[Rezension] „Vor meinen Augen“ von Alice Kuipers

2121_Kuipers_VorMeinenAugen_P04.pdfInhalt:

Seit dem einen Tag ist für Sophie das Leben nicht mehr wie vorher. Zwischen ihrer Mutter und ihr gibt es nur noch diese Stille. Mit ihrer ehemaligen besten Freundin Abi scheint sie nichts mehr zu verbinden. Und immer öfter leidet sie an Panikattacken.

Durch ihr Tagebuch versucht Sophie ihre Gedanken zu ordnen und die Geschehnisse zu verarbeiten.

Meine Meinung:

Es ist aus zwei Gründen für mich nicht einfach, diese Rezension zu schreiben. Zum einen möchte ich noch nicht zu viel vom Inhalt verraten, zum anderen lässt mich dieses Buch wirklich zwiegespalten zurück.

Dem Leser ist von Anfang an klar, dass Sophie etwas wirklich schlimmes erlebt haben muss. Schnell wird auch deutlich, dass es etwas mit ihrer älteren Schwester Emily zu tun hat, die sie seitdem schmerzlich vermisst. Nicht nur sie, sondern auch ihre Mutter, die sich einigelt und sehr unnahbar erscheint, können mit dem Verlust nicht umgehen. Was genau an diesem einen Tag passiert ist, erfährt man als Leser erst ziemlich zum Schluss des Buches, deswegen möchte ich an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen.

Die meiste Zeit über habe ich die Geschichte um die sechszehnjährige Sophie nicht sonderlich gern gelesen. Zum einen lag das am Schreibstil, der meiner Meinung nach oft wirklich unbeholfen war. Häufig leitet die Autorin bestimmte Handlungen und Rückblenden mit den gleichen oder zumindest sehr ähnlichen Worten ein. Da das Buch Tagebucheinträge von Sophie darstellen soll, ist es zudem manchmal in einer sehr jugendlichen Sprache gehalten und beinhaltet Einwürfe wie „Würg!“ oder es werden viele Wörter zur Betonung groß geschrieben. Mich hat das gestört, jüngeren Lesern mag es als Stil- und Identifikationsmittel gut gefallen.

Trotzdem gab es auch schon in diesem Teil der Geschichte, den ich weniger mochte, Sätze, die mich einfach umgehauen haben. Auf den Punkt genau haben sie die Gefühle von Sophie getroffen und eine Gänsehaut bei mir zurückgelassen:

„Ich konnte nicht atmen. Ich übergab mich. Danach ging es mir auch nicht besser.“ (S. 95)

Diese einzelnen wirklich genialen Sätze und Beschreibungen haben mich ein bisschen beim Lesen über Wasser gehalten, denn obwohl das Buch insgesamt nicht viele Seiten hat, habe ich mich doch ziemlich durchquälen müssen.

Erst zum Ende hin, als sich Sophie langsam mit den Dingen auseinander setzt, habe ich das Buch richtig gemocht. Die letzten Seiten habe ich teilweise mit einem Lächeln im Gesicht, größtenteils aber auch mit vielen, vielen Tränen in den Augen gelesen.

Wie bewertet man nun ein Buch, das einem zu einem großen Teil nicht gefallen, zum Schluss aber so mitgerissen hat, dass man ein tränennasses Gesicht hat? Ich vergebe 5 von 10 Sternen und empfehle jedem, der interessiert ist, das Buch selber zu lesen. Außerdem bin ich wirklich auf andere Meinungen und Rezensionen gespannt.

stern 5

Vor meinen Augen – Alice Kuipers – Hardcover mit Schutzumschlag – 220 Seiten – 14,95 € – ISBN-13: 978-3841421210 – erschienen: August 2011 (Fischer) – empfohlenes Alter: 12-16 Jahre

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[Rezension] „Nach dem Amok“ von Myriam Keil

Nach dem AmokKlappentext:

