[Rezension] „Scherbenpark“ von Alina Bronsky

ScherbenparkInhalt:

Sascha wohnt mit ihrer beiden kleinen Geschwistern und einer fernen Verwandten in einem Viertel voller russischer Einwanderer nahe Frankfurt. Sascha ist die einzige dort, die gut deutsch spricht und eine bessere Schule besucht. Und sie ist auch die einzige dort, die noch Träume hat.

„Manchmal denke ich, ich bin die Einzige in unserem Viertel, die noch vernünftige Träume hat. Ich habe zwei, und für keinen brauche ich mich zu schämen. Ich will Vadim töten. Und ich will ein Buch über meine Mutter schreiben.“ (S. 7)

Saschas Mutters ist tot. Und Vadim ist der Mörder.

Mitten in Saschas Planungen, wie sie Vadim am besten töten kann, lernt sie den Journalisten Volker und seinen Sohn Felix kennen. Die sonst so kühle und gefühlskalte Sascha muss erkennen, dass auch sie sich einen Retter in der Not wünscht.

Meine Meinung:

Es sei gleich vorweg gesagt: Dieses Buch zu bewerten fällt mir sehr, sehr schwer. Die Geschichte an sich ist interessant und mitreißend. Allerdings ist mir die Handlung teilweise etwas zu zufällig und zu konstruiert. Auch die Handlungen von Sascha kann ich nicht immer nachvollziehen. Dies kann allerdings auch Absicht der Autorin sein, die mit Sascha eine Hauptfigur kreiert hat, die beeindruckt. Gezeichnet durch das Schicksal versucht sie auf ihrem Weg, einem Weg der kaum Blick für die Mitmenschen übrig hat, sich durchs Leben zu schlagen. Dadurch handelt sie auch nicht immer so rational wie ich es vielleicht erwartet hätte.

Sehr gut gefallen hat mir hingegen die Sprache und der Stil des Buches. Durch die Ich-Perspektive befindet sich der Leser mittendrin und muss/kann die Geschichte mit Sascha gemeinsam erleben. Er wird förmlich mitgerissen und bekommt auch keine Pause eingeräumt. Dies wird auch noch dadurch verstärkt, dass es in diesem Buch keine einzelnen Kapitel und nur wenige größere Absätze gibt. Der Leser hat keine Zeit zum Luftholen und muss sich der fiktiven Realität im Scherbenpark genauso stellen wie Sascha auch.

Das Buch bekommt von mir 8 von 10 Sternen. Der Abzug ist für die oben schon angedeutete Überzufälligkeit der Ereignisse.

stern 8

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