Umarmungen, Trennungen und Tränen. Denn Abschiede, das sind für ihn Momente, in denen der Mensch wahrhaftiger ist als jemals sonst. Eines Tages lernt er Kati kennen. Sie sieht aus wie ein Engel, ist gleichzeitig abgezockt und verletzlich. Und sie ist wie gebannt von seinen Bildern, vor allem von seinem Lieblingsbild, auf dem Schmerz und Glück völlig selbstvergessen miteinander verschmelzen. Doch Kati behauptet, das Foto sei eine einzige Lüge. In den Tiefen des Bahnhofs machen sich die beiden daran, die Wahrheit hinter dem Foto zu finden. (Quelle)

Meine Meinung:

“Sie war ungefähr siebzehn, schätze ich mal, und so brutal schön, dass ich mich gar nicht traute, sie überhaupt anzusehen. Jedenfalls nicht länger als eine Zehntelsekunde. Wobei ich sagen muss: So richtig brutal schön war sie doch nicht, aber sie hätte es sein können, wenn sie gewollt hätte. Wollte sie aber wahrscheinlich nicht.” (S. 20)

Als Albert Kati kennenlernt, verliebt er sich Hals über Kopf in sie und kann sich ihr nicht entziehen. Doch mit Kati kann man nicht einfach so befreundet sein. Sie hält sich nicht an Verabredungen, taucht manchmal tagelang unter, um dann wieder – kurz bevor Albert seine Hoffnung aufgibt – wieder aufzutauchen. Und so gerät er, stets und ständig auf der Suche nach Kati und ihrem Geheimnis immer weiter in den Strudel des Hamburger Hauptbahnhofs.

Christoph Scheuring ist Reporter, hat zum Beispiel für “Spiegel” und “Stern” gearbeitet. Er ist es also gewohnt zu recherchieren. Bevor er dieses Buch geschrieben hat, verbrachte er selber drei Wochen mit den Straßenkindern am Kölner Hauptbahnhof – damals ursprünglich nur für eine Reportage. Doch das reichte ihm nicht: „Ich habe schon damals gedacht: Diese Jugendlichen verdienen viel mehr als nur ein paar Seiten in einem Magazin.“ (Quelle)

Man merkt diesem Buch einfach an, dass es mit viel Herzblut, aber auch einem realistischen Blick auf die Jugendlichen geschrieben wurde, die Geschichte fühlt sich einfach ECHT an. Und als Leser kann man gar nicht anders, als ein Auf und Ab der Gefühle mitzumachen.

“Es ist nämlich so, dass ich finde, dass es keinen intensiveren Augenblick gibt als einen Abschied. Also, ich meine, so einen Abschied von einem Menschen, der einem alles bedeutet, und wo sich das Herz schon verklemmt, wenn man nur daran denkt, dass er vielleicht irgendwann nicht mehr da ist.” (S. 13)

Mit “Echt” ist Christoph Scheuring ein richtig gutes Buch gelungen: er hat starke und authentische Figuren geschaffen, erzählt eine stellenweise berührende, teilweise aber auch sehr nüchterne Geschichte, die mit dem Hamburger Hauptbahnhof ein perfektes Setting gefunden hat. Absolut lesenswert! Ich vergebe 8 von 10 Sternen!

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Echt – Christoph Scheuring – Hardcover – 256 Seiten – 14,95 € – ISBN-13: 978-3734850011 – erschienen: September 2014 (Magellan) – Altersempfehlung: 14-17 Jahre

[Rezension] “Krähenmann” von Corina Bomann

KrähenmannKlappentext:

Rügen/Eliteinternat Rotensand: Ein Serienmörder tötet auf grausame Weise. Seine Spur reicht weit in die Vergangenheit zurück. Auf der fieberhaften Suche nach dem unheimlichen “Krähenmann” kämpft sich die 16-jährige Stipendiantin Clara durch ein Labyrinth aus Verdächtigen und falschen Fährten. Die Mordserie reißt nicht ab und schließlich gerät Clara selbst ins Visier des rachedurstigen Killers … (Quelle)

Meine Meinung:

“Sie sah die Gestalt nur als Umriss über sich. Wollte erneut um Hilfe rufen, doch die Stimme versagte ihr abermals. Noch immer schmeckte sie die Galle in ihrem Mund und plötzlich traf sie die Erkenntnis wie ein Schlag: Es gab für sie kein Entrinnen. Das hier war ihr Ende.
‘Na, kleines Vögelchen, bist du wach?’, ertönte eine raue Stimme.” (S. 7)

Schon vor diesem Buch wusste ich: Corina Bomann kann schreiben. Ich habe von ihr die ersten beiden Bände der Sephira-Reihe und das Steampunk-Jugendbuch “Clockwork Spiders” gelesen. Als ich vor einiger Zeit entdeckt habe, dass Frau Bomann ein neues Jugendbuch geschrieben hat, war klar, dass ich es lesen musste. Aber huch: ein Jugendthriller? Ich wusste bisher nur, dass sie im Fantasy- und Romanbereich geschrieben hat. Würde das passen? Bomann und ein Jugendthriller?

