[Rezension] „Sturmbogen: Greatcoats 3“ von Sebastien de Castell

Reiheninfo:

  1. „Blutrecht: Greatcotas 1“
  2. „Hochverrat: Greatcoats 2“
  3. „Sturmbogen: Greatcoats 3“
  4. engl: „Saints Blood“ (April 2016)

Diese Rezension enthält Spoiler zu den vorangegangenen Bänden!

Klappentext:

Gefährliche Zeiten stehen den Greatcoats Falcio, Kest und Brasti bevor. Mächtige Kräfte zerstören das Reich Tristia von innen, und das Trio muss ihnen Einhalt gebieten, bevor es zu spät ist. Doch die Freundschaft, die die drei all die Jahre am Leben gehalten hat, wird wie nie zuvor auf die Probe gestellt. Kest wird erfahren, was es heißt, wenn man sich mit den Heiligen anlegt. Brasti muss seine Loyalität gegenüber den Greatcoats infrage stellen. Und Falcio wird – in einem verzweifelten Rennen gegen das Gift, das durch seine Adern fließt – seinen schlimmsten Ängsten gegenübertreten müssen. Werden sie einen Bürgerkrieg dennoch verhindern können? (Quelle)

Meine Meinung:

Die Bücher von Sebastien de Castell waren für mich in 2014 echte Lesehighlights und eine tolle Entdeckung im Bereich der Fantasy. Ich mochte die Mantel-und-Degen-Geschichten, die Kämpfe, den rauen Humor und vor allem die Interaktion von Falcio, Kest und Brasti.

Nachdem die drei im ersten Band das junge Mädchen Aline, die unehliche Tochter des verstorbenen Königs, retten konnten, kämpften sie im zweiten Band vor allem gegen den allgemeinen Aufruhr im Lande und versuchten herauszufinden, wer hinter den Angriffen auf die Herzogfamilien steckte.  Genau an dieser Stelle geht es in „Sturmbogen“ weiter: Falcio, durch das Gift in seinem Körper immer mehr geschwächt, hat immer noch das Hauptziel, den Frieden in Tristia wiederherzustellen. Doch wer steckt hinter den Anschlägen? Und wie vertrauenswürdig ist Dariana?

Too much! Der dritte Band der Greatcoats-Reihe enthält für mein Dafürhalten einfach zu viele Hindernisse, zu viele Wendungen und Zufälle. Ich weiß nicht, warum der Autor meint, diese einbauen zu müssen. Sein Schreibstil und die Charaktere würden mir persönlich absolut ausreichen. So kämpfen die Greatcoats, allen voran natürlich Falcio, auf gefühlt jeder zehnten Seite um ihr Leben – und immer wieder gibt es natürlich eine überraschende Wendung, die zur Rettung der Situation führt.

Außerdem fand ich es schade, dass sich die drei Greatcoats schon recht früh innerhalb der Geschichte getrennt haben. Ich kann zwar nachvollziehen, warum es für die Handlung notwendig war, dass die drei Freunde teilweise getrennte Wegen, aber so fiel einiges an dem herrlichen Wortgeplänkel weg, das ich in den ersten beiden Bänden so mochte.

Bisher klingt meine Rezension sehr negativ und ich kann und will auch nicht verstecken, dass ich etwas enttäuscht bin. Trotzdem ist auch der dritte Band dieser Reihe absolut nicht schlecht und immer noch lesenswert. Ich habe gerne neue Abenteuer mit Falcio und Co erlebt und bin sehr gespannt darauf, wie der finale Band enden und ob es Sebastien de Castell gelingen wird, alle Fäden erfolgreich zusammenzuführen.

„Sturmbogen: Greatcoats 3“ lässt mich mit etwas gemischten Gefühlen zurück. Zwar war es schön, wieder nach Tristia zurückzukehren und gemeinsam mit Falcio, Brasti und Kest für Frieden und Gerechtigkeit zu kämpfen, aber manchmal bin ich der vielen Kämpfe, Intrigen und Wendungen innerhalb der Handlung auch etwas müde geworden. In meinen Augen wäre hier weniger mehr gewesen. Insgesamt vergebe ich 6 von 10 Sternen!

stern 6

Sturmbogen: Greatcoats 3 – Sebastien de Castell – Klappbroschur – 368 Seiten – 16,99 € – ISBN: 978-3-492-70323-9 – erschienen: Oktober 2015 (Piper) – Übersetzung: Andreas Decker

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[Rezension] „Königsjäger“ von Joe Abercrombie

Reiheninfo:

  1. „Königsschwur“
  2. „Königsjäger“
  3. „Königskrone“ (Mai 2016)

Achtung, diese Rezension enthält leichte Spoiler  zum ersten Band.

