[Rezension] „Pampa Blues“ von Rolf Lappert

Pampa BluesInhalt:

Ben ist sechzehn Jahre alt – fast siebzehn, würde er sagen – und lebt alleine mit seinem schon sehr senilen Großvater in einem kleinen Dorf namens Wingroden, dessen Anagramm sehr passend „Nirgendwo“ ist.

Bens Vater ist schon vor vielen Jahren in Afrika gestorben, seine Mutter tourt als Jazzsängerin durch Europa. Und außer seinem Großvater hat Ben in dem kleinen, verlassen Dorf nur ein paar mehr oder weniger alte Männer als Gesellschaft; unter anderem Maslow.

Maslow hat die (wie er selber findet) grandiose Idee, Touristen und Reporter nach Wingroden zu locken, indem er den Dorfbewohnern vorgaukelt, Ufos zu sehen. Ben glaubt nicht an diesen Plan, aber dann kommt alles anders…

Meine Meinung:

Pampa, Dorf, Nirgendwo: Wingroden!

Ben lebt wirklich in der Pampa und ist zu recht sehr von seinem Leben genervt, denn als Sechzehnjähriger sollte man besseres zu tun haben, als sich um seinen alten Großvater zu kümmern und abends mit ein paar fast eben so alten Männern Bier zu trinken.

Eigentlich träumt er davon, nach Afrika zu reisen, dem Kontinent, den sein Vater so liebte:

„Meine Mutter hat mir von einer ihrer Tourneen eine CD mit Naturgeräuschen mitgebracht, zum Beispiel das Plätschern eines Bachs, Vogelzwitschern und die Rufe von Affen. Meine Lieblingsstellen sind natürlich die mit dem Löwengebrüll, dem Elefantentrompeten und dem Hyänengebell. Wenn ich mir das anhöre, passiert etwas ganz eigenartiges mit mir. Ich spüre großes Glück und noch größere Sehnsucht. Gleichzeitig wird mein Herz schwer, wie ein Schwamm, der sich vollsaugt, bis kein Tropfen mehr hineinpasst.“ (S. 71)

„Pampa Blues“ ist ein Jugendroman, der sehr wortgewaltig ist und viele Themen anschneidet, ohne dass man sich als Leser wie überfahren vorkommt: Es geht um die Einsamkeit, um Familie, Freundschaft, Träume, Wünsche und die erste Liebe.

Ich habe das Buch wirklich gern gelesen. Grundsätzlich passiert nicht viel, aber die Langsamkeit der Geschichte, die zumindest in der ersten Hälfte des Buches vorherrscht, spiegelt sehr schön die Langsamkeit des Dorfes wieder. Beeindruckt hat mich der Autor vor allem mit seiner Fähigkeit, mit Worten wahre Schätze zu formen. Ich vergebe 8 von 10 Sternen.

stern 8

„Pampa Blues“ war 2013 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

Pampa Blues – Rolf Lappert – Klappbroschur –  256 Seiten – 14,90 € – ISBN-13: 978-3446238954 – erschienen: Februar 2012 (Hanser)
Altersempfehlung: 14-17 Jahre

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