[Geplauder] Umzugswahnsinn mit gutem Ende

Sooo, in den letzten Wochen war es eher still auf meinem Blog. Das hatte dieses Mal auch einen wirklich guten Grund: Ich hatte euch ja schon mal berichtet, dass mein Herzensmann und ich ein Häuschen gekauft haben.

Am 29.9. sollte es dann endlich soweit sein: Mit den Vorbesitzern war die Übergabe für 16 Uhr abgestimmt. Wir waren beide total aufgeregt. Immer wieder fragten wir uns: „Und, wie aufgeregt bist du auf einer Skala von 1-10?“ Gleichzeitig haben wir Pläne geschmiedet: „Wir machen erst schnell die Übergabe und dann sind wir endlich alleine in unserem Haus. Dann machen wir noch ein Foto von uns vor der Haustür und dann … dann genießen wir unser Häuschen.“ In meinem Kopf sollte das ein wunderschöner Tag werden.

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Als wir dann um 16 Uhr beim Haus ankamen, zerplatze diese schöne Wunschvorstellung wie eine Seifenblase: Die Vorbesitzer waren gar nicht zu Hause (nur die Kinder), das Erdgeschoss und der Keller waren noch mit Möbel und vor allem mit Müll. Wie kann man nur so viel Müll ansammeln? Ein wütendes und überhaupt nicht gewinnbringendes Telefonat mit den Vorbesitzern später war klar: Wir haben ein Problem. Morgens hatten wir uns schon einen Transporter gemietet, der voll mit Vinyl, Trittschalldämmung, einer schweren Massivholzkommode usw. Die ganzen Sachen wollten wir heute noch in UNSER Haus bringen. Das Haus, das uns übrigens schon seit August gehörte und für das die Vorbesitzer nur noch zwei Monate Nutzungsrecht bekommen hatten.

Ich kürze ein bisschen ab: Nach ganz viel Traurigkeit, Stress, Sprachlosigkeit und Unverständnis konnten wir dann um 20:45 Uhr die Übergabe machen – und mussten ganz viele Kompromisse eingehen. Das Haus wurde in einem Zustand an uns übergeben, den wir im Nachhinein nicht hätten akzeptieren dürfen. Aber wir waren froh: Die Vorbesitzer waren endlich aus unserem Haus!!!

In den nächsten 2,5 Wochen – in denen wir natürlich beide krank geworden sind – haben wir so gut es ging, geackert und geschuftet. Wir haben Vinyl verlegt, Wände gestrichen, Fußleisten angebracht und Möbel aufgebaut. Unzählige Möbel aufgebaut. Vor 4 Tagen war dann der Umzug, für den wir uns zum Glück ein Umzugsunternehmen gegönnt haben. Nun sind unsere Möbel in unserem Haus und wir haben mittlerweile fast alle Spuren der Vorbesitzer beseitigt. Mit jeder schmutzigen Wand, die wir überstrichen haben, mit jedem gammeligen Kellerregal, was wir rausgetragen haben, wurde unser Haus ein Stückchen mehr zu unserem.

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Wir sind zwar noch nicht ganz fertig, aber heute ist der erste Tag, an dem ich mich guten Gewissens mal wieder mit dem Laptop hinsetzen und ein bisschen bloggen mag. Und wenn ich durch das Haus gehe (wusstet ihr eigentlich, wie sehr man Muskelkater hat, wenn man ständig vom Keller ins Dachgeschoss gehen muss???), fühle ich mich schon sehr wohl. Immer mehr Räume und Ecken werden fertig. Nachher baue ich noch das letzte neue Bücherregal auf und dann kann es ans Einräumen gehen. Und dann: Ja, dann bin ich wirklich angekommen.

Denn: Zuhause ist da, wo meine Bücher sind! 🙂

Wenn ich dann die Regale einsortiert habe und unser Wohnzimmer nicht mehr komplett voll mit den verschiedensten Werkzeugen steht, dann bekommt ihr auch nochmal ein paar Fotos. 🙂

P.S.: Ja, am Rande habe ich mitbekommen, dass Frankfurter Buchmesse war und der Jugendliteraturpreis vergeben wurde. Aber wirklich nur am Rande, denn ausnahmsweise gab es tatsächlich mal wichtigeres.