Klappentext:

In den kalten Nordländern rund um das Splittermeer werden Krieger entweder aus Legenden geboren oder aus Verzweiflung. Das gilt erst recht für eine Kriegerin wie die junge Dorn, deren einziger Wunsch es ist, Rache für den heimtückischen Mord an ihrem Vater zu nehmen. Als ihr Weg sich mit dem von Prinz Yarvi kreuzt, wird Dorn in eine Welt der Kämpfe und Intrigen gegen den grausamen Hochkönig hineingezogen. Eine Welt, für die sie geboren zu sein scheint …

Meine Meinung:

„Königsschwur“, der Vorgänger zu diesem Buch, war das erste Werk aus der Feder von Joe Abercrombie, das ich gelesen habe. Besonders gefallen hatten mir die Charaktere, die der Autor geschaffen hat. Das Buch endete in sich ziemlich abgeschlossen, so dass man als Leser gar nicht so recht wusste, worum es im zweiten Band gehen würde.

Abercrombie macht in dem zweiten Band seiner Reihe etwas, das ich bisher selten so erlebt habe: Er führt einen komplett neuen Hauptcharakter ein – eigentlich sogar zwei: Dorn ist eine junge Kämpferin, besser und stärkere als ihre männlichen Gegner. Und doch wird ihr der Weg zur Soldatin verwehrt, eben weil sie eine Frau ist. Ihr Ausbilder geht sogar so weit, ihr den Tod eines Mitkämpfers anzulasten, nur um sie aus dem Weg zu räumen. Und so wird Dorn zum Tode verurteilt und nur in letzter Minute von Yarvi, der mittlerweile Vater Yarvi ist, gerettet.

So wild und voller Zorn und Ungestüm Dorn ist, so voller Herzensgüte und dem unbändigen Willen Gutes zu tun ist Brand, die zweite neue Hauptfigur. Beide haben mir unheimlich gut gefallen, ihr Zusammenspiel fand ich durchweg gelungen. Zum Glück tauchen aber auch einige der liebgewonnenen Charaktere aus dem ersten Band wieder auf; allen voran natürlich Yarvi und Rulf, den ich besonders ins Herz geschlossen habe.

„Königsjäger“ ist ein Heldenepos, wie er sehr viel besser nicht geschrieben werden konnte: Spannende Kämpfe, gemeine Intrigen, interessante Charaktere und vielen Gänsehautmomente. Ich habe gemeinsam mit Dorn Bathu bei ihren zahlreichen Übungskämpfen gelitten, wurde aber immer wieder durch ihre tolle Entwicklung (kämpferisch, aber auch charakterlich) belohnt. Ich hoffe sehr, dass ich im nächsten Band wieder mehr von ihr und den anderen liebgewonnenen Figuren lesen darf.

In „Königsjäger“ begleiten wir die beiden jungen Helden Dorn und Brand an der Seite von Vater Yarvi zu neuen Abenteuern. Ich konnte während des Lesens wunderbar in der Geschichte versinken und habe beschlossen, dass Abercrombie ein Autor ist, den ich unbedingt weiter verfolgen möchte. 9 von 10 Sternen.

stern 9

Königsjäger – Joe Abercrombie – Klappbroschur – 480 Seiten – 14,99 € – ISBN: 978-3-453-31600-3  – erschienen: August 2015 (Heyne) – Übersetzung: Kirsten Borchard

[Rezension] „Der Thron der Finsternis“ von Peter V. Brett

Reiheninfo:

  1. „Das Lied der Dunkelheit“
  2. „Das Flüstern der Nacht“
  3. „Die Flammen der Dämmerung“
  4. „Der Thron der Finsternis“
  5. „The Core“ (engl. Arbeitstitel)

Achtung: Da es sich um den vierten Band einer Reihe handelt, enthält diese Rezension Spoiler zu den vorherigen Bänden!

Klappentext:

Die Welt der Menschen ist in Aufruhr. Nacht für Nacht steigen die Dämonen aus der Tiefe auf, um die Bewohner der Städte und Dörfer in Angst und Schrecken zu versetzen. Seit nicht nur ein, sondern zwei Männer aufgestanden sind, um gegen die finsteren Wesen zu kämpfen und die Völker der Menschen endlich zu befreien, herrscht allerdings Krieg – denn Arlen und Jardir könnten verschiedener nicht sein. Nicht einmal ein Zweikampf der beiden konnte den Zwist beenden, doch nun müssen sie sich ihrer größten Herausforderung stellen: dem Kampf gegen die Dämonenkönigin. Gemeinsam oder allein … (Quelle)

Meine Meinung:

Ich habe es in meinen Rezensionen zu den letzten beiden Bänden schon geschrieben und ich werde es auch jetzt noch ein Mal schreiben: Der Dämonen-Zyklus von Peter V. Brett ist meiner Meinung nach eine der besten Fantasyreihen, die jemals geschrieben wurden!

Seine Bücher haben treue Anhänger und Fans und doch gibt es auch immer wieder sehr kritische Stimmen. Ich kann einige Kritikpunkte nachvollziehen. Was mir aber unbegreiflich bleibt, ist die Tatsache, dass manche Leser dieses Buch abgebrochen haben. Hallo? Es ist total toll und spannend!

