[Rezension] „Steelheart“ von Brandon Sanderson

Steelheart von Brandon SandersonReiheninfo:

  1. „Steelheart“
  2. „Firefight“ (engl.: Januar 2015)
  3. „Calamity“ (vorauss. 2016)

Inhalt:

„So erwachte in mir eine Ahnung, dass man auch Steelheart töten konnte. Irgendetwas in der Bank, an der Situation, an der Waffe oder an meinem Vater selbst hatte seine Unverletzlichkeit aufgehoben. Es war allgemein bekannt, dass Steelheart eine Narbe auf der Wange hatte. Ich war allerdings der einzige lebende Mensch, der wusste, wie sie entstanden war.
Ich habe Steelheart bluten sehen.
Ich werde ihn wieder bluten sehen.“ (S. 24)

David ist gerade mal acht Jahre alt, als er mit ansehen muss, wie der mächtige Epic Steelheart neben vielen anderen Menschen auch seinen Vater umbringt. Seitdem hat es sich David zu Aufgabe gemacht, so viel wie möglich über die Epics herauszufinden, um seinen Vater irgendwann einmal zu rächen. Jetzt – zehn Jahre später – bekommt er die Chance dazu, indem er sich den Rächern anschließt: einer kleinen Gruppe von Menschen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, so viele Epics wie möglich zu vernichten. Und ihnen vertraut David auch sein Geheimnis an: Er hat den eigentlich als unbesiegbaren und unverletzlich geltenden Steelheart bluten sehen…

Meine Meinung:

Brandon Sanderson entführt uns in diesem Trilogieauftakt in eine postapokalyptische Welt, die von Epics – mächtigen, menschenähnlichen Wesen mit den unterschiedlichsten besonderen Kräften – beherrscht wird. Einer der mächtigsten von ihnen ist Steelheart, der Herrscher von Newcago.

Mit den Epics hat Sanderson einen wahren Glücksgriff gezogen: Mit ihren übermenschlichen Kräften und ihrer Brutalität stellen sie die perfekten Feinde da. Und doch ist bekannt, dass jeder einzelne von ihnen eine Schwäche hat – welche dies allerdings bei Steelheart ist, darüber lässt sich nur spekulieren…

Ich hatte erst wenige Seiten des Buches gelesen, als mir schon ganz klar war, dass ich ein neues Lieblingsbuch in der Hand hielt. „Steelheart“ hat mich unheimlich schnell durch seinen mitreißenden Schreibstil, die faszinierende Idee hinter der Geschichte und vor allem durch seine Charaktere begeistert. David versucht gleich zu Beginn einer Einheit der Rächer beizutreten. Diese Gruppe besteht aus fünf ganz unterschiedlichen Charakteren, die zwar nicht alle unheimlich detailliert ausgearbeitet sind, aber dennoch die Sympathien des Lesers erwecken. Da es noch zwei weitere Bände geben wird, bin ich mir sicher, dass auch die einzelnen Mitglieder noch mehr an Tiefe gewinnen werden.

Firefight USAIch gebe zu, ich habe eine Schwäche für Geschichten mit Gruppendynamik.Ich mag es, wenn ein Team im Mittelpunkt steht, das sich zwar nicht immer einig ist, in dem aber jeder für jeden eintritt. Bei solchen Geschichten bekomme ich Gänsehaut und fiebere immer besonders mit. Die Gruppe der Rächer um ihr Oberhaupt Jon ist für mich also perfekt.

Wenn ich mir etwas anders wünschen dürfte, dann wäre es einzig und allein die Tatsache, dass ich bis zum Folgeband („Firefight“) nicht noch etwa ein halbes Jahr warten müsste. Das amerikanische Cover sieht vielversprechend aus und die Geschichte bietet noch unglaublich viel Potenzial. Ich bin wirklich gespannt, wie es weiter geht.

