[Rezension] „Das wirst du nie mehr los“ von Gail Giles

Das wirst du nie mehr losInhalt:

Wade ist erst 9 Jahre alt, als er die schlimmste Tat seines Lebens begeht. Er steckt einen anderen Jungen in Brand. Dieser stirbt nach drei Tagen.

Wade verbringt die nächsten vier Jahre seines Lebens in einer Psychiatrie in der Abteilung für jugendliche Straftäter. Als er dann letztendlich entlassen wird, beginnt er in einem anderen Staat ein neues Leben. Er ist beliebt, hat eine tolle Freundin und ist erfolgreicher Sportler. … bis zu dem Moment, an dem die Wahrheit ans Licht kommt.

Wade und seine Familie müssen erneut umziehen und der inzwischen 16jährige beschließt, diesmal alles zu tun, um seine Familie zu schützen. Keiner soll je die Wahrheit erfahren. Doch dann lernt er Sam kennen…!

Meine Meinung:

„Ich wurde zehn. Zehn. Ich hätte bei den Pfadfindern sein sollen. Ich wog 31 Kilo. Ich hatte einen lockeren Backenzahn. Ich hatte ein anderes Kind ermordet“ (S. 20)

Die Autorin wählt eindringliche Worte, um die Geschichte von dem kleinen Jungen zu erzählen, der ein noch jüngeres Kind umgebracht hat. Und obwohl hier ein ernstes Thema auf eine meines Erachtens angemessene Art und Weise behandelt wird, liest sich dieses Buch sehr leicht. Dazu ist es stellenweise sogar voller Humor und Ironie. Sehr passend, denn auch Wade muss oft Galgenhumor aufbringen, um mit seinen Schuldgefühlen umgehen zu können.

Während des Lesens habe ich mich oft gefragt, ob die Autorin den kindlichen Straftäter, die Hauptperson ihrer Geschichte, zu sehr in Schutz nimmt. Im Nachhinein muss ich sagen: In meinen Augen ist das nicht der Fall. Die Frage, ob Wade schuldig oder unschuldig ist, stellt sich nie. Im gesamten Verlauf der Geschichte dreht es sich darum, dass Wade lernen muss, mit seiner Schuld zu recht zu kommen. Natürlich werden auch hier Hintergründe beleuchtet, die aufzeigen, warum Wade eventuell diese Straftat begangen hat. Es werden aber nur mögliche Erklärungen gegeben und nie Entschuldigungen. Ein Verhalten, dass sicherlich auch in der Praxis im Umgang mit schwierigen, straffälligen Jugendlichen angebracht ist. Frei nach dem Motto: Ich kann verstehen, warum du so gehandelt hast, aber ich halte es dennoch für falsch.

Ihr seht: ein Buch, das mich sehr bewegt hat und zum Nachdenken anregt. Ich kann es nur jedem, der sich von dem Inhalt angesprochen fühlt, empfehlen. Volle Punktzahl: 10 Sterne!

stern 10

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