[Sonntagsgeplauder] 28.9.2014

Buchgeplauder

Erstaunlicherweise bin ich diese Woche ziemlich viel zum Lesen gekommen. Letzten Sonntag habe ich den Großteil von “Kampf der Könige” von Peinkofer gelesen, das ich am Montag dann noch beendet habe. Dann habe ich Freitag “Tigermilch” von Stefanie de Valesco angefangen. Da ich gestern im Waschsalon war, hatte ich da Zeit, das Buch zuende zu lesen. Außerdem habe ich bei schönstem Wetter auf dem Balkon die Graphic Novel “Wie ein leeres Blatt” gelesen.

Nachdem ich gestern im Waschsalon war, bin ich in meine Bielefelder Buchhandlung gefahren und habe die folgenden Bücher abgeholt:wpid-2014-09-27-21.30.24.jpg.jpeg

“Interessante Auswahl”, kommentierte die Buchhändlerin und ich erklärte ihr, dass ich die ersten drei Bücher bestellt habe, weil ja demnächst der Deutsche Jugendliteraturprewpid-2014-09-27-21.28.42.jpg.jpegis vergeben wird und ich auf meinem Blog darüber mitreden möchte, und das letzte Buch ein Auswahlbuch für eine Schülerin von mir ist, mit der ich ab jetzt regelmäßig ein Mal in der Woche lese. Und so kamen wir ins Gespräch über Graphic Novels (ich wusste nämlich bis dahin gar nicht, dass “Wie ein leeres Blatt” eine ist), den Film Persepolis, zu dem sie mir direkt einen Trailer zeigte und natürlich über Bücher im Allgemeinen. Sie empfahl mir wärmstens “Das nachtblaue Kleid”, von dem ich mir jetzt eine Leseprobe mitgenommen habe, und “Warum wir Günther umbringen wollten”. Ich legte ihr die Ismael-Bücher von Michael Gerard Bauer ans Herz und berichtete, wie sympathisch er im Interview gewesen ist. Wir trennten uns mit den Worten “Bis zum nächsten Plausch” und beide mit einem kleinen Notizzettel in der Hand, auf meinem ihre Empfehlung zur Graphic Novel “Persepolis”, auf ihrem die Adresse zu meinem Blog. <3 Hach, so muss ein Besuch im Buchladen doch sein.

Lebensgeplauder

wpid-2014-09-27-21.29.24.jpg.jpegMeine Woche war irgendwie durchzogen von viel zu wenig Schlaf. In der Zwischendecke über meiner Wohnung wohnt irgendein Tier, ich vermute ein Marder. Und dieses Tierchen hat mich mehrere Nächte wachgehalten, so dass ich vor allem Mittwoch und Donnerstag echt auf dem Zahnfleisch gegangen bin. Zum Ende der Woche hin wurde das aber wieder besser, ich habe gut geschlafen, viel für die Schule geschafft und vor allem gestern so schön auf dem Balkon gesessen. Das tat richtig gut.

Jetzt sind hier ja auch fast schon wieder Ferien (was eigentlich doof ist, weil die Schüler gerade halbwegs angekommen und eingenordet sind) und das Wetter soll nochmal gut werden. Da freu ich mich doch sehr drauf.

Sportgeplauder

Oha, hier habe ich auch nur mit Müh und Not was zu berichten. Hoch motiviert bin ich am Montag losgegangen und wollte meine große Runde gehen. Allerdings musste ich schnell umdrehen, denn ich hatte die falsch Schuhe an, der Fuß tat weh… blöd! Dann bin ich versackt, habe die ganze Woche über gar nichts getan. Und seit gestern denke ich: “Mist, morgen musst du auf dem Blog berichten, dabei hast du so gut wie nichts gemacht!” So bin ich immerhin heute morgen noch eine kleine Runde gegangen.

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Für den Oktober nehme ich mir vor:

  • 120 km walken/wandern/spazieren
  • mindestens 3 Läufe über 12 km
  • mindestens 6 Läufe länger als 4 km und schneller als 5,9 km/h

Bloggereigeplauder

Damaris hat eine tolle Rezension zu “Der Wald der träumenden Geschichten” geschrieben, die viel mehr meine Meinung ausdrückt, als es meine eigene Rezi schafft.