„Steelheart“ erfüllt alle Kriterien eines Lieblingsbuchs: Die Idee der Epics ist großartig, der Schreibstil mitreißend und sehr actionreich (um eine Verfilmung bemüht man sich anscheinend schon), die Charaktere sind toll und wissen zu überraschen. Für mich ist der Auftaktband zu dieser Trilogie wirklich perfekt gelungen! 10 von 10 Sternen!

stern 10

Steelheart – Brandon Sanderson – Hardcover mit SU – 448 Seiten – 17,99 € – ISBN: 978-3-453-26899-9 – erschienen: Juni 2014 (Heyne) – Altersempfehlung: ab 14 Jahren

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[Rezension] „WARP – Der Quantenzauberer“ von Eoin Colfer

WARP Der QuantenzaubererKlappentext:

Was soll es anderes sein als eine Strafversetzung? FBI-Junior-Agentin Chevie Savano wurde nach London geschickt, um im Auftrag von WARP eine merkwürdige alte Metallkapsel zu bewachen. Das war vor neun Monaten. Und seitdem sitzt sie vor dem Ding und wartet darauf, dass irgendjemand oder etwas da rauskommt.
Als ein Wandspiegel mit einem Knall zerplatzt, die Deckenleuchten anfangen zu flackern und draußen eine Straßenlaterne nach der anderen explodiert, ist Chevie sofort klar, dass die Kapsel im Keller aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht ist. Mit vorgehaltener Waffe stürmt sie die Treppe herunter und findet … einen 14-jährigen Jungen, der aussieht, als wäre er soeben aus einem Buch von Charles Dickens gefallen. (Quelle)

Meine Meinung:

Eoin Colfer dürfte vielen vor allem durch seine Jugendfantasyreihe „Artemis Fowl“ bekannt sein. Diese Bücher habe ich alle verschlungen und war begeistert von der Andersartigkeit der Bücher, von den tollen Charakteren und dem Humor.

Anders ist dieser Reihenauftakt auch auf jeden Fall: Es geht um Zeitreisen, einen grausamen und mit allen Wassern gewaschenen Auftragsmörder, seinen Gehilfen, der gar nicht so werden möchte wie sein Meister, und um die junge und rebellische Chevie. Klingt erstmal gut? Fand ich auch, allerdings ist die Umsetzung weniger gut gelungen. Chevie ist viel zu typisch gezeichnet, was der Autor ironischerweise auch selbst erkennt:

„Ich habe mir ihre Akte durchgelesen. Sehr aufschlussreich: Beste Ihrer Spezialeinheit. Hervorragende Testergebnisse trotz ihres jungen Alters. Probleme mit Autoritätspersonen und so weiter, und so fort. Die klassische Kinoheldin.“ (S. 23)

Außerdem wollte der Autor meiner Meinung nach etwas zu viel: Er konzipiert nicht nur eine komplexe neue Situation, schafft durch die Reise durch Wurmlöcher neue Möglichkeiten und gibt seinem Bösewicht dadurch noch mehr Fähigkeiten, sondern versucht auch noch wirklich alle Fäden zusammenlaufen zu lassen. Am Ende passte einfach alles zu perfekt.

Man kann sicherlich schon heraushören: Ich bin eher enttäuscht, beim ersten Leseversuch habe ich das Buch sogar beiseite gelegt, weil es mich einfach nicht packen konnte. Beim zweiten Anlauf habe ich es zwar sehr zügig durchgelesen, aber von Colfer habe ich einfach viel mehr erwartet. Dem Folgeband werde ich zwar trotzdem noch eine Chance geben, denn vielleicht entfaltet sich da dann das ganze Potenzial der Geschichte, aber diesem ersten Band kann ich nur 5 von 10 Sternen geben.

stern 5

WARP – Der Quantenzauberer – Eoin Colfer – Hardcover mit SU – 352 Seiten – 16,95 € – ISBN 978-3-7855-7909-1 – erschienen: Februar 2014 (Loewe) – Altersempfehlung: ab 14 Jahren

[Rezension] „Dracyr – Das Herz der Schatten“ von Susanne Gerdom

DracyrInhalt:

Eigentlich ist die sechszehnjährige Kay auf die Burg des Dracyrlords Harrynkar gekommen, um den Tod ihrer Familie zu rächen. Um unerkannt zu bleiben, schleust sie sich unter falschem Namen als Dienstmagd ein und hat schon bald das zweifelhafte Vergnügen nicht nur dem Dracyrlord selber, sondern auch seinem beinahe ebenso grausamen Sohn Damian zu begegnen. Und doch scheint es nicht nur zwischen Damian und Kay eine besondere Verbindung zu geben – Kay vernimmt in ihren Träumen immer wieder Stimmen, die aus den Tiefen der Burg kommen: aus den Pferchen der Dracyr…

Meine Meinung:

„Dracyr“ ist nicht das erste Fantasybuch, das ich von Susanne Gerdom gelesen habe. Im letzten Jahr konnte mich „Sturm im Elfenland“, das sie unter dem Pseudonym Frances G. Hill geschrieben hat, gut unterhalten, allerdings mochte ich da das Ende nicht so gerne: zum einen war es mir zu abgedreht, zum anderen etwas zu schnulzig. Würde es mir mit dem neuen Fantasyroman für Jugendliche genauso gehen?

