[Rezension] „East End, West End und dazwischen Maniac Magee“ von Jerry Spinelli

East End, West EndInhalt:

Als Jeffery „Maniac“ Magee drei Jahre alt ist, sterben seine Eltern bei einem Zugunglück und Maniac wächst bei seinem Onkel und seiner Tante auf. Aber auch dort kann er nicht glücklich aufwachsen, denn seine Verwandten sprechen nicht mehr miteinander. So haut Maniac mit acht Jahren von zuhause ab und taucht ein Jahr später schließlich in Two Mills auf.

Und damit nicht genug: Maniac Magee scheint sich an keine der vorherrschenden Konventionen zu halten: er spaziert als weißer Junge gemütlich durch das East End (den Stadtteil der Schwarzen), ohne sich der Ungeheuerlichkeit auch nur bewusst zu sein. Als er sich dann auch noch mit einer farbigen Familie anfreundet, steht das East End Kopf…

Meine Meinung:

Das erste, was ich von diesem Buch wusste, war, dass es für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurde. Als ich mir dann den Klappentext durchgelesen habe, musste ich das Buch einfach kaufen. Ein Jugendbuch, das sich auf humoristische Weise mit der Rassentrennung beschäftigt, muss ja einfach gut sein. Oder?

Nein, muss es nicht unbedingt. „East End, West End…“ ist zwar auf jeden Fall kein schlechtes Buch im eigentlichen Sinne, aber es hat mich auch nicht wirklich überzeugt. Für meinen Geschmack passiert zu wenig und das wichtigste zu schnell. Zwar verbindet das Buch einige wirklich anrührende Geschichten, doch seltsamerweise gingen mir die nicht wirklich nah.

Vielleicht liegt es an der Tatsache, dass das Buch eher für jüngere Jugendliche gedacht ist und deswegen nicht ganz so in die Tiefe geht, wie ich es mir gewünscht hätte. Kinder ab zehn oder zwölf Jahren haben sich wahrscheinlich noch nicht so mit dem Thema beschäftigt wie ich und werden durch die Denkanstöße, die das Buch auf jeden Fall bietet, mehr überrascht und angeregt.

Und obwohl ich insgesamt mit einem „Naja“-Gefühl zurückbleibe, habe ich ein wirklich schönes Zitat entdeckt, dass ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte:

„In ihnen erwachte ein Gefühl, das sie vorher nie hatten. Das Gefühl von Wichtigkeit.

Was für eine wunderbare Sache das war, diese Wichtigkeit. Sie erwartete sie schon morgens beim Aufstehen, pumpte Luft in sie hinein wie in einen Basketball, ließ sie springen.“ (S. 141)

Ich schwanke bei meiner Bewertung sehr zwischen 5 und 6 Sternen. Das Buch ist sicherlich für jüngere Leser gut geeignet, um in die Abstrusität der Rassentrennung einzuführen. Auch als Schullektüre in einer 5. oder 6. Klasse kann ich mir die Geschichte sehr gut vorstellen. Das würde für 6 Sterne sprechen. Da es mir aber dann doch zu sehr an der Oberfläche blieb, vergebe ich 5 von 10 Sternen.

stern 5

„East End, West End und dazwischen Maniac Magee“ war 2001 in der Sparte „Jugendbuch“ für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

East End, West End und dazwischen Maniac Magee – Jerry Spinelli – Taschenbuch – 192 Seiten – 6,95 € – ISBN-13: 978-3423707275 – erschienen: Oktober 2002 (dtv) – Altersempfehlung: 12-14 Jahre (eher auch jünger)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s