[Rezension] „Don Karlos“ von Friedrich Schiller

Don KarlosInhalt:

In diesem Drama Schillers geht es um so vieles: Es geht um einen Sohn, der von seinem Vater nicht geliebt wird, aber seine Stiefmutter liebt. Es geht um Freundschaften, um Reformationsgedanken, um politische Intrigen und die Inquisition.

Ausgangslage dieses Dramas ist die folgende Situation: Don Karlos, Prinz von Spanien, liebt seine Stiefmutter, die ehemals ihm versprochen war. Dies bietet einigen Personen am Hof die Grundlage für Intrigen. Karlos kann sich bald nicht mehr sicher sein, wer Freund und wer Feind ist. Die Geschichte ist historisch basiert. Den König Phillip II. von Spanien, sowie seinen Sohn Karlos gab es wirklich.

Meine Meinung:

„Don Karlos“ ließ sich für mich sehr schwer lesen. Ich musste mich häufig von Auftritt zu Auftritt kämpfen. Doch zwischendurch gab es immer wieder Lichtblicke. Einer dieser Lichtblicke war der komplette letzte Akt, der mir in seiner Deutlichkeit, Entwicklung und Emotionalität sehr gut gefiel. Aus diesem Grund beende ich das Drama mit einem guten Gefühl und habe die „Strapazen des Leseprozesses“ fast vergessen.

Was mich an diesem Stück, das von Schiller über einen langen Zeitraum und mit vielen verschiedenen Fassungen geschrieben wurde, besonders gefällt, ist, dass der Leser sich den Aspekt des Dramas, der ihn am meisten interessiert, in den Vordergrund stellen kann. Nicht umsonst kursieren viele verschiedene Interpretationsversuche, die „Don Karlos“ als Ideendrama oder Freundschaftsdrama bezeichnen oder den Inhalt mit einem theologischen Freiheitskrieg umschreiben.

Was sich Schiller nun wirklich dabei gedacht hat, darum sollen sich die schlauen Köpfe der Literaturszene streiten. Mir gefällt diese Vielschichtigkeit und Mehrdeutigkeit sehr gut.

Insgesamt möchte ich diesem nicht leicht zu lesenden Stück 7 von 10 Sterne geben und gleichzeitig für geübte Dramenleser und Klassikliebhaber eine absolute Leseempfehlung aussprechen.

stern 7

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