Nanni hat das neue Buch von Anna Gavalda “Nur wer fällt, lernt fliegen” rezensiert und mir damit richtig Lust auf die Geschichte gemacht – zum Glück fahre ich in knapp zwei Wochen zu ihr und komme hoffentlich mit einem Kofferraum voller Bücher zurück. ;-)

Zum Schluss habe ich bei Caroline noch einen kleinen Tag (ein Stöckchen, einen Fragebogen…) entdeckt, bei dem sie auf ein paar Fragen zum Bloggen antwortet. Fand ich ganz nett und unterhaltsam, vor allem weil wir uns da oft sehr einig sind.

[Kurzer Leseeindruck] “Wie ein leeres Blatt” von Boulet & Pénélope Bagieu

Wie ein leeres BlattKlappentext:

Die junge Pariserin Eloise kommt eines Abends auf einer Bank zu sich und weiß nicht mehr, wer sie ist. Langsam erforscht sie ihr eigenes, leider viel zu banales Leben, in dem sie sich weder als Geheimagentin noch als Klon ihrer Selbst oder als Verbrecherin entpuppt. Ohne je herauszufinden, was ihr zugestoßen ist, ergreift sie die Chance und betrachtet ihr Leben noch einmal neu – wie ein leeres Blatt. (Quelle)

Mein Eindruck:

Dieses Buch habe ich mir bestellt, weil es für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2014 nominiert ist. Als ich es im Buchladen abgeholt habe, habe ich erstaunt festgestellt, dass es sich um eine Graphic Novel handelt, also um einen Roman, der im Comicstil illustriert ist. Ich war ganz gespannt, denn dies war meine erste Graphic Novel.

Die Geschichte an sich auf der einen Seite kurz erzählt: Eloise findet sich eines Abends auf einer Bank wieder und weiß nichts mehr über ihre Identität. Im Laufe der Geschichte, versucht sie also mehr über sich selbst und ihre Vergangenheit herauszufinden. Auf der anderen Seite untermalen die Illustrationen von Pénélope Bagieu die Geschichte so wunderbar und vermitteln ganz viel Atmosphärische und Gefühle. Da hat mir ziemlich gut gefallen, auch wenn ich mir mehr Handlung gewünscht hätte.

“Wie ein leeres Blatt” hat mich überrascht: nicht nur damit, dass es eine Graphic Novel ist, sondern vor allem auch durch das besondere Ende, das mich erst irritiert, dann aber begeistert hat. Der Comicstil birgt in meinen Augen sowohl Vor- als auch Nachteile: Durch die wunderschönen Zeichnungen wird die Stimmung der Geschichte auf eine tolle Weise transportiert, allerdings ist die Geschichte rein inhaltlich dadurch nicht so umfassend, wie ich es mir gewünscht hätte.

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“Wie ein leeres Blatt” war 2014 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

Wie ein leeres Blatt – Boulet & Pénélope Bagieu – Flexocover mit Gummiband – 208 Seiten – 17,90 € – ISBN: 978-3-551-75109-6 – erschienen: März 2013 (Carlsen) – Altersempfehlung: ab 14 Jahren

[Rezension] “Der Wald der träumenden Geschichten” von Malcom McNeill

Der Wald der träumenden GeschichtenKlappentext:

Wo Max herkommt und wer er ist, können ihm nicht einmal seine Adoptiveltern sagen. Doch das ist nicht das einzige Rätsel im Leben des kleinen Waisenjungen: Er besitze die Gabe, Menschen verschwinden zu lassen, erfährt er von zwei unheimlichen Fremden, dem eigenbrötlerischen Wissenschaftler Boris und der phantastischen Mrs Jeffers. Ob das Verschwinden seiner Eltern mit seinem Fluch zu tun hat?
Die Lösung beider Rätsel liegt tief verborgen im »Wald des Anfangs«, dem Ursprung aller Geschichten bevölkert mit phantastischen und magischen Wesen, die Max bei seiner Suche helfen und ihn begleiten. (Quelle)

Meine Meinung:

Uff, diese Rezension fällt mir richtig schwer. Normalerweise weiß ich, bevor ich eine Rezension beginne, ob mir das Buch gefallen hat oder nicht. Im besten Falle habe ich schon eine Bewertung im Kopf und weiß auch, woran ich diese festmache. Nicht so bei diesem Buch…

Um es kurz und knapp zu sagen: Ich bin mir mit mir selbst nicht einig, wie ich “Der Wald der träumenden Geschichten” finde. Es gab Stellen, die ich langweilig fand, und welche, die spannend waren. Manchmal habe ich die Fantasie des Autors bewundert und mich an seinen Kreationen erfreut, andere Male waren mir kleine Teilgeschichten zu abgehoben und komisch.