„‚Nein!‘ Inevera streckte die Arme aus und griff ins Leere, als der Par’chin sich und ihren Gemahl über die Klippe in die Tiefe stürzte. Und dabei die Hoffnung der gesamten Menschheit mit in den Abgrund riss.“ (S. 9)

Der letzte Band endete ja mit einem absoluten Cliffhanger: Die beiden ehemaligen Freunde und jetzigen Widersacher Arlen und Jadir stürzen gemeinsam eine tiefe Klippe herab. Wie sich diese Situation tatsächlich auflöst, möchte ich hier noch nicht vorweg nehmen. Es sei nur so viel gesagt: Für Arlen kam der Sturz alles andere als überraschend, er hatte ihn sogar geplant. Eins ist klar: Der Kampf gegen die Dämonen geht weiter, sowohl bei den Krasianern in der Wüste als auch im Tal des Erlösers im Norden.

Etwa 1000 Seiten umfasst „Der Thron der Finsternis“. Diese Seiten nutzt der Autor, um den einzelnen Charakteren eine Geschichte und Vergangenheit zu geben. Auch seine Nebencharaktere sind vielschichtig und komplex. Dies führt manchmal dazu, dass die Haupthandlung ins Stocken gerät. Und dennoch möchte ich die Hintergrundinformationen nicht missen, denn so kann man die Beweggründe der einzelnen Figuren viel besser nachvollziehen.

Einen Kritikpunkt habe ich an dieser Stelle aber: Die Geschichte liest sich stellenweise durch die vielen krasianischen Begriffe nicht ganz einfach. Dass dann auch noch die Namen von gefühlt jeder zweiten Person mit A anfangen müssen, macht es nicht leichter, Herr Brett!

Ansonsten läuft die Geschichte auf einen großen Showdown hin. Die letzten Seiten bringen noch ein mal ordentlich Trubel und Durcheinander und sorgen so dafür, dass meine Neugier auf den letzten Band unglaublich hoch ist. Außerdem eine Warnung an alle Leser: Haltet eure Taschentücher bereit, Peter V. Brett geht nicht gerade zimperlich mit seinen Charakteren um.

„Der Thron der Finsternis“ schließt sich seinen Vorgängern nahtlos an: Die Handlung bleibt spannend, die Entwicklung der Figuren auch. Peter V. Brett ist einfach ein grandioser Fantasyautor, der mich mit jeder einzelnen Seite seines Dämonen Zyklus unterhalten hat. Es ist einfach unglaublich, was für eine phantastische und komplexe Welt er geschaffen hat. 9 von 10 Sternen!

stern 9

Der Thron der Finsternis – Peter V. Brett – Klappbroschur – 1024 Seiten – 16,99 € – ISBN: 978-3-453-31573-0 – erschienen: September 2015 (Heyne) – Übersetzung: Ingrid Herrmann-Nytko

[Rezension] „Battlemage: Tage des Krieges“ von Stephen Aryan

Klappentext:

Das Reich steht am Rande der Vernichtung. Nur eine Handvoll Krieger versucht, es vor einer Bedrohung aus Wahnsinn und Machtgier zu schützen. Auch der Kriegsmagier Balfruss und seine Verbündeten rüsten zum Kampf. Doch gegen den übermächtigen Feind steht ihnen nichts als ein Heer zur Seite, das nur als Speerfutter dient. Der Feind versucht, im Auftrag des irren Königs Taikon die Welt zu unterwerfen – eine epische Schlacht um das Herz des Reiches beginnt …

Meine Meinung:

Nicht genug, dass ein wahnsinner König auf dem Thron sitzt und alle töten lässt, die nicht mit ihm zusammenarbeiten wollen, nein: Dazu kommt auch noch, dass König Taikon einen gefährlichen Magier für sich kämpfen lässt, der Spaß am Töten und keinerlei Moral hat. Die einzigen, die sich diesem übermächtigen und skrupellosen Magier in den Weg stellen können, sind die wenigen verbliebenen Kriegsmagier – allen voran Balfruss.

„Es war ein Krieg – und zwar gegen ein Heer von einer Größe, wie es das nie zuvor gegeben hatte. Es wurde von einem Wahninnigen König, einem abtrünnigen Kriegsmagier und dessen Schülern angeführt. Balfruss war in seine Heimat Seveldrom zurückgekehrt, weil sein König um Hilfe gebeten hatte, aber jetzt gab es viele Gründe zu kämpfen, und sie alle standen hier in diesem Raum mit ihm versammelt. Sie waren seine einzige Familie, und er würde alles tun, um sie zu beschützen.“ (S. 40)

„Battlemage: Tage des Krieges“ stellt den ersten Band einer neuen Fantasytrilogie dar. Wie es in einem ersten Band so üblich ist, muss zunächst das Setting geklärt, die Charaktere vorgestellt und in die Handlung eingeführt werden. Die Grundidee, nämlich dass es nur noch eine kleine Gruppe Kriegsmagier gibt, die sich dem Kampf gegen das Böse stellen, hat mir sofort gut gefallen. Balfruss ist kein perfekter Protagonist, sondern hat seine Schwächen und Geheimnisse, was ihn sympathisch und interessant macht. Auch über einige der anderen Kriegsmagier hätte ich gerne mehr erfahren, da Stephen Aryan sie grundsätzlich sehr vielfältig konzipiert hat. Leider geht er hier nicht in die Tiefe, obwohl das Buch durch seine hohe Seitenzahl durchaus Potenzial dazu hätte.