 

[Zitat] Aus: „Was so in mir steckt“ – ein weiteres schönes Zitat

„Nachdem ich deine Mum getroffen hatte, habe ich keine andere Frau mehr angeschaut. Ich befand es nicht für nötig, hatte kein Bedürfnis. Wenn sie mich verlassen oder – Gott bewahre – sterben würde, wäre das so, als würde mein Leben seinen Sinn verlieren, als … fiele ich in ein dunkles Loch. Sie ist der erste Mensch, an den ich denke, wenn ich aufwache, und der letzte, an den ich denke, wenn ich schlafen gehe.“

[Zitat] Aus: „Was so in mir steckt“

„Wahre Liebe ist mehr als das“, fuhr sie fort. „Sie hat etwas mit Vertrauen und Zuneigung zu tun und mit dem Wissen, was der Partner denkt, ohne dass er es einem sagen müsste. Sie hat mit den ganz gewöhnlichen Dingen des täglichen Lebens zu tun, die man mit einem besonderen Menschen teilt. Mit dem gemeinsamen Geschirrspülen, dem Bezahlen von Rechnungen, fernsehen, lachen. Lachen ist etwas ganz Entscheidendes. Liebe hat oft nichts Glamouröses. Man findet sie im Alltäglichen.“ (Jonsberg, S. 10)

[Rezension] „Was so in mir steckt“ von Barry Jonsberg

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Wann habt ihr das letzte Mal beim Lesen so richtig herzhaft gelacht? Nicht nur ein Mal kurz, sondern über mehrere Seiten lang? Bei mir war es das letzte Mal auf den ersten Seiten von „Was so in mir steckt“.

Ich hatte das Buch schon beim Durchblättern der Verlagsvorschauen gesehen und erstmal unter „Ja, klingt interessant, aber gerade lese ich ja gar nicht mehr so viel Jugendliteratur“ abgespeichert. Dann bin ich im Buchladen nochmal über das Cover gestolpert und habe mir den Klappentext durchgelesen, den ich schon wirklich sehr sympathisch fand. Der ausschlaggebende Kaufgrund war dann das Zitat von einem meiner Lieblingsautoren, Michael Gerard Bauer: „Komisch, einzigartig, inspirierend. Höchste Zeit, dass wir einer Figur wie Rob Fitzgerald begegnen.“

Und natürlich hat Michael Gerard Bauer recht: Rob ist durch und durch liebenswert. Das liegt vor allem daran, dass er so herrlich selbstkritisch und selbstironisch und gleichzeitig bereit ist, hart an sich zu arbeiten.

Rob ist dreizehn und verliebt. In seinen Augen ist Destry Camberwick das tollste Mädchen auf der Schule. Er würde quasi alles tun, um ihre Aufmerksamkeit zu erlangen. Dass er unter Panikattacken leidet und Fremden gegenüber eigentlich kaum ein Wort herausbekommt, erschwert die Situation erheblich. Zum Glück hat Rob aber nicht nur seinen besten Freund, sondern vor allem auch noch seinen schrulligen Großvater an seiner Seite.

Barry Jonsberg ist einer der bekanntesten australischen Autoren. Er hat Psychologie und Englisch studiert und als Lehrer gearbeitet, bevor er Schriftsteller wurde. Die Nähe zu jungen Menschen und die psychologische Feinfühligkeit kann man deutlich in seinen Büchern erkennen. Schon mit „Das Blubbern von Glück“ konnte er mich total begeistern.

„Was so in mir steckt“ ist mindestens genauso toll: Lustig, traurig, herzerwärmend und überraschend. Sehr raffiniert aufgebaut und konzipiert. Ein tolles und kluges Buch! 10 von 10 Sternen!

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Was so in mir steckt – Barry Jonsberg – Hardcover mit Schutzumschlag – 352 Seiten – 18,00 € – ISBN: 978-3-570-16553-9 – erschienen: September 2019 (cbj) – Übersetzung: Ursula Höfker – Altersempfehlung: ab 13 Jahren

[Rund um’s Buch] A Tribute to: Kevin Hearne

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Es ist soweit: Der finale Band um den Eisernen Druiden Atticus O’Sullivan ist erschienen. Die abgebildeten neun Bücher um den sympathischen Druiden und seine Freunde habe ich alle gelesen. Es gibt noch zwei Zwischenbände („Überfallen“ und „Oberons blutige Fälle“), die ich allerdings nicht kenne.

