[Rezension] „Der Tag, an dem wir begannen, die Wahrheit zu sagen“ von Susan Juby

Klappentext:

Das Leben ist nichts für Feiglinge…
… denken sich die drei Freunde Dusk, Neil und Normandy, zu Beginn des 11. Schuljahres und starten ein gewagtes Experiment: Einmal jede Woche wird abwechselnd einer der drei einem Menschen aus ihrer Schule eine Frage stellen, die bisher keiner auszusprechen wagte, obwohl alle nach der Antwort lechzen. (Quelle)

Meine Meinung:

Alles begann damit, dass Aimee, die Mitschülerin von Dusk, Neil und Normandy, nach den Ferien mit einem deutlich größeren Busen und einer sehr viel schmaleren Nase in die Schule kommt. Neil beschließt, Aimee darauf anzusprechen. Und obwohl die beiden anderen erwarten, dass es ihr unangenehm sein würde, reagiert Aimee total positiv und dankbar. Aus diesem Grund gründen die drei die Wahrheitskommission und beschließen, wöchentlich neue Wahrheiten herauszubekommen.
Doch gerade Normandy hat so ihre Probleme mit diesem Projekt, was vor allem daran liegt, dass es bei ihr zu Hause niemand wagt, die Wahrheit auszusprechen…

„‚Das hat nichts mit Klatsch und Tratsch zu tun‘, sagte ich. ‚Leute auf die Wahrheit anzusprechen, hat eine spirituelle Funktion.‘
Mr Thomas‘ breites Grinsen wurde ernst. ‚Dann muss ich das falsch verstanden haben. Ich dachte immer, be so spirituellen Geschichten ginge es in erster Linie darum, die Wahrheit über sich selbst herauszufinden.'“ (S. 138)

Im Laufe der Geschichte finden Dawn und Neil nicht nur so einige Wahrheiten über ihre Mitschüler heraus, sondern vor allem beginnt Normandy etwas über ihre Familie und über sich selbst herauszufinden. Diese Entwicklung fand ich total interessant und spannend zu begleiten. Für mich stellt dies die eigentliche Handlung der Geschichte dar.

Ein Großteil der Handlung findet an der Green-Pastures-Academy statt, einer Schule für künstlerisch besonders begabte Jugendliche. Das Setting hat mir richtig gut gefallen, denn es bietet viel Potenzial für besondere Haupt- und Nebenfiguren. Derzeit schreibt die Autorin an einem weiteren Buch, das an der Akademie spielt. Ich kann mir gut vorstellen, auch das zu lesen.

Die Schreibweise ist allerdings etwas gewöhnungsbedürftig und anstrengend. Die Geschichte wird in Essayform aus der Sicht von Normandy erzählt und beinhaltet viele Fußnoten, die ich ehrlich gesagt oft überlesen habe, da sie den Lesefluss ziemlich unterbrechen.

Insgesamt geht es in diesem Buch weniger um Liebe und Highschool-Tralala, als man angesichts des Covers denken mag. In meinen Augen geht es vor allem darum, dass Normandy versucht herauszufinden, was in ihrer Familie eigentlich schief läuft. Sie versucht sich von ihrer sehr erfolgreichen Schwester abzugrenzen und herauszufinden, wer sie wirklich ist. Die Thematik und auch die Charaktere finde ich unglaublich spannend. Die Umsetzung ist nicht durchweg gelungen. Dennoch würde ich einem zweiten Buch der Autorin gerne eine Chance geben. Ich vergeb hierfür 7 von 10 Sternen.

stern 7

Der Tag, als wir begannen, die Wahrheit zu sagen – Susan Juby – Hardcover mit SU – 352 Seiten – 16,99 € – ISBN: 978-3-570-15998-9 – erschienen: April 2015 (cbj) – Altersempfehlung: ab 12 Jahren

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4 Gedanken zu “[Rezension] „Der Tag, an dem wir begannen, die Wahrheit zu sagen“ von Susan Juby

  1. Ich stimme dir in allen Punkten zu! Anhand des Covers mag man wirklich erst glauben, es wäre so Jugend-Teenie-Problemchen-Kitsch, aber ich fand die Story erfrischend anders. Die Fussnoten haben mich auch genervt, aber ich hab sie einfach komplett ignoriert und gar nicht gelesen, ging dadurch viel besser. Oh, und die Autorin schreibt noch ein Buch in dem Kontext? Das wusste ich gar nicht, freut mich aber! Ob die Lehrerin mit ihrem Poncho darin wieder auftaucht? 😀

  2. Der Schreibstil ist wirklich gewöhnungsbedürftig. Ich habe mal die Leseprobe gelesen und glaube, das ist eher nicht mein Fall. Und ich habe mir die ganze Zeit bei der Leseprobe gedacht: das ist doch bitte kein Essay! Das alleine hat mich schon genervt.
    Dann habe ich aus Neugierde mal ins englische Original reingelinst und siehe da: dort ist nirgends die Rede von Essays, sondern von „creative nonfiction“ und dementsprechend ist es auch kein Essayprojekt, sondern einfach nur das Frühlingsprojekt für kreatives Schreiben.

    Inhaltlich klingt das ganze interessant, aber ich bin mir wegen des Stils wirklich nicht sicher, ob ich das Buch lesen möchte (die Fußnoten sind echt nervig). Aber wenn, dann vielleicht lieber auf Englisch.

    • Ups, ich weiß ehrlich gesagt gar nicht genau, wie ein Essay aussehen soll, deswegen ist mir das gar nicht aufgefallen 😀
      Ja, es ist schade, dass der Stil so komisch ist, obwohl man die Fußnoten echt ganz gut überlesen kann.
      Ich glaube aber, dass es inhaltlich auch nicht so richtig was für dich ist. Es ist zumindest kein typisches „Neyasha-Buch“. 😀

      Liebe Grüße 🙂

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