Einerseits finde ich, dass das Buch stellenweise, vor allem sprachlich, nicht für Kinder geeignet ist, andererseits ist die Geschichte eindeutig für ältere Kinder geschrieben und spricht sie sicherlich auch an.

Auf der Verlagsseite wird der philosophische Tiefgang des Buches hervorgehoben und auch hier ist meine Meinung zwiespältig: Manchmal war es mir zu philosophisch, dann wieder zu wenig. Es gab aber auch Stellen, die in dieser Hinsicht wirklich perfekt waren und zum Nachdenken angeregt haben.

“Tausende von Jahren haben die Menschen gelebt, ohne sich zu fragen, wie sie leben sollten. Ich denke, sie wussten es intuitiv. Man brauchte keine besonderen Antworten, weil es keine besonderen Fragen gab. Die Menschen lebten so wie die Bäume – sie schlugen Wurzeln, trieben Äste und wuchsen.” (S. 331)

Eine Sache war aber uneingeschränkt schön und zwar die Sprache, insbesondere die Beschreibung der Bücher und Geschichten dort.

“Das Buch hatte Max als Erstes gesehen. Es lag im Sessel, als habe es auf ihn gewartet, und zog ihn sofort in Bann – nicht nur durch seine Größe und Schönheit, sondern auch durch ein seltsames Gefühl von Vertrautheit. Es kam ihm vor, als kennten sie beide sich schon seit langer Zeit und kämen nun endlich wieder zusammen.” (S. 88)

Also: Es gab vieles, was ich an diesem Buch mochte, so beispielsweise die Sprache, meist die Fantasie des Autors und die Charaktere. Andere Dinge haben mir nicht so gut gefallen: So hatte die Geschichte manchmal gewisse Längen und ich habe den roten Faden nicht immer ganz gesehen. Insgesamt vergebe ich noch 6 von 10 Sternen.

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Der Wald der träumenden Geschichten – Malcom McNeill – Hardcover – 544 Seiten – 16,99 € – ISBN 978-3-596-85670-1 – erschienen: August 2014 (Fischer)

[Sonntagsgeplauder] 21.9.2014

Mir ist aufgefallen, dass mich der Alltag nach den Sommerferein komplett wieder hat. Nach der Schule komme ich nach Hause, schlafe eventuell kurz und setze mich dann direkt wieder an den Schreibtisch, um den Unterricht vorzubereiten. Abends lese ich dann vielleicht noch ein paar Zeilen und gucke zum Einschlafen die ein oder andere Folge meiner Lieblingsserien, die ich, weil ich eben nicht so viele Staffeln habe, übrigens schon fast mitsprechen kann. Zum Bloggen habe ich unter der Woche meist wenig Motivation, weswegen ich mir vorgenommen habe, zumindest sonntags ein bisschen zu plaudern. Mal sehen, ob ich es schaffe, das ein bisschen zu ritualisieren.

Buchgeplauder

Gelesen habe ich in dieser Woche vor allem “Geschenkt” von Daniel Glattauer. Montag habe ich zudem auch noch die letzten Seiten von “Krähenmann” von Corina Bomann beendet. Dazu wird demnächst auch eine Rezension folgen. Im Moment befinde ich mich am Anfang von “Kampf der Könige” von Michael Peinkofer, dem zweite Teil der Könige-Reihe.

Als Neuzugang hat mich ein Leseexemplar vom Magellan Verlag erreicht, eine liebevoll handgeschriebene Karte war auch dabei. <3 Sowas erfreut mein Herz. :D

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Lebensgeplauder

Ich muss an dieser Stelle direkt gestehen: Diese Woche war nicht ganz so schlimm wie oben beschrieben. Ich habe am letzten Wochenende ziemlich viel getan, so dass ich mir tatsächlich ein paar kleine Auszeiten nehmen konnte. So habe ich mich am Dienstag mit einer Freundin aus dem Referendariat bei ihr in Rheda-Wiedenbrück (Hossa, was für ein Kaff niedlicher kleiner Ort) getroffen. Wir haben lecker gegessen (Pizza und Käsekuchen *yummy*) und viel gequatscht.

