„Finn remixed“ von Oliver Uschmann

Finn remixedReiheninfo:

  1. “Finn released”
  2. “Finn reloaded”
  3. “Finn remixed”

Inhalt:

Es ist mitten im Sommer, nur noch wenige Tage bis zu den Ferien. Und durch einen Zufall stehen Finn, Lukas und Flo plötzlich ohne Eltern da – drei Wochen ohne Regeln und Aufgaben, drei Wochen ohne Aufräumen und Mathelernen. Und als Lukas dann auch noch die Schwarzgeldkasse seines Vaters plündert, ist schnell eine neue Quest geboren:

„‚Eine neue Quest…‘, sagt Flo irgendwann leise. Leise, aber glasklar glitzernd.

Wir sehen ihn an.

Er sagt: ‚Drei Wochen. Drei Häuser. Drei Gärten. Drei Jungs.‘ […]

‚Das ist genau das, was ich gerade spiele. Wie Anno 1404. Aufbaustrategie. Wir bauen eine Welt. Die Häuser haben wir sogar schon. Das ist unser Anno. Anno 2013.“ (S. 103/104)

Meine Meinung:

Ich hatte mich sehr auf diesen dritten Finn-Band gefreut, weil ich ähnlich emotionale Themen wie bei den Vorgängern erwartet habe.

In diesem Buch geht es um drei vierzehnjährige Jungen, die nach Freiheit und Selbstbestimmung streben und die Tatsache, drei Wochen elternlos zu sein, ohne nachzudenken ausnutzen. Party und Spaß anstelle der Suche nach einem Stiefvater? „Was kostet die Welt?“ anstatt der Sorge um den bevorstehenden Bankrott seines Vaters?

Ich bin ganz ehrlich: Die Themen aus den beiden Vorgängern haben mich viel mehr berührt.

„Wir wollen, dass es geht, also wird es gehen. Irgendwie sind wir wieder acht Jahre alt. Aber Lukas hat die Taschen voller Scheine.“ (S. 157)

Zum Ende hin bekommt das Buch dann zwar so halbwegs wieder die Kurve, aber insgesamt bin ich eher enttäuscht.

Es müssen nicht immer tief greifende und ungeheuer bewegende Themen sein, aber bisher hat Uschmann es geschafft, die ganz normalen Alltagssorgen vierzehnjähriger Jungen in eine unterhaltsame Geschichte zu verpacken. Im ersten Buch lag der Fokus auf Finn, im zweiten auf Flo. Ich hatte gehofft, im dritten Teil etwas mehr von Lukas und seinen Gedanken und Wünschen zu erfahren. Stattdessen wird er – mit dem Schwarzgeld seines Vaters in der Hand – nur unsympathisch und hat sich zumindest mir während des Lesens sehr verschlossen.

Natürlich hat mich auch dieses Buch unterhalten und insbesondere die zweite Hälfte las sich wieder sehr gut. Aber ich hätte mir etwas mehr Tiefgang gewünscht oder wenigstens Charaktere, die über ihr Handeln nachdenken und es zeitweise in Frage stellen. Stattdessen habe ich über die meiste Zeit hinweg nur Spiel, Spaß und impulsives Geldausgeben geboten bekommen. Schade eigentlich! 6 von 10 Sternen.

stern 6

Finn remixed – Oliver Uschmann – Klappbroschur – 271 Seiten – 9,95 € – ISBN-13: 978-3785574478 – erschienen: Januar 2013 (Loewe)

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