[Rund um’s Buch] DJLP 2016 – mein Eindruck von einigen der nominierten Bücher

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Wie in jedem Jahr habe ich mich mit einigen der nominierten Bücher für den Deutschen Jugendliteraturpreis beschäftigt. Wie in jedem Jahr habe ich mich hierbei auf die Jugendbücher konzentriert. Und wie in jedem Jahr habe ich es nicht geschafft, alle Bücher zu lesen. Und zu guter Letzt: Wie in jedem Jahr ist mein Eindruck natürlich absolut subjektiv.🙂

Welche Bücher in den Sparten Jugendnominiert sind, seht ihr übrigens hier.

„Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt“ von Yoon

Ein Buch, was ein tolle Sprache und grundsätzlich eine interessante Grundidee hat. Mir hat der Schluss aber einfach gar nicht gut gefallen. Ich finde, dass es sich die Autorin damit etwas leicht gemacht. Meine ausführliche Rezension zum Buch findet ihr hier.

„Goodbye Bellmont“ von Quick

Dieses Buch hat mir wirklich gut gefallen. Es ist voller Emotionen und innerer Konflikte. Es werden viele wichtigen Themen wie Familie, Freundschaft, Ziele, Liebe und Identität angesprochen. Und das ganz subtil und unterhaltsam. Ein absolut lesenswertes Buch!

„Halbe Helden“ von Lange

Eine Freundschaft zwischen dem vermeintlich aggressivsten Jugendlichen der Schule, der kurz davor ist, mal wieder suspendiert zu werden, und einem Jungen mit Down-Syndrom – geht das? Und wenn ja: Wer profitiert mehr von dieser Freundschaft? Ein schönes Buch, das mir wirklich gut gefallen hat. Der DJLP wäre absolut verdient.

„Das hier ist kein Tagebuch“ – Sassen

Langsam, Seite für Seite erfahren wir die Geschichte von Bou. Warum geht er nicht mehr zur Schule? Wie kann er den Selbstmord seiner Mutter verarbeiten? Darf man darüber wütend sein? Und wie kann man mit all den nicht gefühlten Gefühlen umgehen? Wichtige, eindringliche Frage. Tiefe Trauer. Ein winziger Hauch von Hoffnung. Ein tolles Buch, das zum Nachdenken anregt.

„Eleanor & Park“ – Rowell


Mehr muss man dazu nicht sagen. Wer doch etwas genaueres lesen möchte, kann hier in meiner ausfürlichen Rezension stöbern.

„Mädchenmeute“ – Fuchs

Dieses Buch verwirrt mich. In Teilen finden ich es gut, unterhaltsam und bewegend. In großen Teilen aber auch einfach nur unrealistisch, überzogen und merkwürdig geschrieben. „Komisch“ trifft es in meinen Augen am besten.

Wie immer würde es mich interessieren, welche der nominierten Bücher du gelesen hast und wie du sie fandest. Ich freue mich auf deinen Kommentar.

[Geplauder] Blogpause

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Ihr habt es mitbekommen: Auf meinem Blog ist es noch stiller als sonst. Fast ein Monat ist seit meinem letzten Beitrag vergangen. Und wisst ihr was? Das macht mir gerade gar nichts. Es fühlt sich sogar gut an, nicht immer den nächsten Beitrag, das nächste Sonntagsgeplauder und die nächste Rezension im Kopf zu haben.

Ich bin mir zum Glück sicher, dass die Lust am Schreiben wiederkommen wird, aber gerade genieße ich es, hier nicht aktiv sein zu „müssen“. Und deswegen verlängere ich die Blogpause – und zwar auf unbestimmte Zeit. Bis es mir wieder in den Fingern kribbelt, weil ich unbedingt etwas mit euch teilen möchte.🙂

[Kurzer Leseeindruck] „Schwarzer Dolch. Chroniken der Seelenfänger 1“ von Alexey Pehoy

Reiheninfo:

  1. „Schwarzer Dolch“
  2. „Dunkler Orden“
  3. – weitere Titel noch unbekannt –

Klappentext:

Ludwig van Normayenn wird geachtet und doch gefürchtet. Als Seelenfänger verfügt er über die Gabe, dunkle Seelen zu erkennen, die noch nicht bereit sind, das Reich der Sterblichen zu verlassen. Oft ist er die letzte Hoffnung der Menschen, die von den Ausgeburten des Dunkels heimgesucht werden. Auf der Jagd nach den ruhelosen Seelen zieht er von Fürstentum zu Fürstentum – doch auf seiner Reise erwarten ihn Feinde, die noch schrecklicher und gefährlicher sind, als er sich vorzustellen vermag … (Quelle)

Mein Eindruck:

„Huch, das kenn ich doch?!“, war das erste, was ich beim Lesen dachte.

Alexey Pehov hat mit „Schwarzer Dolch“ den Auftakt zu einer neuen Fantasy-Reihe geschrieben und da der Autor zu meinen absoluten Favoriten im Fantasybereich zählt, war klar, dass ich das Buch möglichst schnell lesen würde. Dass ich darin eine schon bekannte Geschichte entdecken würde – damit hatte ich nicht gerechnet.

Gelesen hatte ich das erste Kapitel bereits in der Novellensammlung „Schattendieb“. Das hätte mir direkt deutlich machen müssen, worauf ich dann tatsächlich erst nach 300 Seiten gekommen bin: „Schwarzer Dolch“ ist kein Fantasyroman im herkömmlichen Sinne, sondern mehr eine Novellensammlung. Es gibt zwar einen durchgängigen Hauptcharakter und die Handlung läuft auch chronologisch ab und die einzelnen Kapitel nehmen im weitesten Sinne auch Bezug aufeinander, aber es gibt keinen erkennbaren roten Faden bzw. ein übergeordnetes Ziel, auf das die Geschichte hinausläuft.

Grundsätzlich ist gegen eine weitere Novellensammlung von Pehov ja nichts einzuwenden, doch lese ich einfach lieber Romane und fiebere mit den Charakteren einem gewissen Ziel entgegen. Das Wichtigste ist aber: Ich möchte vor dem Kauf eines Buches wissen, ob mich ein Roman oder eine Novellensammlung erwartet. Das ist hier in meinen Augen nicht transparent genug gemacht worden. Und so habe ich leider das neueste Buch von Pehov nach 300 Seiten enttäuscht abgebrochen. Müsste ich es bewerten, würde ich 4 von 10 Sternen geben.

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Schwarzer Dolch. Chroniken der Seelenfänger 1 – Alexey Pehov – Klappbroschur – 480 Seiten – 16,99 € – ISBN: 978-3-492-70396-3 – erschienen: Mai 2016 (Piper) – Übersetzung: Christiane Pöhlmann

[Sonntagsgeplauder] 7.8.2016

Oder: Ich hoffe, ihr habt Zeit?

Buchgeplauder

Puh. Das letzte Sonntagsgeplauder ist schon ganz schön lange her. Dementsprechend haben sich auch einige Sachen angesammelt. Sogar gelesene Bücher. Krass.😀

So habe ich beispielsweise „Das also ist mein Leben“ von Chbosky gelesen, das mir sehr gut gefallen hat. Ich hoffe, ich kann demnächst eine Rezension oder wenigstens einen kurzen Leseeindruck dazu verfassen.
„Flieg, so hoch du kannst“ von Jonsberg hat mich leider enttäuscht. Die Idee ist toll, aber die Umsetzung war mir viel zu oberflächlich und das Ende zu rosarot. Schade!
Von Patrycja Spychalski habe ich ja vor kurzem „Heute sind wir Freunde gelesen“. „Fern wie Sommerwind“ habe ich in signierter Form.❤ Es konnte mich zwar nicht ganz so begeistern wie mein erstes Buch der Autorin, aber es war trotzdem ein sehr gelungenes Urlaubsbuch.
Endlich ist der neueste Band der Chroniken des eisernen Druiden erschienen: „Getrickst“ von Kevin Hearne hat mir auch wieder deutlich besser gefallen als sein Vorgänger.
„Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt“ von Yoon habe ich übrigens sogar schon rezensiert.

