[Rezension] „Sophie Scholl: Die Comic-Biografie“ von Ingrid Sabisch und Heiner Lünstedt

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Den Namen „Sophie Scholl“ haben sicher die meisten schon ein Mal gehört. Vermutlich wissen auch die allermeisten, dass sie Mitglied der Widerstandsbewegung „Die weiße Rose“ war. Sophie kämpfte während des zweiten Weltkriegs unter anderem gemeinsam mit ihrem Bruder gegen den Nationalsozialismus. Im Februar 1943 wurde sie dabei entdeckt, wie sie Flugblätter in der Münchener Universität verteilte. Daraufhin wurde sie der Gestapo übergeben und kurz danach hingerichtet.

„Ich bin nach wie vor der Meinung, das Beste getan zu haben, was ich gerade jetzt für mein Volk tun konnte. Ich bereue daher meine Handlungsweise nicht und will die Folgen, die daraus erwachsen, auf mich nehmen.“ (S. 48)

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Eine Comic-Biographie kann natürlich nicht so im Detail informieren, wie es eine ausführliche und schriftliche Biographie kann. Was aber das vorliegende Buch durchaus kann, ist neugierig machen und einen groben Überblick über das Leben und die Denkweise dieser mutigen, tapferen jungen Frau zu geben. Die nötige historische Grundlage für das Buch entsteht durch den tatsächlichen Briefwechsel zwischen Sophie Scholl und ihrem Verlobten Fritz Hartnagel.

Gerade in der heutigen Zeit, während der aktuellen politischen Situation, in der es scheinbar mehr und mehr in Ordnung ist, auch als Politiker rechte Parolen zu äußern, zeigt die Lebensgeschichte von Sophie Scholl, wie wichtig es ist, laut zu sein, seine Meinung zu äußern und zu gewissen Werten und Idealen zu stehen!

Wer bisher noch nicht so viel von Sophie Scholl weiß, aber Interesse an dem Leben einer tapferen Widerstandskämpferin hat, für den ist diese Comic-Biographie sicherlich ein guter Einstieg. Mich hat das Buch neugierig gemacht. Außerdem bin ich dankbar, dass es Menschen wie Sophie Scholl gibt, die mutig für das einstehen, woran sie glauben.

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Sophie Scholl: Die Comic-Biographie – Ingrid Sabisch und Heiner Lünstedt – Hardcover – 59 Seiten – 19,95 € – ISBN 978-3-86873-807-0 – erschienen: September 2015 (Knesebeck)

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[Rezension] „Total verrückte Wörter – Eine Sammlung unübersetzbarer Wörter aus der ganzen Welt“ von Nicola Edwards (Text) und Luisa Uribe (Illustration)

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Du möchtest wissen, wie die Isländer es nennen, wenn ein Wetter so ungemütlich ist, dass man es sich zwar gerne vom Fenster aus ansieht, aber nicht hinausgehen möchte? Du möchtest außerdem wissen, warum Island gerade für uns Buchliebhaber so ein attraktives Land ist? Es interessiert dich, warum ich Kawaakari mal so gerne mit meinem Freund erleben möchte und woher der Begriff Gobbledygook stammt? Du bist neugierig, was ein traditionelles Längenmaß der Finnen mit Rentieren zu tun hat?

Dann solltest du dir unbedingt „Total verrückte Wörter“ kaufen, denn dieses Buch ist ein wahrer Bücherschatz. Auf liebevoll gestalteteten und wundervoll illustrierten Doppelseiten wird jeweils ein Wort vorgestellt, das es in einer anderen Sprache gibt und das wir so nicht eins zu eins übersetzen können. Nebenbei gibt es noch ein paar kurze Informationen – mal zu dem Wort an sich, mal zu dem Land oder der Sprache, aus der es stammt.

In diesem Sinne: Für mehr Gökotta und Nakama und weniger Shlimazl auf der Welt!

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Total verrückte Wörter – Eine Sammlung unübersetzbarer Wörter aus aller Welt – Nicola Edwards (Text) und Luisa Uribe (Illustration) – Hardcover – 64 Seiten – 14,90 € – ISBN: 9783961850082 – erschienen: April 2018 (360 Grad) – Altersempfehlung: ab 8 Jahren – Übersetzung: Beatrix Rohrbacher

[Rezension] „Good Night Stories for Rebel Girls: 100 außergewöhnliche Frauen“ von Elena Favilli und Francesca Cavallo

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„Niemand soll sich anmaßen, mir zu sagen, was ich kann und was nicht.“ (Amna al Haddad, S. 26)

Dieses Buch ist in der Buchwelt schon lange sehr bekannt. Viele haben es gelesen, alle haben es geliebt – so war zumindest mein Eindruck. Ich habe mich lange Zeit gescheut, es zu lesen. Zum Glück wanderte es zu Beginn der Woche dann doch in meine Einkaufstasche und dann zu mir nach Hause.

