[Rezension] „Die Sterne leuchten immer noch“ von Sarah Ockler

Die Sterne leuchten immer nochInhalt:

Schon seit ihrer Kindheit kennt Anna ihre beste Freundin Frankie und deren Bruder Matt. Die drei sind unzertrennlich. An ihrem fünfzehnten Geburtstag geht dann Annas größter Wunsch in Erfüllung: Matt und sie kommen zusammen. Doch Matt nimmt ihr das Versprechen ab, seiner Schwester erst einmal nichts davon zu verraten. Er möchte den richtigen Zeitpunkt abwarten und es ihr selber erzählen. Einige Wochen später stirbt Matt und Frankie weiß immer noch nichts von der Liebe zwischen ihrem Bruder und ihrer besten Freundin.

Anna bewahrt ihr Versprechen an Matt, doch als sie ein Jahr später gemeinsam mit Frankie und deren Eltern in den Urlaub fährt, erinnert alles an den verstorbenen Matt und die Gefühle rücken immer mehr an die Oberfläche. Als Frankie dann noch beschließt, dass die beiden Mädchen innerhalb der Urlaubswochen zwanzig Jungen daten sollen, wird die Situation nur noch komplizierter.

Meine Meinung:

Ich bin durch das wunderschöne Cover des Buches auf diese Geschichte aufmerksam geworden. Ich liebe das Bild einfach, das gleichzeitig eine sanfte Leichtigkeit, aber auch Nachdenklichkeit ausstrahlt. Zumindest auf mich.

Und genauso mehrdeutig wie das Cover ist auch diese komplexe Geschichte, die sich direkt mit nicht nur einem, sondern vielen schwierigen Themen beschäftigt. Zunächst steht natürlich das Thema Tod und das Abschiednehmen von einem geliebten Menschen im Vordergrund. Sehr glaubwürdig schildert die Autorin hierbei die unterschiedlichen Gefühle, die die einzelnen Figuren in der Geschichte empfinden. Jede Person geht auf ihre eigene Art und Weise mit dem Tod von Matt um und als Leser kann man förmlich spüren, wie schwer es für Anna ist, nicht über ihren wirklichen Verlust sprechen zu können. Denn sie hat nicht nur einen sehr guten Freund, sondern gleichzeitig auch die Liebe ihres Lebens verloren. Doch darf dies keiner wissen.

Außerdem versucht Anna für ihre Freundin Frankie stark zu sein, die sich seit dem Tod ihres Bruders sehr verändert hat. Frankie strotzt scheinbar nur vor Selbstbewusstsein, flirtet mit jedem Jungen, der ihren Weg kreuzt und ist einfach nicht mehr so unkompliziert und fröhlich wie früher. Die Freundschaft der beiden Mädchen ist längst nicht mehr so unbeschwert, wie sie es früher noch war. Und gespannt wartet man als Leser, wie diese Freundschaft den gemeinsamen Urlaub überstehen wird.

Die Schreibweise der Autorin ist sehr sprachgewaltig, dabei aber sanft und einfühlsam. Ich konnte mich sehr gut nicht nur in die Ich-Erzählerin Anna, sondern auch in Frankie hineinversetzen. Sehr harmonisch verstrickt Frau Ockler die Themen Freundschaft, Liebe, Tod, Abschiednehmen und die ganz normale Identitätsentwicklung von Jugendlichen, ohne aufgesetzt zu wirken. Erst nach dem Lesen einer schönen, berührenden Geschichte wurde mir bewusst, wie viele Gedankenanregungen und Emotionen die Autorin dadurch transportiert.

Ein wunderschönes Jugendbuch! „Die Sterne leuchten immer noch“ ist der erste Roman von Sarah Ockler und ich kann schon jetzt sagen, dass ich ohne zu zögern ihren zweiten Roman kaufen würde, was auch immer das Thema sein möge. Insbesondere Freunde von sprach- und emotionsreichen Büchern, die durch ihre Nachdenklichkeit und Sanftheit leben, wird dieses Buch gefallen: 10 von 10 Sternen.

stern 10

Die Sterne leuchten immer noch – Sarah Ockler – Hardcover mit Schutzumschlag – 352 Seiten – 16,99 € – ISBN-13: 978-3570137499 – erschienen: März 2011 (cbj)

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