„Im Pyjama um halb vier“ von Gabriella Engelmann und Jakob M. Leonhardt

Im Pyjama um halb vierInhalt:

„LULU: Hi. Bist du zufällig Ben, der beste Freund von Marco?“ (S. 5)

Eigentlich wollte Lulu nur den besten Freund von Marco finden, um ihn zu fragen, ob Marco Single ist. Doch der Ben, den sie anschreibt, kennt Marco nicht und wohnt vor allem weit entfernt von Hamburg in München. Und trotzdem schreiben die beiden immer weiter miteinander: zunächst, um dem jeweils anderen Beziehungstipps zu geben. Und so lernt Lulu von Ben, dass Jungen auf keinen Fall „süß“ genannt werden wollen, und Lulu erzählt Ben im Gegenzug von den verschiedensten Kuss-Praktiken, auf die Mädchen so gar nicht stehen.

Nach und nach vertrauen sich die beiden immer mehr an, bis auf einmal mehr da ist, als das Gefühl mit einem eigentlich Fremden zu chatten…

Meine Meinung:

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass „Im Pyjama um halb vier“ die Jugendbuchversion von „Gut gegen Nordwind“ ist. Und diese Aussage hat dafür gesorgt, dass zumindest ich nicht total begeistert von diesem Jugendroman bin, denn meine Erwartungen waren riesig.

Ja, beide Bücher sind moderne Briefromane. Ja, in beiden Büchern geht es auch um die Liebe. Aber das war es auch schon fast mit den Gemeinsamkeiten. Ich hatte mir einfach ähnlich magische Momente wie bei Glattauer erhofft… und sie vergebens gesucht.

Natürlich schreiben zwei Jugendliche nicht wie Emmi und Leo, das ist mir klar. Aber dort, wo Glattauer es geschafft hat, eine sprachlich ungemein mitreißende und überzeugende Email-Liebesgeschichte zu schreiben, gelingt es Engelmann und Leonhardt nicht immer, die Kommunikation zwischen Ben und Lulu wie ein Chat oder Nachrichtenwechsel aussehen zu lassen. Ein Beispiel: Längere Nachrichten oder kürzere Chatmitteilungen kann das Gegenüber bekanntlich erst dann lesen, wenn der Schreiber auf „Senden“ drückt. In diesem Buch gibt es jedoch mehr als einen Moment, in dem Ben Lulu (oder andersherum) unterbricht, ihr quasi ins Wort fällt. Plötzlich haben die beiden auch die Handynummern des anderen, ohne dass man als Leser dies in einer Nachricht mitbekommen hätte. Ich weiß, dass das Kleinigkeiten sind, aber ich hatte einfach nie das Gefühl, einen Nachrichtenwechsel zwischen zwei Jugendlichen zu lesen.

So viel zu meinen nicht erfüllten Erwartungen. Das Buch hat trotzdem eine nette Handlung, ein paar interessante Wendungen, glänzt phasenweise durch guten Humor, liest sich sehr leicht und verdient schon seine locker-flockigen 7 von 10 Sternen. ABER ES IST KEINE JUGENDBUCHVERSION VON „GUT GEGEN NORDWIND“!

stern 7

Im Pyjama um halb vier – Engelmann & Leonhardt – Klappbroschur – 237 Seiten – 12,99 € – ISBN-13: 978-3401067933 – erschienen: Januar 2013 (Arena) – Altersempfehlung: 12-15 Jahre

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