[Rezension] „Saeculum“ von Ursula Poznanksi

7028_JUB_U.Poznanski.inddInhalt:

„Oh mein Gott, so viel Blut!“

„Er stirbt. Ich glaube, er stirbt.“

„Wo ist das Schwert?“

„Liegt auf den Treppen.“

„Da kann es nicht bleiben.“

„Oh Gott, ich will endlich raus hier.“

„Wir verlieren kein Wort über das, was hier passiert ist, klar?“

„Aber was, wenn er… ich meine, wenn…“

„Darum kümmere ich mich. Keine Sorge.“ (S. 5)

Als Bastian die hübsche Sandra kennen lernt, lernt er mit ihr auch eine ganz neue, eigene Welt kennen: die Welt des Mittelalters und der Rollenspiele.

Als Sandra vorschlägt, er solle sie und ihre Freunde zu einem mehrtägigen Rollenspiel in den Wald begleiten, stimmt Bastian nach einigem Zögern zu. Doch kurz vor Aufbruch erhält er einen mysteriösen Anruf, der ihn vergeblich vor dieser Fahrt warnt.

Und tatsächlich geschehen schon bald merkwürdige Dinge: Anders als einige der Teilnehmer glaubt Bastian nicht daran, dass die Geschehnisse mit dem jahrhundertealten Fluch zusammenhängen, der auf ihrem Spielgebiet lastet. Doch welche Erklärungen gibt es sonst?

Meine Meinung:

Lange habe ich auf dieses Buch gewartet. Nachdem ein Onlinebuchversand und auch eine große Buchhandlung bei mir in der Stadt das Buch tagelang nicht vorrätig hatten, brachte mich ein Anruf bei einer kleinen privaten Buchhandlung ganz in meiner Nähe zum hysterischen Quietschen. Der leider etwas humorlose Buchhändler drückte mir fünf Minuten nach unserem Telefonat das Buch in die Hände und konnte sich von meiner Begeisterung so gar nicht mitreißen lassen: „Saeculum“, das neue Buch der preisgekrönten Autorin von „Erebos“.

Schon allein der Anblick ist ein wahrer Augenschmaus. Die Covergestaltung gefällt mir sehr gut und die Seitenränder sind schwarz bedruckt, so dass das Buch sehr mysteriös und einfach besonders wirkt.

Die Thematik dieser Geschichte ist genauso spannend und aktuell wie die seines Vorgängers: mittelalterliche Rollenspiele sind immer mehr im Kommen und haben auf mich eine faszinierende Wirkung. Das Setting, das sich automatisch dadurch ergibt, ist natürlich wie gemacht für einen Jugendthriller: mitten im Wald, abgeschieden von der Menschheit und allen neuzeitlichen Medien baut Poznanski eine Geschichte auf, die den Leser neugierig auf die Auflösung über die Seiten fliegen lässt.

Meiner Meinung nach ist es ihr besonders gelungen, ihre Charaktere so zu konzipieren, dass ich mir genauso wie Bastian nicht ganz klar war, wem ich trauen kann und wem nicht. Mitten in der Geschichte muss man seine Meinung über gewisse Personen nochmals revidieren, um doch weiterhin leise Zweifel zu haben.

Trotz der guten Handlung, der gelungenen Personen und der mal wieder guten Schreibe der Autorin hat mich das Buch lange Zeit nicht vollends in seinen Bann gezogen. Im Nachhinein glaube ich aber, dass das auch an einem zwischenzeitlichen Lesetief gelegen haben könnte.

Trotzdem hätte ich mir mehr von dem heißt geliebten Erebos-Gefühl gewünscht, das mich sogar in den Lesepausen von dem Buch hat träumen lassen.

Selbstverständlich vergebe ich trotzdem 7 von 10 Sternen, denn „Saeculum“ zu lesen ist natürlich ein Hochgenuss. Ursula Poznanski hat einen Jugendthriller geschaffen, der genauso von Erwachsenen gelesen werden kann und mit seinen Charakteren im Alter von etwa 20 Jahren auch mal ältere Jugendliche ansprechen dürfte.

stern 7

Saeculum – Ursula Poznanski – Klappbroschur – 496 Seiten – 14,95 € – ISBN-13: 978-3785570289 – erschienen: November 2011 (Loewe) – Altersempfehlung: 14-17 Jahre

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