[Rezension] „Adios, Nirvana“ von Conrad Wesselhoeft

Adios NirvanaKlappentext:

Seit dem Tod seines Zwillingsbruders Telly kriegt Jonathan sein Leben nicht mehr auf die Reihe. Jetzt droht er auch noch in der Schule sitzen zu bleiben. Kein Wunder, wenn man sich die Nächte mit Red Bull, Gitarre spielen und dem Schreiben von Gedichten um die Ohren schlägt. Doch den Abschluss ohne ihn zu machen, kommt für Jonathans Freunde natürlich nicht in Frage. Und auch seine Lehrer geben ihm noch eine letzte Chance – eine, die es in sich hat und Jonathan das Leben bald mit ganz anderen Augen sehen lässt. (Quelle)

Meine Meinung:

„Telly war Sonnenschein. Blond und blau.

Ich bin Dunkelheit. Grautöne und sepia.“ (S. 57)

Nach dem Tod seines Zwillingsbruders ist Jonathan nicht mehr der gleiche. Er schläft kaum noch, geht so gut wie gar nicht mehr zur Schule und der Gedanke, sich von einer Brücke zu stürzen, ist ihm nicht fremd. Nebenher spielt er sich auf der Gitarre in Trance und hält seine Gedanken in Gedichten fest.

Doch dann bekommt Jonathan von seiner Schulleiterin ein Ultimatum gestellt. Er soll ein Buch schreiben, sonst muss er eine Klasse wiederholen. Und es darf nicht irgendein Buch sein, sondern er soll die Lebensgeschichte eines alten Mannes verfassen, der im Hospiz lebt. Dort wird Jonathan nicht nur mit allen seinen Ängsten und Gedanken konfrontiert, sondern erlebt überraschenderweise auch skurril-schöne Momente.

„Schreiben auf diese Art – praktisch in Trance – ist so ungefähr das geilste Gefühl aller Zeiten. […] Schreiben ist die Luft, die ich atme.“ (S. 217)

Und so wie Jonathan von Zeit zu Zeit in einen Schreibrausch gerät, so bin ich in einen Leserausch geraten, fühlte mit ihm, wurde poetisch, melancholisch und ausgelassen – alles zur gleichen Zeit.

„Adios, Nirvana“ ist ein Jugendbuch voll von den unterschiedlichsten Emotionen. Es erzählt eine Geschichte, die, so simpel sie an sich auch sein mag, doch voller Hoffnung ist. Der Leser wird mitgerissen und erlebt mit Jonathan ein Auf und Ab der Gefühle. Es ist unheimlich einnehmend. Ich glaube, ich habe mich noch immer nicht ganz aus diesem Bann befreit und vergebe wirklich begeisterte 9 von 10 Sternen.

stern 9

„Adios, Nirvana“ war 2013 für den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie „Jugendjury“ nominiert.

Adios, Nirvana – Conrad Wesselhoeft – Taschenbuch – Klappbroschur – 288 Seiten – 9,99 € – ISBN: 978-3-551-31122-1 – erschienen: Februar 2012 (Carlsen)

Altersempfehlung: ab 14 Jahren

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6 Gedanken zu “[Rezension] „Adios, Nirvana“ von Conrad Wesselhoeft

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