Insgesamt ist die Geschichte leider etwas langatmig. Alles, was passiert, könnte den wirklich spannenden Höhepunkt eines Fantasybuchs darstellen, die letzten Kapitel einer mitreißendes Geschichte, aber meiner Meinung nach reicht die Handlung nicht aus, um ein komplettes Buch zu füllen.

Dazu kommt noch, dass der Leser, was einige Charaktere und Handlungsstränge angeht, sehr im Ungewissen gelassen wird. So spielt auch der sehr erfahrene Soldat Vargus eine große Rolle, ist sogar Perspektivträger. Doch was oder wer er tatsächlich ist, bleibt bis zum Ende des Buches unklar. Außerdem taucht urplötzlich ein vampirähnliches Wesen auf und auch die Götter haben ein kleines Stelldichein. Diese Handlungsstränge werden aber nur begonnen und nicht annäherend weitergeführt, geschweige denn zu Ende gebracht. Vielleicht soll dies die Neugier auf den nächsten Band wecken? Mich hat es nur etwas unbefriedigt zurückgelassen.

Mit „Battlemage: Tage des Krieges“ und seiner Idee der Kriegsmagier hat Stephen Aryan einen Trilogieauftakt geschrieben, der mich grundsätzlich neugierig gemacht und stellenweise auch gut unterhalten hat. Und obwohl sich die Geschichte etwas in die Länge zieht und die Handlung die Seiten nicht ausreichend füllen kann, habe ich das widersprüchliche Gefühl, dass der Autor zu viel wollte. Für meinen Geschmack hätten die Kriegsmagier und die verschiedenen Völker seiner erdachten Welt gereicht. Götter und blutsaugende Wesen wären nicht nötig gewesen; vor allem nicht, wenn sie – zumindest bis jetzt – noch nichts zur eigentlichen Handlung beitragen. Von mir gibt es insgesamt gute 5 von 10 Sternen!

stern 5

Battlemage: Tage des Krieges – Stephen Aryan – Taschenbuch – 528 Seiten – 12,99 € – ISBN: 978-3-492-28019-8 – erschienen: September 2015 (Piper) – Übersetzung: Andreas Decker

[Rezension] „Sieg der Könige“ von Michael Peinkofer

Reiheninfo:

  1. „Die Könige. Orknacht“
  2. „Kampf der Könige“
  3. „Sieg der Könige“

Klappentext:

Nach Jahrhunderten des Kampfes, des Sieges und der Niederlagen beginnt die alles entscheidende Schlacht um Erdwelt: Daghan von Ansun, Aryanwen, Balbok, Rammar und ihre Verbündeten setzen alles daran, den Untergang noch abzuwenden. Verfolgt von grausamen Schattendrachen, Kaldronen und Kriegern der Finsternis, müssen sich die Gefährten ein letztes Mal ihrem mächtigsten Feind stellen – dem Dunklen König.

Meine Meinung:

„Signale erklangen, der spröde Ton der Hörner, in die die Clanleute stießen, vereinte sich mit einem blechernen Klang zwergischer Kriegstrompeten zu einem infernalischen Heulen, das durch Mark und Bein ging und weithin zu hören war. Gleichzeitig setzte Trommelschlag ein, und Tausende von Kehlen verfielen in wildes Gebrüll.“ (S. 45)

Es ist soweit: Der finale Band der Könige-Reihe von Peinkofer ist erschienen und der finale Kampf gegen den Dunklen König beginnt. Und den können die Völker Erdwelts nur dann gewinnnen, wenn sie gemeinsam Seite an Seite kämpfen, ihre früheren Konflikte vergessen und Rivalitäten beiseite schieben.

Nachdem es etwa ein Jahr her ist, dass ich den zweiten Band gelesen hatte, fiel es mir kurz schwer, mich an die Details aus „Kampf der Könige“ zu erinnern. Doch hier macht es der Autor dem Leser sehr leicht und flicht kurze Rückblenden und Wiederholungen in das aktuelle Geschehen mit ein. So war der Einstieg leicht und ich war sehr schnell mitten in der Geschichte.

Wie in all seinen Büchern mag ich es, wie Michael Peinkofer schreibt: Ich mag seine Figuren, den Humor und die Art, wie sich die Geschichten aufbauen. Ohne Frage würde ich von ihm so ziemlich alles lesen. In diesem Band gab es mir stellenweise etwas zu viele Kampfszenen, aber das ist vermutlich in einem finalen Fantasyband einfach nötig.

In dem letzten Band einer Reihe geht es natürlich auch immer darum, Handlungsstränge zusammenzuführen und zu einem sauberen Abschluss zu bringen: In „Sieg der Könige“ laufen die verschiedenen Fäden, die Michael Peinkofer in den vorherigen Bänden gesponnen hat, tatsächlich geschickt zusammen. Für mich blieben keine offenen Fragen. Was mich allerdings etwas störte, war die Tatsache, dass der Autor, um unsere Helden zum Sieg zu führen, das ein oder andere Mal doch ziemlich tief in seine Trickkiste greifen musste.

