[Rezension] “Der Rithmatist” von Brandon Sanderson

Reiheninfo:

  1. “Der Rithamtist”
  2. engl.: “The Aztlanian” (erscheint vorauss. 2016)

Klappentext:

Wie wird man Magier, wenn man nicht zaubern kann? Mit diesem Problem kämpft Joel tagtäglich, denn nichts wünscht er sich sehnlicher, als ein Rithmatist, ein berühmter Kreidemagier, zu werden. Doch so sehr er sich auch bemüht, seine Kreidefiguren bleiben leblos – bis zu dem Tag, an dem plötzlich das Schicksal aller Rithmatisten auf Joels Schultern ruht. Einem Tag, an dem eine lange verborgene Gabe in ihm erwacht … (Quelle)

Meine Meinung:

“Kreidlinge. Sie wurden aus Formlinien entwickelt und bildeten den Kern eines jeden rithmatischen Angriffs. Nalizar zeichnete schnell und zielstrebig und erschuf Kreidlinge, die an kleine Drachen erinnerten. Sie besaßen Flügel und hatten biegsame Hälse. Sobald er den ersten vollendet hatte, erwacht er bebend zum Leben und flog über den Boden zu Professor Fitch.” (S. 24)

Etwas komplett Neues zu schreiben, ein Thema zum Mittelpunkt einer Geschichte zu machen, das es so vorher noch nie gegeben hat – sowas scheint nicht einfach zu sein. Dazu gibt es einfach schon viele Ideen und Geschichten. Und doch hat Brandon Sanderson es mit diesem Buch geschafft.

Rithmatisten duellieren sich mt Kreide, in dem sie komplizierte Verteidigungskreise, Wirklinien, Kreidlinge und vieles mehr auf den Boden zeichnen. Joel ist von den einzelnen Strategien sehr fasziniert. Interessiert nimmt er alles an Wissen auf, das er bekommen kann. Auch zeichnerisch ist er nicht unbegabt. Nur erwachen seine Kreidlinge einfach nicht zum Leben – Joel ist nämlich leider kein Rithmatist, sondern wird nur an der gleichen Schule wie diese unterrichtet.

Doch als mit einem Mal einer der Rithmatistenschüler spurlos verschwindet und alles darauf hindeutet, dass rithmatische Zeichnungen und wilde Kreidlinge im Spiel waren, steckt Joel mittendrin…

Wie schon in “Steelheart” konnte mich der Autor auch hier mit der Grundidee, seiner kurzweiligen Schreibweise und den Charakteren begeistern. Joel ist kein typischer Held: Er ist eben kein Rithmatist, kommt anders als seine Mitschüler aus schlichten Verhältnissen und wird auch nicht im Laufe der Geschichte urplötzlich total beliebt. Das hat mir wirklich gut gefallen.

Die Handlung an sich ist nicht unbedingt besonders: Schüler verschwinden, das Verbrechen muss aufgeklärt werden und Joel befindet sich plötzlich im Mittelpunkt der Ermittlungen. Das Ende hingegen ist ziemlich komplex und ich fand es stellenweise etwas verwirrend. Ich denke, dass ich den Schluss, bevor ich den zweiten Teil lesen werde (und das werde ich), noch ein Mal lesen muss, um wirklich alle Informationen parat zu haben.

“Der Rithmatist” ist ein mehr als gelungener Auftaktband zu einer neuen Jugendfantasyreihe von Brandon Sanderson. Mich hat vor allem die originelle Idee der Rithmatie, also der Kreidemagie, begeistert. Die Geschichte liest sich leicht und wird nicht langweilig. Einzig und allein der Schluss war mir etwas zu verwirrend und komplex – vielleicht hätte ich ihn aber einfach auch langsamer lesen sollen. Ich freue mich auf das Erscheinen des Folgebands und vergebe 8 von 10 Sternen.

