[Rezension] „Ich und die Menschen“ von Matt Haig

Ich und die MenschenKlappentext:

In einer regnerischen Freitagnacht wird Andrew Martin, Professor für Mathematik in Cambridge, aufgegriffen, als er nackt eine Autobahn entlangwandert. Professor Martin ist nicht mehr er selbst. Ein Wesen mit überlegener Intelligenz und von einem weit entfernten Stern hat von ihm Besitz ergriffen. Dieser neue Andrew ist nicht begeistert von seiner neuen Existenz. Er hat eine denkbar negative Meinung von den Menschen. Jeder weiß schließlich, dass sie zu Egoismus, übermäßigem Ehrgeiz und Gewalttätigkeit neigen. Doch andererseits: Kann eine Lebensform, die Dinge wie Weißwein und Erdnussbutter erfunden hat, wirklich grundschlecht und böse sein? Und was sind das für seltsame Gefühle, die ihn überkommen, wenn er Debussy hört oder Isobel, der Frau des Professors, in die Augen blickt? (Quelle)

Meine Meinung:

Das Cover zu diesem Buch hatte ich schon vor einiger Zeit entdeckt, aber aus irgendeinem Grund hätte ich nicht gedacht, dass es ein Buch für mich ist. Dann las ich eine Rezension, die dieses Buch als humorvoll und witzig beschrieb, und was soll ich sagen: Kurze Zeit später stand ich an der Kasse der Buchhandlung mit diesem Buch in der Hand.

Die Idee, die Menschheit an sich und die großen und kleinen Gefühle und Gedanken eines Jeden durch die Augen eines Außerirdischen zu sehen, ist grandios und in diesem Buch wirklich gut umgesetzt. Durch den außerirdischen Ich-Erzähler hat der Autor die Möglichkeit, auf Dinge hinzuweisen, die einem als Menschen einfach nicht bewusst sind und die beim Lesen umso merkwürdiger wirken.

„Zeitschriften sind sehr beliebt, obwohl sich kein Mensch nach dem Lesen besser fühlt. Im Gegenteil, ihr Hauptzweck ist, den Lesern Gefühle von Minderwertigkeit einzuflößen, die sie dazu bewegen, etwas zu kaufen. Haben sie das getan, fühlen sie sich trotzdem nicht weniger minderwertig und kaufen sich noch eine Zeitschrift, um zu erfahren, was sie als nächstes kaufen sollen.“ (S. 28)

Doch ist die Geschichte natürlich nicht nur lustig, sondern stellenweise auch schön, fast sogar tiefsinnig. Besonders interessant wird die Geschichte, als klar wird, dass der Außerirdische (namenslos übrigens, da das Individuum zu unwichtig ist) den Auftrag hat „seine“ Frau Isobel sowie „seinen“ Sohn umzubringen. Was tut man, wenn man aber nach und nach merkwürdige Empfindungen an sich entdeckt? Etwas, das die Menschen „Gefühle“ nennen?

„Ich und die Menschen“ ist eine nette, kurzweilige und vor allem amüsante Lektüre für zwischendurch, die uns Menschen einen Blick auf uns selbst ermöglicht, den wir so vermutlich noch nicht hatten. Unterhaltsame 8 von 10 Sternen.

stern 8

Ich und die Menschen – Matt Haig – Klappbroschur – 352 Seiten – 14,90 € – ISBN 978-3-423-26014-5 – erschienen: April 2014 (dtv)

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8 Gedanken zu “[Rezension] „Ich und die Menschen“ von Matt Haig

  1. Pingback: (Die Sonntagsleserin) KW #17 – April 2014 | Bücherphilosophin.

  2. Das Buch hat mich mit einer Leseprobe bereits vor einiger Zeit begeistert. Danach kam es direkt auf meinen SuB und nun wartet es darauf gelesen zu werden. Noch ein paar Bücher, dann ist es fällig! Ich freu mich darauf 😀

  3. Gesehen habe ich das jetzt schön öfter, aber interessiert hat es mich nicht so – aber das , was du da jetzt schreibst, klingt eigentlich doch ziemlich toll …
    Ein bisschen ähnlich vom Ansatz (augenzwinkernd von außen auf unsere Kultur schauen) wie Herbert Rosendorfers „Briefe in die chinesische Vergangenheit“, in dem ein chinesischer Mandarin aus dem 10. Jahrhundert im München der neunziger Jahre landet. Das könnte ich eigentlich auch mal wieder lesen …

    • Ja, ich könnte mir auch vorstellen, dass es dir auch gefällt. Allerdings ist es für dich sicherlich eher ein Schmöker im Vergleich zu den Büchern die du sonst liest.
      Von der Thematik her klingt es aber ähnlich wie dein „Briefe in die chinesische Vergangenheit“ 🙂

      Liebe Grüße

  4. Ohhh, das habe ich vor ein paar Tagen in der Buchhandlung in der Hand gehabt und wollte mir den Titel unbedingt merken. Natürlich habe ich das vergessen. Lieben Dank für das dran erinnern 🙂 Und jetzt wo ich weiß, dass du es gut findest , geht es gleich auf meine Wunschliste.

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