Einige Monate ist es her, dass David, der fünfzehnjährige Bruder von Maike, zum Amokläufer wurde – und immer noch ist Maikes Welt aus den Fugen. Ihre Eltern tun alles, um die Tat des Sohns zu verdrängen, und in der Schule sieht sich Maike zunehmend einer Wand aus Ablehnung und Misstrauen gegenüber. Auch die Beziehung zu ihrem Freund Yannik bekommt Risse, denn Yanniks bester Freund liegt seit dem Amoklauf schwer verletzt im Krankenhaus. Als dann noch ein Mädchen auNs ihrer Clique das Gerücht in Umlauf bringt, Maike habe vorab von dem Amoklauf gewusst, sieht Maike sich einem zunehmenden Mobbing ausgesetzt … (Quelle)

Meine Meinung:

Ich muss vorab gestehen: Dieses Buch hatte es sicherlich nicht leicht, mich zu beeindrucken. Nachdem ich „Die Hassliste“ zum Thema Amoklauf gelesen habe, vergleiche ich unweigerlich jedes andere Buch zu diesem Thema mit dem absolut grandiosen Buch von Jennifer Brown.

Doch vor allem der Klappentext und das Cover haben mich dazu gebracht, dieses Buch auch zu lesen.

Leider musste ich feststellen, dass „Nach dem Amok“ längst nicht so gekonnt mit diesem sensiblen Thema umgeht wie „Die Hassliste“. Ich habe anfangs gar keine Bindung zu Maike gespürt und kam mir allgemein seltsam distanziert vor. Der Amoklauf an sich wird den Lesern in Form eines Traums von Maike schon relativ früh vor die Nase gesetzt. Einfach so. Ohne dass sich zunächst bruchstückhafte Erinnerungen zu einem Ganzen zusammensetzen. Aber auch hier ist vielleicht „Die Hassliste“ noch zu präsent.

Vor allem hat mich gestört, dass die Beziehung zwischen Jannik (der übrigens nicht Yannik geschrieben wird, wie es bei cbt steht) und Maike sehr im Vordergrund steht. Janniks beste Freundin ist in ihn verliebt und versucht Maike mit allen Mitteln aus der Welt zu schaffen. Anfangs beziehen sich die Mittel, wie im Klappentext auch angedeutet, noch auf den Amoklauf – Maike soll angeblich davon gewusst haben – später aber geht es um „ganz normale“ Teenie-Intrigen.

Ein weiterer Punkt, der mir negativ aufgefallen ist, sind die Umstände unter denen Maike im Laufe der Geschichte eine neue Freundin kennenlernt. Seit dem Amoklauf beobachtet Maike gerne fremde Menschen, so auch irgendwann Kim. Kim findet dies allerdings absolut nicht merkwürdig (wie ich es tun würde), sondern bittet Maike zum Eisteetrinken herein.

Das erscheint mir doch etwas zu unglaubwürdig. Abgesehen davon ist Kim eine tolle Figur, die mir schnell ans Herz gewachsen ist.

Der Schluss hat mir im Gegensatz zum Rest des Buches sehr gut gefallen, was gar nicht unbedingt am Inhalt lag, sondern an dem Schreibstil der Autorin, der mich dann letztendlich doch mitgerissen hat. Auf den letzten Seiten musste ich dann doch ordentlich schlucken und ein bisschen blinzeln.

Das Buch hat sicherlich einige gute Ansätze, doch ist es mir nicht tiefsinnig genug. Ich hätte gerne noch deutlichere Erklärungen für das Verhalten von Maikes Eltern gehabt, hätte mir mehr Veränderungen gewünscht. In Ansätzen lässt sich nachempfinden, wie ein Geschwisterteil von einem Amokläufer fühlt, welche Selbstzweifel und Schuldgefühle aufkommen und auch die Zerrissenheit zwischen Hass und Liebe wird deutlich. Aber wie gesagt: dies alles geschieht nur in Ansätzen! So gibt es von mir nur 5 von 10 Sternen.