In der Zeit haben sich natürlich auch einige Neuerscheinungen angesammelt, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Ich hoffe, ich habe alle neuen Bücher erwischt.

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Vom Verlag zusammen mit einer geheimnisvollen Postkarte und wal-igem Knabberkram zugeschickt bekommen. Dankeschön!

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Leih- und Geschenkgaben von meiner lieben Sarah

Aktuell lese ich übrigens „Spuren“ von Robyn Davidson. In dem Buch geht es um eine junge Frau, die mit vier Kamelen und einem Hund die australische Wüste durchqueren möchte. Drei Mal dürft ihr raten, wer heute Nacht geträumt hat, das ihr die eigenen Kamele abgehauen sind? Richtig!😀

Lebensgeplauder

Ich genieße meine Ferien. Sehr sogar. Insbesondere der Urlaub auf Pellworm war toll und gehört zu meinen absoluten Highlights. Gemeinsam mit meinem besten Freund habe ich eine Woche nur entspannt. So ganz unaufgeregt und ohne große Unternehmungen. Lesen, im Garten liegen, spazieren, am Meer sitzen, essen, schlafen, lachen. Perfekt.

Ich könnte euch jetzt unendlich viele Fotos zeigen, aber das würde den Beitrag vermutlich sprengen. Einen kleinen Eindruck habt ihr ja hier schon bekommen. Hier ein weiterer:

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In der letzten Woche war ich dann viel unterwegs, habe meine liebe Nanni und die genauso liebe Sarah besucht. Mit Sarah war ich dann auch endlich in meinem Lieblingsbuchladen – dem Buchladen am Freiheitsplatz. Dort durfte ich dann nicht nur ein wenig in den Regalen stöbern, sondern auch gleich drei liebe KollegInnen von Sarah kennenlernen, mit denen ich teilweise schon Mailkontakt hatte oder die ich von der Facebookseite des Buchladens schon kannte. Gekauft habe ich übrigens „Geschenkt“ von Daniel Glattauer, das ich bisher nur als Ebook besessen habe. Nun steht es endlich auch in meinem Regal.

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Stöbern im Buchladen🙂

Freitag habe ich dann gemerkt, dass ich die ganzen Aktivitäten (Besuche, Verabredungen und Sport) zwar sehr genossen habe, es aber definitiv Zeit wird, mal einen Gang zurückzuschalten und durchzuatmen. So habe ich gestern und heute bisher kaum was gemacht und merke, wie müde ich eigentlich bin.😀 Zum Glück habe ich ja noch zwei Wochen frei. Da werde ich jetzt ganz bewusst darauf achten, mehr Entspannungszeit einzubauen.

Bloggereigeplauder

Sarah hat 15 gute Gründe (bzw. gute Bücher) gefunden, warum sie gerne liest.

Philip hat den Fantasy Book Tag beantwortet. Da er einer meiner liebsten Fantasyblogger ist, sind seine Antworten auf jeden Fall lesenswert.

Eine meiner liebsten Kategorien auf Carolines Blog sind ihre Einblicke in die Lektüre ihrer Zugnachbarn. Endlich gibt es mal wieder eine neue Ausgabe.🙂

Der cbt/cbj Verlag stellt fünf Bücher über Freundschaft vor. Ein Thema, das ich immer wieder gerne in Büchern lese.

Mara mochte „Margos Spuren“ von John Green genauso gerne wie ich. Es ist eindeutig eines meiner liebsten Bücher des Autos.

Friedelchen stellt auf ihrem Blog ein scheinbar ganz besonderes Buch vor, dass mich trotz der literarischen Schreibweise sehr reizt: „Wir wussten beide, es war was passiert“.

Simone rezensiert auf ihrem Blog nicht nur das neueste Buch von Markus Heitz, sondern stellt auch noch ein Interview mit dem bekannten deutschen Fantasyautoren vor.

Auch auf Damaris‘ Blog bin ich gleich doppelt fündig geworden: Ihre Rezensionen zu den Büchern „Zimt und weg“ und „Evolution. Stadt der Überlebenden“ lassen mich gedanklich schon fast zum Buchladen laufen.