Heute geht es noch auf den Geburtstag einer anderen Bekannten aus dem Referendariat. Ich glaube, dass mich Kuchen und lustige Kinderspiele erwarten. Perfekt! Und wenn ich wieder nach Hause komme, werde ich mich nur noch aufs Sofa legen und lesenlesenlesen!

Sportgeplauder

Tada, eine neue Kategorie! Leider muss ich sie heute direkt ungefüllt lassen, aber ich hoffe, dass ich in den nächsten Wochen ganz stolz berichten kann, was ich gemacht habe. Dann ist eure Aufgabe, mich zu loben und zu sagen, wie toll ich das doch mache, was dann hoffentlich dazu führt, dass ich weiterhin fleißig bin. Klare Sache, oder?

Bloggereigeplauder

Ähnlich wie bei der früher stattfindenden Sonntagsleserin-Aktion von der Bücherphilosophin möchte ich hier ein paar Blogbeiträge verlinken, die mir in dieser Woche besonders ins Auge gefallen sind.

Julia von *Live. Love. Read hat ihre zehn Bücher aufgelistet, die sie besonders beeinflusst haben. Das ist ja im Moment so eine Aktion bei Facebook. (Hach, “Fat Cat” *seufz*)

(Ich habe da übrigens auch mitgemacht und meine zehn Bücher waren: “Der Prinz von Pumpelonien”,  “Die Brüder Löwenherz”, “Harry Potter”, “Solange du da bist”, “Gut gegen Nordwind”, “Gute Geister”, “Das Orangenmädchen“, “Das Gleichgewicht der Welt”, “Mutter Courage” und “Splitterwelten”)

 Mit dem Anfang und dem Ende ihrer Rezension zu “Niemand liebt November” hat es Sa Fi von den Bookwives es geschafft, mich auf dieses Buch neugierig zu machen. Die Mitte habe ich noch nicht gelesen, das mache ich selten bei Rezensionen zu Büchern, die ich auch noch lesen will. Was aber deutlich wird: Dieses Buch ist besonders!

Auf Die Liebe zu den Büchern gibt es eine wunderbare Liebeserklärung an das Bloggen. Ich bekomme die Meckerei immer nur am Rande mit, aber es tut gut, einfach mal einen so positiven Post zu lesen!

Nicht nur ich mochte “Das Orangenmädchen” total gerne, wie ihr ja oben schon sehen konntet, auch Birthe von Von Windsprechern, Drachen und Intriganten schwärmt sehr von dem Buch. Falls euch meine Rezension dazu noch nicht überzeugt habt, lest doch ihre… und dann unbedingt das Buch!

[Rezension] “Geschenkt” von Daniel Glattauer

GeschenktInhalt:

Gerold Plasseks Leben beginnt sich ab dem Zeitpunkt langsam zu verändern, als er seinen Sohn Manuel kennenlernt. Manuel ist zu dem Zeitpunkt schon 14 Jahre alt und weiß im Gegensatz zu Gerold gar nichts über ihre besondere Verbindung. Für ihn ist Gerold nur ein alter Freund seiner Mutter, der als Jornalist für eine Gratiszeitung arbeitet, zu viel Akohol trinkt, sich schlecht kleidet und bei dem er jeden Nachmittag im Büro sitzen muss, um seine Hausaufgaben zu machen, da seine Mutter für längere Zeit in Afrika lebt und seine Nachmittagsbetreuung nicht geregelt ist.
Gerold schreibt solide, kurze Sozialartikel und doch wird er damit im Laufe der Geschichte richtig berühmt werden. Denn nachdem er einen Artikel über ein Obdachlosenheim, dem die Schließung droht, geschrieben hat, geht dort eine anonyme Spende ein: 10.000 € in einem Briefumschlag – beigelegt ist der von Gerold geschriebene Artikel. Doch das ist erst der Anfang…

Meine Meinung:

Endlich! Endlich hat er es geschafft! Geschafft aus dem Schatten seines erfolgreichen Emailromans “Gut gegen Nordwind” zu treten und ein neues, eigenständiges und vor allem ganz anderes Buch zu schreiben. Hätte ich den Autor während des Lesens nicht gekannt, hätte ich eher auf Jonathan Tropper, den ich von “Sieben verdammt lange Tage” kenne, als auf Daniel Glattauer getippt.

