[Rezension] „1984“ von George Orwell

1984 von George OrwellInhalt:

Wir schreiben das Jahr 1984. Es gibt drei große Mächte auf der Welt: Ostasien, Eurasien und Ozeanien. Ozeanien wird von der Inneren Partei regiert, die Äußere Partei, deren Mitglied auch Winston Smith ist, ist quasi Handlanger. Oberhaupt des ganzen ist der Große Bruder. Und der Große Bruder sieht alles und hört alles. Überall stehen Teleschirme, die jede Bewegung und jedes Geräusch aufnehmen können. Und doch wagt Winston es, an der Wahrheit der Partei und an deren Grundsätzen zu zweifeln. Er hofft auf eine Revolution. Und diese scheint gar nicht fern zu sein…

Meine Meinung:

KRIEG IST FRIEDEN

FREIHEIT IST SKLAVEREI

UNWISSENHEIT IST STAERKE

Im Zeitalter der Jugendbuch-Dystopien ist es auf jeden Fall spannend eine der früheren Anti-Utopien, bzw. Dystopien schlechthin zu lesen. Und während zwar auch einige Jugendbücher erschreckende und grausame Welten zum Handlungsort haben, kann doch mit der Welt aus 1984 nichts mithalten.

Mich hat es gar nicht so sehr erschüttert, dass Winston zu jeder Zeit Gefahr lief, beobachtet oder zumindest belauscht zu werden. Die Grausamkeiten des Systems haben mich zwar mitgenommen, aber am schlimmsten finde ich die (realistische?) Vorstellung, dass jemand bestimmt, was als Wahrheit gelten soll. So ist es Winstons Aufgabe, die Vergangenheit umzuschreiben. Sobald die aktuellen Geschehnisse nicht mehr den Prognosen in der Vergangenheit entsprechen, werden die Prognosen umgeschrieben. Gleiches gilt für Menschen, die umgebracht werden. Sie werden aus allen Archiven gelöscht, existieren nicht mehr und haben auch nie existiert.

„[Und] dann würde die auserwählte Lüge ins Archiv eingehen und zur Wahrheit werden.“ (S. 68)

Ich finde es immer schwer Klassiker zu bewerten, so auch „1984“:

Grundsätzlich kann man sagen, dass es dem Autor gelungen ist, eine Welt und in dieser Welt eine Doppeldeutigkeit zu erschaffen, die wirklich erschreckend ist. Durch die Ausführlichkeit der Beschreibungen hat man Einblick in das gesamte künstlich erschaffene System von 1984.

So entwickelte Orwell sogar eine eigene Amtssprache für Ozeanien: Neusprech.

Doch muss ich auch festhalten, dass ich froh war, als ich die letzten Seiten des Buches gelesen hatte. Orwell beschreibt alles sehr genau, was zur Folge hat, dass die eigentliche Handlung nur sehr langsam vorangeht und eigentlich nur wenige Seiten umfasst. Meiner Meinung nach hätte man das Buch auch um 100 Seiten kürzen können und trotzdem wäre noch genügend an beklemmenden Gefühl übrig geblieben.

Ich vergebe insgesamt 5 von 10 Sternen. Wer Interesse an einem Vorgänger von „Panem“, „Neva“ und Co hat, sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen. Doch sollte man sich bewusst sein, dass Orwells Werk viele Gedanken und wenig Handlung umfasst.

stern 5

1984 – George Orwell – Taschenbuch – 400 Seiten – 8,95 € – ISBN-13: 978-3453164215 – erschienen: August 2002 (Neuausgabe; Heyne)

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