In „Good Night Stories for Rebel Girls“ geht es, wie auch der Untertitel schon sagt um die Geschichten von 100 außergewöhnlichen Frauen. Auf einer Doppelseite werden sie jeweils in Text und Bild porträtiert. Die Illustrationen stammen von über 60 Künstlerinnen. Da das Buch für junge Leser geschrieben wurde, sind die Texte leichtlesig und nicht überladen mit Fakten. Seite für Seite habe ich gelesen. Irgendwie konnte ich gar nicht aufhören. Und das, obwohl das Buch ein Sachbuch ist.

Die beschriebenen Frauen sind aus den unterschiedlichsten Gründen so außergewöhnlich: Manche aufgrund einer Sportlerkarriere, manche weil sie etwas erreicht haben, was noch nie eine Frau vor ihnen erreicht hat oder erreichen durfte. Es geht zum Beispiel um Naturwissenschaftlerinnen, Künstlerinnen, Politikerinnen oder Aktivistinnen.

„Wenn die ganze Welt schweigt, kann auch einzige Stimme mächtig sein.“ (Malala Yousafzai, S. 114)

Immer wieder habe ich während des Lesens meinem Freund von der ein oder anderen Frau erzählt. Besonders beeindruckt hat mich die Kenianerin Wangari Maathai, die durch ihre Initiative dafür sorgte, dass in Kenia über 40 Millionen neue Bäume gepflanzt wurden, um der Dürre entgegen zu wirken. Sie erhielt für ihre Arbeit den Friedensnobelpreis.

Die Geschichte jeder einzelnen Frau ist auch gleichzeitig die Geschichte einer bestimmten Zeit, eines bestimmten Landes und einer bestimmten Kultur. Spannend, in diese so zumindest für einen kurzen Moment eintauchen zu können. Beim Lesen wird mir bewusst: Was habe ich für ein Glück im Leben. Glück genau das sein zu dürfen, was ich sein möchte. Ohne dabei aufgrund meines Geschlechts benachteiligt zu werden.

„Hab keine Angst, die einzige Mohnblume in einem Feld voller Nazissen zu sein.“ (Michaela Deprince, S. 150)

Und trotzdem – vermutlich lehne ich mich jetzt weit aus dem Fenster: Ich hätte mich auch über ein Buch gefreut, in dem es einfach um außergewöhnliche Personen geht, egal ob sie nun Männer oder Frauen waren. Denn verdient es nicht jeder, der etwas Herausragende bewirkt hat und der auf seine Art außergewöhnlich ist, in diesem Buch erwähnt zu werden?

„Schreib auf, was nicht in Vergessenheit geraten darf.“ (Isabel Allende, S. 82)

„Good Night Stories for Rebel Girls“ war beim Lesen ein Herzensbuch und wird es  sicherlich auch danach noch für lange Zeit bleiben. Es regt zum Nachdenken und zum Austausch an. Deswegen möchte ich auch unbedingt wissen: Habt ihr das Buch schon gelesen? Welche der vorgestellten Frauen hat euch besonders nachhaltig beeindruckt?

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Good Night Stories for Rebel Girls: 100 außergewöhnliche Frauen – Elena Favilli & Francesca Cavallo – Hardcover – 224 Seiten – 24,00 € – ISBN 978-3-446-25690-3 – erschienen: September 2017 (Hanser Verlag) – Altersempfehlung: ab 12 Jahren – Übersetzung: Birgitt Kollmann

 

„Geschenke aus der Küche – Kulinarisches lecker verpackt“ von Anne Iburg & Anna Anlauft

Geschenke aus der KücheKlappentext:

Kreative Ideen aus der Küche! Ein kleines Mitbringsel muss her, ein Gastgeschenk für eine liebe Freundin oder eine Überraschung für die Mama. Selbstgemachte Leckereien aus der Küche sind immer ein tolles Mitbringsel für unterschiedliche Anlässe! Dazu gibt es jetzt das Buch Geschenke aus der Küche – Kulinarisches lecker verpackt aus unserer kreativen Manufaktur! Zahlreiche Rezepte für köstliches Pesto, leckere Marmelade, tolle Gewürzmischungen oder hochwertiges Kräuteröl warten auf Sie! Passend dazu gibt es zu jedem Rezept eine schöne Verpackungsidee – da freut sich der Gastgeber schon beim Anblick des kleinen Geschenks. Sie haben nur wenig Zeit? Kein Problem, für jedes Zeitbudget finden Sie hier die passende Idee! Schenken Sie mit Herz – persönliche Geschenke aus der Küche sind immer willkommen! (Quelle: Topp-Verlag)

Meine Meinung:

Langsam wird es kalt draußen, ich verbringe sehr viel mehr Zeit in der Wohnung und habe endlich wieder Lust, zu basteln, zu werkeln und neue Rezepte auszuprobieren.