„Das Feuer drängt mächtig gegen die Nüstern. Der Überdruck wird so gewaltig, dass er droht, die Innereien zu zerreißen. Endlich schießt eine Feuersäule aus dem Rachen, deren Flammenzungen in einem Umkreis von zwanzig Fuß alles in Brand setzen, die trockene, dürre Vegetation, die Kleider der Männer, das ungeschützte Haar, das Zaumzeug, die Mähnen der Pferde.“ (S. 7/8)

Drachen sind faszinierende Fantasywesen und ich lese sehr gerne über sie. Susanne Gerdom gelingt es wirklich hervorragend, den Drachen Eigenschaften zu geben, die sie zu (gefährlichen?) Gefährten machen, ohne sie zu sehr zu vermenschlichen. Kay kommt mit der Einstellung an die Burg, dass alle Dracyr und vor allem ihre Schattenreiter böse und grausame Wesen sind. Erst nach und nach wird sie lernen, dass sie auch hier nicht alle über einen Kamm scheren darf.

Die Entwicklung, die Kay durchmacht, wie sie mit ihrem Schicksal hadert – ja, die ganze Geschichte ist wirklich spannend und faszinierend geschrieben. Im Gegensatz zu anderen Fantasyromanen, vor allem High Fantasy, liest sich das Buch wirklich schnell und ließ mich gar nicht mehr los. Das liegt vor allem an dem Schreibstil, der eher zu einem Jugendbuch, als zu einem Fantasyschmöker passt.

Wer also große Worte, bildhafte Schlachten und einnehmende Sprache erwartet, der mag vielleicht enttäuscht werden. Wer aber eine spannende Geschichte lesen möchte, die ein gelungenes Mittelding zwischen Romantasy und High Fantasy darstellt, wer nach mehreren Stunden lesen kaum aus der Geschichte auftauchen möchte, dem empfehle ich „Dracyr – Das Herz der Schatten“. Ich vergebe 8 von 10 Sternen, denn ich habe mich gut unterhalten gefühlt.

stern 8

Dracyr – Das Herz der Schatten – Susanne Gerdom – Klappbroschur – 512 Seiten – 14,99 € – ISBN: 978-3-570-40224-5 – erschienen: März 2014 (cbt) – Altersempfehlung: ab 12 Jahren

[Rezension] „Siran 1: Die Königskinder“ von Tara C. Meister

SiranReiheninfo:

  1. „Siran: Die Königskinder“
  2. „Siran: Im Reich der Wächter“ (erscheint am 31.3.2014)
  3. – Titel noch unbekannt –

Klappentext:

Als das Reich Eylania von einem Halbgott der Unterwelt angegriffen wird, steht Jens Heimat der Bedrohung hilflos gegenüber. Der junge Mann flieht mit einigen Freunden, den Feind im Nacken – der nicht von ihm ablassen will. Die Jagd beginnt. Ihre Reise führt durch die Vergangenheit, ihr Ziel ist die Zukunft.

In weiter Ferne spürt auch die Königstochter, wie sich etwas um sie herum verändert, langsam, ungesehen, aber unaufhaltsam. Die Ereignisse überschlagen sich, alles droht außer Kontrolle zu geraten. Und während die Lebenden um Hilfe schreien, beginnt der Tote wieder zu flüstern. Aber wer wird wagen zu kämpfen, nun, da der uralte Hass geweckt wurde? Und wo ist der Siran, der Auserwählte, wenn sein Volk ihn ruft? (Quelle)

Meine Meinung:

„Endlich durch!“ Das habe ich schon lange nicht mehr beim Beenden eines Buches gedacht, doch bei diesem war genau das der Fall.

Ich bin gerade hin und her gerissen. Ich möchte an dieser Stelle keinen Verriss schreiben. Insbesondere nicht, seit ich weiß, dass die Autorin, als sie das Buch schrieb, erst 15 Jahre alt war. Ja, dafür ist es gut. Es ist fantasievoll und enthält ab und an auch wirklich schöne Sätze. Aber ich habe dieses Buch als vollwertigen Fantasyroman gelesen und in diesem Fall kann ich leider ganz deutlich sagen: Ich mochte es nicht!