„Sieg der Könige“ ist ein gelungener Abschluss einer toller Fantasytrilogie, in der Michael Peinkofer ein weiteres Mal beweist, dass man die Völker Erdwelts auch zusammenarbeiten lassen kann. Außerdem zeigt er, dass Highfantasy nicht notwendigerweise unglaublich kompliziert geschrieben werden und nicht ausschließlich aus Schachtelsätzen bestehen muss. Das ist etwas, was ich an ihm sehr schätze. In meinen Augen war dieser finale Band allerdings etwas schwächer als seine Vorgänger: Mir persönlich gab es zu lang andauernde Kampfszenen und zu viele kleine „Wunder“. Insgesamt gibt es von mir 7 von 10 Sternen.

stern 7

Sieg der Könige – Michael Peinkofer – Klappbroschur -576 Seiten – 16,99 € – ISBN: 978-3-492-70315-4 – erschienen: September 2015 (Piper)

[Rezension] „Das Eherne Buch“ von Christian von Aster

Klappentext:

Aus den Händen seines Vaters empfängt Jaarn, der letzte Nachkomme des Hauses von Stahl, ein sagenumwobenes Schwert, mit dessen Hilfe er dem Reich Frieden bringen soll. Es trägt den Namen »Das Eherne Buch« und ist aus Geschichten geschmiedet. Fürsten und Räuber trachten nach dem Legendeneisen und bald heften sich die gefürchtetsten Meuchelmörder des Reiches an seine Fersen. Seiner Jugend und Unerfahrenheit zum Trotz liegt das Schicksal des Reiches allein in Jaarns Händen. Zwischen Gaunern und Gelehrten ist es ihm bestimmt, zum Helden zu werden. (Quelle)

Meine Meinung:

Als Jaarn, ein junger Bibliothekar, eines Nachts aufgeweckt wird, ahnt er noch nicht, dass sich sein Leben von Grund auf verändern wird: Er selbst soll der letzte Erbe des Hauses von Stahl sein, der Sohn des Fürsten. Und nur ihm kann es gelingen, mit Hilfe des Ehernen Buches der Welt Frieden zu bringen.

„Du wirst vorsichtig sein müssen, Freund und Feind werden schwer zu unterscheiden sein. Doch wenn es dir gelingt zu finden, was verlorenging, und das Eherne Buch dem Kriegsbringer zu Füßen zu legen, dann wird jener Gott zu dem Wort stehen, das er einst gab.“ (S. 28)

Das Eherne Buch: ein Schwert, ein Legendeneisen. Die Legende besagt, dass das Eherne Buch aus den verschiedenen Geschichten des Reiches geschmiedet wurde und der Welt Frieden bringen kann, wenn es dem Kriegsbringer zu Füßen gelegt wird. Bevor dies allerdings möglich ist, müssen zunächst die verloren gegangenen Geschichten gefunden werden.

Bevor Jaarn diese Neuigkeiten so richtig verdauen kann, wird er allerdings schon mitten in der Nacht entführt. Der Mann, der ihn mitnimmt, ist voller Narben, trägt keinen oder ganz viele Namen und behauptet Jaarns einziger Freund zu sein. Da Jaarn nichts anderes übrig bleibt, muss er dem Narbigen zunächst vertrauen. Ob das ein Fehler ist?

Ein Schwert, geschmiedet aus den Geschichten des Reiches: Die Idee, dass Wörter und Legenden den Frieden bringen können, gefällt mir gut. Die Umsetzung allerdings weniger. Christian von Aster entwirft zwar einige interessante Charaktere und Konflikte innerhalb der Geschichte, doch ist es ihm nicht gelungen, wirkliche Spannung aufzubauen. Der Verlauf der Geschichte interessierte mich zu wenig. Das einzige, was mich fesseln konnte, war das Geheimnis des Narbigen. Was oder wer steckt hinter diesem mysteriösen Mann? Um das zu erfahren, habe ich immer weiter gelesen.

„Das Eherne Buch ist kein schlechtes Buch. Allerdings konnte mich der Autor trotz spannender Nebencharaktere und einigem an Potenzial innerhalb der Handlung einfach nicht fesseln. Leider kann ich mich schon jetzt, wenige Wochen nach dem Lesen, nicht mehr an alle Einzelheiten erinnern. Man kann die Geschichte gut lesen – muss es aber nicht! Gute 5 von 10 Sternen!

stern 5

Das Eherne Buch – Christian von Aster – Klappbroschur – 347 Seiten – 17,95 € – ISBN: 978-3-608-93934-7 – erschienen: August 2015 (Klett-Cotta)

[Rezension] „Königsschwur“ von Joe Abercrombie

Reiheninfo:

  1. „Königsschwur“
  2. „Königsjäger“
  3. engl.: „Half a War“

Klappentext:

Prinz Yarvi von Gettland ist ein Krüppel, ein Schwächling, ein Niemand. Mit nur einer funktionstüchtigen Hand geboren und von seinem Vater verachtet, muss er sich mit einem bedeutungslosen Diplomatenposten zufriedengeben. Als sein Vater und sein Bruder eines Tages brutal ermordet werden, überwindet Yarvi seine Schwäche und besteigt den Schwarzen Thron von Gettland. Und er legt einen Eid ab: denjenigen, der seine Familie getötet hat, zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen! Doch dann wird Yarvi von seinen engsten Vertrauten verraten … (Quelle)

