[Doppelrezension] „Sannah & Ham“ von Tom Ellen & Lucy Ivison

Der Carlsen Verlag hat pünktlich zum Erscheinen von „Sannah & Ham“ eine Bloggeraktion ausgerufen. Und zwar konnte man sich gemeinsam mit einer guten Bloggerfreundin dafür bewerben, zu dem Buch eine Doppelrezension zu schreiben. Die Gelegenheit wollten Nanni und ich uns natürlich nicht entgehen lassen. Das Ergebnis sind zwei ganz verschiedene Rezensionen, die sich aber ziemlich gut ergänzen und zusammen einen sehr guten Einblick in das Buch bieten – finden wir zumindest. Lest selbst! 🙂
(Zuerst findet ihr meine und darunter dann Nannis Rezension.)


sannah & HamInhalt:

„Wir grinsten uns an und in mir stieg ein warmes, prickelndes Gefühl auf, wie man es manchmal hat, wenn man entdeckt, dass jemand, der einem sympathisch ist, das Gleiche denkt wie man selber.“ (S. 54)

Hannah und Sam lernen sich auf der Party von Hannahs bester Freundin Stella kennen – wenn man denn bei einem kurzen Gespräch auf dem Klo schon von kennenlernen sprechen kann. Doch beide fühlen sich zueinander hingezogen, finden alles so unkompliziert. Aber dann stürmt plötzlich Hannahs Freundin Grace ins Badezimmer, um Hannah lauthals mitzuteilen, dass Freddie, an den Hannah doch noch heute Abend ihre Jungfräulichkeit verlieren möchte, endlich auf der Party angekommen ist.
Und so nimmt das Leben seinen Lauf: Für Hannah und ihre Freundinnen und auch für Sam und seine Jungs ist es der Sommer nach den letzten Prüfungen, der Sommer vor dem Erwachsenwerden. Der Sommer, in dem sich Hannah und Sam mehr als ein Mal über den Weg laufen. Und doch wird es den ganzen Sommer brauchen, bis die beiden tatsächlich zusammen kommen und aus Hannah und Sam Sannah und Ham wird.

Meine Meinung:

Ich muss ganz ehrlich sagen, dieses Buch hatte es nicht leicht mit mir. Das Cover fand ich eher doof und den Titel auch. Und dann begann das Buch auch noch in der grässlichsten Jugendsprache, die man sich vorstellen kann. Die Mädchen redeten von ihren Mösen, die Jungen prahlten damit, wie viele Mädchen sie schon „gebangt“ hatten. So redet doch kein Jugendlicher!

Ich war anfangs also eher skeptisch eingestellt, aber dann Seite für Seite hatte mich das Buch immer mehr. Die Sprache war nicht mehr ganz so künstlich aufgesetzt (oder fiel mir zumindest nicht mehr auf), die Charaktere waren interessant: insbesondere Hannahs Verhältnis zu ihrer besten Freundin, die immer besser, schöner und beliebter ist als Hannah. Plötzlich konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, wollte wissen, wie es mit Hannah und Sam weitergehen würde, obwohl ich das Ende ja schon kannte. Wollte dabei sein, wenn sich die beiden endgültig fanden. Und vor allem wollte ich miterleben, wie sich Hannah endlich mal gegenüber Stella behaupten würde.

Die beiden Autoren, die übrigens schon seit der 6. Klasse miteinander befreundet sind, verleihen jeweils Hannah und Sam abwechselnd ihre Stimme. Ein mittlerweile beliebtes Erzählmittel in Jugendbüchern. Und auch hier führt es dazu, dass man wahlweise Hannah oder Sam gerne schütteln und rufen würde: „Was erzählst du da für ein Mist, er/sie mag dich doch auch. Ihr könntet doch sofort miteinander glücklich werden!“ – aber dann wäre die Geschichte eben auch schon nach wenigen Seiten zuende und würde gar nicht mehr so viel Platz für alles andere haben.

Die Geschichte von Hannah und Sam ist nämlich wirklich schön und doch steht sie für mich gar nicht unbedingt im Vordergrund. Für mich geht es in diesem Buch viel mehr darum, dass Sam und vor allem Hannah ein Stückchen erwachsen werden und erkennen, dass das nichts damit zu tun hat, ob man nun noch vor dem College seine Jungfräulichkeit verliert oder nicht, sondern viel mehr damit, sich selbst besser kennenzulernen, zu wissen, wer man ist und was man wirklich will.

