[Rezension] „Sommer war gestern“ von Ute Wegmann

Sommer war gesternInhalt:

Ela und Kati sind beste Freundinnen. Sie leben im selben öden, langweiligen Dorf, haben beide Probleme mit ihren Eltern und es verbindet sie ein großer Traum: Die beiden wollen später als Modedesignerinnen berühmt werden und hinaus in die weite Welt reisen. Weg aus ihrer jetzigen langweiligen Umgebung.

Es sind Sommerferien und die beiden Mädchen genießen die freie Zeit: unternehmen viel, lachen, haben sich gern und sind einfach glücklich… bis plötzlich Anouk in ihr Leben tritt. Kati und Anouk verstehen sich auf Anhieb und Ela fühlt sich ausgeschlossen. Kati ist ihre beste Freundin. Als Kati Anouk dann auch noch in die Designer-Zukunfstpläne einweiht, wird Ela klar: Sommer war gestern.

Meine Meinung:

„Mädchen, Freundschaft, Tränen“ steht als Überschrift auf dem Klappentext dieses Buches. Diese drei Schlagwörter fassen den Inhalt und die eigentliche Stimmung des Buches sehr gut zusammen. Die übermittelte Stimmung ist auch in der Geschichte selber sehr ausschlaggebend. Das Buch beginnt sehr abrupt. Als Leser ist man mittendrin im Leben der beiden fünfzehnjährigen Mädchen. Ohne große Erklärungen wird man hineingezogen in das Gefühlswirrwarr, die Probleme mit den Eltern, die Gedanken über das Verliebtsein und vor allem taucht man mitten in die Freundschaft ein.

Während anfangs die Stimmung, trotz einiger kleiner Probleme eindeutig positiv und beinahe überschwänglich ist, was auch im Schreibstil deutlich wird, ändert sich dies in eine traurige, nachdenkliche Stimmung sobald die Probleme mit Anouk auftauchen. Lässt man das Buch nach dem Lesen Revue passieren, muss man sagen, dass die Autorin die Handlung äußerst geschickt auch in ihrer Art zu schreiben umgesetzt hat.

Zu Beginn der Handlung wechselt sich die Sichtweise der Freundinnen ab, mal bekommt man etwas mehr Einblick in Elas Gefühlswelt, mal in Katis. Ich muss gestehen, dass mich das anfangs verwirrt hat, denn irgendwie konnte ich mir nie merken, wer von beiden wer war. Dies hat sich allerdings schnell gegeben. Und spätestens ab etwa der Hälfte des Buches bekommt Ela auch die größeren Anteile an der Geschichte, denn es ist ihre Geschichte. Ihre Sorgen und Ängste, die beste Freundin zu verlieren. Sorgen und Ängste, die sicherlich viele junge Mädchen in diesem Alter haben. Thematisch ist die Autorin also sehr dicht an der Jugend dran.

Als kleinen Kritikpunkt kann ich leider nur andeuten, um nicht zu viel vom Inhalt zu verraten, dass eine kleine Nebenhandlung in der Geschichte etwas unausgereift und ungeklärt bleibt. Ich habe während des Lesens immer wieder auf eine Auflösung von vielen kleinen Andeutungen gewartet und muss nun aber feststellen, dass es diese nicht gibt. Auch wenn das vielleicht von der Autorin beabsichtigt ist, hätte ich mir ein kurzes Aufgreifen der Thematik doch gewünscht. (Für alle, die das Buch noch nicht gelesen haben, muss dies sehr geheimnisvoll wirken, aber ich finde nichts schlimmer als Spoiler in Rezensionen.)

Trotzdem muss ich sagen, dass ich das Buch wirklich gerne gelesen habe. Es ist schön geschrieben, mitreißend und vermittelt gekonnt die Gedanken- und Gefühlswelt der beiden Protagonistinnen. Ich gebe diesem Buch 7 von 10 Sternen.

stern 7

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