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Der Rithmatist – Brandon Sanderson – Hardcover mit SU – 432 Seiten – 14,99 € – ISBN: 978-3-453-26986-6 – erschienen: Juli 2015 (Heyne fliegt) – Übersetzung: Jürgen Langowski – Altersempfehlung: ab 12 Jahren

[Sonntagsgeplauder] 30.8.2015

Heute werde ich mich etwas kürzer fassen, damit ich noch das schöne Wetter und ein paar Lesestunden genießen kann. :)

Buchgeplauder

Gelesen: “Eve sieht es anders” von J. J. Johnson (mittelgut, Rezension folgt) und das Manuskript vom dritten Teil der FateFul-Future-Reihe von Nadine Erdmann (hat mir sehr gut gefallen, freut euch schon mal drauf)

Rezensiert: “Das Juwel. Die Gabe” von Amy Ewing

Neu bekommen: “Calpurnias faszinierende Forschungen” von Jacqueline Kelly (der Folgeband zu “Calpurnias (r)evolutionäre  Entdeckungen”)

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Aktueller Lesestoff: Immer noch “Nathan und seine Kinder” (damit komme ich einfach nicht wirklich weiter) und gleich werde ich “Der Liebellenflüsterer” beginnen <3

Lebensgeplauder

Gearbeitet: Viel!

Gekauft: einen neuen Terrassenstuhl: ein Hochlehner mit verstellbarer Rückenlehne zum Entspannen in der Sonne.

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Genossen: Draußen im neuen Stuhl zu sitzen, das tolle Manuskript von Nadine zu lesen und LowCarb-Kuchen zu essen

Gelaufen: Endlich bin ich mal wieder eine etwas längere Runde gegangen und meine App hat mir gezeigt, dass dazwischen genau vier Wochen Pause waren. Oh oh!!!

Gefreut: Darüber dass meine gesäten Radieschen fleißig wachsen und auch der Rest scheinbar gut gedeiht

[Kurzer Leseeindruck] “Das Juwel: Die Gabe” von Amy Ewing

Klappentext:

Violet Lasting ist etwas Besonderes. Sie kann durch bloße Vorstellungskraft Dinge verändern und wachsen lassen. Deshalb wird sie auserwählt, ein Leben im Juwel zu führen. Sie entkommt bitterer Armut und wird auf einer großen Auktion an die Herzogin vom See verkauft, um bei ihr zu wohnen. Eine faszinierende, prunkvolle Welt erwartet sie. Doch das neue Leben fordert ein großes Opfer von ihr: gegen ihren Willen und unter Einsatz all ihrer Kraft soll sie der Herzogin ein Kind schenken.
Wie soll Violet in dieser Welt voller Gefahren und Palastintrigen bestehen? Als sie sich verliebt, setzt sie nicht nur ihre eigene Freiheit aufs Spiel. (Quelle)

Mein Eindruck:

Lila, glitzernd, eine junge Frau in einem Ballkleid: Das Cover von “Das Juewel: Die Gabe” wirkt so, als wäre die Geschichte eher seicht und kitschig. Zum Glück ist dem gar nicht so. Amy Ewing hat mich mit dem fantastisch-dystopischen Setting und vor allem durch Violet als sympathische Ich-Erzählerin ziemlich schnell in den Bann gezogen. Die Entwicklung der Geschichte ist zwar stellenweise etwas vorhersehbar, wird allerdings nie langweilig und endet mit einer für mich absolut überraschenden (und sehr genialen) Wendung der Handlung, so dass ich am liebsten direkt weitergelesen hätte, der zweite Band erscheint allerdings im Englischen erst im Oktober 2015.

“Das Juwel: Die Gabe” ist ein toller Reihenauftakt hinter dem sich mehr verbirgt, als ich es zunächst vermutet hatte. Die Geschichte ist spannend und leichtlesig und von der Grundidee her tatsächlich neu. 8 von 10 Sternen.

stern 8

Das Juwel: Die Gabe – Amy Ewing – Hardcover mit SU – 448 Seiten – 16,99 € – ISBN: 978-3-8414-2104-3 – erschienen: August 2015 (Fischer) – Übersetzung: Andrea Fischer – Altersempfehlung: 14-17 Jahre