„Sannah & Ham“ ist nicht einfach nur eine wunderschöne Liebesgeschichte, sondern viel mehr als das. Es ist ein Buch über das Erwachsenwerden, eine Geschichte von Freundschaft und der Suche nach sich selbst. Und obwohl ich anfangs von der sehr aufgesetzten Jugendsprache etwas genervt war, konnte mich das Buch Seite für Seite von sich überzeugen.  8 von 10 Sternen!

stern 8


Sannah & Ham englisches Cover

Das UK-Cover

 

„Neue Jungs kennenlernen ist ein Thema, über das wir ständig reden. Und es steht ganz oben auf unserer To-do-Liste.“

Jungs kennen lernen, am Wunsch-College aufgenommen werden und die Wichtigkeit der richtigen Klamotten. Themen, die Hannah und ihre Freundinnen Grace, Stella und Tilly beschäftigen. Mädchensachen eben. Und wie ist das bei Jungs? College ebenfalls, klar. Das ist wichtig für die Zukunft. Und sonst so? Partys, feiern und die Jungfräulichkeit verlieren. Ganz wichtig, um erwachsen zu werden. Ein Setting, das den Leser zurückversetzt in die Jugend. Erzählt aus den Perspektiven von Hannah und Sam, deren einzelne Lebensgeschichten sich immer wieder überschneiden. Zum ersten Mal auf einem Klo…

„ ‚Ich finde Abklatschen gut’, sagte ich. ‚Das ist nett und unverbindlich und man kommt nicht so in Verlegenheit. Außer wenn man Probleme mit der Handkoordination hat und den anderen voll ins Gesicht klatscht oder so…’“

Es ist der Sommer, in dem Hannah, ihre Freundinnen und auch Sam und seine Freunde, wichtige Schritte ins Erwachsenenleben unternehmen. In dem sie den ersten Grundstein für ihre Zukunft legen. Sie stehen kurz davor aufs College zu wechseln und ebenso dicht daran sich zum ersten Mal richtig zu verlieben. Keine leichte Aufgabe, wie Hannah und Sam feststellen müssen. Viel zu viele Fettnäpfchen stehen vor dem ersten Kuss, ja sogar dem ersten Wort, denn das muss schon passend gewählt sein. Außerdem muss man viel Mut haben. Mut neuen Situationen zu begegnen und das Vertrauen zu haben sich einem anderen Menschen zu öffnen.

„Für sie war es ein Missverständnis, weiter nichts. Aber für mich fühlte sich der ganze Sommer falsch an – da steckte mehr dahinter als nur Sam.“

Es ist nicht einfach diese Schritte zu gehen. Auch Freundschaften verändern sich. Entwickeln sich weiter oder verlieren sich. Auch, wenn man die Chance hat, noch einen anderen Abzweig zu wählen oder auch mal ein paar Schritte zurückzugehen, ist es nun soweit den Weg in die Zukunft zu beschreiten. Das Abenteuer beginnt.

„Zum ersten Mal seit ich denken konnte, hatte ich absolut keine Ahnung, was das Leben noch für mich bereithielt. Und das war klasse.“

Lucy Ivison und Tom Ellen haben ein Debüt geschaffen, das mit locker leichter Sprache, witzigen Elementen und sympathischen Protagonisten zu fesseln weiß. Es hat mir so viel Spaß gemacht den beiden Autoren, die abwechselnd aus Hannahs und Toms Perspektive erzählen, zu folgen, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte und fast in einem Rutsch durchgelesen habe. Es gab die ein oder andere Handlung, die mich ein bisschen genervt hat und die Geschichte war auch anders, als ich es zunächst erwartet hatte, aber dennoch mochte ich die Liebesgeschichte zwischen Hannah und Sam, ihre Stolpersteine aus Freundschaft und Erwachsenwerden richtig gern. Eine Empfehlung für Alle, die sich noch mal in ihre Jugendzeit versetzen lassen möchten, für Alle, die charmante Lovestorys mögen und für diejenigen, die den Sommer einfach nicht gehen lassen können.

„ ‚Es ist ein altes thailändisches Sprichwort, das bedeutet: ’Der Vogel, der am höchsten fliegt, wird nie im Käfig enden.’ Ich finde es gut, weil es mich daran erinnert, dass man immer zu den Sternen greifen muss, um frei zu bleiben.’“

Sannah & Ham – Tom Ellen & Lucy Ivision – Klappbroschur – 400 Seiten – 14,99 € – ISBN: 978-3-551-52066-1  – erschienen: August 2014 (Carlsen) – Altersempfehlung: ab 14 Jahren

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