Und genau für diese Zeit und diese Laune ist „Geschenke aus der Küche“ das perfekte Buch.

Auf jeweils einer Doppelseite stellen die beiden Autorinnen zunächst das entsprechende Rezept und dann danach eine Verpackungsidee vor. Wunderschöne, wirklich toll fotografierte Bilder geben schnell einen Eindruck wie das Ergebnis aussehen kann und machen wirklich Lust, vieles nachzukochen, nachzubacken, zu basteln und zu verschenken.

Das Buch ist unterteilt in die Sparten „Sommerfrüchte“, „Markttage“, „Kräuterparadies“, „Welt der Gewürze“, „Süße Lust“ und „Wintergenüsse“, zwischendurch kann man durch wenige Seiten der „Kleinen Warenkunde“ auch noch neues über Lebensmittel wie z.B. Küchenkräuter lernen.

Ein großer Vorteil des Buches ist, dass es so übersichtlich gestaltet ist. Zusätzlich zu den benötigten Zutaten und Bastelmaterialien wird auch immer die Zeit angegeben, die zur Herstellung nötig ist. Außerdem variieren die Rezepte von wirklich simpel (z.B. Gewürzmischungen) bis hin zu raffiniert (z.B. Pralinen oder selbstgemachte, getrocknete Tagliatelle). So ist auf jeden Fall für alle etwas dabei!

Der einzige Nachteil, den ich erkennen kann, ist, dass für die Verpackungsbasteleien oftmals Material benötigt wird, das nicht in jedem Haushalt selbstverständlich vorhanden ist. Aber zum einen kann man sich sicherlich schnell einen gewissen Fundus aneignen und zum anderen lassen sich viele Dinge mit ein wenig Kreativität abwandeln und vereinfachen.

„Geschenke aus der Küche – Kulinarisches lecker verpackt“ ist ein tolles Buch für alle, die gerne kochen, basteln und verschenken. Die wunderschöne Aufmachung und die Übersichtlichkeit überzeugen auf den ersten Blick. Gerade jetzt zur Weihnachtszeit, wo es immer wieder liebe Menschen gibt, die viele materielle Dinge selber besitzen, lohnt sich dieses Büchlein… denn etwas Selbstgemachtes kommt einfach von Herzen! 8 von 10 Sternen!

stern 8

Hier geht es zu einer Leseprobe zu dem Buch.

Hier gibt es meine Rezension zu „Süße Geschenke zu Weihnachten“.

[Rezension] „Süße Geschenken zu Weihnachten: Leckereien backen und verpacken“ – Die kreative Manufaktur

Süße Geschenke zu WeihnachtenWer meinen Blog ein bisschen verfolgt, der weiß: Normalerweise rezensiere ich keine Sachbücher, doch für dieses wunderbare Weihnachtskoch- und -backbuch muss ich einfach eine Ausnahme machen.

Wer bis Weihnachten noch ein bisschen Zeit findet, noch ein paar Geschenke sucht und dabei gerne individuell und kreativ wird, sollte jetzt ganz genau hinsehen.

„Süße Geschenke zu Weihnachten“ ist ein Koch-/Backbuch kombiniert mit schönen Bastelanleitungen für die Verpackung der selbstgemachten Geschenke. Auf je einer Doppelseite wird eine kulinarische Köstlichkeit wie zum Beispiel gebrannte Mandeln, Nougatstangen oder Orangeat-Kipferl vorgestellt. Auf der anschließenden Doppelseite gibt es dann eine Verpackungsidee samt Bastelanleitung.

Ein Blick ins Inhaltsverzeichnis macht deutlich: Die Ideen sind vielfältig und thematisch geordnet.

 Inhalt - Kochbuch

Ich habe mich direkt an den Nougatstangen probiert und als Verpackung die bestickten Kästchen gewält. Mit dem Ergebnis bin ich total zufrieden. Und ich denke, meine Mutter wird sich sehr freuen!

Nougatstangen

Vor allem mag ich das Layout und die Aufmachung des Buches: die Fotos sind nicht nur anschaulich und ansprechend, sondern einfach auch schon schön anzugucken. Gerade im schneefreuen Köln macht dieses Buch direkt beim Durchblättern eine heimelige Weihnachtsstimmung.

Von mir gibt es also eine klare Empfehlung: Schenkt leckere, individuelle und kreative Geschenke! Backt, kocht und bastelt noch bis Weihnachten! Kauft dieses Buch!

stern 8

Süße Geschenke zu Weihnachten: Leckereien backen und verpacken – die kreative Manufaktur – gebunden – 111 Seiten – 14,99 € – ISBN-13: 978-3772459016 – erschienen: Oktober 2011 (Frech)