stern 5

Nach dem Amok – Myriam Keil – Taschenbuch – 288 Seiten – 7,99 € – ISBN-13: 978-3570307427 – erschienen: April 2011 (cbt) – empfohlenes Alter: ab 12 Jahren (meiner Meinung nach eher etwas älter)

[Rezension] „Salzwassersommer“ von Sharon Dogar

SalzwassersommerInhalt:

Jedes Jahr im Sommer fährt Hal mit seinen Eltern und seinen beiden Schwestern nach Cornwall in das Sommerhaus der Familie. Doch dieses Jahr muss die Reise ohne Hals große Schwester Charlie stattfinden. Denn die liegt nach einem mysteriösen Unfall vor einem Jahr im Koma.

Auf der Insel angekommen lernt Hal ein nettes Mädchen kennen und wünscht sich nichts mehr, als einfach die Zeit mit ihr zu genießen. Doch eine innere Stimme drängt ihn dazu, nachzuforschen, was vor einem Jahr mit seiner Schwester passierte.

Meine Meinung:

Ich habe dieses Buch ganz bewusst im Urlaub an der Nordsee gelesen, in der Hoffnung mich so noch mehr in die Geschichte einfühlen zu können. Insbesondere weil die Atmosphäre und Landschaft sehr anschaulich beschrieben wird, gelang mir das sehr gut.

Die Geschichte wird aus zwei verschiedenen Perspektiven geschrieben. Einmal aus Hals Sichtweise, mal in der Gegenwart, mal in der Vergangenheit ein Jahr zu vor. Die andere Perspektive übernimmt die im Koma liegende Schwester Charlie. Ihre Berichte aus der Vergangenheit konnten mich noch gut überzeugen. Die Berichte aus der Gegenwart hingegen haben mich etwas irritiert. Zwischen Charlie und Hal gibt es nämlich eine sehr enge Verbindung, so dass Charlie durch Hals Augen hindurch die aktuellen Geschehnisse in Cornwall wahrnehmen kann und sogar ansatzweise mit Hal kommunizieren kann. Ich muss gestehen, dass mir das irgendwie etwas zu abgehoben war.

Das Rätsel an sich, nämlich die Suche nach einer Erklärung, warum Charlie damals verunglückte, ist spannend geschrieben. Allerdings gefiel mir persönlich die Aufklärung des ganzen am Ende nicht so gut.

Was ich allerdings als überaus gelungen finde, ist die Beschreibung der Beziehung zwischen Hal und Charlie. Hal steht als kleiner Bruder der selbstbewussten Charlie immer im Schatten seiner großen Schwester. Auch jetzt noch, als Charlie eigentlich gar nicht mehr da ist und nur im Koma liegt. Die Autorin schafft es meiner Meinung nach sehr überzeugend darzustellen, dass man seine große Schwester gleichzeitig lieben und hassen kann.

Ein Buch, das vor allem durch die feinen Personenbeschreibungen und die Beziehungen der Charaktere untereinander lebt. Dadurch, dass mir einige Aspekte zu abgehoben erscheinen, kann ich dem Buch aber leider nur 5 von 10 Sternen geben.

 stern 5

Salzwassersommer – Sharon Dogar – Hardcover mit Schutzumschlag – 353 Seiten – ISBN-13: 978-3401062242 – erschienen: Januar 2008 (Arena)

[Rezension] „Second Face“ von Carolin Philipps

second faceInhalt:

Marie und Anne sind Zwillinge. Zweieiige zwar, doch sehen sie sich trotzdem recht ähnlich. Warum die Jungs dann immer nur auf Anne stehen, weiß Marie auch nicht so genau. Vermutlich weil Anne die offenere, lustigere, aktivere von beiden ist. Anne drängt sich einfach immer in den Vordergrund.