[Sonntagsgeplauder] 23.8.2015

Buchgeplauder

Auch diese Woche bin ich leider recht wenig zum Lesen gekommen. Der Schulanfang ist einfach stressig. Ständig muss man sich mit irgendwem treffen, um sich abzusprechen, weitere Konferenzen standen auf dem Plan. Zwei Bücher sind es aber dennoch geworden: Zum einen “Hennamond” von Fatam B. Das Buch habe ich schon seit Jahren von einer Freundin geliehen. Es ist die Autobiografie einer kurdischen Frau, die in zwei Welten aufgewachsen ist: auf der einen Seite stehen ihre Erfahrungen der frühen Kindheit in einem kleinen Dorf in der Türkei, sowie die kurdischen Werte und Normen, die ihre Familie lebt. Auf der anderen Seite lebt sie seit ihrem 9. Lebensjahr in Deutschland und ist auch von der westlichen Welt und ihrem starken Drang nach Unabhängigkeit und Gleichberechtigung geprägt.
Dann habe ich gestern und heute noch das neue Buch von Nina LaCour gelesen: “Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem”. Hierzu wird es auf jeden Fall auch eine Rezension geben: Es ist eine Geschichte, die in mir etwas besonderes ausgelöst hat. Wie lange dieses Gefühl allerdings anhalten wird, weiß ich noch nicht.

Rezensiert habe ich in der letzten Woche zwei Bücher: “Am Ende des Alphabets” von Fleur Beale und “Das Apgfelkuchenwunder oder die Logik des Verschwindens” von Sarah Moore Fitzgerald.

Auch diese Woche sind neben drei Unterrichtsmaterialien zum Thema Wattenmeer auch andere Bücher bei mir eingezogen. Zum einen habe ich von meiner Freundin Sarah ein ganz liebevolles nachträgliches Geburtstags- und Examenspäckchen bekommen mit einem tollen Brief, einem sehr passenden Stempel mit dem Schriftzug “Be happy” und zwei sehr passenden Sachbüchern:

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Ein Buch für die Gärtnerin in mir // Ein Bastelbuch für die Herbst- und Wintertage

Außerdem habe ich mich über zwei tolle Neuerscheinungen gefreut. Ich hoffe, ich finde ganz bald die Zeit, sie zu lesen. Insbesondere über “Klar ist es Liebe” lese ich bisher nur Positives. Und Fantasy aus der Hobbit Presse ist auch fast immer mein Fall:

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“Klar ist es Liebe” // “Das eherne Buch”

Lebensgeplauder

Wie ich oben schon angedeutet habe, ist es gerade eher stressig. Dadurch dass ich das letzte Wochenende in Köln war, bin ich mit den Vorbereitungen kaum hinterher gekommen und oft, sobald ich zuhause war, totmüde eingeschlafen. Trotzdem gab es auch viel Schönes: Am Donnerstag habe ich mich mit zwei ehemaligen Kollegen getroffen und war mit ihnen sehr lecker essen. Und Freitag und Samstag habe ich mich meinem Beet gewidmet. Hossa, ist Gartenarbeit anstrengend. Und das auch bei einem so kleinem Beet wie meinem: Erstmal habe ich das zahlreiche Unkraut gejätet, habe alles umgegraben, zwei kleine Wege mit Holzfliesen ausgelegt und dann Gemüse gepflanzt.

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Vorher (schon halb gejätet) und nachher

Wenn nur die Hälfte davon wächst, würde ich mich schon sehr freuenund könnte demnächst zwei verschiedene Salatsorten, Porree, Radieschen, Rosenkohl und Kohlrabi genießen. Auch die hässlichen Pflanzringe habe ich mit winterharten Herbstblumen bestückt.

Bloggereigeplauder

Die Frankfurter Buchmesse steht demnächst wieder an und Phillip hat sich durch die verschiedenen Programme geklickt und einen ganz interessanten Überblick über Lesungen, Signierstunden usw. gepostet.

Sarah hat einen wunderbaren Text darüber verfasst, warum sie gerne schreibt: Kurze Leseeindrücke, aber eben auch mehr, denn das Schreiben macht sie glücklich.

Tina hat die ersten drei deutschen Bände der Sturmlicht Chroniken von Brandon Sanderson rezensiert, ein Autor, der mich bisher mit seinen Jugendbüchern begeistert hat. Ob ich mich auch mal an seine Erwachsenenbücher wage?

