[Rezension] „Krähenmann“ von Corina Bomann

KrähenmannKlappentext:

Rügen/Eliteinternat Rotensand: Ein Serienmörder tötet auf grausame Weise. Seine Spur reicht weit in die Vergangenheit zurück. Auf der fieberhaften Suche nach dem unheimlichen „Krähenmann“ kämpft sich die 16-jährige Stipendiantin Clara durch ein Labyrinth aus Verdächtigen und falschen Fährten. Die Mordserie reißt nicht ab und schließlich gerät Clara selbst ins Visier des rachedurstigen Killers … (Quelle)

Meine Meinung:

„Sie sah die Gestalt nur als Umriss über sich. Wollte erneut um Hilfe rufen, doch die Stimme versagte ihr abermals. Noch immer schmeckte sie die Galle in ihrem Mund und plötzlich traf sie die Erkenntnis wie ein Schlag: Es gab für sie kein Entrinnen. Das hier war ihr Ende.
‚Na, kleines Vögelchen, bist du wach?‘, ertönte eine raue Stimme.“ (S. 7)

Schon vor diesem Buch wusste ich: Corina Bomann kann schreiben. Ich habe von ihr die ersten beiden Bände der Sephira-Reihe und das Steampunk-Jugendbuch „Clockwork Spiders“ gelesen. Als ich vor einiger Zeit entdeckt habe, dass Frau Bomann ein neues Jugendbuch geschrieben hat, war klar, dass ich es lesen musste. Aber huch: ein Jugendthriller? Ich wusste bisher nur, dass sie im Fantasy- und Romanbereich geschrieben hat. Würde das passen? Bomann und ein Jugendthriller?

Ein bisschen ist es mit Frau Bomann, dem Jugendthriller und mir so wie mit Frau Wilke, dem Jugendthriller und mir. Ich als ehemalige Thrillerleserin bin nicht hundertprozentig überzeugt. Zu sehr merke ich zwischendurch, wie beide Autorinnen mir den ein oder anderen Verdächtigen unterjubeln wollen, zu zufällig sind manche Begegnungen und Entdeckungen. Das hat mich zum Beispiel in „Wie ein Flügelschlag“ wirklich etwas gestört.

Als erstes dachte ich, dass es mir hier genauso gehen würde: „Ahh, der Hausmeister geht gerade zufällig vorbei, den soll ich bestimmt verdächtig finden!“ Doch dann konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen, habe Seite um Seite umgeblättert und befand mich einfach mitten im Sog. Im Sog der Geschichte und der Hauptperson. Außerdem im Sog des Settings des abgelegenen Internats auf Rügen – sehr genial!

Was mir besonders gut gefallen hat, war die Tatsache, dass die Geschichte die Thrilleraspekte geschickt mit den persönlichen Problemen von Clara verknüft wurde. Clara ist gerade neu auf dem Eliteinternat und im Gegensatz zu ihren Mitschülern hat sie keine reichen Eltern hinter sich, sondern ist nur wegen eins Stipendiums hier. Und dass das absolut nicht das gleiche ist, lassen die anderen sie sehr schnell spüren…

„‚He, Heimkind!‘, tönte es, als ich gerade beim Nachtisch angekommen war. ‚Ich wusste gar nicht, dass unsere Schule solche wie dich aufnimmt.'“

Abschließend kann ich die Frage „Bomann und ein Jugendthriller?“ mit einem ganz klaren Ja beantworten. Sie mag zwar vielleicht nicht DEN perfekten Thriller geschrieben haben, überzeugt aber umso mehr durch ihren Schreibstil, der unheimlich einnehmend und mitreißend ist, und einer gelungenen Handlung abseits der Suche nach dem Mörder. Da ich mich wirklich kaum von den Seiten lösen konnte, vergebe ich 9 von 10 Sternen!

stern 9

Krähenmann – Corina Bomann – Klappbroschur – 448 Seiten – 14,95 € – ISBN-13: 978-3649616764 – erschienen: August 2014 (Coppenrath) – Altersempfehlung: 14-17 Jahre

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2 Gedanken zu “[Rezension] „Krähenmann“ von Corina Bomann

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