[Rezension] „We could be heroes“ von Laura Kuhn

9783551316912Klappentext:

Der Umzug aufs Land kommt für Lou gerade recht. Denn seit sie ihre beste Freundin geküsst hat und von ihr zurückgewiesen wurde, weiß Lou gar nicht mehr, was los ist. Doch dann trifft sie in ihrer neuen Schule die schöne und geheimnisvolle Elia und es ist, als hätte ein Blitz in ihrem Leben eingeschlagen. Lou fällt es nicht leicht, mit ihren Gefühlen umzugehen, doch sie will zu ihnen stehen – egal, was passiert. (Quelle)

Meine Meinung:

Lou ist froh, als sie umziehen muss und einige Kilometer sie von ihrer besten Freundin in der alten Heimat trennen. Denn obwohl sie die furchtbar vermisst, kann sie ihr nur schwer in die Augen sehen. Warum? Lou empfindet mehr für Nathalie als nur Freundschaft. So viel mehr, dass sie sie neulich auf einer Party einfach geküsst hat.

Im neuen Haus auf dem Land meint Lou ihren Gefühlen erstmal aus dem Weg gehen zu können – bis sie plötzlich Elia an ihrer Schule sieht! Elia, die so wunderschön ist und Lou einfach nicht mehr aus dem Kopf geht.

„Was soll ich bloß tun? Seit Tagen und Wochen geht mir diese Frage nicht mehr aus dem Kopf. Es ist erstaunlich, dass sie da überhaupt noch ein bisschen Platz gefunden hat – neben Elias Lächeln, Elias Gesicht, Elias Stimme.“ (S. 121)

Lou muss nun an der neuen Schule nicht nur Freunde finden und herausfinden, ob und wie sie die Freundschaft zu ihrer besten Freundin Nathalie aufrecht erhalten möchte. Nun muss sie auch noch eine Möglichkeit finden, wie sie Elia näher kennenlernen kann. Und sie muss sich mit ihren eigenen Gefühlen auseinander setzen.

An manchen Stellen des Buches könnte man der Autorin sicherlich vorwerfen, dass sie etwas zu kitschig und gefühlsduselig geschrieben hat. Mich hat dies aber gar nicht gestört. Im Gegenteil: Während des Lesens war ich selbst auch sehr fasziniert von Elia – vielleicht sogar ein bisschen verliebt. Und trotzdem ist das Buch, zumindest in meinen Augen, keine klasse Liebesgeschichte, denn viel von der Handlung findet in Lous Innerem statt. Diese Entwicklung zu begleiten, hat mir wirklich viel Freude gemacht.

Die Geschichte, die sich zwischen den Buchdeckeln befindet, ist genauso schön wie das Cover: Man spürt Wärme, Lebensfreude und die Freiheit der Gefühle! 8 von 10 Sternen!

stern 8

We could be heroes – Laura Kuhn – Taschenbuch – 256 Seiten – 7,99 € – ISBN: 978-3-551-31691-2 – erschienen: März 2017 (Carlsen)

 

[Kurzer Leseeindruck] „Isla. Schwanenmädchen“ von Lucy Christopher

Isla SchwanenmädchenKlappentext:

Jedes Jahr warten wir auf sie. Sie kommen, wenn es kalt wird. Papa sagt, sie kündigen Wundervolles an. Wir stehen ganz früh auf und beobachten, wie sie über dem See kreisen, im Wasser landen und dann weiterziehen. Sie sind so schön und stolz – und auch ein bisschen unheimlich. Aber in diesem Jahr ist gar nichts wundervoll. Papa muss ins Krankenhaus, weil er was Schlimmes am Herzen hat. Und ein einzelner Schwan bleibt einfach auf dem See zurück, ganz allein. Irgendwas stimmt nicht mit ihm, so wie bei Papa. Wenn ich es schaffe, dass der Schwan wieder fliegt und seine Familie findet, vielleicht wird Papa dann ja wieder gesund. (Quelle)

Mein Eindruck:

Lucy Christopher konnte mich bisher mit und „Stolen“ und „Kiss me, kill me“ voll und ganz überzeugen. Während sich diese beiden Bücher eher an ältere Jugendliche richten, ist „Isla. Schwanenmädchen“ sicherlich vor allem etwas für Leser im Alter von 11-14 Jahre. Die Geschichte, die Lucy Christopher hier erzählt, ist so vieles: Traurig und mutmachend. Sanft und aufregend. Und vor allem: magisch! Ich mag ihren einnehmenden Schreibstil. Beim Lesen fühle ich mich immer so, als stände ich unmittelbar neben der Hauptperson und würde das selbe fühlen, sehen und riechen wie sie. Von mir eine absolute Leseempfehlung!

stern 9

Das Buch ist aktuell nur gebraucht zu erstehen.