Inhaltlich möchte und kann ich gar nicht so viel zu den Büchern sagen, denn ich würde viel zu viel verraten. Außerdem ist die Handlung unglaublich komplex und bringt im Laufe der Reihe viel Neues. Grob geht es um Folgendes:

Atticus O’Sullivan ist ein zweitausend Jahre alter Druide, der zu Beginn der Handlung eine kleine Buchhandlung betreibt und ein bisschen magischen Kleinkram verkauft. Hier in Arizona hofft er, sich vor Göttern und Feen verstecken zu können, denn mit den meisten von ihnen steht er auf Kriegsfuß. Dass das nicht klappen wird, ist schnell klar. Und so begegnet Atticus gemeinsam mit seinem Wolfshund Oberon in den folgenden Bänden nicht nur allen möglichen Gottheiten der verschiedensten Religionen, sondern auch Vampiren, Werwölfen, Feen und Eibenmännchen. Und obwohl der sympathische Druide eigentlich darum bemüht ist, alles richtig zu machen und vor allem GAIA (der personifizierten Erde) zu dienen, macht er sich mehr Feinde als Freunde …

Kevin Hearne hat meiner Meinung nach mit dieser Reihe Großes geschaffen. Die Bücher sind Urban Fantasy vom Feinsten! Humorvoll, kämpferisch und gelungen abseits vom Mainstream!

[Aktion] Fünf Fragen am Fünften – September 2019

Es ist mal wieder soweit: Es ist der 5. des Monats und damit Zeit für die 5 Fragen von Luzia Pimpinella.

1. Wofür bist du dir zu schade?

Huiui, die Frage geht ja direkt ins Eingemachte. Aber man soll ja das aufschreiben, was einem als erstes einfällt, oder? Ich bin mir zu schade (und zu wichtig), um mich von der schlechten Laune anderer Leute herunterziehen zu lassen. Ich habe da den ein oder anderen Menschen bei der Arbeit im Kopf. Viel zu oft wird gemeckert, viel zu viel ist immer nur blöd. Das möchte ich nicht. Ich möchte trotzdem gute Laune haben, möchte meine Arbeit gerne machen und meine Schülerchen mögen.

2. Was isst du, wenn du frustriert bist?

Früher war ich ein absoluter Frustesser. Und ein Langeweileesser. Und ein Genussesser. Das hat sich zum Glück deutlich verbessert, seit ich mich seit mittlerweile 4 Jahren kohlenhydratarm (und mehr oder weniger LCHF – low carb, high fat) ernähre. Trotzdem esse ich immer noch gern und sicherlich oft auch etwas mehr. Aber schmeckt einfach auch so lecker. 😉
Ich glaube, bei Frust esse ich oft irgendwas Fertiges, für das ich mich nicht noch lange in die Küche stellen muss. Da gibt es für mich gar nicht so viel – die meisten Fertiggerichte enthalten Kohlenhydrate. Zum Glück gibt es noch Camembert, Mozzarrellasticks und neuerdings sogar ein leckeres low carb Eis. 😛

3. Wann bist du das letzte Mal in einem Vergnügungspark gewesen?

Das war damals (ich schätze 2012 oder 2013) mit meiner lieben Förderschulklasse aus Leverkusen. Ich bin absolut kein Fan von Vergnügungsparks. Das ist mir alles viel zu aufregend und gefährlich. Ich weiß noch, dass ich als Kind mit meinem Onkel mal im Heidepark war und er ganz enttäuscht war, weil ich immer nur mit dem Tretboot im Kreis fahren wollte. 😀

4. Welches Getränk bestellst du am liebsten in einer Kneipe?

Hmm, in der Regel eigentlich eine Cola Zero, manchmal möglichst sprudeliges Mineralwasser  oder – wenn ich mir mal was gönnen möchte – eine Erdbeer-Basilikum-Limonade. Bei Getränken bin ich mit zumindest beim Weggehen nicht ganz so streng mit den Kohlenhydraten.

