[Rezension] „Zwei alte Frauen“ von Velma Wallis

Zwei alte FrauenInhalt:

Es ist ein harter Winter als das Volk der Gwich’in – ein Nomadenstamm in Alaska – beschließt, die beiden ältesten Frauen in ihrer Gemeinschaft zurückzulassen, um Nahrung und Energie zu sparen. Schon lange hatte man nicht mehr zu dieser Maßnahme greifen müssen, doch nun war es wieder soweit: die 75jährige Sa‘ und die 80jährige Ch’idzigyaak bleiben allein zurück.

Nach anfänglicher Verzweiflung besinnen sich die beiden Frauen auf ihre Kräfte und ihr Können und stellen fest, dass sie doch noch jünger sind als sie es lange Zeit dachten. Die beiden schaffen das unmögliche: Sie gewinnen neuen Mut und versuchen zu überleben. Ihr Plan:

„Ich glaube, wir haben es schon einmal gesagt, und wir werden es sicher noch viele Male sagen, und dennoch, ja, laß uns handelnd sterben“ (S. 41)

Meine Meinung:

Schon viel hatte ich von dieser Geschichte der zwei tapferen alten Frauen gehört, dementsprechend groß war meine Freude, als ich das Buch zwischen vielen anderen Büchern, die einfach so zum Mitnehmen bei meiner Arbeit angeboten wurden, entdeckte. Ich war etwas überrascht, wie dünn das Buch doch ist: nur ca. 140 Seiten, mit einigen Bildern.

Das Vorwort steigerte meine Vorfreude auf die Geschichte nur noch mehr, denn ich wusste bis dato nicht, dass die Autorin selber eine Nachkommin eines Nomadenstammes ist und die Legende um die zwei alten Frauen aus vielen Erzählungen ihrer Mutter kennt.

Beim Lesen musste ich dann leider feststellen, dass die Art der Autorin zu schreiben, mich absolut nicht mitreißen kann. Ich hatte erwartet, eine emotional packende Geschichte, voller Gefühle und Weisheiten zu lesen. Stattdessen wirkt das Buch auf mich wie ein sehr distanzierter Bericht. Einzig und allein das letzte Kapitel konnte mich ein wenig fesseln und bewirken, dass ich mit den Charakteren mitgefühlt habe. Was im Klappentext als „sparsame epische Mittel“ beschrieben wird, hat mich einfach nicht in den Bann gezogen.

Schade, denn die Geschichte an sich birgt schon einiges an Weisheit, die mit der schönen Phrase „Man wächst an seinen Aufgaben!“ umschrieben werden können. Aber auch das Thema Vergebung spielt in dem Buch eine große Rolle.

Insgesamt kann ich dieser Geschichte leider nur 5 von 10 Sternen geben, da ich mich einfach nicht genügend angesprochen und berührt gefühlt habe.

stern 5

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