Isla. Schwanenmädchen – Lucy Christopher – Hardcover – 336 Seiten – 12,95 € – ISBN: 9783551520173 – erschienen: August 2011 (Carlsen)

[Rezension] „Daniel is different“ von Wesley King

„Es war an einem Dienstag, als mir zum ersten Mal klar wurde, dass ich verrückt war. Na ja, die Vermutung war mir schon früher gekommen, war ja unvermeidlich, aber ich hatte gehofft, es wäre nur eine Phase, so wie damals mit drei, als ich ein Feuerwehrauto sein wollte.“ (S. 5)

Ja, Daniel ist wirklich anders. Er hasst es, Football zu spielen. Viel lieber sitzt er auf der Reservebank und arrangiert die Getränke für seine Teamkollegen in akkuraten geometrischen Mustern. Daniel hat eigentlich nur einen besten Freund, im Kontakt mit anderen Mitschülern ist er sehr unsicher. Obwohl Daniel hochbegabt ist, ist der Matheunterricht für ihn der pure Stress. Denn die meisten Zahlen sind in seinen Augen schlechte Zahlen. Sie führen dazu, dass er das Gefühl bekommt, sterben zu müssen. Die Neun ist übrigens die schlimmste Zahl.

Schnell wird dem Leser das klar, was Daniel noch nicht weiß: Er leidet an einer Zwangsstörung. Jeden Abend muss Daniel ein gewisses Programm ausführen, bis er einschlafen kann. Dies kann manchmal mehrere Stunden Zeit in Anspruch nehmen und auch dann weint er sich häufig in den Schlaf. Doch mit einem einzigen, unerwarteten „Hallo“ beginnt sich seine Welt zu verändern.

Die Geschichte um Daniel ist unglaublich berührend und schön. Aber auch unglaublich traurig. Denn das Nachwort des Autors macht deutlich: Dies ist nicht einfach nur eine Geschichte. Für viele Menschen ist das, was Daniel Tag für Tag mitmachen muss, Realität:

„Der Daniel dieser Geschichte ist in vieler Hinsicht ein recht exaktes Abbild von mir selbst, als ich in diesem Alter war. Auch ich habe bis zu fünf Stunden jede Nacht gebraucht, um ins Bett zu gehen. […] Mehrmals am Tag hatte ich das Gefühl zu sterben – was, wie ich später erfuhr, durch die Angstzustände und Panikattacken ausgelöst wurde – und ich begann mit ritualisierten Zwangshandlungen, um mit der grauenvollen Angst klarzukommen.“ (S. 301)

Und trotzdem macht dieses Buch Hoffnung. Es sagt: Du bist nicht allein. Ja, du bist anders, aber das bedeutet auch, dass du einzigartig bist. Es erzählt nicht nur die Geschichte einer Freundschaft und einer ersten, zarten Liebe. Es macht auch Mut, zu sich selbst zu stehen. 9 von 10 Sternen!

stern 9

Daniel is different – Wesley King – Hardcover – 304 Seiten – 17,00 € – ISBN 978-3-7348-4710-3 – erschienen: Januar 2017 (Magellan) – Übersetzung: Claudia Max

[Rezension] „Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt“ von Nicola Yoon

Klappentext:

Wenn ihr Leben ein Buch wäre, sagt Madeline, würde sich beim Rückwärtslesen nichts ändern: Heute ist genau wie gestern und morgen wird sein wie heute. Denn Madeline hat einen seltenen Immundefekt und ihr Leben lang nicht das Haus verlassen. Doch dann zieht nebenan der gut aussehende Olly ein – und Madeline weiß, sie will alles, das ganze große, echte, lebendige Leben! Und sie ist bereit, dafür alles zu riskieren. (Quelle)