5. In welcher Kleidung fühlst du dich am wohlsten?

Hmm, das ist eine schwierige Frage, weil sie so situationsabhängig ist. Zu Hause: Am liebsten eine bequeme, gammelige Jogginghose und irgendein Top. Das ist eigentlich immer das erste, was ich nach der Arbeit anziehe. Gerade in diesem Sommer habe ich weite Haremshosen für mich entdeckt. Kombiniert mit einem kurzen weiten oder einem etwas engeren Oberteil mit nicht zu langen Armen. Mir ist eigentlich tagsüber grundsätzlich warm. Ich bin immer die erste, die im Frühjahr die Jacke weglässt und immer die letzte die Tops gegen Pullover tauscht. (Fun Fact: Nachts brauche ich es aber immer eher warm. Ab unter 20 Grad ist das Körnerkissen ein beliebter Bettbegleiter.)

[Rezension] „Alexander von Humboldt oder Die Sehnsucht nach der Ferne“ von Volker Mehnert (Text) und Claudia Lieb (Illustration)

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Leute! Was für ein Buch! Ich bin begeistert. Unendlich begeistert. Und ich habe ein bisschen Sorge, dass ich nicht alle, die diesen Beitrag lesen, dazu bringen kann, sich auch dieses Buch zu kaufen. Denn das ist mein erklärtes Ziel! 🙂

„Wir konnten auf dem Gipfel des Vulkans die Farbe des azurblauen Himmelsgewölbes nicht genug bewundern.“ (S. 22)

Also: „Alexander von Humboldt oder Die Sehnsucht nach der Ferne“ ist ein Kindersachbuch, wie ich es mir wünsche. Es ist anschaulich, informativ und unterhaltsam.

Das Buch beginnt mit einem Inhaltsverzeichnis, gefolgt von einem Kartenausschnitt des Atlantiks und Süd- und Mittelamerika, denn hier verbrachte Alexander seine erste wirklich große Forschungsreise, der sich das Buch zu einem Großteil widmet. Immer wieder habe ich zwischendrin zurückgeblättert, um mich sowohl räumlich als auch zeitlich wieder zu orientieren. Versehen ist der Kartenausschnitt nämlich mit den einzelnen Orten, an denen sich Humboldt länger aufgehalten hat, seiner Reiseroute und den Reisedaten. Sehr übersichtlich.

„Die Fahrt auf dem Fluss ist spannender als die Reise durch die Llanos, aber auch noch gefährlicher. Die Krokodile, die am Ufer dösen oder im Fluss schwimmen, sind nicht zu zählen. Riesenschlangen schlafen auf den Bäumen oder schlängeln sich im Wasser. Jaguare schleichen durch den Dschungel.“ (S. 42)

In kurzen, spannenden Kapiteln wird über das Leben von Alexander von Humboldt berichtet: Von seiner Zeit als Jugendlicher und Student des Bergbaus, über seine große Forschungsreise nach Amerika, bis hin zu seinem Leben als angesehener und berühmter Wissenschaftler in Europa. Unterbrochen sind die Schilderungen durch wundervolle Illustrationen und kurze Exkurse zu einzelnen Sachverhalten, z.B. den Passatwinden, den Inkas oder dem Mammutbaum. Diese sind so in das Layout eingebunden, das man sie bei Interesse gut lesen, sie aber genauso gut überspringen kann. Immer wieder werden auch Zitate Humboldts eingestreut, die seine absolute Begeisterung für die Natur, die Menschen und vor allem für den großen Zusammenhang zwischen allem deutlich machen.

„Ich hatte seit meiner ersten Jugend den glühenden Wunsch nach einer Reise in entfernte und von den Europäern wenig besuchte Länder.“ (S. 11)

Immer wieder habe ich das Lesen unterbrochen, um meinem Freund zwischendurch von Humboldt zu erzählen. Einige Kapitel habe ich ihm sogar voller Begeisterung vorgelesen. Ich wollte mein Wissen, meine Freude und meinen Enthusiasmus einfach mit jemandem teilen. Sehr schnell sind übrigens auch weitere Bücher aus dem Gerstenberg Verlag auf meine Wunschliste gewandert. Ein Titel („Verborgene Schätze. Versunkene Welten“) liegt zum Glück schon griffbereit.

„Alexander von Humboldt oder Die Sehnsucht nach der Ferne“ vereint für mich alles, was ich von einem Sachbuch erwarte. Ich lerne dazu, ich fühle mich unterhalten und ich werde begeistert. Was kann ein Buch mehr erreichen?