[Rezension] “Das Apfelkuchenwunder oder die Logik des Verschwindens” von Sarah Moore Fitzgerald

Klappentext:

Ein wunderbares Buch über das Anderssein, über wahre und falsche Freundschaft und darüber, dass die Rettung manchmal von unerwarteter Seite kommt:

Oscar ist Megs bester Freund. Er hat ein besonderes Gespür für seine Mitmenschen und ist mit seinem Apfelkuchen stets zur Stelle, wenn er gebraucht wird. Doch als er selbst Hilfe braucht, ist Meg am anderen Ende der Welt. Und auch sonst ist niemand für ihn da. Oscar verschwindet spurlos – und alle befürchten das Schlimmste. Alle, bis auf Meg. Sie ist fest entschlossen, herauszufinden, was wirklich passiert ist … (Quelle)

Meine Meinung:

Meg und Oscar sind seit ihrer Kindheit befreundet: Sie sind Nachbarn und ihre Zimmer liegen so, dass sie sich von Fenster zu Fenster unterhalten können. Oscar hat in seinem Zimmer einen Ast liegen, mit dem er  an Megs Fenster kratzen und sie aufwecken kann – für Meg das schönste Geräusch auf der Welt. Um so schlimmer ist es für sie, als ihre Eltern beschließen, für einige Monate nach Neuseeland zu ziehen und ihr Haus unterzuvermieten.

“Oscar hatte ein unverstelltes, fröhliches Lächeln mit Grübchen. Dieses Lächeln war nur eine von tausend tollen Sachen an ihm.” (S. 35)

Das Buch beginnt mit einem Trauergottesdienst für Oscar, der fast einer Beerdigung gleicht, denn Oscar ist spurlos verschwunden und so ziemlich jeder glaubt, dass er tot ist. Meg und ihre Eltern sind sofort, nachdem sie die Nachricht gehört haben, zurückgekehrt und nun versucht Meg zu begreifen, was in den letzten Monaten ihrer Abwesenheit eigentlich tatsächlich passiert ist…

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Meg und von Oscar, der tatsächlich nicht tot ist, erzählt. Und da es einige Missverständnisse zwischen den beiden gab, ergibt sich für den Leser auch nur durch die beiden Perspektiven das Gesamtbild.

“Ich habe es nicht geschafft, mich umzubringen. Und als mir klar wurde, dass ich nicht einmal das richtig hinkriege, beschloss ich, das Zweitbeste zu tun: fortzubleiben und so zu tun, als wäre ich tot. Ein Teil von mir sehnte sich allerdings nach einer Weile danach, dass jemand kommen und mich finden würde.” (S. 21)

Eine Freundin von mir beschrieb das Buch mit märchenhaft, was ich spontan verneint habe. Mittlerweile stimme ich ihr aber in manchen Bereichen zu: Die Geschichte und vor allem Oscars sind einfach magisch, denn Oscar hat die Fähigkeit zu spüren, wann Menschen seine Hilfe benötigen: Er backt dann einen Apfelkuchen und schon beim ersten Bissen wissen die Menschen, dass alles wieder gut werden wird. Auch böse Hexen und vor allem eine gute Fee gibt es in dieser Geschichte: Sie sehen nur ganz anders aus, als man es vermutet.

“Das Apfelkuchenwunder oder die Logik des Verschwindens” ist die magische und stellenweise tatsächlich etwas märchenhafte Version einer Geschichte über eine ganz besondere Freundschaft, über Liebe und Intrigen. Mich konnte vor allem Oscar mit seinem sanften, aber sehr selbstbewussten Charakter begeistern. Insgesamt vergebe ich 8 von 10 Sternen.

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Das Apfelkuchenwunder oder die Logik des Verschwindens – Sarah Moore Fitzgerald – 256 Seiten – 14,99 € –  ISBN: 978-3-7373-5196-6 – erschienen: August 2015 (Fischer) – Übersetzung: Adelheit Zöfel – Altersempfehlung: ab 12 Jahren

[Rezension] “Am Ende des Alphabets” von Fleur Beale

Klappentext:

Ruby ist die gute Seele der Familie. Sie putzt, kocht und kümmert sich um ihre kleinen Geschwister, während ihr schlauer Bruder Max immer nur dann auftaucht, wenn es Essen gibt, und sonst keinen Finger rührt. “Fußabtreter spielen” nennt das Rubys beste Freundin. Und sie stellt sie vor ein Ultimatum – entweder Ruby beweist endlich Rückgrat oder die Freundschaft ist vorbei. In Ruby beginnt es zu rumoren. So kann es nicht weitergehen. Als sie auch noch ihr eigenes Zimmer aufgeben soll, ist klar – Ruby streikt!