Meine Meinung:

„Wenn mein Leben ein Buch wäre, würde sich beim Rückwärtslesen nichts ändern. Heute ist genauso wie gestern. Morgen wird genauso sein wie heute. Im Buch von Maddy sind alle Kapitel gleich.“ (S. 178)

Madeline ist krank. Sie leidet an einem Immundefekt und darf deswegen das Haus nicht verlassen. Die meiste Zeit geht es ihr aber gut: Sie liebt ihre Mutter und Carla, ihre Krankenpflegerin. Sie liest unheimlich gerne und arbeitet mit Eifer an ihren Onlinekursen.
Doch dann zieht Olly gegenüber ein. Olly, der einfach so die Wand hochklettert. Olly, der immer schwarz trägt. Olly, der plötzlich vom gegenüberliegenden Zimmer mit ihr zu kommunizieren beginnt. Olly mit den meeresblauen Augen.

„Kribbeln meine Fingerspitzen? Tun sie das sonst auch? Wieso bin ich so atemlos? Wie viele Saltos kann ein Magen machen, bevor er sich hoffnungslos verknotet?“ (S. 93)

Anfangs wehrt sich Madeline noch gegen ihre Gefühle, denn sie hat Angst, sich zu verlieben. Hat Angst, verletzt zu werden. Doch genauso wie der Leser ahnt auch Maddy, dass sie sich nicht lange schützen kann. Denn jeder von uns würde sich in Olly verlieben. Wie sich die Beziehung der beiden entwickelt, hat mir wirklich gut gefallen. Selten habe ich so viele Zitate aus einem Buch geschrieben, wie aus diesem hier. Die Liebe zwischen den beiden hat etwas sehr Anrührendes und Zartes.

„Ich war glücklich, bevor ich ihm begegnet bin. Aber jetzt bin ich lebendig und das ist etwas ganz anderes.“ (S. 199)

Bis kurz vor Schluss war ich also wirklich verliebt. Nicht nur in Olly, sondern in die ganze Geschichte. In das Buch. In die Worte.

Aber – ja, es muss leider ein Aber folgen – der Schluss hat mir das Buch leider ein wenig kaputt gemacht. Die Autorin macht es sich mit dem Ende ziemlich leicht, finde ich. Außerdem gibt es eine interessante Nebenhandlung, die Olly betrifft, doch an dieser Stelle bleibt Nicola Yoon viel zu oberflächlich. Es scheint so, als wollte sie Olly etwas Tiefgang verleihen, indem auch er seine eigene Geschichte bekommt. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass diese dann auch mehr Raum bekommt.

„Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt“ konnte mich in vielen Aspekten überzeugen. Ich mochte Maddy und Olly. Die Liebesgeschichte, die sich langsam und vorsichtig zwischen den beiden entspannt, konnte mich sehr berühren, was vor allem daran lag, dass die Autorin sie wundervoll bildhaft beschrieben hat. Doch das Ende und auch die Geschichte um Olly und seine Familie haben mich nicht wirklich zufriedengestellt. Deswegen vergebe ich trotz großer Begeisterung über weite Teile des Buches hinweg nur 7 von 10 Sternen.

stern 7

„Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt“ war 2016 für den DJLP nominiert.

Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt – Nicola Yoon – Hardcover – 336 Seiten – 16,99 € – ISBN-13: 978-3-7915-2540-2 – erschienen: September 2015 (Dressler) – Altersempfehlung: ab 14 Jahren

[Rezension] „Heute sind wir Freunde“ von Patrycja Spychalski

Klappentext:

Nell, Leo, Chris, Anton und Valeska sind so verschieden wie Tag und Nacht. Da werden sie versehentlich in der Schule eingesperrt. Gar nicht so schlimm denkt sich Nell, ist sie doch schon lange in Leo verknallt. Super, findet Chris, ist er doch schon ewig in Nell verknallt. Kein Bock hier den Aufpasser zu spielen, denkt sich Streber Anton. Die haben doch keine Ahnung, wer ich wirklich bin, denkt sich Schulschönheit Valeska. Und Leo? Der ist einfach zu cool für diese Welt. Oder doch nicht? Am nächsten Morgen ist nicht nur ein Liebespaar aus der Nacht hervorgegangen, sondern auch fünf Freunde, die es gestern noch nicht waren, aber heute sind … und es vielleicht sogar bleiben. (Quelle)

