[Rezension] „Die Kurzhosengang“ von Zoran Drvenkar (unter dem Pseudonym Victor Caspak & Yves Lanois)

Die KurzhosengangInhalt:

Die Kurzhosengang, das sind Rudolpho, Island, Snickers und Zement. Natürlich sind das nicht ihre echten Namen, aber so werden sie nun mal genannt. In Kanada sind die vier echte Prominente und in einem Fernsehinterview sollen die vier schildern, warum sie „Die Kurzhosengang“ heißen.

Hierfür haben Rudolpho, Island und Snickers je unterschiedliche Geschichten auf Lager, eine abstruser als die andere. Als Zement schließlich beginnt seine Geschichte zu erzählen, die von etwas ganz anderem handelt, ist das Interview eigentlich schon beendet. Zement ist immer etwas langsamer als seine Freunde und bekommt oft vieles nicht mit. Trotzdem ist er die eigentliche Autorität der Gruppe.Die Kurzhosengang

Und warum die Kurzhosengang nun so heißt? Lest das Buch!

Meine Meinung:

„Die Kurzhosengang“ ist ein Buch, das mich ein bisschen ratlos zurücklässt. Sowohl was den Inhalt angeht, als auch den Autoren betreffend. Und welche Meinung ich zu der Geschichte habe, weiß ich auch nicht genau.

Zum Autor: Wie in der Überschrift schon angedeutet, schreibt Drvenkar das Buch unter einem Pseudonym von zwei angeblich in Kanada wohnenden Autoren. Als Übersetzer ist Andreas Steinhöfel („Die Mitte der Welt“) angegeben. Da das Buch aber auf deutsch verfasst wurde, gibt es vermutlich keinen Übersetzer. Sehr mysteriös alles.

Das Buch ist gespickt mit Fußnoten zu angeblicher Sekundärliteratur oder kurzen Bemerkungen und Erläuterungen, ein nettes Zusatzschmankerl. Ich habe aber meist drüber hinweg gelesen.

Zum Buch selber: Die Geschichte ist in vier Teile geteilt. Zunächst erzählt Rudolpho: seinen Teil fand ich sehr wirr zu lesen, er weicht oft von der eigentliche Erzählhandlung ab und man hat bei seinem Teil am meisten das Gefühl, einem Elfjährigen zuzuhören.

Der zweite Teil gefiel mir sehr gut. Er wird von Island erzählt und handelt von einem Eishockeyspiel und einem Baby:

„“Viel Glück im Leben“, sagte er und rieb dem Baby das winzige Nasenbein. Nasenbeinreiben ist bei uns Tradition, unsere Eltern haben uns von klein auf zum Einschlafen über die Nase gerieben und das wirkte so sehr, dass, wann immer man uns heute das Nasenbein reibt, wir müde werden und einschlafe.“ (S. 94)

Der dritte Teil – mein absoluter Lieblingsteil (von Snickers) – beginnt harmlos mit einem Videoabend, endet aber ganz abenteuerlich mit einem Grizzlybären:

„Jeder von uns hatte eine Schale mit Chips auf dem Schoß und die Getränke standen auf dem Tisch vor uns. Unsere Füße waren immer auf dem Sofa. Falls jemand sich unter dem Sofa versteckte, um während des Films nach unseren Füßen zu schnappen, dann sollte er erstmal suchen. Es gab auch einen Notschalter, der direkt neben Island auf dem Boden lag. Der Schalter gehörte zu einer Stehlampe. Musste einer von uns aufs Klo oder bekam Angst, haute Island auf den Schalter und es wurde hell im Zimmer.“ (S. 117)

Der letzte Teil, der von Zement erzählt wird, ist wie auch der junge Erzähler etwas anders. Er driftet sehr ins mysteriöse/fantastische ab, was mich ein bisschen irritiert hat.

Da ich euch nicht so genau sagen kann, wie ich das Buch finde, macht euch anhand meiner Beschreibung und vor allem anhand der Zitate selber ein Bild. Die Geschichte ist definitiv sehr lustig, ich habe viele Male laut losgeprustet und noch öfter geschmunzelt. Sie liest sich schnell und (bis auf den ersten Teil) sehr angenehm. Ich würde mich freuen, wenn jemand das Buch kennt und eine Meinung dazu hat. Von mir gibt es 6 von 10 Sternen!

stern 6

Anmerkung: Im Jahr 2005 hat das Buch den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie Kinderbuch erhalten.

Die Kurzhosengang – Zoran Drvenkar – Taschenbuch – 6,95 € – ISBN-13: 978-3551355645 – erschienen: September 2006 (Carlsen) – empfohlenes Alter: 10-12 Jahre

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