Ein bisschen ist es mit Frau Bomann, dem Jugendthriller und mir so wie mit Frau Wilke, dem Jugendthriller und mir. Ich als ehemalige Thrillerleserin bin nicht hundertprozentig überzeugt. Zu sehr merke ich zwischendurch, wie beide Autorinnen mir den ein oder anderen Verdächtigen unterjubeln wollen, zu zufällig sind manche Begegnungen und Entdeckungen. Das hat mich zum Beispiel in “Wie ein Flügelschlag” wirklich etwas gestört.

Als erstes dachte ich, dass es mir hier genauso gehen würde: “Ahh, der Hausmeister geht gerade zufällig vorbei, den soll ich bestimmt verdächtig finden!” Doch dann konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen, habe Seite um Seite umgeblättert und befand mich einfach mitten im Sog. Im Sog der Geschichte und der Hauptperson. Außerdem im Sog des Settings des abgelegenen Internats auf Rügen – sehr genial!

Was mir besonders gut gefallen hat, war die Tatsache, dass die Geschichte die Thrilleraspekte geschickt mit den persönlichen Problemen von Clara verknüft wurde. Clara ist gerade neu auf dem Eliteinternat und im Gegensatz zu ihren Mitschülern hat sie keine reichen Eltern hinter sich, sondern ist nur wegen eins Stipendiums hier. Und dass das absolut nicht das gleiche ist, lassen die anderen sie sehr schnell spüren…

“‘He, Heimkind!’, tönte es, als ich gerade beim Nachtisch angekommen war. ‘Ich wusste gar nicht, dass unsere Schule solche wie dich aufnimmt.'”

Abschließend kann ich die Frage “Bomann und ein Jugendthriller?” mit einem ganz klaren Ja beantworten. Sie mag zwar vielleicht nicht DEN perfekten Thriller geschrieben haben, überzeugt aber umso mehr durch ihren Schreibstil, der unheimlich einnehmend und mitreißend ist, und einer gelungenen Handlung abseits der Suche nach dem Mörder. Da ich mich wirklich kaum von den Seiten lösen konnte, vergebe ich 9 von 10 Sternen!

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Krähenmann – Corina Bomann – Klappbroschur – 448 Seiten – 14,95 € – ISBN-13: 978-3649616764 – erschienen: August 2014 (Coppenrath) – Altersempfehlung: 14-17 Jahre

[Sonntagsgeplauder] 26.10.2014

Buchgeplauder

Was für eine Woche… Ich bin irgendwie gar nicht so richtig viel zum Lesen gekommen, wenn dann aber lange und intensiv. Letzten Sonntag habe ich noch ganz gemütlich “Zoë” draußen in der Sonne gelesen, gestern dann fast in einem Rutsch “Ketchuprote Wolken”.

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Die Sonne genießen am letzten Sonntag

Heute durfte ich zwei tolle Neuzugänge aus der Packstation holen, auf die ich mich schon total freue: “Dunkeljäger” von Michael Peinkofer und “Aquarius” von Thomas Finn. Mit einem der beiden werde ich mich auch gleich hinsetzen.

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Neuzugänge

Rezensiert habe ich in der letzten Woche nur ein Buch, nämlich das tolle “Der ungewöhnliche Held aus Zimmer 13B”, vielleicht schaffe ich morgen früh vor der Arbeit noch ein oder zwei Rezensionen zu schreiben.

Lebensgeplauder

Nur Arbeit war ihr Leben – so kommt es mir zumindest gerade vor! :D Allerdings habe ich die Woche über echt einen Schlag reingehauen (Mein Tagesablauf: Morgens zur Schule, nachmittags wiederkommen und vorbereiten bis abends, dann etwas essen und schlafen – Mitleid, bitte! ;-) ) und konnte so gestern ab 15 Uhr gemütlich im Bett mit Duftkerzen auf der Fensterbank lesen.

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Lesezeit

Ansonsten ist diese Woche so gar nichts spannendes passiert. Ich bin auch mal wieder so fast gar nicht zu Fuß unterwegs gewesen. Das Sportgeplauder entfällt mal wieder *seufz*

Wegen der vielen Arbeit hat es übrigens auch gedauert, bis ich eure Kommentare beantwortet habe, aber ich hab mich immer sehr gefreut. :)

Bloggereigeplauder

Irgendwie bekommt “Das Lied des Raben” nur gute Bewertung, alle lieben es, obwohl es mich vom Cover her so gar nicht anspricht. Auch die Horrorbiene fand es toll.

Damaris hat mal wieder spannende Neuerscheinungen im November herausgesucht. Da wir oft den gleichen Geschmack haben, guck ich vielleicht besser gar nicht so ganz genau hin. ;-)

“Endgame. Die Auserwählten” wird gerade sehr gehypet. Jan von “Lost Pages” hat es schon gelesen. Wie seine Meinung ist, könnt ihr hier nachlesen.

Textverliebt hat genauso wie ich “Lost Souls Ltd.: Blue, Blue Eyes” gelesen. In vielen Punkten sind wir uns einig, auch wenn das Buch bei mir doch noch ein kleines bisschen besser abgeschnitten hat.

Neyasha nimmt aktuell am Brandon-Sanderson-Lesemarathon teil und ich bin sehr auf ihre abschließende Meinung gespannt.