Meine Meinung:

Fünf Jugendliche, die sich alle eigentlich gar nicht wirklich kennen, die alle sehr verschieden sind, müssen aufgrund eines Unwetters zusammen eine Nacht in der Schule verbringen. Das Szenario an sich bietet schon sehr viel Potential für gute Unterhaltung. Die Charakterkonzeption von Patrycja Spychalski tut dann ihr übriges: Nell, Leo, Chris, Anton und Valeska sind alle so liebevoll und feinsinnig gezeichnet, dass man am Ende das Gefühl hat, selbst ein Teil der Gruppe zu sein und fünf neue Freunde gewonnen zu haben.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der einzelnen Jugendlichen erzählt. Jeder kommt zu Wort. Das sorgt dafür, dass man als Leser nach und nach alle besser kennenlernt, ihre Beweggründe erfährt und auch hinter so manche Fassade gucken kann. Insbesondere Valeska versteckt sich hinter einer Maske. Nach außen hin ist sie die fleißige, brave, aber bei allen beliebte Schülerin, die zu jeder Party eingeladen wird. In ihr drinnen sieht es aber ganz anders aus:

„Stattdessen lächele ich brav, betreibe Konersation, erzähle von meinen tausend Freizeitaktivitäten und fühle mich innerlich leer. Ich gebe niemandem die Schuld daran. Höchstens der Maske, die ich täglich aufsetze, und daran bin ich alleine schuld. Ich weiß trotzdem nicht, was ich anders machen könnte, um die Leute, die mir gegenüberstehen und genauso brav lächeln wie ich, darauf zu bringen, dass es in mir drin ganz anders aussieht.“ (S. 42)

Doch nach und nach lassen die einzelnen Figuren nicht nur dem Leser, sondern auch den anderen Charakteren gegenüber ihre Masken fallen. Sie werden so sehr viel verletzlicher – aber auch liebenswert. Und am Ende lautet das Fazit: Heute sind wir Freunde!

„Heute sind wir Freunde“ ist ein neues Herzensbuch von mir. Die Autorin hat wundervolle Charaktere geschaffen, mit denen man gerne eine Nacht eingeschlossen in einer Schule verbringt. 10 von 10 Sternen!

stern 10

Heute sind wir Freunde – Patrycja Spychalski – Klappbroschur – 320 Seiten – 14,99 € – ISBN: 978-3-570-16410-5  – erschienen: März 2016 (cbt) – Altersempfehlung: ab 14 Jahren

[Rezension] „Nur ein Tag“ & „Und ein ganzes Jahr“ von Gayle Forman

Inhalt:

„‚Ja, ich bin hier‘, wiederhole ich. Und das bin ich. Hier. Auf dem Weg nach Paris. Mit ihm.“ (Nur ein Tag, S. 53)

Allyson ist bisher in ihrem Leben immer die Brave gewesen, hat immer das getan, was ihre Eltern für sie geplant haben. Sie geht einen vorgegebenen Weg, wird nach der Europareise mit dem Medizinstudium beginnen. Doch dann begegnet sie in Europa Willem, dem gutaussehenden Schauspieler, der sie für einen Tag mitnimmt nach Paris. Für ihn ist sie Lulu – ein verrücktes Mädchen, das einfach mit einem Fremden in die Stadt der Liebe fährt und dort Dinge tut, die sie vorher nie für möglich gehalten hätte. Ein Tag in Paris. Ein Tag, der das Leben der beiden von Grund auf verändern wird.

Meine Meinung:

Die beiden Bücher zu rezensieren, ist schwer. Und zwar aus dem einzigen Grund, dass ich nichts Inhaltliches verraten möchte. Die Geschichte aus „Nur ein Tag“ gehört mehr Allyson, wohingegen „Und ein ganzes Jahr“ vor allem Willem gehört.