„Zum ersten Mal seit langem wird das Frühstück wieder eine fröhliche Angelegenheit. Wie immer hängt das Stimmungsbarometer von Annes Laune ab und die könnte heute nicht besser sein. Den traurigen Unterton in Maries Lachen hört niemand.“ (S. 64)

Als Marie mal wieder wegen Anne einen Jungen verliert, zieht sie sich in die virtuelle Realität zurück: Sie beginnt „Second Life“ zu spielen. Dort kann sie alles sein, was sie im realen Leben nicht ist. Dort hat sie Freunde und sogar Männer, die sich für sie interessieren. Doch bald zeigt sich: Die virtuelle Realität ist nicht immer so schön und unproblematisch, wie sie auf den ersten Blick erscheint

Meine Meinung:

Eine tolle Idee, die hinter diesem Buch steht: ein Mädchen, das im wahren Leben nicht so sein kann, wie sie es sich wünscht; die Möglichkeit der virtuellen Realität; die Gefahren des Internets: Cybermobbing! All das sind Themen die heute aktueller den je sind und vor allem auch in Jugendbüchern thematisiert werden sollten.

Doch leider hapert es in diesem Buch meiner Meinung nach ein wenig an der Umsetzung. Die Geschichte wird auf nur etwa 140 Seiten beschrieben, bietet aber Stoff für mehr. Viele Handlungen und Gefühle werden nur angedeutet, bzw. gar nicht richtig erzählt. Der Leser erfährt immer nur in kurzen Beschreibungen, was tatsächlich passiert ist. Er ist nie mittendrin.

Ich hatte beim Lesen das Gefühl, eine Art Manuskript für ein kommendes Buch in der Hand zu haben. Ein gutes Manuskript – ohne Frage – aber etwas unausgegoren und überarbeitungswürdig. So findet man leider einfach auch einige inhaltliche Fehler in dem Buch: zum Beispiel wird der Haflinger mit langer weißer Mähne einige Seiten später zu einem Friesen. Bei solchen Fehlern und Unausgegorenheiten fiel es mir schwer, mich richtig in die Handlung hineinzuversetzen.

Auch die beiden Hauptpersonen sind für mich nicht wirklich greifbar. Zu oft verhalten sie sich wie dumme kleine Mädchen, unreif und nicht nachvollziehbar. Damit möchte ich nicht sagen, dass sich Jugendliche nicht durchaus so benehmen dürfen und es in der Realität auch tun, aber gerade bei Marie hatte ich oftmals den Wunsch sie zu schütteln und ihr zu sagen: „Nun mach doch einfach. Erzähl es deiner Schwester, erzähl es dem Jungen und alles wird sich aufklären!“

Trotzdem soll hier nicht der Eindruck entstehen, dass ich ein schlechtes Buch gelesen habe. Die Story an sich hat ein wirklich großes Potential und insbesondere für Jugendliche, die sonst eher lesefaul sind, eignet sich dieses Buch in seiner Kürze. Ich allerdings hätte mir mehr Tiefgang, Ausführlichkeit und Logik in der Geschichte gewünscht.

Aufgrund der guten Idee und der Notwendigkeit in Jugendbücher vermehrt auf die Problematik der Onlineforen hinzuweisen, vergebe ich noch 5 von 10 Sternen.

stern 5

[Rezension] „Die Dienstagsfrauen“ von Monika Peetz

Die DienstagsfrauenInhalt:

Seitdem sie vor fünfzehn Jahren gemeinsam einen Französischkurs gemacht haben, treffen sich Caroline, Judith, Eva, Kiki und Estelle jeden ersten Dienstag im Monat in ihrem Stammlokal, wo sie als die Dienstagsfrauen bekannt sind.

Die fünf könnten unterschiedlicher nicht sein: Caroline ist die erfolgreiche Strafverteidigerin und das heimliche Oberhaupt der Gruppe. Judith hat vor kurzem ihren Mann verloren und ist deswegen immer noch am Boden zerstört. Die ehemalige erfolgreiche Medizinstudentin Eva ist nun Hausfrau und Mutter und ordnet sich und ihr Leben ganz der Familie unter. Kiki ist die jüngste in der Truppe: ewig auf der Suche nach dem perfekten Mann und dem perfekten Entwurf, denn Kiki ist Designerin. Estelle ist etwa so, wie man schon dem Namen nach vermuten kann: sie hat in eine reiche Apothekerfamilie eingeheiratet, ist verwöhnt und sagt immer was sie denkt. Aber sie lacht nicht nur über die anderen, sondern vor allem auch über sich selbst.