Meine Meinung:

“Und was, wenn ich … streikte?
Ich schnappte nach Luft. Konnte ich das? Damit würde ich Mum das Leben ganz schön schwer machen. Lange saß ich da und dachte darüber nach.
Dann fuhr ich nach Hause. Ich hatte einen Plan. Hoffentlich hatte ich auch den Mumm – das Rückgrat – ihn in die Tat umzusetzen! Wenn nicht, würde ich mir wohl noch jahrelang das kleine Zimmer mit den Jungs teilen müssen.” (S. 24)

Dieses Buch hat mir eine Freundin, die Buchhändlerin ist, eindringlich empfohlen. “Das ist ein absolutes Tine-Buch”, meinte sie und hatte damit total recht.

Die Hauptperson Ruby ist ganz nach meinem Geschmack: Mit ihren 14 Jahren muss sie schon ziemlich viel Verantwortung übernehmen, wohingegen ihr fast gleichaltriger Bruder keinen Handschlag im Haushalt hilft. Er ist ja auch schließlich der schlaue Sohn, der bestimmt mal Karriere machen wird. Ruby mit ihrer Lese-Rechtschreibschwäche wird vermutlich Putzfrau werden – so denkt zumindest Rubys Mutter.

Zum Glück hat Ruby ihre beste Freundin Tia, die sie dazu drängt, mehr für sich selbst einzustehen. So dass Ruby nach reiflicher Überlegung anfängt zu streiken und das einzufordern, was ihr zusteht. Diesen Prozess, die Veränderung von Ruby und wie sich die anderen Familienmitglieder gezwungenermaßen an die neue Ruby anpassen müssen, hat die Autorin wunderbar beschrieben. Mir hat besonders gut gefallen, dass Ruby nicht von einem auf den anderen Tag selbstbewusst, erfolgreich und bei allen beliebt ist, sondern immer wieder kleine Kämpfe ausstehen muss: sei es mit ihrem Chef, der ihr im Nebenjob weniger Geld zahlen möchte, nur weil sie nicht lesen kann, oder sei es mit sich selbst und ihrem eigenen Selbstbild.

Im Laufe der Geschichte lernt Ruby Maria kennen, eine junge Mutter, die Ruby vermittelt, dass sie nicht weniger wert oder dümmer als ihre Mitschüler ist, nur weil sie Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben hat:

“Und jetzt gehst du vor die Tür, kommst wieder rein und sagst: Maria, es gibt da etwas, das Sie wissen sollten. Und dann erzählst du es mir. Ich möchte, dass dir bewusst wird, wie unwichtig das ist. Dass du trotzdem ein kluges, kompetentes Mädchen bist.” (S. 103)

“Am Ende des Alphabets” ist ein warmherziges und kluges Buch, dass den Leser auf eine Reise mitnimmt und zwar auf die Reise von Ruby: Wir begleiten sie auf ihrem Weg vom “Fußabtreter” der Familie hin zu einem selbstbewussten Mädchen. Fleur Beale schreibt dabei sehr einfühlsam und glaubhaft. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Mit einer klitzekleinen Kleinigkeit am Schluss war ich nicht ganz einverstanden, weswegen ich einen Stern abziehe. Grundsätzlich gilt aber: Dieses Buch sollte man gelesen haben. 9 von 10 Sternen!

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Am Ende des Alphabets – Fleur Beale – Hardcover – 208 Seiten – 14,95 € – ISBN 978-3-86873-795-0 – erschienen: Februar 2015 (Knesebeck) – Altersempfehlung: ab 12 Jahren

[Sonntagsgeplauder] 16.8.2015

Buchgeplauder

Ich habe innerhalb der letzten Woche drei Bücher gelesen – und das obwohl die Schule wieder angefangen hat. Letzten Sonntag am letzten Ferientag habe ich “Schau mir in die Augen, Audrey” beendet und “Der Rithmatist” gelesen. Beide haben mir wirklich gut gefallen. In den letzten zwei Tagen habe ich dann “Am Ende des Alphabets” gelesen, das mich (mit ganz klitzekleinen Abstrichen am Schluss) total begeistert hat. Ich war am Wochenende bei einer Freundin in Köln und habe jede Minute, die sie irgendwie anderweitig beschäftigt war, genutzt, um weiterzulesen. Gestern Abend habe ich dann noch bis halb zwei Uhr nachts gelesen, um das Buch beenden zu können. Es wird dazu auch auf jeden Fall noch eine Rezension geben.