Meine Meinung:

Yarvi wurde mit nur einer funktionstüchtigen Hand geboren – für einen zukünftigen König undenkbar. Von seinem Vater wurde er meist ignoriert oder aber gedemütigt und auch seine Mutter hat kaum ein liebendes Wort für ihn. So gefiel es Yarvi ganz gut, als Gelehrter ausgebildet zu werden und dem Kampfplatz den Rücken zu kehren. Doch all seine Pläne werden zunichte gemacht, als sein Vater und sein Bruder überraschend ermordet werden. Yarvi, der nun König ist, schwört Rache – doch der Verrat kommt aus ganz unerwarteter Richtung…

Rache – kein ehrenwertes Motiv! Und doch kann man Yarvi sehr gut verstehen. Der Verrat, den er erleiden musste, ist hart und trifft ihn sehr. Nachdem er einen Anschlag auf sein Leben nur knapp überlebt, landet Yarvi mehr tot als lebendig im Meer und wird dort von Sklavenhändlern herausgefischt. Als Gefangener kann Yarvi wohl kaum seine Rache ausüben und so muss er geduldig sein – und über sich hinauswachsen.

Wenn man mich fragen würde, was mich an diesem Trilogieauftakt am meisten überzeugt hat, wäre meine Antwort ganz eindeutig: „Die Charaktere!“ Yarvi und die Gefährten, die er im Laufe der Geschichte kennenlernt, haben Ecken und Kanten, Geheimnisse und werden dadurch sehr schnell interessant. Hinter mancher rauen Schale steckt ein weicher und liebenswerter Kern. Und wie in Fantasyromanen so üblich macht sich ein kleiner Haufen bunt zusammengewürfelter Personen gemeinsam auf den Weg. Das Ziel der Reise ist an dieser Stelle klar: Rache an dem Mörder von Yarvis Vater!

Was mich während des Lesens etwas irritiert hat: Es gibt in der Geschichte keine fantastischen Elemente. Die Erzählweise ist zwar immer mal wieder angehaucht von Mythen und Gottheiten, aber ansonsten wartet man umsonst auf Magie oder fantastische Wesen. Das tut der Geschichte zwar keinen Abbruch, ich hatte aber dennoch etwas Anderes erwartet.

„Königsschwur“ ist der Auftakt zu einer neuen Fantasy-Reihe des renommierten Autors Joe Abercrombie und gleichzeitig das erste Buch, aber mit Sicherheit nicht das letzt, das ich von ihm lese. Es überzeugt durch ein geschickt angelegtes Setting und interessante, mitreißende Charaktere. Ich bin sehr gespannt, wie sich die Geschichte weiter entwickeln wird und werde die Reihe ganz bestimmt weiter verfolgen. 8 von 10 Sternen!

stern 8

Königsschwur – Joe Abercrombie – Klappbroschur – 368 Seiten – 14,99 € – ISBN: 978-3-453-31599-0 – erschienen: Januar 2015 (Heyne)

[Rezension] „Schattendieb: Novellen aus Siala und anderen Welten“ von Alexey Pehov

Klappentext:

Alle »Siala«- und »Hara«-Fans aufgepasst: Mit dieser Erzählungssammlung kehrt der Autor zu seinen beliebtesten Serien zurück und bietet exklusive Einblicke in neue Welten, die er erschaffen hat: Ob ein Wiedersehen mit Garrett, dem Schattenwanderer, oder Ness im Krieg gegen die Elfen, ob eine exklusive Story zum Roman »Dunkeljäger« oder bislang unbekannte Reiche, die von dämonischen Mächten, Blutsaugern und Teufeln bevölkert werden – »Schattendieb« ist unverzichtbare Lektüre für alle Pehov-Fans und zugleich der perfekte Einstieg in den vielschichtigen Kosmos des russischen Fantasy-Stars. (Quelle)

Meine Meinung:

Bücher aus der Feder von Alexey Pehov muss ich einfach lesen. Die Chroniken von Siala fand ich gut, die Chroniken von Hara habe ich verschlungen und den Einzelband „Dunkeljäger“ habe ich geliebt. Nun gibt es neuen Lesestoff für Fans des russischen Fantasyautors. Allerdings hat er dieses Mal einen Sammelband mit recht unterschiedlich langen Novellen herausgebracht.

„Schattendieb“ enthält insgesamt acht Novellen, von denen vier in schon bekannten Welten spielen, allerdings begegnet man nur in drei von ihnen auch bekannten Figuren wie Ness, Garrett und Lass. Insbesondere das Wiedersehen mit dem Elfen und seinem Freund Ogg hat mir gut gefallen.

