„Lean on Pete“ von Willy Vlautin

lean on peteKlappentext:

Nun also Portland. Neue Stadt, neues Glück, hatte Charleys Vater gedacht, aber auch Portland bringt nur die alten Probleme. Und dann stirbt er, und Charley, 15, ist ganz auf sich allein gestellt. Der abgehalfterte Del Montgomery versucht, die Leute seit mindestens sechs Jahrzehnten übers Ohr zu hauen, und heuert Charley an. Ab und zu bezahlt er ihn dafür, dass er sich um seine Pferde kümmert. Es ist der Hengst Pete, der Charley besonders ans Herz wächst; er leidet mit ihm, wenn Del ihn für ein paar Dollars bei illegalen Rennen verheizt, und nachts flüstert er ihm ins Ohr, wie einsam er sich fühlt. Als das Pferd an einen Metzger verkauft werden soll, haut Charley mit ihm ab. Er beschließt, seine Tante zu suchen, und diese Reise wird zu einer Odyssee, an deren Ende so etwas wie Hoffnung aufblitzt. (Quelle: Berlin Verlag)

Meine Meinung:

Charley hat es im Leben nicht leicht. Sein Vater liebt ihn zwar, ist aber oft tagelang nicht zuhause, so dass Charley die Nächte vor dem Fernseher verbringt und morgens, wenn es hell wird und damit nicht mehr so unheimlich ist, völlig erschöpft einschläft. Aus Geldmangel muss Charley in Supermärkten stehlen und hoffen, dass sein Vater bald wieder kommt. Doch dann stirbt dieser auch noch und Charley hat nicht mehr als seinen Job auf den Rennbahn und den Hengst Pete – und eine Tante irgendwo am anderen Ende der Welt …

Willy Vlautin vermittelt Charleys Geschichte in einem sehr nüchternen Erzählstil. Dieser verdeutlicht meist sehr gut die Ausweglosigkeit in Charleys Leben. Teilweise hätte ich mir aber mehr Spannungsbögen und Höhepunkte gewünscht.

Auch die ermüdende Wiederholung einiger Satzteile insbesondere im letzten Drittel des Buches tragen dazu bei, dass ich nicht nur Charley, sondern manchmal auch mir ein Ende seiner Reise gewünscht habe.

Allen Tierliebhabern sollte gesagt werden, dass das Buch wirklich traurige und grausame Momente enthält und nicht unbedingt für zarte Gemüter geeignet ist.

„Lean on Pete“ ist ein wirklich interessantes Buch: Auf der einen Seite hat mich die Handlung und die Art und Weise, wie Vlautin dem Leser das Leben von Charley vermittelt, wirklich fasziniert. Auf der anderen Seite kommt die Geschichte auch nicht wirklich voran. Und selbst dann, wenn tatsächlich mal etwas passiert, legt Vlautin darauf kaum einen Augenmerk, sondern erzählt einfach weiter. Ich bin mir wirklich unschlüssig, wie ich das Buch letztendlich fand, und vergebe unsichere 6 von 10 Sternen.

stern 6

Das Buch wird in Deutschland als Jugendbuch verkauft, ich sehe es allerdings vor allem auch als Erwachsenenroman.

Lean on Pete – Willy Vlautin – Taschenbuch – 304 Seiten – 9,95 € – ISBN-13: 978-3833350511 – erschienen: September 2010 (Berlin Verlage)

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