[Rezension] „Vor meinen Augen“ von Alice Kuipers

2121_Kuipers_VorMeinenAugen_P04.pdfInhalt:

Seit dem einen Tag ist für Sophie das Leben nicht mehr wie vorher. Zwischen ihrer Mutter und ihr gibt es nur noch diese Stille. Mit ihrer ehemaligen besten Freundin Abi scheint sie nichts mehr zu verbinden. Und immer öfter leidet sie an Panikattacken.

Durch ihr Tagebuch versucht Sophie ihre Gedanken zu ordnen und die Geschehnisse zu verarbeiten.

Meine Meinung:

Es ist aus zwei Gründen für mich nicht einfach, diese Rezension zu schreiben. Zum einen möchte ich noch nicht zu viel vom Inhalt verraten, zum anderen lässt mich dieses Buch wirklich zwiegespalten zurück.

Dem Leser ist von Anfang an klar, dass Sophie etwas wirklich schlimmes erlebt haben muss. Schnell wird auch deutlich, dass es etwas mit ihrer älteren Schwester Emily zu tun hat, die sie seitdem schmerzlich vermisst. Nicht nur sie, sondern auch ihre Mutter, die sich einigelt und sehr unnahbar erscheint, können mit dem Verlust nicht umgehen. Was genau an diesem einen Tag passiert ist, erfährt man als Leser erst ziemlich zum Schluss des Buches, deswegen möchte ich an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen.

Die meiste Zeit über habe ich die Geschichte um die sechszehnjährige Sophie nicht sonderlich gern gelesen. Zum einen lag das am Schreibstil, der meiner Meinung nach oft wirklich unbeholfen war. Häufig leitet die Autorin bestimmte Handlungen und Rückblenden mit den gleichen oder zumindest sehr ähnlichen Worten ein. Da das Buch Tagebucheinträge von Sophie darstellen soll, ist es zudem manchmal in einer sehr jugendlichen Sprache gehalten und beinhaltet Einwürfe wie „Würg!“ oder es werden viele Wörter zur Betonung groß geschrieben. Mich hat das gestört, jüngeren Lesern mag es als Stil- und Identifikationsmittel gut gefallen.

Trotzdem gab es auch schon in diesem Teil der Geschichte, den ich weniger mochte, Sätze, die mich einfach umgehauen haben. Auf den Punkt genau haben sie die Gefühle von Sophie getroffen und eine Gänsehaut bei mir zurückgelassen:

„Ich konnte nicht atmen. Ich übergab mich. Danach ging es mir auch nicht besser.“ (S. 95)

Diese einzelnen wirklich genialen Sätze und Beschreibungen haben mich ein bisschen beim Lesen über Wasser gehalten, denn obwohl das Buch insgesamt nicht viele Seiten hat, habe ich mich doch ziemlich durchquälen müssen.

Erst zum Ende hin, als sich Sophie langsam mit den Dingen auseinander setzt, habe ich das Buch richtig gemocht. Die letzten Seiten habe ich teilweise mit einem Lächeln im Gesicht, größtenteils aber auch mit vielen, vielen Tränen in den Augen gelesen.

Wie bewertet man nun ein Buch, das einem zu einem großen Teil nicht gefallen, zum Schluss aber so mitgerissen hat, dass man ein tränennasses Gesicht hat? Ich vergebe 5 von 10 Sternen und empfehle jedem, der interessiert ist, das Buch selber zu lesen. Außerdem bin ich wirklich auf andere Meinungen und Rezensionen gespannt.

stern 5

Vor meinen Augen – Alice Kuipers – Hardcover mit Schutzumschlag – 220 Seiten – 14,95 € – ISBN-13: 978-3841421210 – erschienen: August 2011 (Fischer) – empfohlenes Alter: 12-16 Jahre

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