[Rezension] „Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem“ von Nina LaCour

Klappentext:

Auf nach Europa! Die Schule ist geschafft, jetzt werden Colby und Bev reisen, ein Jahr lang. Das bedeutet Abenteuer, Freiheit – und vielleicht Liebe? Darauf hofft zumindest Colby, der schon ewig in seine beste Freundin verknallt ist. Doch bevor die zwei losfliegen, geht es noch für eine Woche mit Bevs Girlband auf Tour durch Kalifornien, im alten VW-Bus von Colbys Onkel.
Was als cooler Roadtrip beginnt, wird zum Desaster, als Bev die Bombe platzen lässt: Sie will nicht mit nach Paris, sondern stattdessen studieren. Colby ist fassungslos. Wann hat Bev ihre Pläne geändert? Warum wusste er nichts davon? Und was zum Teufel soll er jetzt bloß anfangen – ohne sie? (Quelle)

Meine Meinung:

Es soll das beste Jahr seines Lebens werden: Die Schule ist vorbei und alle seine Mitschülern gehen direkt aufs College. Das haben Colby und seine beste Freundin Bev aber nicht vor. Schon seit Jahren planen die beiden, gemeinsam durch die Welt zu reisen. Doch bevor es losgeht, steht noch eine einwöchige Tour mit Bevs Freundinnen an, mit denen sie in einer Girlband singt. Doch dann passiert das, was Colby sich nie hat vorstellen können: Bev, für die er mehr als nur Freundschaft empfindet, gesteht ihm, dass sie sich doch heimlich an einem renominierten College beworben und einen Platz bekommen hat. Alle Träume von Colby zerplatzen wie eine Seifenblase. Nun muss er einen Weg finden, mit dieser Situation umzugehen.

„Was ist, wenn unsere Enttäuschungen und Zweifel nicht bedeutungslos oder beliebig sind? Was ist, wenn sich mehr dahinter verbirgt?“ (S. 147)

Von Nina LaCour habe ich vor einigen Jahren „Ich werde immer da sein, wo du auch bist“ gelesen. Das Buch hat mir damals sehr gut gefallen, so dass es außer Frage stand, dass ich auch dieses neue Werk der Autorin lesen würde. In beiden Büchern geht es darum, dass die Hauptperson mit einem Schicksalsschlag umgehen, sich finden und weiter entwickeln muss.

„Es ist hart.“
„Was ist hart“, frage ich.
Bev schüttelt den Kopf, als wäre die Antwort zu gewichtig, um sie in Worte zu fassen.
Schließlich sagt sie: „Erwachsen zu werden.“ (S. 202/203)

Gemeinsam mit der inneren Reise auf dem Weg zu sich selbst und seiner Zukunft begleiten wir Colby auf der richtigen Reise durch Californien – ein Roadtrip also, auf dem die vier die unterschiedlichsten Menschen und Geschichten kennenlernen. Anfangs war mir Bev eher unsympathisch, doch ist das vermutlich von der Autorin auch so gewollt. Im Laufe der Geschichte erfährt man nämlich Stück für Stück mehr über das toughe und scheinbar etwas gefühlskalte Mädchen, das plötzlich verletzlich und unsicher erscheint.

„Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem“ ist ein typischer Coming of Age-Roman. Colby muss erwachsen werden, muss herausfinden, wer er wirklich ist – so ganz ohne Bev. Der Autorin gelingt es sehr gut, das Roadtrip-Gefühl auf den Leser zu übertragen. Besonders gut haben mir die kleinen Weisheiten und klugen Worte gefalle, die es an vielen Stellen zu entdecken gibt. Insgesamt bekommt die Geschichte von mir 8 von 10 Sternen.

stern 8

Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem – Nina LaCour – Hardcover mit SU – 272 Seiten – 16,99 € – ISBN 978-3-551-58334-5 – erschienen: Juli 2015 (Carlsen) – Übersetzung: Brigitte Jakobeit – Altersempfehlung: ab 14 Jahren

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7 Gedanken zu “[Rezension] „Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem“ von Nina LaCour

  1. Ich muss gestehen, dass mich dieser Satz „Besonders gut haben mir die kleinen Weisheiten und klugen Worte gefalle, die es an vielen Stellen zu entdecken gibt.“ gerade eher abschreckt, auf der anderen Seite klingen die Figuren und die Grundsituation sehr interessant. Ich glaube, ich halte das mal für eine „Roadtrip“-Moment im Hinterkopf. 🙂

    • Huch? Wieso schreckt dich der Satz ab? Mich würde das gerade sehr locken.
      Das Buch ist aber trotzdem kein typisches Winterkatze-Buch, es darf also gerne noch ein bisschen im Hinterkopf rumdümpeln 😉

      • Weil ich zu oft über Bücher gestolpert bin, die Plattheiten oder Postkartensprüche als „kluge Worte“ verkaufen wollten. Natürlich gibt es Autoren, die wirklich schöne und bedeutsame Sätze schreiben, aber erst einmal bin ich immer misstrauisch.

        Hm … was ist ein typisches Winterkatze-Buch? Ich könnte das nicht spontan sagen und fände es spannend deinen Eindruck zu hören. 🙂

      • Aber platte Postkartensprüche sind es nicht, finde ich. Wie gefallen dir denn die beiden Zitate in der Rezension?

        Ich könnte auch nicht sagen, was ein typisches Winterkatze-Buch ist. Das hier ist es aber nicht 😀

      • Für mich ist das Etwas, was Erwachsene im Nachhinein Jugendlichen in den Mund legen, aber nichts, was normale Jugendliche denken würden.

        Oookay, dann verlasse ich mich mal auf dein Gefühl. Ich habe ja noch genügend Titel auf der „irgendwann lesen“-Liste. 🙂

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