Das macht vielleicht schon deutlich, dass diese Romanzweiteiler zwar durchaus eine Liebesgeschichte ist, sich aber eigentlich hauptsächlich mit der Entwicklung der beiden Hauptfiguren beschäftigt. Sowohl Allyson als auch Willem sind eigentlich mit ihrem Leben nicht wirklich zufrieden. Allyson merkt dies relativ schnell, während Willem für diese Erkenntnis mehr Zeit braucht. Beide suchen sie nach der großen Liebe – aber vor allem nach sich selbst.

Nur einen Tag verbringen Allyson und Willem zusammen in Paris und als Leser wünscht man sich für die beiden, dass dieser Tag nie enden wird. Ich habe so gerne miterlebt, wie Allyson als Lulu plötzlich eine ganz andere wird, fröhlich, mutig und glücklich.

„Wieder lacht Willem, und sein Lachen klingt voll und klar wie eine Glocke und erfüllt mich mit Freude, und es ist, als würde ich zum ersten Mal im Leben erkennen, dass dies der Sinn des Lachens ist. nämlich Freude zu verbreiten.“ (Nur ein Tag, S. 101)

Schon die ersten Duologie („Wenn ich bleibe“ und „Lovesong“) von Gayle Forman war toll und ein besonderer Lesegenuss. Auch hier hat die Autorin den Leser mit auf eine Reise genommen, die er so teilweise nicht erwartet hat. In ihren Büchern ist nicht alles rosarot, man bekommt die große Liebe nicht einfach auf dem Silbertabelett serviert, sondern muss wie ihre Protagonisten darum kämpfen – Seite um Seite auf der Suche nach der eigenen Identität.

„Manchmal lässt das Schicksal, das Leben oder wie immer du es nennen willst, eine Tür einen Spalt offen, und du gehst hindurch. Aber manchmal schließt es die Tür, und du musst den Schlüssel suchen, das Schloss aufbrechen oder das verdammte Ding eintreten. Und manchmal zeigt es dir nicht mal die Tür, und du musst dir selbst eine bauen.“ (Und ein ganzes Jahr, S. 159)

„Nur ein Tag“ und „Und ein ganzes Jahr“ hat mich positiv überrascht. Ich hatte schon hohe Erwartungen an die beiden Bücher und doch wurden diese noch übertroffen. Wer eine reine Liebesgeschichte erwartet, ist vielleicht nach dem Lesen enttäuscht. Ich allerdings hatte das Gefühl, dass ich so viel mehr bekommen habe als das. Ich habe Allyson und Willem bekommen – zusammen und einzeln; in all ihren Facetten. 10 von 10 Sternen!

stern 10

Nur ein Tag – Gayle Forman – Klappbroschur – 432 Seiten – 14,99 € – ISBN: 978-3-8414-2106-7 – erschienen: März 2016 (Fischer) – Übersetzung: Stefanie Schäfer

Und ein ganzes Jahr – Gayle Forman – Klappbroschur – 368 Seiten – 14,99 € – ISBN: 978-3-8414-2107-4 – erschienen: März 2016 (Fischer) – Übersetzung: Stefanie Schäfer

[Rezension] „Schweigen ist Goldfisch“ von Annabel Pitcher

Klappentext:

Tess hatte nie das Gefühl, wirklich dazuzugehören. Als sie eines Nachts am Computer ihres Vaters die Wahrheit über ihre Herkunft erfährt – nämlich dass er eben nicht ihr Vater ist – weiß sie auch, warum das so ist. Sie ist Pluto, aber ihre Eltern wollten einen Mars. Oder wenigstens eine Venus.
Was soll Tess dazu noch sagen? Ihr fehlen die Worte. Und so schweigt sie. Schweigend sucht sie ihren richtigen Vater. Schweigend unterhält sie sich mit ihrem Plastikgoldfisch, Mister Goldfisch. Schweigend verliert sie ihre beste Freundin und findet einen neuen Seelenverwandten. Und sie gewinnt die allerwichtigste Erkenntnis überhaupt: nämlich, dass Schweigen Macht verleiht – aber Reden noch viel mehr. (Quelle)

Meine Meinung:

„Meine Schwester lebt unter dem Kaminsims“ von Annabel Pitcher ist eines dieser ganz besonderen Bücher. Ein echter Schatz! Jetzt gibt es nach „Ketchuprote Wolken“ ein weiteres neues Buch der Autorin, das natürlich ganz weit oben auf meiner Must-Read-Liste stand. Zu Recht?