Jedes Jahr unternehmen die Dienstagsfrauen einen gemeinsamen Kurzurlaub. Dieses Jahr wird dieser – gegen den ausdrücklichen Wunsch der luxusverwöhnten Estelle – spontan auf den Jakobsweg verlegt, auf dem Judith die letzten Routen ihres verstorbenen Mannes nachempfinden und vollenden möchte. Auf dieser Reise lernen die Frauen Seiten an ihren Freundinnen und vor allem an sich selbst kennen, von denen sie bisher nichts geahnt hatten.

Meine Meinung:

Nett, seicht, nichts Neues! Ich denke, sehr viel treffender kann man dieses Buch nicht beschreiben. Cover und Inhalt sprachen schon für einen eher anspruchslosen Frauenroman, der sich leicht lesen lässt, unterhält, aber nicht viel bewegt. Und genau so war es auch. Die Geschichte der fünf Frauen plätschert so dahin. Es werden jede Menge Klischees erfüllt, die Handlung ist zu großen Teilen vorhersehbar. Für jede Leserin (ich denke, es wird wenig männliche Leser geben) ist eine passende Identifikationsfigur vorhanden. Man nehme sich, welche man mag. Das alles ist ja schön und gut. Das Buch hält, was es verspricht und wem so was nicht gefällt, der muss es ja auch nicht lesen.

Der Schreibstil allerdings gefiel mir nicht wirklich. Die Sätze wirkten auf mich häufig künstlich verdreht und in sich nicht stimmig. Woran genau das lag, kann ich schwer benennen. Vielleicht ist die Erklärung darin zu sehen, dass die Autorin eigentlich sonst nur Drehbücher schreibt. Dieses ist ihr erster Roman.

Ich will das Buch gar nicht unbedingt schlecht reden. Ich denke, dass es vielen Frauen gefällt. Auch ich mochte die Dienstagsfrauen und ihre typischen Eigenheiten, aber vom Hocker gehauen hat mich das Buch absolut nicht. 5 von 10 möglichen Sternen.

stern 5

[Rezension] „Zwei alte Frauen“ von Velma Wallis

Zwei alte FrauenInhalt:

Es ist ein harter Winter als das Volk der Gwich’in – ein Nomadenstamm in Alaska – beschließt, die beiden ältesten Frauen in ihrer Gemeinschaft zurückzulassen, um Nahrung und Energie zu sparen. Schon lange hatte man nicht mehr zu dieser Maßnahme greifen müssen, doch nun war es wieder soweit: die 75jährige Sa‘ und die 80jährige Ch’idzigyaak bleiben allein zurück.

Nach anfänglicher Verzweiflung besinnen sich die beiden Frauen auf ihre Kräfte und ihr Können und stellen fest, dass sie doch noch jünger sind als sie es lange Zeit dachten. Die beiden schaffen das unmögliche: Sie gewinnen neuen Mut und versuchen zu überleben. Ihr Plan:

„Ich glaube, wir haben es schon einmal gesagt, und wir werden es sicher noch viele Male sagen, und dennoch, ja, laß uns handelnd sterben“ (S. 41)

Meine Meinung:

Schon viel hatte ich von dieser Geschichte der zwei tapferen alten Frauen gehört, dementsprechend groß war meine Freude, als ich das Buch zwischen vielen anderen Büchern, die einfach so zum Mitnehmen bei meiner Arbeit angeboten wurden, entdeckte. Ich war etwas überrascht, wie dünn das Buch doch ist: nur ca. 140 Seiten, mit einigen Bildern.

Das Vorwort steigerte meine Vorfreude auf die Geschichte nur noch mehr, denn ich wusste bis dato nicht, dass die Autorin selber eine Nachkommin eines Nomadenstammes ist und die Legende um die zwei alten Frauen aus vielen Erzählungen ihrer Mutter kennt.