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Alexander von Humboldt oder Die Sehnsucht nach der Ferne – Volker Mehnert (Text) und Claudia Lieb (Illustration) – Hardcover – 112 Seiten – 25,00 € – ISBN 978-3-8369-5999-5 – erschienen: Juni 2018 (Gerstenberg) – Altersempfehlung: ab 10 Jahren

[Geplauder] Laufen, Lesen, Lieblingsmenschen – das waren meine Sommerferien 2019

Habt ihr die tolle Alliteration im Titel bemerkt? Hah, wenn das kein Eyecatcher ist! 😉

Heute ist der letzte (wirklich der allerletzte) Tag meiner Sommerferien. Gestern und heute war ich schon wieder in der Schule, aber ein bisschen Zeit zum Durchatmen und letzten Genießen bleibt heute doch noch. Zeit, um kurz auf die vergangenen Wochen zurückzublicken. Ich muss sagen: Ich hatte eine wirklich schöne Zeit!

Laufen

Mein Rücken möchte weiterhin, dass ich möglichst viel laufe und so habe ich mein Schrittziel in den Ferien zunächst von 10.000 auf 12.000 und dann auf 13.000 Schritte erhöht – und an den allermeisten Tagen sogar erreicht.

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Ich bin ja ein kleiner Zahlenfreund (die Mathelehrerin lässt grüßen) und so konnte ich gerade nicht anders als die Schritte der letzten Tage zusammenzurechnen. In den 6 Wochen Sommerferien bin ich insgesamt 506.499 Schritte gegangen. Das macht im Schnitt (trotz der heißen Tage) von 12.060 Schritten am Tag.

Lesen

Gelesen habe ich in den Sommerferien zum Glück wieder richtig viel. Insgesamt konnte ich 11 Bücher beenden, die mir auch ausnahmslose alle wirklich gut gefallen haben. Hier ein wirklich kurzer Kurzüberblick:

  1. Der Hummelreiter Friedrich Löwenmaul“: Kinderbuch – liebevoll – hummelig
  2. „Mein Sommer mit Mucks“: bewegend – Lieblingsautorin – Schullektüre
  3. „Ein Sommer in Sommerby“: Nanni-Tipp – Sommerfeeling – herzerwärmend
  4. „Todesmärchen“: dritter Band – spannend – Maarten S. Sneijder
  5. „Zerschmettert“: würdiger Reihenabschluss – Slomo, das Faultier – Urban Fantasy
  6. „Der Sound meins Lebens“: Urlaubsbuch – sarkastisch – unterhaltsam
  7. „Die Stille zwischen den Sekunden“: überraschend – psychologisch durchdacht – bewegend
  8. „Suche mich nicht“: spannend – geschickt konzipiert – neue Autorenentdeckung
  9. „Der lächelnde Odd und die Reise nach Asgard“: Kinderbuch – wunderschöne Illustrationen – Götter und Helden
  10. „Blind“: Be My Eyes – interessant – Pageturner
  11. „Alexander von Humbold oder Die Sehnsucht nach der Ferne“: informativ – unterhaltsam – toll illustriert
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Blogarbeit mit leckeren Low-Carb-Waffeln

Tatsächlich habe ich in diesem Ferien auch ziemlich viel gebloggt. Ich schaffe es ja selten, mir Blogbeiträge als Entwürfe für stressige Zeiten aufzusparen, obwohl ich mir das immer vornehme. Aber wenn ich dann einen Beitrag oder eine Rezension fertig habe, dann möchte ich sie einfach auch gerne teilen.

Lieblingsmenschen

Tatsächlich habe ich in den Ferien sehr viel Zeit mit vielen verschiedenen Lieblings-menschen verbracht. Mit einer lieben Freundin war ich für ein paar Tage in Holland, mit meinem Herzensmann im Urlaub in Polen. Dann gab es viele Spieleabende, nettes Brunchen, Grillen, spontane Spaziergänge und IKEA-Besuche mit meinem besten Freund. Ich habe mehrere Male Minigolf gespielt, war Bogenschießen und mit einer lieben Freundin und ihrem Sohn im Zoo. Tolle Gespräche, viel Lachen und angenehmes miteinander Schweigen.

Ich muss in meinen Ferien auch gar nicht unbedingt lange Fernreisen machen. Es macht mich auch glücklich, einfach vor Ort mal Zeit und Muße für die Menschen zu haben, die mich glücklich machen.