[Rezension] „Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt“ von Nicola Yoon

Klappentext:

Wenn ihr Leben ein Buch wäre, sagt Madeline, würde sich beim Rückwärtslesen nichts ändern: Heute ist genau wie gestern und morgen wird sein wie heute. Denn Madeline hat einen seltenen Immundefekt und ihr Leben lang nicht das Haus verlassen. Doch dann zieht nebenan der gut aussehende Olly ein – und Madeline weiß, sie will alles, das ganze große, echte, lebendige Leben! Und sie ist bereit, dafür alles zu riskieren. (Quelle)

Meine Meinung:

„Wenn mein Leben ein Buch wäre, würde sich beim Rückwärtslesen nichts ändern. Heute ist genauso wie gestern. Morgen wird genauso sein wie heute. Im Buch von Maddy sind alle Kapitel gleich.“ (S. 178)

Madeline ist krank. Sie leidet an einem Immundefekt und darf deswegen das Haus nicht verlassen. Die meiste Zeit geht es ihr aber gut: Sie liebt ihre Mutter und Carla, ihre Krankenpflegerin. Sie liest unheimlich gerne und arbeitet mit Eifer an ihren Onlinekursen.
Doch dann zieht Olly gegenüber ein. Olly, der einfach so die Wand hochklettert. Olly, der immer schwarz trägt. Olly, der plötzlich vom gegenüberliegenden Zimmer mit ihr zu kommunizieren beginnt. Olly mit den meeresblauen Augen.

„Kribbeln meine Fingerspitzen? Tun sie das sonst auch? Wieso bin ich so atemlos? Wie viele Saltos kann ein Magen machen, bevor er sich hoffnungslos verknotet?“ (S. 93)

Anfangs wehrt sich Madeline noch gegen ihre Gefühle, denn sie hat Angst, sich zu verlieben. Hat Angst, verletzt zu werden. Doch genauso wie der Leser ahnt auch Maddy, dass sie sich nicht lange schützen kann. Denn jeder von uns würde sich in Olly verlieben. Wie sich die Beziehung der beiden entwickelt, hat mir wirklich gut gefallen. Selten habe ich so viele Zitate aus einem Buch geschrieben, wie aus diesem hier. Die Liebe zwischen den beiden hat etwas sehr Anrührendes und Zartes.

„Ich war glücklich, bevor ich ihm begegnet bin. Aber jetzt bin ich lebendig und das ist etwas ganz anderes.“ (S. 199)

Bis kurz vor Schluss war ich also wirklich verliebt. Nicht nur in Olly, sondern in die ganze Geschichte. In das Buch. In die Worte.

Aber – ja, es muss leider ein Aber folgen – der Schluss hat mir das Buch leider ein wenig kaputt gemacht. Die Autorin macht es sich mit dem Ende ziemlich leicht, finde ich. Außerdem gibt es eine interessante Nebenhandlung, die Olly betrifft, doch an dieser Stelle bleibt Nicola Yoon viel zu oberflächlich. Es scheint so, als wollte sie Olly etwas Tiefgang verleihen, indem auch er seine eigene Geschichte bekommt. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass diese dann auch mehr Raum bekommt.

„Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt“ konnte mich in vielen Aspekten überzeugen. Ich mochte Maddy und Olly. Die Liebesgeschichte, die sich langsam und vorsichtig zwischen den beiden entspannt, konnte mich sehr berühren, was vor allem daran lag, dass die Autorin sie wundervoll bildhaft beschrieben hat. Doch das Ende und auch die Geschichte um Olly und seine Familie haben mich nicht wirklich zufriedengestellt. Deswegen vergebe ich trotz großer Begeisterung über weite Teile des Buches hinweg nur 7 von 10 Sternen.

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„Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt“ war 2016 für den DJLP nominiert.

Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt – Nicola Yoon – Hardcover – 336 Seiten – 16,99 € – ISBN-13: 978-3-7915-2540-2 – erschienen: September 2015 (Dressler) – Altersempfehlung: ab 14 Jahren