Die Geschichte ist unausgereift und liest sich noch wie ein Manuskript. Die Kapitel sind meist sehr kurz, so als würden sie eben nur Zusammenfassungen für die eigentliche Endfassung enthalten. Die Autorin springt zwischen den einzelnen Handlungsgeschehen hin und her, es passiert unheimlich viel, aber nichts davon so intensiv, dass es mich wirklich mitreißen konnte. Die Charaktere waren oft nicht überzeugend, viel zu flach und an manchen Stellen einfach unglaubwürdig. Die Interaktion zwischen ihnen wirkte zu gewollt. Einige Plotfehler taten dann ihr übriges dazu, dass ich wenig Freude beim Lesen hatte.

Schade, denn die Grundidee an sich ist nicht schlecht, eine gute und gründliche Überarbeitung hätte vielleicht geholfen, aus diesem doch ziemlich unausgegorenen Erstlingswerk eine gute Geschichte zu machen. So kann ich leider nur 3 von 10 Sternen geben.

stern 3

Das Buch wurde 2014 für den SERAPH nominiert.

Siran 1: Die Königskinder – Tara C. Meister – Taschenbuch – 264 Seiten – 9,80 € – ISBN-13: 978-3867404716 – erschienen: März 2013 (Buchverlag Kempen)
Altersempfehlung: ab 12 Jahren

[Rezension] „Das Mädchen mit dem Flammenherz“ von Kady Cross

Das Mädchen mit dem FlammenherzReiheninfo:

  1. “Das Mädchen mit dem Stahlkorsett”
  2. “Das Mädchen mit dem Flammenherz”
  3. engl.: “The Girl with the Iron Touch”

Klappentext:

New York im Jahr 1897: Die 16-jährige Finley Jayne und ihre Gang erobern Manhattan. Ihre Mission: Jasper aus der Gewalt eines Mannes zu befreien, der vor nichts zurückschreckt. Ihre Waffen: übernatürliche Fähigkeiten, Freundschaft und Mut. Ihre Erfolgsaussichten: tendieren gegen null. Also genau die Art von Auftrag, bei der Finley Jaynes Herz höherschlägt. Dass es dies gelegentlich auch tut, wenn der geheimnisvolle Griffin sie nur lang genug anschaut, ignoriert sie geflissentlich. Dafür hat sie wahrlich keine Zeit … (Quelle)

Meine Meinung:

Fast auf den Tag genau zwei Jahre nachdem ich „Das Mädchen mit dem Stahlkorsett“ gelesen habe, habe ich nun den Folgeband gelesen:

Dieses Mal geht die Reise nach New York, denn Jasper ist von Reno Dalton, einem gewissenlosen Gangster und seinem früheren Boss, entführt worden. Gemeinsam mit Griffin, Sam und Emily versucht Finley, nicht nur die Gründe dafür herauszufinden und ihren Freund zu befreien, sondern auch ein gefährliches Verbrechen zu verhindern. Und das alles natürlich mit ihren besonderen, durch den Aether veränderten Fähigkeiten…

Ich muss gestehen, dass ich mich kaum noch an den ersten Band erinnern konnte. Abgespeichert war er bei mir unter „Steampunk“, „nett zu lesen“ und „ich mochte die Charaktere“. Tatsächlich war es so, dass mir zu Beginn von „Das Mädchen mit dem Flammenherz“ nicht mehr alle Namen der Hauptpersonen bekannt waren. Dies war aber gar nicht schlimm, denn die Geschichte versteht man auch gut, ohne die Inhalte des ersten Bandes noch genau zu kennen.

Ansonsten waren meine Erinnerungen an den ersten Band sehr passend: Die Charaktere sind sehr einfach, aber eben wirkungsvoll gestaltet, es gibt viele Identifikationsfiguren und durch ihre Verschiedenheit reichlich Potenzial für nette Dialoge und lustige Situationen. Die Story an sich ist keine besondere und auch relativ schnell zu durchschauen, was mich aber gar nicht gestört hat, denn sie lässt sich nett und in einem Rutsch lesen.