Tess ist zwar absolut nicht das beliebteste Mädchen der Schule, doch sie hat eine beste Freundin und liebende Eltern. Aber als sie eines Tages herausfindet, dass ihr Vater gar nicht ihr richtiger Vater ist, bricht ihre Welt zusammen. Sie hat einfach keine Worte mehr für all das, was in ihrem Kopf vorgeht. Und so beginnt sie zu schweigen. Ihr einziger Gesprächspartner bleibt eine Taschenlampe in Goldfischform.

„Vielleicht muss man die Wahrheit lauter herausschreien, um all die Lügen zu übertönen? Oder man klinkt sich ganz aus, so wie Tess. Vielleicht ist Schweigen die beste Form des Protests.“ (S. 391)

Ich glaube, die wenigsten von uns können sich vorstellen, wie es ist, zu erfahren, dass der Mann, den man immer für seinen Vater gehalten hat, gar nicht der eigene Vater ist. Tess‘ Situation ist sogar noch etwas schwieriger, denn sie findet auf dem Laptop ihres Vaters einen Beitrag, den er für die Website einer Samenbank geschrieben hat. Dort beschreibt er, dass er Tess‘ nicht lieben konnte und sich sogar von ihr abgestoßen fühlte. Das zu lesen, bringt Tess komplett durcheinander. Verständlicherweise.

Ich mag das Thema, das Annabel Pitcher mit dieser Geschichte aufgreift. Es geht um den Identitätsverlust und die verzweifelte Suche nach einem neuen Vater. Doch geht Tess dabei für meinen Geschmack etwas zu verzweifelt und irrational vor: Der nächstbeste Mann, der ihr halbwegs ähnlich sieht, wird als neuer Vater auserkoren. Die Nebengeschichte, die sich um diesen Mann entwickelt, hat mich ehrlich gesagt nicht wirklich interessiert.

Auch Tess‘ innere Dialoge mit Mister Goldfisch fand ich gewöhnungsbedürftig. Es ist natürlich äußerst praktisch, dass wir so an ihren Gedanken teilhaben können und auch mitbekommen, wie sehr sie innerlich eigentlich zerrissen ist, aber trotzdem fand ich die Vorstellung, dass sich eine Fünfzehnjährige mit einer Taschenlampe in Goldfischform unterhält etwas skurril. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich andere Leser nicht daran stören, aber wer mich kennt, weiß, dass solche Skurrilitäten immer nichts für mich sind.

Insgesamt bin ich ein klein wenig enttäuscht von dem neuen Buch von Annabel Pitcher. Obwohl ich das Thema und die erzählte Geschichte grundsätzlich mochte, konnte mich die Handlung nicht mitreißen. Das kann natürlich auch daran liegen, dass ich allgemein gerade nicht sehr leselustig bin. „Schweigen ist Goldfisch“ ist trotzdem ein gutes Buch, das steht außer Frage, aber es kann in meinen Augen nicht mit ihrem Debüt mithalten. Gute 6 von 10 Sternen!

stern 6

Schweigen ist Goldfisch – Annabel Pitcher – Hardcover mit SU – 464 Seiten – 16,99 € – ISBN: 978-3-7373-5375-5 – erschienen: Mai 2016 (Fischer) – Altersempfehlung: ab 12 Jahren – Übersetzung: Susanne Hornfeck

[Rezension] „Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance“ von Estelle Laure

Klappentext:

Eigentlich hat Lucille Wichtigeres zu tun, als sich ausgerechnet in den vergebenen Zwillingsbruder ihrer besten Freundin zu verlieben. In ihrer Familie ist sie die Einzige, die die Dinge in die Hand nimmt: Geld verdienen, Rechnungen bezahlen, sich um ihre kleine Schwester kümmern. Da bleibt keine Zeit für große Gefühle. Aber wer kann sich schon wehren, wenn die wahre Liebe vor der Tür steht? Denn gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance. (Quelle)

