[Rezension] „Das absolut wahre Tagebuch eines Teilzeit-Indianers“ von Sherman Alexie

Das absolut wahre Tagebuch eines Teilzeit-IndianersKlappentext:

Arnold Spirit, genannt Junior, wächst im Reservat auf. Weil er stottert, lispelt und eine überdimensionale Brille trägt, wird er verprügelt und gehänselt als „der niedrigste Indianer am Totempfahl“. Als er mit 14 Jahren beschließt, als Erster seines Stammes auf eine „weiße“ Highschool außerhalb des Reservats zu gehen, hat dies weitreichende Folgen…

Über den Autor:

Sherman Alexie, 1966 geboren, gehört dem Stamm der Spokane-Indianer an. Er wuchs in Wellpinit, Washington, in einem Reservat auf. Mit drei Jahren lernte er lesen und konnte so der Armut und dem Elend seiner Umgebung entfliehen. Als Verfasser von u.a. Romanen, Gedichten und Drehbüchern gilt Alexie international als Stimme des »anderen« Amerikas. Für seinen ersten Jugendroman ›Das absolut wahre Tagebuch eines Teilzeit-Indianers‹ erhielt er 2007 den National Book Award und 2008 den Boston Globe-Horn Book Award. (Quelle)

Meine Meinung:

„Gäbe es eine Profiliga der Onanisten, ich wäre garantiert in der Nationalmannschaft und würde mich dumm und dusselig verdienen. Vielleicht denkst du jetzt: ‚Hör mal. Du sollst nicht in aller Öffentlichkeit übers Onanieren reden.’ Mir doch egal. Ich rede trotzdem darüber, weil nämlich JEDER onaniert. Und JEDEM macht es Spaß. Wenn Gott nicht gewollt hätte, dass wir onanieren, dann hätte er uns keine Daumen gegeben. Deshalb danke ich Gott für meine Daumen.“ (S. 34/35)

Vielleicht mag der ein oder andere von euch jetzt denken: Warum zum Teufel schreibt die so ein Zitat in eine Rezension? Kann ich euch sagen: Weil dieses Zitat genau das zeigt, was dieses Buch für mich ausmacht, nämlich der Humor.

Das Buch liest sich unheimlich schnell, aber diese wenigen Lesestunden waren wirklich lustig und unterhaltsam. Der Schreibstil des Autors ist für einen vierzehnjährigen Ich-Erzähler wirklich sehr gut gewählt. Meistens erzählt Junior witzig und mit einer unschlagbaren Selbstironie, teilweise dann wieder sehr ehrlich und traurig von seinem Leben im Reservat und seinen Erfahrungen an der „weißen Highschool“.

Eben mit dem teilweise autobiographischen Hintergrund sollte sich das Buch etwas ernsthafter lesen, doch eine richtige Botschaft hat mich irgendwie nicht erreicht. Ich hatte zwar damit gerechnet, ein unterhaltsames und auch humorvolles Jugendbuch zu lesen, aber ich dachte ehrlich gesagt, dass mich die Thematik mehr berühren würde. Aber nichts da: keine Gänsehaut, keine Tränen, noch nicht mal mehr viele Gedanken nach dem Zuklappen.

Ein kleines Schmankerl im Buch: Die ganze Geschichte ist gespickt mit kleinen Zeichnungen, die die Handlung und die Erzählung von Junior unterstreichen, verdeutlichen oder humorvoll auf die Schippe nehmen.

„Das absolut wahre Tagebuch eines Teilzeit-Indianers“ ist ein lustiges, wirklich nettes Buch für vergnügliche Lesestunden. Mehr hat es mir persönlich allerdings nicht gegeben. Ich weiß, dass andere das anders sehen. Vielleicht auch deswegen habe ich zwischen 6 und 7 Sternen geschwankt, aber da ich meine Bewertungsskala insgesamt wieder etwas runterschrauben möchte, vergebe ich fröhliche 6 von 10 Sternen und empfehle das Buch jedem, der für ein paar Stunden gut unterhalten werden möchte.

stern 6

Das absolut wahre Tagebuch eines Teilzeit-Indianers – Sherman Alexie – Taschenbuch – 272 Seiten – 7,95 € – ISBN-13: 978-3423782593 – erschienen: Oktober 2011 (dtv) – Altersempfehlung: 12-14 Jahre

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