„Nett“ ist eigentlich eine Beschreibung, die mich persönlich in einer Rezension abschrecken würde. „Nett“ ist eben nicht „überragend“, „fesselnd“ oder „poetisch“. Aber manchmal gibt es einfach auch den perfekten Zeitpunkt für ein nettes Buch mit einer netten Geschichte. Und um genau so ein Buch handelt es sich hier. 7 von 10 Sternen!

stern 7

Das Mädchen mit dem Flammenherz – Kady Cross – Taschenbuch – 352 Seiten – 8,99 € – ISBN-13: 978-3453534322 – Mai 2013 (Heyne) – Altersempfehlung: ab 14 Jahren

„Alanna – Das Lied der Löwin“ von Tamora Pierce

AlannaEnthält die Bände:

  1. „Die schwarze Stadt“
  2. „Im Bann der Göttin“
  3. „Das zerbrochene Schwert“
  4. „Das Juwel der Macht“

Inhalt:

Der Plan ihres Vaters sieht vor, dass Alanna eine Hofdame und ihr Zwillingsbruder ein Ritter wird. Doch die beiden haben etwas andere Pläne: Alannas Bruder beginnt eine Ausbildung zum Zauberer und Alanna selbst reist gemeinsam mit Coram, dem Ritter ihres Vaters, in die Hauptstadt Corus, um dort als Alan ihre Ausbildung zum Knappen zu beginnen.

Doch ganz so leicht, wie sie sich das vorgestellt hat, wird ihre Zeit dort nicht, denn als jüngster und kleinster Knappe muss sie sich besonders beweisen und gleichzeitig immer darauf achten, dass ihre Täuschung nicht auffliegt…

Meine Meinung:

Zum Glück hat Heyne die vier Bücher um die Ritterin Alanna neu herausgegeben, sonst wäre ich vielleicht nie auf sie aufmerksam geworden. So lockte mich erst das Cover und dann der Klappentext.

Mit Alanna hat die Autorin eine perfekte Heldin für so eine Jugendfantasybuch geschaffen: liebenswert und klug, warmherzig und tapfer, aber nicht gänzlich ohne Furcht und Schwächen. Außerdem hat die Autorin ihrer Hauptfigur eine Reihe starker und liebenswerter Charaktere an die Seite gestellt, die jeder für sich schon fast ein Buch wert wären.

Man merkt diesem Sammelband an, dass er vier Einzelbände enthält, denn insbesondere zwischen den einzelnen Teilen scheut sich die Autorin nicht vor Zeitsprüngen und Ortswechseln. Insgesamt verläuft die Handlung auch nicht immer so gradlinig, wie man es als Leser zunächst vermuten mag; vor allem auch, weil einige Charaktere unerwartete Entwicklungen durchmachen, was mir persönlich sehr gut gefallen hat.

Eine toughe Heldin, Ritter, Magie, Intrigen und jede Menge Kämpfe: Mehr braucht man nicht für ein Fantasyjugendbuch, das ganz ohne Vampir-Werwolf-Gestaltwandler-Kitsch auskommt und schon fast an epische Highfantasy für Erwachsene erinnert. Tamora Pierce hat eine Welt und Charaktere geschaffen, die ich nur sehr ungern wieder verlasse. Mir wird es wirklich fehlen, immer wieder neue Abenteuer mit Alanna zu erleben. 8 von 10 Sternen!

stern 8

Alanna – Das Lied der Löwin – Tamora Pierce – Taschenbuch – 992 Seiten – 14,99 € – ISBN-13: 978-3453314375 – erschienen: November 2012 (Heyne) – Altersempfehlung: ab 12 Jahren

„Göttlich verliebt“ von Josephine Angelini

Göttlich verliebtReiheninfo:

  1. “Göttlich verdammt”
  2. “Göttlich verloren”
  3. “Göttlich verliebt”

Die Renzension könnte kleine Spoiler zu den vorherigen Bänden enthalten.

Klappentext:

Ein zweiter Trojanischer Krieg steht unmittelbar bevor. Weil die Scions sich gegenseitig bekämpfen, liegt es allein an Helen, Lucas und Orion, neue Verbündete für ihr bislang größtes Gefecht zu finden. Zugleich wächst Helens Macht und mit ihr das Misstrauen ihrer Freunde. Doch Helen kann deren Vertrauen zurückgewinnen und den unsterblichen Zeus in letzter Minute bezwingen. Aber was wird aus Helens ganz persönlichem Kampf um ihre Liebe zu Lucas?

