[Rezension] „Heldenhaft“ von Andreas Thamm

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„Ich erinnere mich nicht wegen des Wetters an diesen Sommer, sondern weil es der Sommer war, in dem alles passierte: Mitch kam zurück und wir wurden kurz ein bisschen kriminell. Lea und ich kamen uns näher, und ich nahm mir vor, sie zu retten.“ (S. 5)

Andi ist 17 in diesem Sommer, in dem alles passierte. Langsam und bedächtig, in kurzen, teilweise etwas abgehackten Sätzen berichtet er davon, wie sein früherer Freund Mitch aus dem Knast wiederkommt, wie er und sein bester Freund Ferdi plötzlich mittendrin in einem Einbruch stecken – natürlich wegen Mitch – und wie er Lea näher kommt. Lea, dem schönsten Mädchen der Welt. Lea, dem Christenmädchen. Lea, dem Mädchen dessen Eltern ihr gar nichts erlauben.

„Ich wusste noch nicht einmal, ob es irgendwie legitim war, bereits das große L-Wort rauszuholen, wenn man das fühlte, was ich fühlte. Weil das ja irgendwie schon der Eiffelturm unter den Wörtern ist.“ (S. 109)

Als ich das Buch gerade eben beendet und in meine Leseliste eingetragen habe, war ich mir sehr unsicher, wie ich es bewerten sollte. 6 Sterne? 7 Sterne? 8 Sterne? Die Geschichte hatte mir an sich gefallen, aber die Sprache fand ich an manchen Stellen doch zu jugendlich. Manchmal war mir das Erzähltempo etwas zu langsam, aber die Moral der Geschichte finde ich toll.

Letztendlich habe ich mich doch für 8 Sterne entschieden, denn die Geschichte ist irgendwie echt. Manchmal gerät man einfach so in ein Schlamassel, ohne es zu wollen. Manchmal dauert es eben, bis man sich traut, das Nachbarsmädchen anzusprechen. Manchmal ist man ein Held, auch wenn man kein großes Wunder vollbringt. Ein Alltagsheld eben. Ein ganz normaler Alltagsheld.

stern 8

Heldenhaft – Andreas Thamm – Hardcover – 256 Seiten – 17,00 € – ISBN 978-3-7348-5035-6  – erschienen: Januar 2019 (Magellan) – Altersempfehlung: ab 14 Jahren

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