„iBoy“ von Kevin Brooks

iBOYInhalt:

„Klar wusste ich, wie das läuft. Die Regel Nummer eins in der Crow Town heißt: Rede nie mit der Polizei. Gib nie irgendwas zu. Verpfeife nie jemanden. Denn wenn du’s tust und es kommt raus, bist du so gut wie tot.“ (S. 42)

Tom lebt in einem Problemviertel. Seine Welt wird beherrscht von zwei rivalisierenden Gangs und der Untätigkeit der Öffentlichkeit. Zum Glück gibt es noch Lucy, in die er heimlich verliebt ist.

Doch dann passiert ein schrecklicher Unfall. Jemand wirft aus dem Hochhaus ein iPhone auf Tom. Die Folge: Zunächst zertrümmert das Handy Toms Schädel, doch danach gehen winzige Teile des iPhones eine Verbindung mit seinem Gehirn ein. Tom wird plötzlich allmächtig, denn er ist nicht nur allwissend, sondern hat auch neue Superkräfte. Und die will er nutzen, um Lucy zu rächen, die das eigentliche Ziel des Unfalls gewesen ist.

Meine Meinung:

Ich habe mit Kevin Brooks bisher sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Das erste Buch, was ich von ihm gelesen habe, „Road of the Dead“ fand ich ganz okay. Es war nett zu lesen, aber nicht überragend. Danach griff ich zu „Kissing the Rain“, das sich inhaltlich so spannend anhörte, aber von der Schreibweise eine absolute Katastrophe war – zumindest in meinen Augen. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, kein Buch des Autors mehr zu lesen, aber da mal wieder eines seiner Bücher für den DJLP nominiert war, hat es mich dann doch gereizt.

Und ich muss sagen, im Großen und Ganzen war ich sehr positiv überrascht. Die Geschichte ist überragend geschrieben, der Spannungsbogen fast durchgehend mitreißend. Würde ich allein den Schreibstil bewerten, wäre das Buch ein wahres Highlight.

Die Thematik und der Inhalt haben mir eigentlich (ja, eigentlich) auch sehr gut gefallen. Die Frage nach der Moral und nach Gut und Böse wird sehr schön in den Vordergrund gestellt. Anfangs scheint alles klar zu sein: Die Gangs sind die Bösen und Tom und Lucy gehören zu den Guten. Doch dann fängt Tom an, seine Kräfte zur Rache zu nutzen. Er kämpft gegen das Böse. Ist er damit immer noch automatisch der Gute? Heiligt der Zweck die Mittel?

Leider schwächelt das Buch meiner Meinung nach zum Ende hin. Erstens ist es teilweise sehr vorhersehbar, andererseits hätte ich mir den Schluss etwas anders gewünscht; weniger schwarz-weiß. Denn das ist ja der eigentliche Grundton der Geschichte.

„iBoy“ ist in meinen Augen eines der besseren Bücher von Kevin Brooks. Es wartet mit einem genialen Erzählstil auf, der mich fast durchgehend mitgerissen hat. Inhaltlich konnte es mich lange Zeit fesseln und birgt viel Diskussionspotenzial. Doch leider hat mich das Ende nicht zufriedengestellt, so dass ich insgesamt 7 von 10 Sternen vergebe.

stern 7

„iBoy“ war 2012 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

iBoy – Kevin Brooks – Klappbroschur – 300 Seiten – 13,99 € – ISBN-13: 978-3423248457 – erschienen: September 2011 (dtv) – Altersempfehlung: 14-16 Jahre

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