Parallel dazu hatte ich “Hennamond” von Fatma B. angefangen, daran werde ich jetzt auch weiterlesen. Ich bin gespannt, wie es mir gefällt und ob es mich fesseln kann. Das Thema ist ja absolut kein einfaches. In der Schule lese ich in den Pausen und Freistunden “Nathan und seine Kinder” von Mirjam Pressler, in das ich bisher noch gar nicht reingekommen bin. Kennt jemand dieses Buch?

Wenn ich mir meine Neuzuänge ansehe, dann weiß ich gar nicht, wann ich die Bücher alle lesen soll, aber ich freue mich auf jedes einzelne:

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Zwei Gartenbücher, die ich beide auch schon intensiv gewälzt habe. Mal sehen, was von meinen Plänen ich in diesem Jahr noch angehe.

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“Glück ist eine Gleichung mit 7” // “Spuren”

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Bücher, die für den DJLP nominiert sind: “Letztendlich sind wir dem Universum egal” // “Wenn ihr uns findet” // “Aristoteles und Dante”

Lebensgeplauder

Jap, die Schule hat wieder angefangen. Die beiden Konferenztage am Montag und Dienstag waren recht anstrengend, aber ab Mittwoch, als dann auch die Schüler wieder in der Schule waren, wurde es dann doch ganz nett. Meine Klasse ist erstaunlich gut aus den Ferien gekommen und bisher haben sie noch nicht – wie es normalerweise üblich ist – alle Regeln wieder vergessen.

Am Wochenende war ich dann in Köln. Freitag habe ich kurz eine liebe Freundin besucht und war mit ihr und ihrem entzückenden Sohn auf dem Spielplatz. Danach ging es dann weiter zu einer anderen Freundin und außer dass wir kurz in einem Buchladen waren (ich hatte noch ein Gutschein) und gegrillt haben, haben wir nichts anderes gemacht als zu gammeln: TV geguckt und Mario Kart 8 auf der Wii gespielt. Ein Traum! :D

Die nächste Woche wird ziemlich voll, zumindest fühlt es sich gerade so an: Klassenteamsitzungen, Einladungen zum Essen und zum Grillen, Besprechungen. Ich hoffe, dass das Wetter am Samstag und Sonntag ganz gut ist, dann würde ich nämlich eventuell anfangen im Garten zu werkeln.

Bloggereigeplauder

Heute gibt es hier nur die Kurzfassung und damit nur einen interessanten Artikel:

Anja hat “A Little Something Different” rezensiert, das demnächst unter dem Titel “Klar ist es Liebe” im Sauerländer Verlag erscheint. Mit ihrer Rezension hat sie mir noch mehr Lust auf das Buch gemacht.

[Geplauder] Meine Summer-Bucket-List // 10 Wünsche für den Sommer – Das Fazit

Vor etwa 6 1/2 Wochen hatte ich hier meine Summer-Bucket-List zusammengestellt und mir 10 Dinge überlegt, die ich imSommer gerne machen wollte. Ich hoffe sehr, dass der Sommer noch nicht vorbei ist – meine Ferien sind es aber, deswegen ist es für mich jetzt Zeit, ein Fazit zu ziehen. Was konnte ich gut umsetzen, was weniger, woran könnte ich in den nächsten Wochen noch arbeiten?

1. Stressfreier Umzug

Tatsächlich hat dieser wichtigste Wunsch ziemlich gut funktioniert. Die Tage vor dem Umzug waren zwar nicht total entspannt, aber ich denke, das ist auch normal. Der Umzugstag selbst war total stressfrei. Es hat alles super geklappt und am Ende des Tages hingen sogar schon die ersten Bilder an der Wand. Fotos von meiner Wohnung findet ihr hier.

2. Lange Wanderung

Ich war zwar wieder etwas mehr wandern, aber nicht so oft und so lange, wie ich es mir eigentlich vorgenommen hatte. Grund war teilweise das Wetter (entweder zu heiß oder zu regnerisch), der Umzug, aber eben auch ein Stückchen meine Bequemlichkeit. Ich nehme mir für die Wochen bis zu den Herbstferien vor, da immer mal wieder ein Blick drauf zu haben, denn eigentlich gehe ich total gerne wandern, es fällt mir nur manchmal schwer, mich aufzuraffen.

