[Rezension] „Die Karte meiner Träume“ von Reif Larsen

Die Karte meiner TräumeInhalt:

T.S. Spivet lebt in Montana auf einer kleinen, abgelegenen Farm. Er ist Kartograph und bannt das komplette Leben auf der Farm in Zeichnungen und Diagrammen. So gibt es Zeichnungen davon, wie seine Schwester Maiskolben schält oder Diagramme zur Regelmäßigkeit des Whiskeykonsums seines Vater. Außerdem erstellt er viele Zeichnungen für die verschiedensten renommierten wissenschaftlichen Zeitschriften Amerikas.

Eines Tages erhält T.S. einen Anruf vom Smithonian Institut, das ihn einen wertvollen Preis für seine kartographische Arbeit überreichen will. Am Institut ahnt keiner, dass T.S. erst zwölf Jahre alt ist. Als er beschließt, die weite Reise nach Washington D.C. anzutreten, beginnt sich die Welt von T.S. zu verändern.

Meine Meinung:

Ich stehe diesem Buch sehr gespalten gegenüber:

Auf der einen Seite ist das Buch für Buchliebhaber ein wirklicher Schatz. Seite um Seite ist angefüllt mit Diagrammen und Zeichnungen von T.S., die die Erzählung untermalen, verdeutlichen oder ergänzen. Sehr hilfreich fand ich hierbei, dass kleine Pfeile innerhalb des eigentlichen Textes darauf hinweisen, an welcher Stelle die Randzeichnungen zu lesen sind. Ein konsequentes Lesen dieser zusätzlichen Informationen ist nicht immer notwendig, manchmal erheiternd, teilweise spannend, manchmal aber auch langweilig. An den langweiligen Stellen habe ich dann einfach im Text weitergelesen, was auch wirklich gut machbar ist. Die Machart des Buches war für mich ein absolutes Novum und ist meiner Meinung nach 5 Sterne wert.

Hier ein kleines Beispiel:

„Man war erwachsen, wenn man:

  1. Ohne erkennbaren Grund ein Nickerchen machte.
  2. Sich nicht mehr auf Weihnachten freute.
  3. Angst hatte, das Gedächtnis zu verlieren.
  4. Sehr hart arbeitete.
  5. Eine Lesebrille um den Hals trug und oft vergaß, dass man eine Lesebrille um den Hals trug.
  6. Dinge sagte wie „Damals warst du noch so klein“ […]
  7. Einkommenssteuer bezahlte und sich gern darüber ereiferte, „was zum Teufel die mit dem ganzen Geld machen“.
  8. Jeden Abend allein vor dem Fernseher Alkohol trank.
  9. Kindern nicht über den Weg traute.
  10. Sich für absolut nichts mehr begeisterte.“ (S. 345)

Andererseits ist die eigentlich erzählte Geschichte des Buches nicht immer so fesselnd, dass man das Buch geradezu verschlingen möchte. Insbesondere die zweite Geschichte innerhalb der eigentlichen Geschichte hat mich etwas gestört. Sie birgt zwar einige nette Anekdoten und eröffnet Einsichten in gewisse Charaktere, doch zieht sie meiner Meinung nach vor allem das Buch unnötig in die Länge.

Insgesamt finde ich, dass dieses Buch eine schöne Besonderheit und eine nette Geschichte über das Erwachsenwerden, das Besonderssein und die Wichtigkeit der Familie darstellt. Allerdings hätten mir auch etwa 300 Seiten anstelle der 435 Seiten gereicht. Ich möchte dem Buch 7 von 10 Sternen geben.

stern 7

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