Grundsätzlich ist es schwer, eine Sammlung an Geschichten zu bewerten, müsste man doch eigentlich jede Geschichte einzeln beurteilen. Zu Beginn war ich eher enttäuscht: Die erste Novelle endet genau an dem Punkt, an dem es für mich spannend wurde. Die nächsten beiden interessierten mich inhaltlich gar nicht und konnten mich kaum fesseln. Zum Glück ging es dann aufwärts: Die Geschichten wurden runder, hatten ein erkennbares Ende und auch das Wiedersehen mit bekannten Figuren hat mich doch noch dazu gebracht, das Buch kaum aus den Händen legen zu können.

Insgesamt ist „Schattendieb“ für Fans von Pehov und seinen Fantasyromanen eine nette Zugabe, aber in meinen Augen kein „Muss“. In jeder Geschichte zeigt Pehov, dass er ein meisterlicher Schriftsteller ist, aber eben auch, dass ihm lange Geschichten mehr liegen. Die enthaltenen Novellen sind sehr abwechslungsreich und unterschiedlich: So habe ich manche total gerne gelesen, andere nach der Hälfte abgebrochen. Ich schwanke zwischen 5 und 6 Sternen. Da mir die letzten Geschichten allerdings ganz gut gefallen habe, entscheide ich mich für sehr knappe 6 von 10 Sternen.

stern 6

Schattendieb: Novellen aus Siala und anderen Welten – Alexey Pehov – Klappbroschur – 464 Seiten – 16,99 € – ISBN: 978-3-492-70327-7 – erschienen: Mai 2015 (Piper)

[Rezension] „Das Lied des Blutes. Rabenschatten 1“ von Anthony Ryan

Reiheninfo:

  1. „Das Lied des Blutes“
  2. „Der Herr des Turmes“ (erscheint im September 2015)
  3.  – Titel noch unbekannt –

Klappentext:

»Bei meinem Volk war er nur unter einem Namen bekannt, und dieser hallte an jenem Morgen unablässig in meinem Kopf wider: ›Hoffnungstöter‹. Bald wirst du sterben, und ich werde Zeuge sein, ›Hoffnungstöter‹.«

Vaelin Al Sorna, der berühmteste Gefangene des Reichs und sein größter Kämpfer, erzählt die atemberaubende Geschichte seines Lebens. Er ist auf einem Schiff unterwegs, das ihn zu dem Ort bringen soll, an dem es für ihn um Leben und Tod geht. (Quelle)

Meine Meinung:

„Er besaß viele Namen. Das dreißigste Lebensjahr hatte er noch nicht erreicht, und doch war er im Laufe der Geschichte mit Titel reich beschenkt worden: Das Schwert des Königs hieß er für den wahnsinnigen Herrscher, der ihn als Geißel zu uns sandte; der junge Falke für die Männer, die ihm in die Wirrnisse des Krieges folgten; Dunkelklinge für seine cumbraelischen Feinde und, wie ich später herausfinden sollte, Beral Shak Ur für die geheimnisvollen Stämmde des großen Nordwaldes – Rabenschatten.“ (S. 11)

Hoffnungstöter ist noch ein weiterer Name, den die Menschen Vaelin al Sorna geben.  In diesem ersten Teil der neuen Fantasy-Trilogie wird vor allem der Werdegang von Vaelin geschildert: Wie konnte aus dem kleinen Jungen, der kurz nach dem Tod seiner Mutter von seinem Vater in den sechsten Orden gebracht wurde, ein so sagenumwobener und gefürchteter Kämpfer werden? Welche Geheimnisse umgeben ihn und was treibt ihn an?

Auf vielen anderen Blogs wurde dieses Buch schon vor einigen Monaten besprochen – überall voller Begeisterung. Ich habe mich lange Zeit gesträubt, es zu lesen. Die Geschichte klang mir zunächst zu wenig fantastisch und zu historisch. Mein erster Eindruck triffft zwar zu großen Teil zu und dennoch bin ich froh, „Das Lied des Blutes“ gelesen zu haben. Obwohl die fantastischen Elemente tatsächlich sehr spärlich gesät sind und vor allem gegen Ende auftauchen, konnte mich die Geschichte schon von Beginn an fesseln.

Das lag vor allem daran, dass Anthony Ryan unglaublich unterhaltsam schreibt – und das auch über knapp 800 Seiten: mir war nie langweilig, der Aufbau der Geschichte ist immer intelligent gemacht und lässt den Leser neugierig auf den weiteren Verlauf der Dinge warten.
Außerdem wird die Ausbildung der jungen Menschen im sechsten Orden ziemlich ausführlich erzählt. Ich lese einfach unheimlich gerne von solchen Gruppenprozessen, von dem Gemeinschaftsgefühl und der Entwicklung der einzelnen Charaktere.

„Das Lied des Blutes“ ist ein mehr als gelungener Auftakt einer neuen Fantasy-Reihe, die mit nur wenigen fantastischen Elementen auskommt und mit einer spannenden Geschichte, interessanten Charakteren und einem beeindruckenden Schreibstil des Autors überzeugen kann. 9 von 10 Sterne!

stern 9

Das Lied des Blutes: Rabenschatten 1 – Anthony Ryan – Hardcover mit SU – 775 Seiten – 24,95 € – ISBN: 978-3-608-93925-5 – erschienen: September 2014 (Klett-Cotta)

[Rezension] „Die Zwerge 5: Der Triumph der Zwerge“ von Markus Heitz

Reiheninfo:

  1. „Die Zwerge“
  2. „Der Krieg der Zwerge“
  3. „Die Rache der Zwerge“
  4. „Das Schicksal der Zwerge“
  5. „Der Triumph der Zwerge“

Achtung, diese Rezension enthält einige wenige Spoiler zu den vorherigen Bänden.