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In diesem Sinne: Ich wünsche euch eine tolle Zeit – ob alleine oder mit Lieblingsmenschen, ob im Urlaub oder während der Arbeitszeit. Immer!

 

[Rezension] „Blind“ von Christine Brand

Blind

Nathaniel ist zum Essen eingeladen. Um seiner Adoptivmutter eine Freude zu machen, möchte er extra für sie sein blaukariertes Hemd anziehen. Für einen Sehenden ist das kein Problem, doch Nathaniel ist blind. Also nutzt er die App „Be my eyes“, mit deren Hilfe er mit der sehenden Carole verbunden wird, die ihm bei der richtigen Auswahl hilft. Doch noch während des Videochats hört Nathaniel plötzlich auf der anderen Seite der Leitung merkwürdige Geräusche. Carole klingt auf einmal ganz hektisch. Dann ein Kreischen, ein Rumpeln, ein schleifendes Geräusch. Und dann – nichts mehr!

„Hallo?“, brüllt Nathaniel in sein Telefon. „Hallo! Hallo!“
Doch die Leitung bleibt tot. (S. 43)

Nathaniel ist sich sicher, dass er Zeuge eines Verbrechens geworden ist. Allerdings will ihm bei der Polizei niemand glauben (nicht zuletzt, weil Nathaniel auch eine eigene Vergangenheit hat). Und so macht er sich gemeinsam mit seiner Bekannten Milla, der Journalistin, selbst auf die Suche nach Carole …

„Blind“ ist laut Verlagsseite der erste Band um die toughe Journalistin Milla Nova. Darüber habe ich mich gerade beim Recherchieren wirklich gefreut, denn ich kann mir gut vorstellen, die Reihe weiterzuverfolgen. Milla ist nicht die einzige sympathische Figur in diesem Krimi. Auch Nathaniel mochte ich wirklich gerne – nicht zuletzt, weil seine Blindenhündin Alisha immer an seiner Seite ist. Das Szenario, die Charaktere: All das hat mir wirklich gut gefallen.

Die Handlung weiß ebenso zu begeistern: Die Kapitel sind kurz und laden dazu ein, immer noch ein bisschen weiterzulesen – und noch ein bisschen, und noch ein bisschen. Erzählt wird aus vielen verschiedenen Perspektiven. Es gibt einzelne Handlungsstränge, die zunächst scheinbar nicht viel miteinander zu tun haben, dann aber doch sinnvoll zusammenlaufen.

„Der Schrecken tröpfelt träge in ihren Verstand. Der Erkenntnis klopft zunächst leise an, das Klopfen wird drängender und geht in ein lautes Hämmern über, bis sie endlich begreift, dass das kein Unfall war. Dass sie nicht dem Unglück, sondern dem Bösen begegnet ist. Und dass es noch nicht vorbei ist.“ (S. 62)

Bei all der Begeisterung habe ich gerade zum Ende hin auch ein paar kleine Aspekte, die mir nicht so gut gefallen haben. Zum einen suchen zum Schluss zwei Parteien nach Carole, die sich aber leider so gar nicht austauschen. Wenn man das gesammelte Wissen vereint hätte, wäre man viel schneller vorangekommen. Natürlich soll dies die Geschichte besonders spannend machen, weil der Leser mehr weiß als die einzelnen Protagonisten, aber dies kam mir manchmal etwas künstlich vor. Künstlich ist dann auch mein zweites Stichwort, denn zum anderen waren mir einige Hindernisse gegen Ende des Buches zu überzufällig: ein vergessenes Handy hier, ein leer Akku da und schon ist alles etwas dramatischer, aber eben auf eine für mich etwas künstliche Art und Weise.

Dennoch: „Blind“ ist ein wahrer Pageturner, den ich trotz einiger Kritikpunkte wirklich gerne gelesen habe. Ich bin gespannt, wann ich wieder etwas Zeit mit Milla verbringen darf, und hoffe ein bisschen, dass ich vielleicht sogar wieder – zumindest am Rande – auf Nathaniel und Alisha (ja, die Hündin hat es mir wirklich angetan) treffe. 8 von 10 Sternen!

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Blind – Christine Brand – Klappbroschur – 448 Seiten – 15,00 € – ISBN: 978-3-7645-0645-2 – erschienen: März 2019 (Blanvalet)