Beim Lesen musste ich dann leider feststellen, dass die Art der Autorin zu schreiben, mich absolut nicht mitreißen kann. Ich hatte erwartet, eine emotional packende Geschichte, voller Gefühle und Weisheiten zu lesen. Stattdessen wirkt das Buch auf mich wie ein sehr distanzierter Bericht. Einzig und allein das letzte Kapitel konnte mich ein wenig fesseln und bewirken, dass ich mit den Charakteren mitgefühlt habe. Was im Klappentext als „sparsame epische Mittel“ beschrieben wird, hat mich einfach nicht in den Bann gezogen.

Schade, denn die Geschichte an sich birgt schon einiges an Weisheit, die mit der schönen Phrase „Man wächst an seinen Aufgaben!“ umschrieben werden können. Aber auch das Thema Vergebung spielt in dem Buch eine große Rolle.

Insgesamt kann ich dieser Geschichte leider nur 5 von 10 Sternen geben, da ich mich einfach nicht genügend angesprochen und berührt gefühlt habe.

stern 5

[Rezension] „Lakota Moon“ von Antje Babendererde

Lakota MoonInhalt:

Oliver ist geschockt, sauer und traurig, als seine Mutter beschließt, einen Lakota-Indianer zu heiraten und zu ihm ins Reservat zu ziehen. Er muss schließlich seine große Liebe in Deutschland zurücklassen und sich in Amerika mit dem Leben unter Indianern zurecht finden. Dort angekommen, muss er feststellen, dass die meisten seiner Vorurteile gegenüber den Reservatbewohnern nicht zutreffend waren. So findet er zum Beispiel in seiner „Cousine“ Tammy einen fröhlichen Menschen, der ihm stets zu Seite steht. Doch machen ihm sein Stiefbruder und die Jungen an der Schule das Leben nicht leicht, so dass sich Oliver erst durch einige brenzlige Situationen kämpfen muss.

Meine Meinung:

Dies ist mein erstes Buch von der Erfolgsjugendbuchautorin Babendererde. Ich war sehr gespannt, wie mir ihre Bücher, die alle thematisch mit Indianern zu tun haben, gefallen würden. Anfangs war ich sehr begeistert. Die Geschichte las sich richtig schön, die Charaktere gefielen mir und die etwas flachsige Sprache machte die Gedanken und Gefühle von Oliver nur noch greifbarer.

Doch nach und nach ereignete sich immer mehr in immer kürzerer Zeit. Glückliche Zufälle wurden gejagt von schrecklichen Katastrophen. Irgendwie war mir das ganze dann etwas zu viel. Ich muss gestehen, dass ich die letzten Seiten leicht genervt und mit dem Gedanken „Was passiert denn jetzt noch alles“ gelesen habe. Schade eigentlich, denn wie gesagt begann das Buch eigentlich recht gut.

So gebe ich nur 5 von 10 Sternen und hoffe, dass die beiden anderen Bücher der Autorin, die sich auf meinem SUB befinden, etwas besser und glaubwürdiger sind.

stern 5

[Rezension] „Tochter der Hüter“ von Gill Arbuthnott

Tochter der HüterInhalt:

Eigentlich führt die junge Nyssa ein beschauliches Leben. Sie ist zwar ein Waisenkind und hat ab und an unerklärliche Träume, aber in der Kneipe ihres Ziehvaters fühlt sie sich sehr wohl. Bis zu dem Tag, an dem die Schattenmänner auf der Insel auftauchen und Nyssa von Marius zur Flucht gezwungen wird. Marius, der ihr Onkel ist, ohne dass sie davon wusste. Nyssa erfährt von der Legende der Hüter des Wissens, doch erst nach und nach wird ihr ihre eigene Rolle innerhalb dieser Legende bewusst.