Meine Meinung:

„Mom sollte gestern wiederkommen. Nach zwei Wochen. Vierzehn Tagen. Sie sagte, sie brauche mal eine Pause von allem (also: von uns) und dass sie vor dem ersten Schultag wieder da sei.“ (S. 7)

Doch Lucielle hat es schon geahnt: Ihre Mutter kommt natürlich nicht pünktlich zum ersten Schultag wieder. Und so muss sie sich um ihre kleine Schwester kümmern. Muss dafür sorgen, dass sie ihre Hausaufgaben macht, genügend zu essen bekommt und passende Kleidung anzieht. Ach und ganz neben muss sie sich auch noch um ihre eigenen Hausaufgaben und Prüfungen kümmern und versuchen, irgendwie an Geld zu kommen, denn auch darum kümmert sich ihre Mutter nur unzureichend. Und als wäre das alles nicht genug, ist Lucille auch noch in den Bruder ihrer besten Freundin verliebt, der selbstverständlich glücklich vergeben ist.

Nein, Lucilles Leben ist wirklich nicht einfach und trotzdem ist „Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance“ ein richtiges Wohlfühlbuch. Passend dazu habe ich es auch in einem Rutsch in der Sauna gelesen, habe mit Lucille gelitten, mich aber auch mit ihr gefreut, wenn die Menschen in ihrem Leben wieder dafür gesorgt haben, dass das Glück eben doch nicht komplett fern bleibt.

„Wenn viele schlimme Dinge passieren, muss vielleicht auch was Gutes passieren.“ (S. 105)

„Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance“ ist ein unterhaltsames und schönes Buch. Ein Buch, das gut tut und die Hoffnung weckt, dass es im Leben immer irgendwie weiter geht, so lange man nur die richtigen Menschen an seiner Seite hat. Ein wertvoller Gedanke, wie ich finde. 9 von 10 Sternen.

stern 9

Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance – Estelle Laure – Hardcover – 256 Seiten – 14,99 € – ISBN: 978-3-7373-5326-7 – erschienen: März 2016 (Fischer) – Altersempfehlung: ab 14 Jahren – Übersetzung: Sophie Zeitz

[Rezension] „Eleanor & Park“ von Rainbow Rowell

Klappentext:

Sie sind beide Außenseiter, aber grundverschieden: Die pummelige Eleanor und der gut aussehende, aber zurückhaltende Park. Als er ihr im Schulbus den Platz neben sich frei macht, halten sie wenig voneinander. Park liest demonstrativ und Eleanor ist froh, ignoriert zu werden. In der Schule ist sie das Opfer übler Mobbing-Attacken und zu Hause hat sie mit vier Geschwistern und einem tyrannischen Stiefvater nur Ärger. Doch als sie beginnt, Parks Comics mitzulesen, entwickelt sich ein Dialog zwischen den beiden. Zögerlich tauschen sie Kassetten, Meinungen und Vorlieben aus. Dass sie sich ineinander verlieben, scheint unmöglich. Doch ihre Annäherung gehört zum Intensivsten, was man über die erste Liebe lesen kann. (Quelle)

Meine Meinung:

„Eleanor & Park“ habe ich schon vor langer Zeit gelesen und es dann in mein „Möchte ich noch rezensieren“-Regal gestellt. Und dort stand das Buch. Und stand. Und stand. Dass es für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurde, hat dazu geführt, dass ich heute doch versuchen möchte, meinen Eindruck zu schildern. Ich habe nämlich nur so lange gebraucht, eine Rezension zu beginnen, weil ich jetzt schon weiß, dass meine Worte nicht ausreichen und dieser Geschichte nicht gerecht werden.

Eleanor und Park haben es beide zu Hause nicht leicht – und das auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Ich finde es beeindruckend, dass es der Autorin gelingt, jedem der beiden ihr eigenes Schicksal zu lassen, ohne diese gegeneinander aufzuwerten und miteinander zu vergleichen. Ich möchte gar nicht viel näher darauf eingehen, was für Probleme die beiden haben, denn das sollte jeder Leser meiner Meinung nach selbst erfahren.

