[Rezension] „Running Man“ von Michael Gerard Bauer

Running ManKlappentext:

Bis in seine Träume hinein wird Joseph vom Running Man verfolgt, der durch die Stadt läuft wie ein Getriebener. Der unheimliche Mann ist Josephs persönliche Albtraum-Figur. Noch nie hat er mit jemandem über ihn gesprochen. Doch die Bekanntschaft mit seinem menschenscheuen Nachbarn Tom verändert alles: Tom ist noch verschlossener als Joseph. Seit Jahren hat er sich von der Außenwelt zurückgezogen. Josephs Interesse begegnet er zunächst mit Abwehr. Erst als Joseph von seinen Ängsten und dem Running Man erzählt, scheint sich auch für Tom wieder eine Tür ins Leben zu öffnen. Zögerlich beginnt er, sein dunkles Geheimnis preiszugeben. Es ist nicht das Geheimnis, das Joseph erwartet hatte, aber das Gespräch darüber verändert sie beide. Auch Josephs Sicht auf den Running Man.  (Quelle)

Meine Meinung:

Ich kenne Michael Gerard Bauer vor allem durch seine Ismael-Bücher, die zwar auch ernste Hintergrundthemen thematisieren, dies aber vor allem auf eine lustige, humorvolle Art und Weise. „Running Man“ ist sein erstes Buch gewesen und hier zeigt er sich von einer ganz anderen Seite. Humor spielt in diesem Jugendbuch, das vielfach ausgezeichnet wurde, keine Rolle. Das macht aber gar nichts, denn es weiß durch ganz andere Dinge zu überzeugen.

Joseph lernt Tom kennen, weil seine Nachbarin – Toms Schwester – ihn bittet, ihren Bruder für ein Kunstprojekt zu zeichnen. Nachdem er aus einem Impuls heraus zugesagt hat, geht er voller Angst und mit einem beklemmenden Gefühl zu seinem ersten Termin, denn um Tom ranken sich die schrecklichsten Gerüchte. Am Ende des Nachmittags muss Joseph feststellen, dass seine Skizzen absolut leblos bleiben. Und so beschließt er, seinen Nachbarn besser kennenzulernen, um ihn danach auch bildlich besser fassen zu können.

„Joseph wusste, er hatte Tom Layton nicht gezeichnet. Er lag irgendwo verborgen, an einem Ort […] irgendwo hinter diesen dunkle Augen, irgendwo tief unten in seinem dichten Kokon aus Schweigen und Einsamkeit.“ (S. 87)

Nach und nach lernt Joseph, wirklich genau hinzusehen, geduldig zu sein und zuzuhören, anstatt seinen Blick durch erste Eindrücke, Gerüchte und Vorurteile trüben zu lassen.

Michael Gerard Bauer ist es gelungen, ein Buch zu schreiben, das schön, traurig, weise und vor allem WUNDERvoll zugleich ist. Mir gelingt es gerade gar nicht, die Besonderheit und Klugheit dieses Buches angemessen in Worte zu fassen, deswegen bleibt mir nur eins zu sagen: Lest es selbst!

stern 8

„Running Man“ war 2008 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

Running Man – Michael Gerard Bauer – Taschenbuch – 304 Seiten – 8,95 € – ISBN 978-3-423-62407-7 – erschienen: Dezember 2013 (4. Aufl., dtv) – Altersempfehlung: ab 12 Jahren

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