Um zu verhindern, dass die sterbliche Welt in die Hände der 12 unsterblichen Götter fällt, brauchen Helen, Lucas und Orion neue Verbündete. Zugleich wächst Helens Macht und mit ihr das Misstrauen ihrer Freunde. Wie kann Helen deren Vertrauen zurückgewinnen? Womit lassen sich die Götter besiegen? Und was wird aus ihrem Kampf um die Liebe zu Lucas? (Quelle)

Meine Meinung:

Die „Göttlich“-Trilogie ist schon immer eine Reihe gewesen, die ich ganz gerne gelesen habe, die in mir aber keine wahren Begeisterungsstürme hervorgerufen hat. Und so kam es auch, dass der finale Band „Göttlich verliebt“ relativ lange ungelesen in meinem Regal stehen konnte, ohne mich nervös zu machen. Doch nachdem ich auf der wundervollen Lesung mit der noch wundervolleren Josephine Angelini war, griff ich dann doch zum Buch.

In meinen Augen lässt sich das Buch ganz klar in zwei Hälften teilen: Der erste Teil gefiel mir nicht so gut, die Handlung zog sich, es wurden mir zu viele Geschichten auf Nebenschauplätzen erzählt, bei der ist immer wieder um die Verkörperung der Helena von Troja ging. Zum anderen hat mich das ewige Auf und Ab der Gefühle total genervt. Ich persönlich konnte Orion so gar nichts abgewinnen und so Helen streckenweise auch nicht verstehen. Sowieso nerven mich diese Dreiecksliebesgeschichten.

Doch das letzte Drittel etwa wurde dann noch ein Mal richtig spannend. Es kommt zu einem wahren Showdown: einer großen Schlacht! Und die gefiel mir so gut, dass er zumindest ansatzweise die vorherigen Längen wieder gut machen konnte. Es werden viele lose Fäden verknüpft und als Leser hat man das ein oder andere Aha-Erlebnis.

Der letzte Band hat meine Meinung zur Gesamtreihe gefestigt: Nette Romantasy mit innovativen Elementen aus der griechischen Mythologie; schön zu lesen, aber in meinen Augen kein Must-Read. 6 von 10 Sternen!

stern 6

Göttlich verliebt – Josephine Angelini – Hardcover mit SU – 464 Seiten – 19,95 € – ISBN-13: 978-3-7915-2627-0 – erschienen: März 2013 (Dressler)

„Artemis Fowl: Das magische Tor“ von Eoin Colfer

Das magische TorReiheninfo:

  1.  „Artemis Fowl“
  2. „Artemis Fowl: Die Verschwörung“
  3. „Artemis Fowl: Der Geheimcode“
  4. „Artemis Fowl: Die Rache“
  5. „Artemis Fowl: Die verlorene Kolonie“
  6. „Artemis Fowl: Das Zeitparadoxon“
  7. „Artemis Fowl: Der Atlantis-Komplex“
  8. „Artemis Fowl: Das magische Tor“

Achtung, die Rezension kann leichte Spoiler zu den vorherigen Bänden enthalten.

Inhalt:

Nach seiner Genesung vom Atlantis Komplex ist Artemis endlich wieder ganz der Alte. Und das ist auch gut so, denn Opal Koboi schmiedet schon wieder neue Pläne. Durch einen Trick kann sie sich aus ihrem Gefängnis befreien und verbündet sich mit uralten, sehr gefährlichen Mächten. Dies Mal droht das Ende der Welt…

Meine Meinung:

Nachdem ich vom letzten Band („Artemis Fowl: Der Atlantis Komplex“) etwas enttäuscht war, war ich nun sehr gespannt, was sich Eoin Colfer für den finalen Band dieser so speziellen und fantastischen Reihe überlegt hat.

Ich muss gestehen, ich bin sehr froh, dass Artemis nicht mehr am Atlantis-Komplex leidet. Ein Artemis Fowl in Höchstform mit genialen Einfällen, einem trocknen Humor und erstaunlicherweise sogar ein paar Gefühlen ist mir einfach am liebsten. Dass unsere alten Freunde wie Holly, Butler und Mulch Diggums auch wieder von der Partie sind, war natürlich sehr schön.

Insgesamt reiht sich das Buch bei seinen gelungenen Vorgängern ein: Es ist dramatisch, es ist spannend, lustig und am Ende sogar ein bisschen rührselig; aber natürlich nicht zu sehr, denn es geht ja schließlich um das eigentlich recht nüchterne und eher gefühlskalte Superhirn Artemis.

Ich bin mit dem Finale der Reihe sehr zufrieden und mir hat das Buch direkt Lust gemacht, die anderen Bände noch ein Mal zu lesen oder sie als Hörbuch zu hören. Colfer hat einfach eine Fantasyreihe geschaffen, die seinesgleichen sucht.

