[Rezension] „Gretchen“ von Chelsea Cain

GretchenReiheninfo:

  1. “Furie”
  2. “Grazie”
  3. “Gretchen”
  4. “Totenfluss”
  5. “Sterbensschön”

Achtung, diese Rezension kann Spoiler zu den ersten Bänden enthalten.

Klappentext:

Schon zwei Mal hat Detective Archie Sheridan den teuflischen Tanz um Leben und Tod mit der schönen Serienmörderin Gretchen Lowell überlebt. Es hat ihn alles gekostet, sie hinter Gitter zu bringen – beinahe sogar das Leben. Doch Gretchen Lowell ist die Flucht gelungen, und nun glaubt jeder, dass sie wieder zuschlagen wird. Tatsächlich kommt es zu einer neuen grausamen Mordserie. Auf den ersten Blick trägt sie die Handschrift von Gretchen Lowell – doch die Details stimmen nicht. Eine Botschaft an Archie? (Quelle)

Meine Meinung:

Die bisherigen Bände der Gretchen-Lowell-Reihe haben mich auf eine wirklich merkwürdige Art und Weise gefesselt: fasziniert und angeekelt zu gleich habe ich die Bücher gelesen, denn die Werke von Chelsea Cain sind nichts für schwache Nerven.

Die Grausamkeiten und perversen Ideen von Gretchen hatten schon in den ersten zwei Bänden ein solch hohes Level erreicht, dass man sich unweigerlich fragt, wie es der Autorin im dritten Teil gelingen soll, noch neue Ideen einzubringen, ohne zu übertreiben. Die Antwort: Gar nicht!

Zwar gibt es eine neue Grundidee, die durchaus ihren Reiz hat, trotzdem sind einige detailreiche Beschreibungen von Mord- und Foltermethoden schlichtweg übertrieben. Und ich bin eigentlich niemand, der vor solchen Ausmalungen zurückschreckt. Im Gegenteil! Es ist auch nicht so, dass ich mich geekelt habe oder die Seiten nicht mehr lesen mochte. Es war einfach nur zu viel und in meinen Augen unnütz.

Trotzdem ließ sich das Buch ohne Frage gut und flüssig lesen, aber zusätzlich zu den übertriebenen Grausamkeiten hat es mich gestört, dass Archie wie auch in den Bänden zuvor immer und immer wieder Alleingänge durchführt. Was soll das? Für mich einfach nicht verständlich und realistisch, dass jemand so gar nicht dazu lernt. Man kennt dieses Phänomen zwar auch aus zahlreichen Filmen und Büchern, aber wenn der an sich schlaue Detective, der einen fähigen Kollegen besitzt, zum x-ten Mal alleine einen Tatort stürmt, nervt es mich.

Schade, abschließend muss ich sagen, dass der dritte und anscheinend doch nicht letzte Teil dieser Reihe enttäuscht hat. Es ist ein spannendes Buch, aber hinkt trotzdem seinen Vorgängern hinterher. Ich vergebe gerade noch 6 von 10 Sternen. Mal sehen, ob ich den vierten Band überhaupt noch lesen werde.

stern 6

Gretchen – Chelsea Cain – Taschenbuch – 352 Seiten – 8,99 € – ISBN-13: 978-3442372256 – erschienen: Juni 2011 (Blanvalet)

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