Das liegt zum einen an dem herrlichen unperfekten und selbstironischen Ich-Erzähler Gerold, zum anderen an dessen schnodderigen Erzählweise, die mich oft zum Schunzeln und einige Male sogar zum lauten Lachen gebracht hat.

Wie oben schon angedeutet, soll die erste Spende nicht die letzte bleiben, sondern viel mehr den Auftakt zu einer Reihe anonymen Spenden sein. Dieser Teil der Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit (Wie schön, dass es sowas auch im wahren Leben gegeben hat!) und wurde als “Wunder von Braunschweig” bekannt. Daniel Glattauer erfuhr während einer Lesereise von dieser Spendenserie, unterhielt sich mit mehreren Leuten und fand schließlich, dass dies doch perfekter Stoff für einen Roman sei:

“»Geheimnisse des Bösen« lauern ja quasi an jeder (dunklen) Ecke, das gesamte Genre der Kriminalliteratur lebt davon. Wer aber tut Gutes und hüllt sich darüber in Schweigen? Was gibt es für Gründe, sich hinter seinen Guttaten zu verbergen? Und, eine weitere interessante Frage: Wie geht es wohl jenen Journalisten, die mit ihren Artikeln über sozial Schwache das Herz des Wohltäters erweichen konnten und den Geldsegen regelmäßig auslösten?” (Daniel Glattauer in einem Brief an seine Leser)

Viel mehr möchte ich zu diesem Roman auch gar nicht sagen, sondern nur jedem nahe legen, ihn selbst zu lesen, denn er ist spannend (Wer ist denn nun der anonyme Spender?), herzerwärmend und lustig zugleich! Eine tolle Mischung, die es selbst in einer sehr stressigen Zeit geschafft hat, mich von der Arbeit abzuhalten und an die Seiten zu fesseln! Chapeau, Herr Glattauer!

stern 10

Geschenkt – Daniel Glattauer – Hardcover – 336 Seiten – 19,90 € – ISBN 978-3-552-06257-3 – erschienen: August 2014 (Deuticke)

[Zitat] Aus: “Der ungewöhnliche Held aus Zimmer 13B”

“Du bist der tapferste Mensch, den ich je kennengelernt habe oder je kennenlernen werde.”
“Die Angst strömt nur so aus mir heraus, Robyn! Ich fürchte mich ständig vor jedem verdammten Ding. [...] Ich habe so eine Angst, wie sie nur die wirklich Bekloppten haben können.”
“Aber das, du Dummerchen, ist doch gerade die Definition von Mut: Du machst weiter trotz deiner Angst.”
(Teresa Toten, S. 312/313)

[Geplauder] Klassenfahrt nach Sylt – wie es wirklich war…

Natürlich lief die Klassenfahrt nicht so ab wie hier in zwei Szenarien beschrieben. Es war schon gleich klar, dass es eine Mischung aus beiden Szenarien werden würde Und so war es auch. Es gab viele tolle, lustige und schöne Momente. Aber leider auch genauso viele anstrengende und wirklich erschütternde Situationen.

Wir hatten ein tolles, aber auch sehr zeitfüllendes Programm: Zwei Vormittage waren wir am Strand und haben bei tollem Wetter gebadet, wir haben eine Bootstour und eine Wattwanderung gemacht, haben das Erlebniszentrum Naturgewalten und das Aquarium in Westerland besucht und sind viel zwischen der Jugendherberge und List hin und her gewandert. Die beiden Zugtage (die Anreise hat 9 Stunden gedauert, die Abreise gute 7 Stunden) haben die Schüler ziemlich gut hinbekommen, es können jetzt so ziemlich alle Mau Mau und Kniffel :D Gelesen habe ich übrigens insgesamt nur so 60 Seiten und das auch nur, weil ich mir auf der Rückfahrt einfach mal ne halbe Stunde Auszeit genommen habe.

