[Rezension] „Second Face“ von Carolin Philipps

second faceInhalt:

Marie und Anne sind Zwillinge. Zweieiige zwar, doch sehen sie sich trotzdem recht ähnlich. Warum die Jungs dann immer nur auf Anne stehen, weiß Marie auch nicht so genau. Vermutlich weil Anne die offenere, lustigere, aktivere von beiden ist. Anne drängt sich einfach immer in den Vordergrund.

„Zum ersten Mal seit langem wird das Frühstück wieder eine fröhliche Angelegenheit. Wie immer hängt das Stimmungsbarometer von Annes Laune ab und die könnte heute nicht besser sein. Den traurigen Unterton in Maries Lachen hört niemand.“ (S. 64)

Als Marie mal wieder wegen Anne einen Jungen verliert, zieht sie sich in die virtuelle Realität zurück: Sie beginnt „Second Life“ zu spielen. Dort kann sie alles sein, was sie im realen Leben nicht ist. Dort hat sie Freunde und sogar Männer, die sich für sie interessieren. Doch bald zeigt sich: Die virtuelle Realität ist nicht immer so schön und unproblematisch, wie sie auf den ersten Blick erscheint

Meine Meinung:

Eine tolle Idee, die hinter diesem Buch steht: ein Mädchen, das im wahren Leben nicht so sein kann, wie sie es sich wünscht; die Möglichkeit der virtuellen Realität; die Gefahren des Internets: Cybermobbing! All das sind Themen die heute aktueller den je sind und vor allem auch in Jugendbüchern thematisiert werden sollten.

Doch leider hapert es in diesem Buch meiner Meinung nach ein wenig an der Umsetzung. Die Geschichte wird auf nur etwa 140 Seiten beschrieben, bietet aber Stoff für mehr. Viele Handlungen und Gefühle werden nur angedeutet, bzw. gar nicht richtig erzählt. Der Leser erfährt immer nur in kurzen Beschreibungen, was tatsächlich passiert ist. Er ist nie mittendrin.

Ich hatte beim Lesen das Gefühl, eine Art Manuskript für ein kommendes Buch in der Hand zu haben. Ein gutes Manuskript – ohne Frage – aber etwas unausgegoren und überarbeitungswürdig. So findet man leider einfach auch einige inhaltliche Fehler in dem Buch: zum Beispiel wird der Haflinger mit langer weißer Mähne einige Seiten später zu einem Friesen. Bei solchen Fehlern und Unausgegorenheiten fiel es mir schwer, mich richtig in die Handlung hineinzuversetzen.

Auch die beiden Hauptpersonen sind für mich nicht wirklich greifbar. Zu oft verhalten sie sich wie dumme kleine Mädchen, unreif und nicht nachvollziehbar. Damit möchte ich nicht sagen, dass sich Jugendliche nicht durchaus so benehmen dürfen und es in der Realität auch tun, aber gerade bei Marie hatte ich oftmals den Wunsch sie zu schütteln und ihr zu sagen: „Nun mach doch einfach. Erzähl es deiner Schwester, erzähl es dem Jungen und alles wird sich aufklären!“

Trotzdem soll hier nicht der Eindruck entstehen, dass ich ein schlechtes Buch gelesen habe. Die Story an sich hat ein wirklich großes Potential und insbesondere für Jugendliche, die sonst eher lesefaul sind, eignet sich dieses Buch in seiner Kürze. Ich allerdings hätte mir mehr Tiefgang, Ausführlichkeit und Logik in der Geschichte gewünscht.

Aufgrund der guten Idee und der Notwendigkeit in Jugendbücher vermehrt auf die Problematik der Onlineforen hinzuweisen, vergebe ich noch 5 von 10 Sternen.

stern 5

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