Fotos von meinen Wanderungen

Fotos von meinen Wanderungen

3. Urlaubswoche in der Heimat

Die Urlaubswoche in der Heimat war tatsächlich entspannt und ich bin auch wirklich zum Lesen gekommen. Nebenher habe ich gespielt, gerätselt und war am Meer. Der schönste Moment war eigentlich der, als meine Mutter und ich einen recht einsamen Steg hinausgelaufen sind, uns dort Beine baumelnd hingesetzt haben und den Geräuschen vom Meer lauschen konnten. Das ist für mich Frieden!

Der Steg

Der Steg

4. Die Terrasse ausgiebig genießen

Auch diesen Punkt kann ich wie den mit dem Wandern nicht ganz klar beantworten: Ich habe gemütlich auf der Terrasse gesessen und gelesen, habe mit einer Freundin gegrillt und mit einer anderen einfach viel gequatscht, aber es hätte definitiv noch mehr sein können. Zum Glück habe ich ja auch in der neuen Wohnung eine Terrasse, auch wenn mir hier der Gartenhase fehlt. ;)

5. Nanni sehen

Yeah, es hat geklappt. Nanni war für etwa 2,5 Tage zu Besuch bei mir, das hatte ich ja schon mal im Sonntagsgeplauder erzählt. Wir hatten eine richtig tolle Zeit zusammen, haben unsere gemeinsame Freundin Eva besucht, so viel gelacht, dass wir Bauchweh hatten, und abends vor dem Schlafengehen tolle Gespräche geführt. <3

6. Eis essen mit meinem Bruder

Der Plan ist komplett aufgegangen: Ich habe meinen Bruder in Flensburg besucht. Wir waren als erstes lecker essen, haben dann auf einer wirklich schönen Anlage Minigolf gespielt, haben uns dort ein Eis gekauft und sind dann an den Strand gegangen, haben gequatscht, Eis gegessen und den Sonnenuntergang beobachtet. Auf der Förde waren unheimlich viele Segelboote, man hörte das leise Plätschern der Wellen und ich habe ganz deutlich gemerkt, wie sehr mir das in Bielefeld doch fehlt. Umso schöner, dass ich mein Ziel umsetzen konnte. :)

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Beweisfoto: Eis an der Flensburger Förde

7. Low Carb-Ernährung

Check! Ich bin sehr froh, dass ich die Umstellung auf die LowCarb-Ernährung geschafft habe. Die erste Hälfte der Sommerferien habe ich nicht auf meine Ernährung geachtet, ab der zweiten Hälfte habe ich dann umgestellt und bin total zufrieden damit.

8. Im neuen Zuhause einen Lesetag verbringen

Den letzten Ferientag habe ich lesend verbracht, das war also eigentlich ein Lesetag. So ganz zufrieden bin ich noch nicht, weil ich mich zu viel habe von meinem Handy und dem Internet ablenken lassen, aber ich habe immerhin zwei Bücher geschafft: “Schau mir in die Augen, Audrey” und “Der Rithmatist”.

9. Kreativ werden

Auch hier wäre mehr drin gewesen, aber immerhin: Ich habe mich ein bisschen kreativ betätigt und muss sagen: Das hätte ich ohne die Liste nicht getan. Ich habe einen alten schwarzen Bilderrahmen abgeschliffen und ganz unprofessionell mit einem Schulpinsel und Acrylfarbe neu gestrichen (Ich nenne es Vintage! :D ). Dann habe ich ein Foto, dass ich vor fünf Jahren im Herbsturlaub in Dänemark gemacht habe, ausgedruckt und gerahmt. Zusammen mit einer Schale mit Sand und Muscheln habe ich jetzt so ein bisschen Meeres-Feeling in meine Wohnung geholt.

Meeresfeeling im Schlafzimmer (leider spiegelt sich die Lampe im Bild)

Meeres-Feeling im Schlafzimmer (leider spiegelt sich die Lampe im Bild)

10. Schwimmen gehen

Auch das hätte ich vermutlich ohne diese Liste nicht unbedingt gemacht, aber so war ich in meinem Heimaturlaub mit meiner Mama schön in der erfrischenden Nordsee! Schön war’s!

Badestrand am Deich

Badestrand am Deich

Ich fand es echt nett, mir Gedanken zu machen, was ich innerhalb der Sommerferien gerne erleben oder machen möchte, und kann mir gut vorstellen, so etwas Ähnliches in den Herbstferien wieder zu machen. Nun bin ich total gespannt, wie das Fazit der anderen Teilnehmer wohl ausfällt, die auch sehr spannende Ideen hatten.