Ich habe dann von Samstag auf Sonntag totmüde bis 11 Uhr geschlafen und könnte jetzt gut nochmal eine Woche frei haben. ;-)

Hier ein kleienr Eindruck für euch (natürlich ohne Schülerbilder, dafür sehr tierlastig):

Sylt-Collage

[Kurzer Leseeindruck] “Lieber Dylan” von Siobhan Curham

U1.inddKlappentext:

Das Leben der 14-jährigen Georgie ist ein einziges Chaos. Sie ist überzeugt, dass nur der Soapstar Dylan Curtland ihre Probleme verstehen kann. Also schreibt sie ihm eine E-Mail – und bekommt tatsächlich eine Antwort! Es entwickelt sich eine virtuelle Freundschaft, doch bald muss Georgie feststellen, dass nicht alles so ist, wie es scheint … (Quelle)

Mein Eindruck:

“Ein wunderbar witziger E-Mail-Roman” steht hinten auf dem Buch. Doch vermittelt diese Beschreibung in meinen Augen einen ganz falschen Eindruck. “Lieber Dylan” ist mehr als das. Leider birgt das Buch so viele Überraschungen und unerwartete Wendungen, dass ich auf den Inhalt gar nicht eingehen mag, um nichts zu verraten. Aber so viel sei gesagt:

Was anfängt wie ein locker leichter Teenager-Roman, entwickelt sich bald zu einem Buch mit unheimlich viel Tiefgang, das auch nicht davor zurückschreckt, tiefgreifende Probleme zu behandeln. Mich hat die Geschichte wirklich beeindruckt, ganz schön mitgenommen und trotzdem gut unterhalten.

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Lieber Dylan – Siobhan Curham – Hardcover – 236 Seiten – 12,99 € – ISBN: 978-3-8339-0185-0 – erschienen: Juli 2013 (Baumhaus Verlag) – Altersempfehlung: ab 14 Jahren

[Geplauder] Grüße von Sylt

Ehrlich gesagt ist der Titel dieses Beitrags ein bisschen gelogen. Während ich das hier tippe, sitze ich auf meinem Sofa im verregneten Bielefeld. Es ist Sonntag.

Wenn ihr das aber lest, werde ich mich aber schon auf Klassenfahrt auf Sylt befinden.

Szenario 1:

Ich habe mich irgendwo in den Dünen versteckt und hoffe, dass mich keiner der Schüler findet. Das ist natürlich total illusorisch, denn selbstverständlich haben wir Lehrer keine Minute für uns allein. Der Stress begann schon auf der knapp 8stündigen Anreise, während der wir uns selbst dafür verteufelten, ein Handyverbot ausgesprochen zu haben. Es gab mittlerweile schon 7 Verletzte, einer davon auf Lehrerseite (Bisswunde eines handysüchtigen Schülers). Die Kinder haben an nichts Freude, es regnet ununterbrochen und die mitgebrachten Brettspiele und Bastelsachen wurden abwertend beiseite geworfen. In den Nächten schlafen wir gar nicht, da die Schüler es auch nicht tun. Manchmal versuchen wir, uns für eine Minute wegzuschleichen, um aus rotgeränderten und von dunklen Augenringen umrandeten Augen einfach nur vor uns hin zu starren.

Szenario 2:

Ich sitze in den Dünen auf einem Liegestuhl, den mir Schüler hier hingetragen haben. Eine aufmerksame Schülerin bringt mir ein gekühltes Getränk, ein anderer mein Buch. Der Rest der immer noch vollständigen, unverletzten Truppe spielt friedfertig kleine Klatschspiele. Manche werfen sich einen Ball zu, einzelne lesen. Die Zugfahrt hier her war ein Traum. Schon nach der ersten Stunde wurden alle Schüler so müde, dass sie einschliefen und ich Zeit hatte, beide mitgenommenen Bücher durchzulesen. Auf Sylt sorgte ich sofort für Nachschub, den mir selbstverständlich die Schülerchen zahlten, indem sie freiwillig, mit Freude und den Worten “Weil Sie einfach die Beste sind!” auf ihr Eis verzichteten. Abends bekommen ich und meine Kollegen das Essen an den Platz gebracht und pünktlich um sieben Uhr legen sich alle Schüler brav zum Schlafen in ihre Betten. Was für eine Klassenfahrt!