Klappentext:

Der Krieg um das Geborgene Land scheint vorüber. Frieden kehrt ein und die Völker festigen ihre Freundschaft, um geeint jeder Gefahr zu trotzen. Doch die Elben schmieden in ihren alten Reichen einen bedrohlichen Bund. Und im Grauen Gebirge wird ein Menschenkind aus dem Jenseitigen Land gefunden, das die Sprache der Albae spricht. Auf wundersame Weise gewinnt das Mädchen die Gunst vieler Bewohner des Geborgenen Landes, während die Zwerge dem Neuankömmling misstrauisch gegenüberstehen. Als ein übermächtiger Feind im Gebirge gesichtet wird, stellt sich heraus, dass das Mädchen ein Geheimnis hat, das die Zukunft des Volkes der Zwerge verändern wird. Wird eine letzte Schlacht geschlagen werden müssen? Und handelt es sich bei dem zurückgekehrten Tungdil tatsächlich um den legendären Helden der Axtschwinger? (Quelle)

Meine Meinung:

„Der Name des Empfängers war deutlich eingepunzt.
‚Für Ingrimmsch‘, las er entgeistert.
Es fiel ihm nur ein Zwerg ein, der sich nach Phondrasôn begeben hatte und der wusste, dass es ihn gab.“ (S. 63)

Die Zwerge-Reihe von Markus Heitz gehört zu meinen liebsten Fantasy-Reihen überhaupt. Ich mag seine liebenswerten Charaktere, die Kämpfe und den immer mal wieder durchblitzenden Humor. Als klar war, dass es noch einen fünften Band geben würde, war ich natürlich total begeistert und es war selbstverständlich, dass ich ihn lesen würde.

Das geborgene Land scheint zunächst ruhiger und friedlicher als jemals zuvor. Die Albae sind geschlagen und die restlichen Völker tun alles, um ein friedliches Bündnis untereinander zu erreichen. Und doch droht wieder Gefahr: sowohl aus dem Inneren als auch von außerhalb der schützenden Mauern des geborgenen Landes. Viele freuen sich, dass gerade jetzt Tungdil aus Phondrasôn zurückkehrt. Andere zweifeln: Ist es dieses Mal der echte?

Es war wirklich schön, wieder ein Mal in das Geborgene Land zurückzukehren und gemeinsam mit einigen wohlbekannten und liebgewonnenen Zwergen Schlachten zu schlagen und gegen das Böse zu kämpfen. Ich weiß nicht genau, zum wie vielten Mal ich den angefangenen Witz von Ingrimmsch gelesen habe. Es ist wirklich ein toller Running-Gag, dass er ihn nie zuende erzählen darf.

„Ingrimmsch zwinkerte ihm zu. ‚Sag, kennst du den Witz vom Ork, der den Zwerg nach dem Weg fragt, und der Zwerg antwortet…'“ (S. 88)

Und doch hatte ich mir noch mehr das Gefühl von Zurückkommen erhofft, aber dafür lag sicherlich auch zu viel Zeit zwischen dem Erscheinen des vierten und des fünften Bandes. Eine Besonderheit bei Heitz‘ Büchern ist es ja, dass z.B. die Zwerge-Reihe und die Albae-Reihe ineinander greifen. Die Handlungen ergänzen und vervollständigen sich. Das bietet zum einen die Möglichkeit, immer mal wieder auf alte Bekannte zu treffen. Zum anderen aber hatte ich das Gefühl, mir würden hier und da kleine Einzelheiten fehlen, weil ich eben nur die ersten drei Bände der Albae-Reihe gelesen habe.

„Der Triumph der Zwerge“ folgt dem altbekannten und bewährten Muster aller Zwerge-Bände: Es gibt eine Bedrohung für den Frieden des geborgenen Reiches und die Zwerge stehen parat um diesen mit Kampfkraft und der nötigen Portion Gewieftheit zu verteidigen. Es war schön auf alte Bekannte zu treffen und noch ein Mal ein paar Lesestunden mit den bärtigen Helden zu verbringen. Für mich ist die Reihe hiermit aber abgeschlossen. Ich weiß nicht, ob Markus Heitz noch einen weiteren Band schreiben wird. Ich werde ihn dann aber nicht mehr lesen, denn man soll ja bekanntlich aufhören, wenn es am Schönsten ist. Ich habe diesen fünften Band gerne gelesen, auch wenn er mich nicht in Begeisterungsstürme versetzt hat, und vergebe 8 von 10 Sternen!

stern 8

Der Triumph der Zwerge – Markus Heitz – Klappbroschur – 656 Seiten – 16,99 € – ISBN: 978-3-492-70351-2 – erschienen: Februar 2015 (Piper)