[Rezension] “Schau mir in die Augen, Audrey” von Sophie Kinsella

Klappentext:

Audrey ist Mitglied einer ziemlich durchgeknallten Familie: Ihr Bruder ist ein Computernerd, ihre Mutter eine hysterische Gesundheitsfanatikerin und ihr Vater ein charmanter, ein bisschen schluffiger Teddybär. Doch damit nicht genug – Audrey schleppt noch ein weiteres Päckchen mit sich herum: Nämlich ihre Sonnenbrille, hinter der sie sich wegen einer Angststörung versteckt. Bloß niemandem in die Augen schauen! Als sie eines Tages auf Anraten ihrer Therapeutin beginnt, einen Dokumentarfilm über ihre verrückte Familie zu drehen, gerät ihr immer häufiger der gar nicht so unansehnliche Freund ihres großen Bruders vor die Linse – Linus. Und langsam bahnt sich etwas an, was viel mehr ist, als der Beginn einer wunderbaren Freundschaft … (Quelle)

Meine Meinung:

Sophie Kinsella ist den meisten vermutlich durch ihre Schnäppchenjägerin-Romane ein Begriff. Mit “Schau mir in die Augen, Audrey” hat sie ihr erstes Jugendbuch veröffentlicht.

Kinsella selbst ist Mutter von vier Söhnen und einer Tochter und genau das merkt man beim Lesen auch, finde ich. Das Familienleben von Audrey wird einfach absolut treffend und humorvoll geschildert und macht für mich den Charme dieser Geschichte aus. Besonders begeistert war ich von Audreys Mutter, die ihre Kinder über alles liebt und immer versucht, eine möglichst gute Mutter zu sein. Dass sie den Bogen dabei ab und an etwas überspannt, sieht man zum Beispiel in der Szene, in der sie – angeregt durch einen Ratgeber, wie man am besten mit seinen Kindern kommunizieren sollen – versucht mit Audreys älterem Bruder über seine Unordnung zu sprechen:

“Also, Frank, mir ist aufgefallen, dass du gestern in deinem Zimmer zwei nasse Handtücher auf dem Boden liegen gelassen hast”, beginnt sie betont sachlich. “Das hat ein Gefühl der Überraschung in mir ausgelöst. Was für ein Gefühl hat es bei dir ausgelöst?”
“Hä?”, macht Frank und starrt sie verwirrt an.
“Ich glaube, dass wir für dein Handtuch-Problem gemeinsam eine Lösung finden können”, fährt Mum fort. “Ich glaube, das wäre eine Herausforderung, die uns beiden total Spaß machen könnte.” (S. 186)

Für mich waren die Entwicklung von Audrey und die vorsichtige Liebesbeziehung zwischen ihr und Linus eher zweitrangig, obwohl ich es positiv finde, dass ein so wichtiges Thema wie die Angststörung, an der Audrey leidet, in den Vordergrund gerückt wird. Die kleinen und großen Erfolge, die Audrey im Laufe der Geschichte, für sich verbuchen kann, sind zwar in meinen Augen etwas unrealistisch und die Entwicklung an sich zu positiv, aber dafür ist der Jugendroman einfach flockig leicht und sehr angenehm lesbar. Außerdem kann ich mir gut vorstellen, dass vor allem jugendliche Leserinnen ebenso wie Audrey ganz verliebt in Linus sind. Ich wäre es vor 15 Jahren bestimmt gewesen.

“Schau mir in die Augen, Audrey” ist ein Buch, das bei mir einfach dadurch gepunktet hat, dass es mich wunderbar unterhalten hat. Es mag zwar aus psychologischer Sicht stellenweise etwas unrealistisch sein, aber die Schilderung von Audrey und ihrer herrlich durchgeknallten (und dabei ganz normalen) Familie hat mich Seite für Seite lesen und immer mal wieder leise kichern lassen. Und dafür gibt es von mir 8 von 10 Sternen!

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Schau mir in Augen, Audrey – Sophie Kinsella – Klappbroschur – 384 Seiten – 14,99 € – ISBN: 978-3-570-17148-6 – erschienen: Julie 2015 (cbj) – Altersempfehlung: ab 12 Jahren