Naja, vermutlich wird es weder das eine noch das andere, ich werde bei meiner Rückkehr dann mal berichten. ;-)

[Rezension] “Als gestern noch morgen war” von Claire Dyer

Als gestern noch morgen warKlappentext:

Paddington Station, 9:00 Uhr morgens. Im Gedränge der Reisenden steht die Zeit für zwei Menschen plötzlich still: Fern und Elliott, einst Liebende, doch seit fünfundzwanzig Jahren getrennt. Nie hätten sie erwartet, sich wiederzusehen, nie hätten sie erwartet, dass es sie so berühren würde. Obwohl ihr Leben weiterging, sie heirateten und Kinder bekamen, hörte keiner der beiden auf, den Tag zu bereuen, der sie auseinanderbrachte. Sie verabreden sich für den Abend, wenn der Rückweg sie wieder zum Bahnhof führt. Es wird der Moment sein, in dem sie ihr Morgen wieder in der Hand haben. (Quelle)

Meine Meinung:

“Manchmal wird mir bewusst, was für ein schmaler Grat zwischen dem, was ist, und dem, was sein könnte, verläuft, wie viele Möglichkeiten von uns es hätte geben können, dass alles von einem einzigen Moment abhängt.” (S. 327)

Was wäre, wenn…? Diese Frage stellt man sich nicht nur als Leser während der Lektüre ein ums andere Mal. Auch Elliott und Fern kommen nicht umhin, sich diese Frage zu stellen. Was wäre, wenn dieser schicksalshafte Tag damals vor fünfundzwanzig Jahren anders geendet hätte? Was wäre, wenn Elliott damals die richtigen Worte gefunden hätte? Was wäre, wenn sich der Töpferkurs, zu dem Fern jetzt in der Gegenwart auf dem Weg ist, nicht um eine Woche verschoben htte? Was wäre, wenn sich Fern und Elliott dadurch gar nicht erst auf dem Bahnhof wieder getroffen hätten?

“An der Stelle, wo er sie geküsst hat, singt ihr Gesicht leise.” (S. 29)

Nachdem sich Fern und Elliott in Paddington treffen, sich kurz unterhalten und vereinbaren sich vielleicht abends auf dem Rückweg noch ein Mal in Ruhe zu sprechen und nachdem Elliott Fern mit einem Kuss auf die Wange verabschiedet hat, gehen beide erstmal ihres Weges, mit den Gedanken jedoch stets beim anderen, bei ihrem jetztigen Leben, ihrer gemeinsamen Zeit damals, ihrer Liebe, der Wut und Ratlosigkeit.

Ich mochte es sehr, wie sich die Geschichte der beiden nach und nach vor mir aufgerollt hat. Wie immer wieder auch die Gegenwart präsent ist, in der zumindest Fern mit einem Mann verheiratet ist, den sie wirklich liebt. Das ist eigentlich das Spannendste an der Geschichte: Fern ist – im Gegensatz zu Elliott – in ihrem Leben nicht wirklich unglücklich. Sie hat einen liebevollen Ehemann, zwei erwachsene Söhne und eine Katze. Doch mit Elliott im Hinterkopf beginnt sie, ihr Leben zu hinterfragen.

“Schon komisch, denkt Fern, während sie auf Elliott wartet, dass sie hier ist, jetzt, so. Als sie morgens aufstand, den Kater fütterte, ein bisschen Wäsche wegräumte, hatte sie keine Ahnung, dass sie nur Stunden später hier sein, ihr Leben zurückgespult haben und darauf warten würde, dem Mann ins Gesicht zu schauen, der ihr, falls das nicht zu kitschig klingt, das junge, empfindsame Herz brach.” (S. 295)

“Als gestern noch morgen war” hat mich beim Lesen gleichzeitig nachdenklich gestimmt und gut unterhalten. Claire Dyer gelingt es, die Stimmungen, Gefühle und Hoffnungen von Elliott und Fern wunderbar einzufangen und auf Papier zu bringen. Und auch als Leser kommt man in eine besondere Stimmung: Was wäre, wenn…?

Mir hat “Als gestern noch morgen war” schöne Lesestunden bereitet. Ich fand es unheimlich faszinierend, mitzuerleben, wie eine einzige Begegnung, ein einziger Moment die beiden Hauptcharaktere dazu bringt, ihre Vergangenheit, ihre Gegenwart und ihre Zukunft mit ganz anderen Augen zu betrachten. Das Buch ist voller eindrücklicher Zitate und überzeugt durch einen sehr einnehmenden, wenn auch nicht immer leicht zu lesenden Schreibstil, der gut dazu passt, dass die Autorin preisgekrönte Lyrikerin ist. 7 von 10 Sternen!

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Als gestern noch morgen war – Claire Dyer – Hardcover mit SU – 336 Seiten – 19,99 € – ISBN: 978-3-426-19983-1 – erschienen: August 2014 (Droemer)