[Rezension] „Löcher“ von Louis Sachar

LöcherInhalt:

Stanley muss auf unbestimmte Zeit in ein Erziehungscamp für straffällige Jugendliche. Und das obwohl er unschuldig ist. Gemeinsam mit seinen Eltern versucht er den Campurlaub so positiv wie möglich zu sehen, schließlich hatte die Familie bisher nie das Geld, Stanley in ein Feriencamp zu schicken.

Doch im Camp „Green Lake“ angekommen muss er feststellen, dass es dort alles andere als ferienmäßig zu geht: die Jugendlichen müssen die ganze Zeit Löcher graben, der Ton unter den Betreuern ist rau und die anderen Jugendlichen sind auch nicht immer freundlich.

Doch Stanley gibt die Hoffnung nicht auf, dass sich irgendwann der Jahrhunderte andauernde Fluch, der auf seiner Familie liegt, auflöst und das Glück zu ihnen zurückkehrt.

Meine Meinung:

Nachdem ich „König, Dame, Joker“ von Sachar gelesen und für gut befunden hatte, musste ich jetzt unbedingt auch diesen Klassiker des Autors lesen.

Während „König, Dame, Joker“ durchaus in der realen Welt spielen könnte und bis auf ein kleines Detail auch relativ realistisch ist, ist die Geschichte von Stanley Yelnats recht unglaubwürdig. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass dieses Buch meiner Meinung nach eher ein Kinderbuch und „König, Dame, Joker“ für Jugendliche geschrieben ist. Mir sind die Zusammenhänge und Zufälle, die es in diesem Buch gibt, einfach zu extrem.

Trotzdem habe ich das Buch nicht ungern gelesen. Sachars Art zu schreiben ist immer noch leicht und durchaus lustig. Ich habe „Löcher“ zu einem großen Teil während einer Bahnfahrt gelesen und konnte mich auch im Zug gut auf die Geschichte konzentrieren.

Andere Rezensionen zu diesem Buch heben die hinter den netten Geschichten versteckten Tiefgründigkeiten des Romans hervor. So spricht Sachar beispielsweise an, wie extrem früher die Rassenfeindlichkeit in den USA war. Und auch das von ihm erschaffene Camp „Green Lake“ soll auf das wenig pädagogogische Umgehen mit jugendlichen Straftätern hinweisen. Mir waren diese Andeutungen allerdings etwas zu subtil, so richtig bewusst sind sie mir erst durch das Lesen anderer Meinungen geworden.

Insgesamt wurde ich leider eher enttäuscht. Zwar ist die Geschichte nett und durchaus amüsant geschrieben, aber sehr hanebüchen. Sie ähnelt stellenweise fast einem Märchen und die sind ja nun absolut nicht nach meinem Geschmack. Schade! Da das Buch trotzdem gute Unterhaltung bietet, vergebe ich 6 von 10 Sternen.

stern 6

Das Buch wurde 2001 für den Deutschen Jugendliteraturpreis im Bereich „Jugendbuch“ nominiert.

Löcher – Louis Sachar – Taschenbuch – 295 Seiten – 7,95 € – ISBN-13: 978-3407740984 – erschienen: Februar 2011 (Beltz) – Altersempfehlung: 12- 15 Jahre (ich denke, eher jünger)

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