[Montagsfrage] Happy End erwünscht?

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Das ist ja mal eine interessante Frage, bei der ich auch sehr gespannt auf die Antwort der anderen Teilnehmer bin.

Also, natürlich freue ich mich, wenn es für meine liebgewonnenen Charaktere am Ende gut ausgeht, aber ich möchte mir dessen nicht zu sicher sein können. Auf dem Weg zum Happy End darf es gerne auch mal den ein oder anderen Verlust geben, den ich dann tränenreich betrauere (ich denke gerade an den ersten großen Verlust bei Harry Potter). Ich möchte nicht ein Buch lesen und mir ganz sicher sein können, dass alles rosaglitzernd mit Sternchen und Herzchen abläuft, dann ist ja keine Spannung mehr da.

Andererseits kann ich auch gut mit anderen Enden leben, sie lösen ja beim Leser viel mehr aus und bringen ihn zum Nachdenken, warum der Autor zum Beispiel seinen Figuren kein Happy End gönnt. Das ist ja meist realistischer, im wahren Leben gibt es nun mal auch nicht immer ein Happy End. Man kann vielleicht festhalten, dass es auch ein bisschen zum Buch passen muss: Ein wunderschön leichter Sommerliebesroman braucht natürlich eher ein Happy End, als ein aufrührendes Buch über Gewalt und Drogen.

Also: Ich bin da sehr flexibel und respektiere in den meisten Fällen die Entscheidung des Autors. Ob ein Happy End angebracht ist, hängt oft vom Genre ab, insbesondere bei Fantasybüchern möchte ich aber nicht , dass das Happy End zu offensichtlich und zu leicht erreicht wird.

Und ihr?

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12 Gedanken zu “[Montagsfrage] Happy End erwünscht?

  1. Ich sehe das so wie du, wobei ich tendenziell eher Enden lieber mag, die nicht zu sehr mit Friede-Freude-Eierkuchen enden. Also auch ein Happy End darf für mich gern ein paar Wermutstropfen enthalten.
    Natürlich ist es manchmal schön, einfach mal ein richtiges Happy End zu lesen, aber meistens klingen offenere oder traurigere Enden länger in mir nach – vielleicht deshalb, weil mit einem Happy End ja erst einmal alles „abgeschlossen“ ist.

    • Ja, nachklingen tun definitiv die anderen. Aber ich finde, das ist echt total genreabhängig. Manchmal möchte ich einfach ein Wohlfühlbuch lesen, wo ich mit ein paar Tränchen der Rührung das Buch schließe. Dann ist mir mehr nach einem Ende mit ein paar Verlusten, manchmal passt es, wenn es einfach schlecht ausgeht.
      Spannend finde ich vor allem die Bücher, in denen das Ende vorweg genommen wird und der Weg dorthin viel wichtiger ist.

  2. Für mich schwingt da jetzt schon die Frage mit, wie man Happy End definiert. Ich mag es nicht, wenn am Ende alles perfekt und wunderschön ist und alle Beteiligten paarweise die Bühne verlassen (diese Arche-Noah-Enden hasse ich wirklich). Aber ich möchte trotzdem am Ende das Gefühl haben, dass trotz aller Dramen, Verluste usw. sich irgendetwas zum Positiven verändert hat (oder dass es zumindest nach dem Ende des Buches für die Protagonisten ein kleines bisschen besser weitergehen würde).

    • Ja, da stimme ich dir total zu. Ich habe gerade ein Buch gelesen, bei dem das Ende ziemlich perfekt war. Die größte Katasthrophe wurde abgewendet, aber in welche Richtung sich die Handlung nach dem Ende entwickelt, ist nicht ganz klar. Die Geschichte hatte Potenzial für beides. Und trotzdem war es erstmal postiv, aber eben nicht Friede-Freude-Eierkuchen.
      Und ja „Arche-Noah-Enden“ (Haha, kommt das von dir?) finde ich auch doof.

      • Ich kann mich zumindest nicht erinnern, den Begriff Arche-Noah-Ende schon mal woanders gelesen zu haben. Er kam mir gerade spontan in den Sinn, als ich einen Begriff suchte, der „paarweise wie auf der Arche Noah“ etwas knackiger zusammenfasst. 😀

  3. Das stimmt, das Genre ist dabei entscheidend! Und ich finde auch, dass auf keinen Fall immer alles rosarot sein soll, außer bei leichten Liebesromanen vielleicht ;-).

    Liebe Grüße vom Cocolinchen!

  4. Ein Roman sollte wie das Leben selbst sein und das hat schließlich kein Happy End, denn es endet mit dem Tod. Warum muss ein Fall in einem Kriminalroman von den Ermittlern immer gelöst werden? Im wahren Leben bleiben doch auch viele Fälle unaufgeklärt. Warum sollte ein Roman nicht traurig enden oder der Schluss ganz offen bleiben, so dass das Buch noch lange nachbrennt? Es liegt vielleicht an der Sehnsucht eines jeden Einzelnen nach einem glücklichen Ende. Nicht nur für die Protagonisten in einem Roman, sondern auch für die Probleme in seinem eigenen Leben.

    • Teilweise gebe ich dir Recht: Mache Bücher sollten realistisch sein und berühren und bewegen genau da durch. Aber das Leben hat ja nun mal nicht nur den Tod als Ende, sondern zwischendurch immer wieder kleine Abschnitte, in denen es durchaus zu einem Happy End kommen kann. Und ich finde, dann verdienen es auch manche Bücher.
      Aber klar, ich gebe dir recht, dass sich viele Leser nach einem Happy End sehnen, um vielleicht der eigenen tristen Realität zu entfliehen.

    • Hallo Michael. Wie immer interessanter Kommentar. Wie immer massenhaft auf den teilnehmenden Blogs verteilt. Das nervt. Und das werde ich auch kopieren. Viele Grüße.

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