„Artemis Fowl: Das magische Tor“ ist der krönende Abschluss der Fantasyreihe um das Fowl’sche Genie, seinen Leibwächter Butler, seine Elfenfreundin Holly und den ewig hungrigen Zwerg Mulch. Da die Geschichte wieder gewohnt humorvoll, spannend und voller innovativer Ideen ist, hat sie mich für den etwas schwächeren Vorgänger entschädigt und lässt mich mit dem Gefühl zurück, dass Eoin Colfer zu den ganz Großen unter den Fantasyautoren gehört. Ich vergebe 8 von 10 Sternen.

stern 8

Artemis Fowl: Das magische Tor – Eoin Colfer – Hardcover mit SU – 336 Seiten – 19,99 € – ISBN-13: 978-3471350966 – erschienen: März 2013 (List) – Altersempfehlung: 12-15 Jahre

„Dancing Jax: Auftakt“ von Robin Jarvis

Dancing Jax 1Reiheninfo:

  • „Dancing Jax: Auftakt“
  • „Dancing Jax: Zwischenspiel“
  • engl. Titel: „Dancing Jax: Fighting Pax“

Klappentext:

Einige Bücher sind schädlich, sogar gefährlich. Sie verdrehen einem den Kopf und geben den dunkelsten Seiten der menschlichen Seele Nahrung. Sie sollten verbannt oder vernichtet werden. Diese Geschichte handelt von solch einem Buch. Ich hoffe, es gibt noch genug von euch da draußen, die das hier lesen und mir glauben und sich zur Wehr setzen können – bevor es zu spät ist.

Ein altertümlich wirkendes und zunächst harmlos erscheinendes Buch taucht in einer englischen Kleinstadt auf und ergreift Besitz von seinen Lesern. Immer mehr Menschen werden von dem Buch befallen und zu willenlosen Charakteren der Geschichte. Der diabolische Plan des Autors scheint aufzugehen. (Quelle)

Meine Meinung:

Und plötzlich las jeder dieses Buch. Ja, wirklich jeder. Zumindest wirkte es auf mich so. Ich habe mir das Cover angesehen und fand es komisch. Und immer noch las jeder „Dancing Jax“. Ich habe mir den Klappentext durchgelesen und fand auch diesen komisch. Und nicht nur, dass jeder „Dancing Jax“ las: Alle fanden das Buch toll. Also kaufte auch ich es mir…!

Obwohl ich mir den Klappentext durchgelesen hatte, war ich nicht so ganz auf das vorbereitet, was das Buch für mich bereit hielt. Eine skurrile Mischung aus einem herrlich sarkastischen, gnadenlos gesellschaftskritischen Jugendbuch mit vielen Spannungselementen und einer abgehobenen, beinahe schon ins Horrorgenre abdriftenden Geschichte.

Der etwas schmierige, aber nicht unintelligente Kleinganove Jezza findet gemeinsam mit einiger Mitgliedern seiner Bande in einem alten, vermoderten Haus eine Kiste mit Büchern. Und dieser Fund verändert alles, denn die Bücher scheinen eine merkwürdige Wirkung auf ihre Leser zu haben:

„Howie senkte den Blick auf das Buch in seinen Händen. Jezzas Stimme schien ihn langsam einzulullen, der Rhythmus der Worte sich dem Takt seines Herzens anzupassen. Er empfand Zuversicht, ein Gefühl von Geborgenheit, wie er es seit… Er konnte sich nicht erinnern, wann er so etwas zuletzt gespürt hatte. […] Unter seinem roten Bart fingen seine eigenen Lippen, wie die von Tommo, an, sich zu bewegen.“ (S. 67)

Wenn man mich fragt, wie ich das Buch fand, fällt mir eine Antwort wirklich schwer: „Merkwürdig, komisch, anfangs ohne erkennbaren roten Faden!“ könnte ich sagen. Aber dennoch ließ mich das Buch gedanklich nicht los. Denn in seiner Besonderheit nimmt es den Leser mit auf ein Abenteuer, das er so mit Sicherheit noch nicht erlebt hat. Nach dem Lesen habe ich mir sofort den zweiten Band gekauft, diesen aber noch nicht begonnen. Ich vergebe vorsichtige und gespannte 7 von 10 Sternen für ein in meinen Augen einzigartiges Buch, das mich wunderbar unterhalten, aber auch sehr irritiert hat.

stern 7

Dancing Jax: Auftakt – Robin Jarvis – Klappbroschur – 544 Seiten – 14,95 € – ISBN 978-3-8390-0134-9 – erschienen: September 2012 (Script 5)

„Sturm im Elfenland“ von Frances G. Hill

Sturm im ElfenlandKlappentext:

Im Elfenland herrscht Unruhe. Seit König Auberon die Ausübung von Magie verboten hat, regt sich im ganzen Reich Widerstand.

