[Rezension] „Please don’t hate me“ von A. S. King

Please don't hate meInhalt:

Vera und Charlie sind seid ihrer Kindheit beste Freunde gewesen. Gemeinsam haben sie den größten Teil der Schulzeit bestritten, Flugzeuge fliegen lassen, sind gewandert oder haben im Baumhaus von Charlie übernachtet. Doch jetzt ist Charlie tot.

Für Vera ist Charlie allerdings schon früher gestorben. Sie hasst ihn und sie liebt ihn. Denn sie ist die einzige, die weiß, was in der Nacht seines Todes passiert ist.

Meine Meinung:

Ich muss direkt am Anfang sagen, dass es mir unheimlich schwer fällt, dieses Buch zu rezensieren, denn obwohl sehr viel wirklich gelungen ist, hat das Buch auch eine große Schwachstelle: die Schreibart.

Die ersten etwa fünfzig Seiten über habe ich mir gedacht: „Oh Gott, wie schreibt die Autorin denn?“ Dieses Gefühl gipfelte insbesondere in den Kapitelüberschriften. Diese wirken auf mich sehr holprig und ungelenk. Im Gegensatz zu einigen anderen Büchern sind die Überschriften hier tatsächlich von Nöten, denn sie geben dem Leser einen Hinweis darauf, wer das folgende Kapitel zu welcher Zeit erzählt. Aber anstatt dass die Autorin schlichtweg den Namen und die entsprechende Zeit nennt, steht dort beispielsweise „Hier spricht der tote Typ“ in der Überschrift. Dass ich mich daran störe, mag kleinkariert wirken, aber mich haben diese Überschriften immer wieder in meinem Lesefluss gestört.

Doch spätestens nach den ersten hundert Seiten konnte ich über die etwas zu cool gewollte Schreibe der Autorin hinweg sehen und mich ganz der Handlung widmen.

Im Aufbau erinnert mich „Please don’t hate me“ ein wenig an „Die Hassliste“. Auch in diesem Buch wird ausgehend von der Gegenwart immer wieder ein Rückblick in die Vergangenheit gewagt, so dass der Leser mehr und mehr Puzzlesteine zu einem großen Ganzen zusammenfügen kann. Die Rückblicke finden hier nicht in einer chronologischen Art statt (zuerst die frühesten, dann die letzten), sondern mischen sich fröhlich durcheinander und spiegeln so meiner Meinung nach sehr gut Veras Gedanken und Erinnerungen an ihre Zeit mit Charlie wider. Langsam bekommt der Leser eine Ahnung, wohin ihn die Geschichte und die Handlung führen wird, und er beginnt, gespannt auf die Auflösung zu warten.

Die Geschichte wird vor allem aus Veras Sicht geschildert. Ab und an trägt auch Veras Vater oder Charlie etwas zur Handlung bei. Auch ein altes Stadtmonument schildert ab und an seine Sicht, doch das hat mich immer sehr irritiert.

Vera ist weit davon entfernt eine immer perfekte, immer sympathische Hauptperson zu sein. Im Alter von achtzehn Jahren trinkt sie während ihrer Arbeit als Pizzalieferantin heimlich Wodka. Sie denkt häufig etwas unlogisch und oft möchte man sie schütteln und sie dazu bringen, genau das Gegenteil von dem, was sie vorhat, zu tun. Aber genau das macht Vera meiner Meinung nach zu der geeignetsten Hauptfigur für diesen Roman. Denn heranwachsende Jugendliche machen nun mal Fehler, handeln an manchen Stellen nicht immer richtig, genauso wenig wie es die Erwachsenen in diesem Buch tun.

Man sieht, abgesehen von der ab und an merkwürdigen Art zu schreiben, ist dies ein wirklich fesselndes Buch über das Erwachsenwerden, das Verzeihen, die Pflicht Verantwortung für sich und das eigene Handeln zu übernehmen. Es behandelt zaghaft die Frage, in wie weit die Vergangenheit der Eltern die eigene Zukunft beeinflusst. Und zu guter Letzt ist es einfach ein Buch über Freundschaft, wenn vielleicht auch nicht im herkömmlichen Sinne.

Ich möchte dem Buch 7 von 10 möglichen Sternen geben und jedem Interessierten den Rat geben, sich selbst ein Bild über das Buch zu machen. Ich bin gespannt, was andere Leser sagen!

stern 7

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