„Kyria & Reb: Bis ans Ende der Welt“ von Andrea Schacht

Kyria & RebReiheninfo:

  1. „Kyria & Reb: Bis ans Ende der Welt“
  2. „Kyria & Reb: Die Rückkehr“

Inhalt:

„Überwachung, Kyria, bemerkt man nicht. Nur ihre Folgen.“ (S. 210)

Das Vereinigte Europa im Jahre 2125: Kyria ist siebzehn, Tochter einer hohen Ministerin und leidet an einem Gendefekt. Als sie erfährt, dass sie nur noch drei Wochen zu leben hat, beschließt sie, gemeinsam mit dem jungen Rebellen Reb in eines der weit entfernten Reservate zu fliehen. Auf der Reise erfährt Kyria mehr über die Welt, in der sie lebt, über ihr bisher vertraute Menschen und schließlich auch über sich selbst…

Meine Meinung:

„Über den großen Wandbildschirm liefen im Halbdunkel schreiende Menschen. Ein Scheinwerfer schwenkte seinen grellen Strahl durch die Gasse, Blaulicht zuckte über die uniformierten Amazonen, die mit gezogenen Waffen einige zerlumpte Männer verfolgten.“ (S. 9)

Was steckt hinter den Auseinandersetzungen zwischen den Subculturas und den jungen Männern der Civitas?

Nach einer großen Pandemie haben in New Europe Frauen die Macht übernommen, Männer spielen nur noch eine untergeordnete Rolle. Die Gesellschaft hat sich in verschiedene Schichten unterteilt: Kyria gehört zur ranghöchsten Schicht, Reb zu den Subculturas, quasi dem Abschaum der Gesellschaft.

Diese Dystopie unterscheidet sich auf sehr positive Weise von seinen vielen Vorgängern. Zwar steht das Thema der totalen Überwachung und Kontrolle auch hier im Raum, doch das ganze spielt sich in einer Welt ab, die sich von der unsrigen sehr unterscheidet.

Trotz dieser wirklich genialen und ansprechenden Grundidee war der Einstieg in das Buch und in die Geschichte für mich etwas holprig. Grund dafür war die Sprache, die etwa genauso holprig und eher einfach gehalten war. Über manche Formulierungen bin ich geradezu gestolpert. Ich habe trotzdem weiter gelesen und fand mich plötzlich auf Seite 100 des Buches wieder. Huch, wie war ich da so schnell hingekommen? Und wieso konnte ich nicht aufhören zu lesen?

Die Antwort ist ganz einfach: Trotz der etwas gewöhnungsbedürftigen Sprache weiß die Geschichte in den Bann zu ziehen. Dies liegt vor allem an den Wortwechseln zwischen Kyria und Reb, die sich ungeschickt, manchmal trotzig und dann wieder liebevoll bekabbeln.

Aber nicht nur das Geplänkel zwischen den beiden hat es in sich. Auch die Story an sich fesselt den Leser an die Seiten. Mich hat vor allem fasziniert, dass Andrea Schacht die Welt nicht in schwarz-weiß gezeichnet hat. Es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass es nicht nur die Bösen und die Guten gibt, sondern der Leser genauso wie Kyria abwarten und mehr herausfinden muss, bevor er urteilen kann.

Das Ende des Buches hat mich ganz zufrieden zurückgelassen. Ich hänge nicht mitten in der Luft, möchte aber dennoch u n b e d i n g t wissen, wie die Geschichte weitergeht.

Mein Fazit: Eine spannende, neuartige Dystopie, die ihren Charme durch eine etwas holprige, unausgereifte Sprache nicht sofort versprüht, dann aber den Leser umso mehr fesselt und in den Bann zieht. Ich vergebe 8 von 10 Sternen.

stern 8

Hier gibt es ein Interview mit der Autorin und hier eine kleine Leseprobe.

Kyria und Reb: Bis ans Ende der Welt – Andrea Schacht – Hardcover mit SU – 381 Seiten – 17,99 € – ISBN-13: 978-3863960162 – erschienen: Februar 2012 (Ink) – Altersempfehlung: 12-15 Jahre

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