[Rezension] „Mein Leben und andere Katastrophen“ von Kathrin Schrocke

Klappentext:

Bernadette, genannt Barnie, ist eine ganz normale 13-Jährige mit einer beeindruckenden Radiergummisammlung, einer Vorliebe für SeaLife und ein bisschen Herzweh, wenn sie an Sergej aus ihrer Klasse denkt. Das einzig Ungewöhnliche an ihr (zumindest aus Sicht der anderen): Barnie hat zwei Väter – Dad und Papa.
Das »Babyprojekt« in der Schule bringt Aufregung in Barnies beschauliches Leben: Jeweils zwei Schüler müssen gemeinsam eine Babypuppe rund um die Uhr betreuen, wie ein richtiges Kind. Als Sergej sich anbietet, der Vater von Barnies Puppe zu werden, könnte eigentlich alles perfekt sein. Eigentlich. (Quelle)

Meine Meinung:

„Ich wollte ein iPad zum 13. Geburtstag. Und alles, was ich bekam, ist dieses doofe Notizbuch.“ (S. 7)

Mit diesen Worten beginnt die unterhaltsame, aber auch stellenweise bewegende Ich-Erzählung der 13-jährigen Barnie. In ihrem Leben gibt es vor allem ein Thema: Jungen! Und dieses Thema wird noch brisanter, als in ihrer Klasse das Babyprojekt anfängt. Alle Schüler sollen sich jeweils zu zweit zusammen tun und gemeinsam ein künstliches Baby betreuen, das so programmiert ist, dass es Hunger hat, Zuwendung braucht usw. Barnie kann nicht anders: Sie lässt ihre beste Freundin, mit der sie das Babyprojekt eigentlich durchführen wollte links liegen, und tut sich mit Sergej zusammen – eigentlich sehr praktisch, denn der wohnt direkt in ihrer Nähe und hat total süße Sommersprossen – goldene!

Was für Barnie gar kein besonderes Thema ist, ist die Tatsache, dass sie zwei Väter hat. Für sie ist das völlig normal.

„Du könntest doch zum Beispiel Tagebuch schreiben! Immerhin bist du ein Mädchen, das in einer besonderen Familie lebt. In hundert Jahren lesen Schüler vielleicht im Unterricht darüber, wie dein Alltag war. Dein Alltag mit zwei Vätern.“
„Echt spannend.“ Ich gähnte leise. (S. 15)

Ich muss sagen: Ich bewundere Kathrin Schrocke! Ich kenne jetzt drei Bücher von ihr und alle drei sind so grundverschieden. Mit „Mein Leben und andere Katastrophen“ hat sie ein Buch für eine etwas jüngere Zielgruppe geschrieben, das zwar wichtige Themen wie zum Beispiel die erste große Liebe oder Toleranz behandelt, dabei aber vor allem wunderbar unterhält. Ihr Schreibstil ist absolut angemessen. Das Buch liest sich locker flockig und ich musste beim Lesen einige Male kichern.

Für mich persönlich ist dieses Buch bisher das beste von Frau Schrocke, denn ich glaube, wichtige Themen so zu verpacken, dass sie einem eigentlich gar nicht ins Auge stechen, sondern nur im Hintergrund „mitwabbern“, und ein Jugendbuch schreiben, was vor allem unterhält und lustig ist, ist unheimlich schwierig, ohne dass es besonders auffällt.

„Mein Leben und andere Katastrophen“ ist wie sein Cover: Frisch, modern und lustig! Ich habe es unheimlich gerne gelesen und war wirklich traurig, als ich mit der letzten gelesenen Seite auch die sympathische, bodenständige Barnie verlassen musste. Ohne, dass es sich aufdrängt, behandelt dieses Buch auch wichtige Themen, die jeden Jugendlichen beschäftigen: die erste Liebe, der erste Kuss, Toleranz und Schule. Ich vergebe absolut begeisterte 9 von 10 Sternen!

stern 9

Mein Leben und andere Katastrophen – Kathrin Schrocke – Hardcover – 192 Seiten – 12,99 € – ISBN: 978-3-7373-5211-6 – erschienen: März 2015 (Sauerländer) – Altersempfehlung: ab 12 Jahren

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8 Gedanken zu “[Rezension] „Mein Leben und andere Katastrophen“ von Kathrin Schrocke

  1. Das klingt mal wieder nach einem Buch für mich. Zum Glück habe ich nicht die Angewohnheit, jedes Buch, das mich anspricht, sofort zu kaufen, ansonsten müsste ich deinetwegen bestimmt schon in einem Labyrinth aus Bücherstapeln wohnen. 😉

    • Hihi, das fänd ich aber sehr lustig.
      Ich mochte das Buch richtig gerne, würde aber nicht sofort sagen, dass es ein Moena-Buch ist. Die Unterhaltung und der Spaß stehen eindeutig im Vordergrund.

      • Ich hätte auch nichts gegen ein Leben zwischen Bücherstapeln, aber ob Katze und Freund das auch so sehen … 😉
        Hmm, so ab und zu hab ich auch nichts gegen ein bisschen Unterhaltung und Spaß. Was denkst du denn von mir? 😛 Nein, ich verstehe schon, was du meinst. Allerdings mochte ich »Freak City« auch ganz gern. Sind die Bücher halbwegs vergleichbar oder würdest du sagen, dass »Mein Leben und andere Katastrophen« so ganz anders ist?

      • Hihi, ich glaube schon, dass du Spaß und Unterhaltung magst. Keine Frage! Aber unser gemeinsamer Schnittpunkt sind ja oft anspruchsvolle Jugendbücher.
        Dieses Buch ist für ein deutlich jüngeres Publikum als „Freak City“ geschrieben. Zumindest empfinde ich es so.
        Es gibt bestimmt ne Leseprobe, in die du mal reingucken kannst.

        Ich wäre sehr auf deine Meinung gespannt.

      • Der zweite Tagebucheintrag hat mich schon zum Schmunzeln gebracht. Damit kommt das Buch zumindest mal bis auf die E-Book-Wunschliste. Mal sehen, ob es demnächst noch weiter kommt. Im Fall der Fälle werde ich dir natürlich davon berichten. 😉

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