Als sich die beiden Jugendlichen im Bus begegnen, verbindet sie zunächst nichts. Park macht Eleanor nur neben sich Platz, weil er gut erzogen ist. Und bereut es sofort. Was sollen denn die anderen denken? Ja, auch er ist irgendwie ein Außenseiter, aber Eleanor ist wirklich unbeliebt. Und doch nähern sich die beiden irgendwann an. Und aus dieser Annäherung wird eine der schönsten Liebesgeschichte, die ich je gelesen habe.

Nach dem Lesen habe ich mit Nanni über dieses Buch gesprochen und ihr war es wichtig, zu betonen, dass die Geschichte von Eleanor und Park nicht nur schön, sondern eben auch wirklich traurig ist. Ja, das ist sie. So traurig, dass es beim Lesen weh tut. Aber dennoch überwiegt für mich das Schöne und Hoffnungsvolle.

„Eleanor & Park“ ist einfach ein wahrer Bücherschatz. John Green sagte, dass er in dieses Buch verliebt ist. Und ich bin es auch! 10 von 10 Sternen!

stern 10

Eleanor & Park – Rainbow Rowell – Hardcover – 368 Seiten – 16,90 € – ISBN 978-3-446-24740-6 – erschienen: Februar 2015 (Hanser) – Altersempfehlung: ab 14 Jahren – Übersetzung: Brigitte Jakobeit

[Kurzer Leseeindruck] „Plötzlich It-Girl. Wie ich aus Versehen das coolste Mädchen der Schule wurde“ von Katy Birchall

Reiheninfo:

  1. „Plötzlich It-Girl. Wie ich aus Versehen zum coolsten Mädchen der Schule wurde“
  2. „Plötzlich It-Girl. Wie ich versuchte, die größte Sportskanone der Schule zu werden“

Klappentext:

Meine Lebensziele: 1) Meine zwei allerbesten (und einzigen) Freunde um jeden Preis behalten. (Dann darf ich die beiden aber nicht ständig durch meine peinlichen Aussetzer in Verlegenheit bringen.) 2) Meinem Hund beibringen, mich mit der Pfote abzuklatschen. Das ist das ehrgeizigste Lebensziel auf dieser Liste. 3) Miss Schulprinzessin nicht (noch mal) in Brand stecken. 4) Herausfinden, ob 2) oder 3) peinliche Aussetzer sind. 5) Nach Afrika gehen und Reis an die Armen verteilen. 6) Mich für den REST MEINES LEBENS im Schrank verstecken, weil mein Vater sich mit der berühmtesten Schauspielerin EVER verlobt hat, die Paparazzi mit meinem Gesicht jedes Titelbild des Landes vollkleistern wollen und jeder auf meiner Schule (und der ganzen Welt) erfahren wird, was für ein Loser ich bin. (Quelle)

Mein Eindruck:

Anna ist in der Schule nicht wirklich beliebt. Sie hat nur wenige Freunde und das coolste Mädchen der Schule hasst sich, weil Anna aus Versehen die Haare ihrer besten Freundin in Brand gesteckt hat. Doch als Annas Vater sich mit einer berühmten Schauspielerin verlobt, wird plötzlich alles anders …

„Plötzlich It-Girl“ ist ein locker-flockiges Buch, das eindeutig für Jugendliche geschrieben wurde. Die Handlung ist relativ vorhersehbar, aber unterhaltsam. Themen wie Liebe und Freundschaft, wahre und falsche Freunde, Identität und Selbstbewusstsein stehen ganz unaufdringlich im Vordergrund.

Ich habe das Buch gerne gelesen, obwohl Anna mir an einigen Stellen etwas zu naiv war. Der nette Humor reißt das aber wieder raus und ich vermute, dass die Geschichte vor allem Mädchen im Alter von etwa 12-14 Jahren begeistern kann. 7 von 10 Sternen!

stern 7

Plötzlich It-Girl. Wie ich aus Versehen das coolste Mädchen der Schule wurde – Katy Birchall – Klappbroschur – 320 Seiten – 12,99 € – ISBN: 978-3-505-13701-3 – erschienen: September 2015 (Schneiderbuch) – Altersempfehlung: ab 12 Jahren