[Rezension] „Das Lied der Träumerin“ von Tanya Stewner

Das Lied der TräumerinInhalt:

Als ihr Vater an Krebs verstirbt, fühlt Angelina nur noch eine große Leere in sich. Zu ihrer Mutter hatte sie nie ein so gutes Verhältnis, außerdem hält diese Pläne für Angelina bereit, die absolut nicht dem entsprechen, was Angelia will. Anstatt Jura zu studieren, würde sie lieber ihren Traum verwirklichen und Sängerin werden. Denn die Liebe zur Musik ist das Vermächtnis ihres Vaters. Und so zieht Angelina kurzerhand nach London, um dort ihre Musikkarriere zu verwirklichen. In ihrer WG leben noch die beiden so ungleichen Brüder Josh und Jeremy, die wie Tag und Nacht sind. Während sie zu Josh direkt eine intuitive Verbindung spürt (er ist ein genauso fröhlicher Träumer wie sie) begegnet ihr Jeremy stets mit einer herablassenden Überheblichkeit und übt trotzdem eine unerklärliche Anziehungskraft auf Angelina aus.

Meine Meinung:

Anders als das beinahe sanft anmutende Cover vermuten lässt, ist dieses Buch kein Mädchenroman, sondern ein All-Age-Buch, das sich vor allem an junge Erwachsene wendet. Es geht in diesem Buch um wirklich brisante Themen: Das Leben, die Liebe, Sex, Drogen, Identitätsprobleme und Lebensmüdigkeit. Dies sei der Rezension direkt vorweg gestellt, um die Zielgruppe zu verdeutlichen.

Tanya Stewner hat es geschafft, ein Buch zu schreiben, dass mich – trotz der Tatsache, dass mich viele Dinge stören – in den größten Teil komplett in seinen Bann gezogen hat.

In der Geschichte erhält die Musik als Angelinas Lebenselixier einen absolut hohen Stellenwert. Und ich, die sonst nie so viel mit Musik am Hut hat, habe während der ersten zwei Drittel der Geschichte ständig ein Lied auf den Lippen gehabt. Habe ständig nach Songtexten gesucht und bin fröhlich durch die Gegend getanzt. Und dass obwohl mir die streckenweise doch sehr überfröhliche und etwas zu lebenslustige Art von Angelina auf die Nerven gegangen ist. Absolut faszinierend, wie sich ihre Liebe zur Musik zumindest für eine Zeit auf mich übertragen hat.

„Für mich ist ein Träumer jemand, der ein festes Ziel vor Augen hat. Jemand, der sich mit Haut und Haaren ins Leben stürzt, um seinen Traum zu verwirklichen. Jemand, der es wagt für seinen Traum zu leben.“ (S. 19)

Auch Angelinas Definition einer Träumerin und der Gedanke, dass es wichtig ist, den eigenen Traum zu leben, hat mich beschäftigt und mich dazu gebracht, über meine eigenen Träume und Wünsche nachzudenken und zu reflektieren, ob und wie ich diese realisiere.

Ich schätze es immer sehr, wenn eine Geschichte etwas in mir bewegen kann und mich dazu bringt, mich selbst genauer zu betrachten. Dies ist der Autorin wirklich ausnahmslos gut gelungen.

Und trotzdem kann ich leider nicht vollkommen euphorisch zum Kauf dieses Buches raten, denn gerade der Schlussteil gefiel mir weniger gut. Das lag nicht am Schluss an sich, sondern mehr daran, dass mir das letzte Drittel zu voll an extremen, teilweise schwer nachzuvollziehbaren Ereignissenist.

Insgesamt sollte dieses Buch von Jugendlichen nicht einfach nur gelesen werden, sondern ich halte es für notwenig, dass man sich mit jüngeren Lesern danach über die Geschichte unterhält, denn sie wirft mich Sicherheit einige Fragen auf.

Frau Stewner hat ein mutiges Buch geschrieben und einige Themen angesprochen, die oft genug in der Jugendliteratur tabuisiert werden. Doch hätte es meiner Meinung nach gereicht, eines dieser Themen zu behandeln, denn sie sind schon komplex genug. Die Ballung von Besonderheiten, Zufällen und Tabuthemen macht die Geschichte für mich etwas unglaubwürdig und überzogen.

Trotz allem gelingt es der Autorin den Leser unmittelbar anzusprechen und mitzureißen. Es ist schon länger her, dass mich ein Buch so sehr in meinem Handeln und Denken beeinflusst hat. Im Großen und Ganzen gebe ich gute 7 von 10 Sternen.

 stern 7

Das Lied der Träumerin – Tanya Stewner – Hardcover mit Schutzumschlag – 388 Seiten – 16,95€ – ISBN-13: 978-3841421166 – erschienen: März 2011 (Fischer)

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