„84, Charing Cross Road. Eine Freundschaft in Briefen“ von Helene Hanff

84Inhalt:

Eigentlich wollte Helene Hanff in dem Londoner Antiquariat nur einige gebrauchte Bücher bestellen, doch dann entwickelt sich zwischen ihr und dem Ladeninhaber eine wahre Brieffreundschaft, die über Jahre hinweg andauern soll. Und das obwohl der zurückhaltende Antiquar und die direkte, manchmal etwas scharfzüngige Autorin aus New York auf den ersten Blick so gar nichts gemein haben…. außer ihrer Liebe zur Literatur.

Dieses kleine, feine Büchlein erhält die Briefe zwischen Helene Hanff und Frank Doel und lässt den Leser ein bisschen miterleben: die Freundschaft zwischen den beiden, die Auswirkungen des Krieges, private Höhen und Tiefen…

Meine Meinung:

Dieses Buch habe ich von einer lieben (Buch-)Freundin geschenkt bekommen, die beim Lesen der Briefe mit den Tränen zu kämpfen hatte. Ich kenne noch einige andere Personen, die das Buch gelesen haben. Und alle haben es geliebt.

Entsprechend hoch waren natürlich auch meine Erwartungen und ich habe mir für das Lesen einen ganz besonderen Zeitpunkt ausgesucht. Mit seinen knapp 160 Seiten ist es ein Buch, das sich wunderbar und gemütlich an einem Stück lesen lässt. Und genau das habe ich getan.

Ja, ich mochte das Buch. Es ließ sich leicht und angenehm lesen. Aber irgendwie hörte es für mich an dieser Stelle auch schon auf. So gerne hätte ich das Buch genauso geliebt wie meine Freunde. Aber aus irgendeinem Grund konnte mich die Geschichte, die sich hinter diesen Briefen verbirgt, nicht so richtig berühren und mitreißen.

Ich habe lange überlegt, was mir vielleicht gefehlt haben könnte. Heute hatte ich eine vage Idee. Ein Briefroman ist ja grundsätzlich vergleichbar mit einem Email-Roman, so zum Beispiel „Gut gegen Nordwind“. Doch ein gravierender Unterschied ist die fehlende Unmittelbarkeit. Während Emmi und Leo aus „Gut gegen Nordwind“ sofort auf den jeweils anderen reagieren konnten, so dauerte es bei Helene und Frank oftmals Monate, bis der Antwortbrief ankam. So geht ein Stückchen Spontaneität und Impulsivität verloren, insbesondere, weil auch manche Briefe zwischen den beiden abhanden gekommen sind.

Ich persönlich kann diesem nichtfiktivem Briefroman, der sich über mehrere Jahrzehnte erstreckt, nur 6 von 10 Sternen geben, möchte aber jedem raten, es selbst zu versuchen. Ich kenne viele absolut begeisterte Stimmen.

stern 6

84, Charing Cross Road – Helene Hanff – Taschenbuch – 160 Seiten – 7,00 € – ISBN-13: 978-3442731299 – erschienen: Februar 2004 (btb)

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