[Rezension] „Bunker Diary“ von Kevin Brooks

Bunker DiaryKlappentext:

Eine Entführung. Ein Bunker. Und sechs Personen, die um ihr Überleben kämpfen…

Meine Meinung:

Ich stehe den Büchern von Kevin Brooks sehr zwiegespalten gegenüber: „The Road of the Dead“ war okay,  „Kissing the Rain“ habe ich abgebrochen und „iBoy“ fand ich bis auf den Schluss wirklich gut.

Das neue Buch von dem Bestseller-Autor aus Großbritannien hörte sich wieder sehr gut an und so wanderte es im Buchladen dann mit mir gemeinsam zur Kasse. Die Geschichte an sich verspricht Spannung und eine Menge Geheimnisse. Linus wird von einem Mann auf offener Straße betäubt und in einen Bunker verfrachtet. Nach und nach kommen fünf weitere Personen dazu. Für wie lange der Unbekannte sie dort festhalten will, was er überhaupt möchte und ob es einen Weg herausgibt – das weiß niemand.

Die Zeit, die die sechs so unterschiedlichen Menschen eingesperrt und versorgt nur mit dem nötigsten (wenn überhaupt) miteinander verbringen müssen, wird länger und länger.

„Was würdest du tun, wenn du an meiner Stelle wärst? Aufgeben? Würdest du einfach so aufgeben? Dich hinlegen und heulen? Dich ins Bett legen und hinnehmen, was kommt? Akzeptieren, was dir widerfährt. Es annehmen…“ (S. 186)

Ein Szenario, das vermutlich allen von uns einen Schauer über den Rücken laufen lässt. Und anfangs weiß Brooks damit auch zu fesseln und zu faszinieren. Allerdings hat er mich nicht vollends in den Bann gezogen, so wie ich es schon auf anderen Blogs gesehen habe. Aber trotzdem: Der Anfang gefiel mir, bzw. eigentlich sogar der Großteil des Buches.

Irgendwann werden die Figuren im Buch und auch der Ich-Erzähler immer wirrer, das lange Eingesperrtsein zeigt seine Folgen und zwar auch im Erzählstil. Auch das fand ich noch sehr gelungen, aber an manchen Stellen überzogen. Außerdem hätte ich mir mehr Erklärungen gewünscht. Welche seiner wirren Tagträume und Fantasien sind wirkliche Erinnerungen? Wie genau ist seine Vergangenheit?

Kommen wir zum Schluss! Eines muss man Kevin Brooks lassen. Der Schluss hat schon etwas wirklich Geniales an sich. Auch die Umsetzung im Buch, ich mag dazu nicht mehr sagen, aber wer das Buch liest, wird am Ende wissen, was ich meine. Und trotzdem haben mich die letzten Seiten nicht zufrieden zurück gelassen. Es ist sehr schwer, das genauer zu erklären, ohne zu viel zu verraten. Mir fehlte einfach das entscheidende Etwas.

Leider kommt der Schluss eines jeden Buches nun mal an seinem Ende und hinterlässt damit den letzten Eindruck überhaupt. Mir ist es immer unheimlich wichtig, wie ein Buch endet und mit welchen Gefühlen es mich zurück lässt. Und so kann ich, weil ich einfach nicht zufrieden zurückgelassen wurde, dem Buch nicht mehr als 7 Sterne geben, obwohl es ansonsten wirklich faszinierend und spannend ist. Schade!

stern 7

Bunker Diary – Kevin Brooks – Klappbroschur – 300 Seiten – 12,95 € – ISBN 978-3-423-74003-6 – erschienen: März 2014 (dtv) – Altersempfehlung: 15-17 Jahre

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8 Gedanken zu “[Rezension] „Bunker Diary“ von Kevin Brooks

  1. danke für deine rezi! das buch ist auch noch auf meiner wunschliste. auch wenn das ende dich nicht zufrieden gestellt hat – ich werde es mir wohl kaufen müssen.

    grüßly
    sacre

    • Hallo 🙂
      Dann bin ich gespannt, wie es dir gefällt. Ich habe wirklich auch schon andere Rezensionen gelesen. Bei Ama*on zum Beispiel sind fast nur begeisterte Leserstimmen. Ich wünsche viel „Spaß“ beim Lesen! 🙂

  2. Hmnja, ich verstehe, was du meinst, aber wiederum: WIE kann einen dieses Ende auch schon „zufrieden“ zurück lassen…? So den letzten Wow-Kick hat mir das Buch auch nicht gegeben, daher ist es bei mir ja auch nicht die volle Punktzahl geworden. Aber ich fand das Ende schon krass. Hat mir echt ne Gänsehaut beschert. Den Gedanken, sich das vorzustellen … das fand ich wirklich gruselig. Man weiß ja auch nie, ob nicht irgendwo auf der Welt wirklich sowas passiert 😮

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