Meine Meinung:

Anfangs habe ich mich mit diesem Buch sehr schwer getan. Mir gefiel und gefällt immer noch der Schreibstil der Autorin nicht besonders gut. Kurze, teilweise abgehackte Sätze, ständig wechselnde Erzählhaltungen und abrupte Zeitsprünge haben mich gestört. Doch als ich mich einmal bis etwa zur Seite 80 durchgekämpft hatte, habe ich das Buch ziemlich schnell durchgelesen. Der recht einfache Schreibstil kann also auch von Vorteil sein.

Die Geschichte ist vielen anderen Fantasygeschichten heutzutage ähnlich, was aber nicht weiter schlimm ist.

Ohne große Höhepunkte plätschert die Erzählung so dahin und obwohl bei mir keine wirkliche Spannung aufkam, habe ich das Buch ganz gerne gelesen. Ein nettes Buch für zwischendurch: definitiv nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ich gebe dem Buch 5 von 10 Sternen.

stern 5

[Rezension] „Das Regenorchester“ von Hansjörg Schertenleib

Das RegenorchesterInhalt:

Als der Schweizer Schriftsteller Sean – das zumindest ist sein irischer Name – von seiner Frau verlassen wird, lebt er in seinem Haus in Irland vor sich hin. Bis er auf Niamh trifft. Niamh, die vierundsechziggjährige Irin, die Sean ihr Leben erzählt. Zunächst treffen sie sich nur ein Mal die Woche, doch dann wird ihre Beziehung immer enger. Niamh berichtet von ihrer Kindheit in Irland, ihrer Familie und ihrer großen Liebe.

Meine Meinung:

Ich hatte mir viel von diesem Buch versprochen. Das ist dann natürlich für das Buch nie ganz einfach. In diesem Fall hat die Geschichte meine Erwartungen nicht ganz erfüllen können. Sie steckt zwar voller Gefühle und Zuneigung zu den Menschen an sich, doch war mir mal wieder zu wenig Handlung in der Geschichte.

Auch konnte ich mich mit Sean nicht wirklich anfreunden, Niamh hingegen ist natürlich toll. Wünscht sich nicht jeder von uns, später eine solch beeindruckende Persönlichkeit, so weise und innerlich ruhig zu werden?

Trotzdem irgendwie habe ich immer wieder zum Ende hingeblättert und mich gefragt, wie viele Seiten ich noch zu lesen habe. Kein gutes Zeichen eigentlich!

Ich gebe dem Buch gerne 5 von 10 Sternen, aber auch nicht mehr.

stern 5

[Rezension] „Maria, ihm schmeckt’s nicht“ von Jan Weiler

Maria, ihm schmeckt's nichtInhalt:

Als der Ich-Erzähler beschließt, um die Hand seiner Freundin Sara anzuhalten, ahnt er noch nicht, dass er damit in eine italienische Großfamilie einheiraten wird. Insbesondere Schwiegervater Antonio, vor dem er erst ein wenig Angst hatte, fasziniert ihn. Und das beruht auch auf Gegenseitigkeit. Antonio liebt ihn: „Iste eine liebe Jung“. Toni erzählt ihm auf einer gemeinsamen Italienreise seine bewegte, interessante und lustige Vergangenheit.

Meine Meinung:

Ich kann gut verstehen, warum dieses Buch so beliebt ist: Es lässt sich leicht lesen, die typischen Eigenarten der Deutschen und Italiener werden ohne Rücksicht auf eventuelle Vorurteile auf die Schippe genommen und mit Antonio hat der Leser einen wahren Charaktertypen als Hauptfigur.

Trotzdem konnte mich das Buch nicht fesseln. Ich habe zwar einige Male gelacht, aber für meine Verhältnisse eher wenig. Insgesamt hat mir Handlung im Buch gefehlt. Schön fand ich allerdings den Schlussteil, in dem Jan Weiler etwas ernstere Töne anschlägt und die Schwierigkeiten eines Gastarbeiters in Deutschland beschreibt.

Dieses Buch ist sicherlich für viele Leute lustig, doch trifft es zu wenig meinen Humor, leider nur gut gemeinte 5 von 10 Punkten.

stern 5