Das Leben der jungen Elfe Alana verläuft jedoch unbeschwert – bis eines Tages unerwarteter Besuch auf das Gut ihres Vaters kommt: Der junge Elf Ivaylo soll in Alanas Familie eine neue Heimat finden. Doch bald erkennt Alana, dass der geheimnisvolle Junge in den alten magischen Künsten bewandert ist… Was ist das Geheimnis des Sternensteins, den Ivaylo bei sich trägt? Und warum öffnen sich plötzlich überall im Elfenland gefährliche Dämonentore? (Quelle)

Meine Meinung:

Selten ist mir eine Rezension so schwer gefallen wie diese. Selten habe ich beim Lesen ein solches Auf und Ab erlebt wie bei „Sturm im Elfenland“.

Der Eindruck beginnt bekanntlich schon bei dem Cover. Mit den zarten Türkistönen erinnert es mich an ein Romantasy-Cover (ein Genre, was ich nicht so gerne lese). Allerdings wurde mir das Buch von einer Freundin empfohlen, die zum Beispiel auch Markus Heitz liest – meiner Meinung nach das Gegenteil von Romantasy. Welche Erwartungen werden nun also erfüllt?

Zunächst beginnt die Geschichte etwas holprig; sowohl inhaltlich, denn der Leser wird förmlich ins Geschehen hinein geschmissen, als auch sprachlich. Anfangs fielen mir immer wieder einige Textzeilen negativ auf: manche waren mir zu einfach geschrieben, andere klangen nach abgedroschenen Phrasen. Doch nach den ersten fünfzig Seiten hatte ich dieses Gefühl nicht mehr. Ob es an der Gewöhnung lag oder an der tatsächlichen Änderung des Schreibstil ist letztendlich einerlei.

Denn nun kam der Teil im Buch, der mir ausgenommen gut gefallen hat. Durch die Gefahr der vermehrt auftretenden Dämonentore werden zwei Parteien gezwungen zusammenzuarbeiten, die seit jeher in der Fantasygeschichte nicht unbedingt gut miteinander können: die Zwerge und die Elfen. Der im Klappentext benannte Sternenstein spielt hierbei eine große Rolle. Diese Idee und auch die Umsetzung sind wunderbar gelungen. Den gesamten Hauptteil über habe ich fast an einem Stück gelesen, so gebannt war ich von der Geschichte und den Charakteren. Insbesondere der in sich gekehrte, so wütende Ivaylo hat mir gut gefallen. Und der Zwerg Sverre ist für mich sowieso der heimliche Held der Geschichte.

Doch der Schluss war mir dann wieder etwas zu abgedreht. Hier steht die Idee der Dämonentore und der parallelen Dämonenwelt noch einmal ganz anders im Fokus, was mir persönlich weniger gut gefallen hat. Wer mich kennt, weiß dass ich mit neuartigen Ideen und Fantasyelementen immer so meine Probleme habe. Und um das Hochgefühl des Hauptteils wirklich noch umzukehren, passte plötzlich auch das Cover wieder zu den letzten Seiten. Soll heißen: Der Schluss ist stellenweise wirklich richtig kitschig, was in meinen Augen nicht zum Rest der Handlung passt.

Als Fazit bleibt zu sagen: ein holpriger Anfang, ein grandios spannender Hauptteil und ein Schluss, der so gar nicht meinen Geschmack getroffen hat. Ich bleibe also auch nach dem Schreiben des Leseeindrucks mit einem gemischten Gefühl zurück: vieles hat mir wirklich sehr gut gefallen, aber es gab dann doch zu viele kleine Aber’s. Insgesamt vergebe ich wegen des Lesevergnügens im Hauptteil noch 6 von 10 Sternen.

stern 6

Der Autorenname Frances G. Hill ist übrigens eines der Pseudonyme von Susanne Gerdom.

Sturm im Elfenland – Frances G. Hill – Hardcover mit SU – 464 Seiten – 19,95 € – ISBN: 978-3-7607-6373-6 – erschienen: Februar 2011 (ars edition)