[Aktion] Fünf Fragen am Fünften – Juli 2019

Wenn ich gerade schon nicht reglemäßig Rezensionen schreiben kann, weil ich gar nicht so viel lese, dann kann ich ja zumindest mal bei einer neuen Aktion mitmachen. Ich habe die „Fünf Fragen am Fünften“ gerade bei Nanni entdeckt. Grundsätzlich kommt die Aktion allerdings von Luziapimpinella.

An jedem Fünften des Monats gibt es fünf neue Fragen, die mal tiefere mal weniger tiefe Einblicke über denjenigen geben, der die Fragen beantwortet. Also: Los geht’s! 🙂

1. Bestellst du im Restaurant immer das Gleiche?

Ähhhm, maaanchmal bestelle ich auch was anderes, aber grundsätzlich: Ja! Schnitzel! Immer her mit dem Schnitzel! Es gibt nichts besseres, als ein leckeres, gut gemachtes Schnitzel mit einem frischen Salat.  Da ich mich ja lowcarb ernähre, ist meine Auswahl oft auch ziemlich beschränkt. Außerdem mag ich nicht so viel (Im Norden würde man sagen, dass ich krütsch bin). Neulich habe ich aber mal etwas ganz Neues probiert und mochte es wirklich gerne: Feta im Speckmantel mit Feigenhonig. Mmmh!
In einigen Tagen werde ich einen Kurzurlaub in Holland machen und habe mir überlegt, dass ich am besten vorher schon mal Karten auf holländisch drucke, auf denen steht: „Einmal Schnitzel ohne Pommes, stattdessen mit etwas mehr Salat, bitte!“ Kann mir das jemand übersetzen?

2. Genierst du dich dafür, dass du bestimmte TV-Formate schaust?

Nein! Zum einen weil ich kein Fernsehen an sich gucke (wir sind gut mit Netflix und Co ausgestattet), zum anderen: Warum sollte ich mich für etwas schämen, was mir gefällt? Sollte nicht jeder das gucken dürfen, was ihn entspannt / begeistert / interessiert / unterhält / glücklich macht?

3. Wann hast du zuletzt deine Frisur geändert?

Hmm, ist es eine Veränderung die Haare NICHT zu schneiden? Ich trage meine Haare am liebsten irgendwas zwischen kinn- und schulterlang. Mein Freund mag es lieber etwas länger, also sind sie im Moment für meine Verhältnisse ganz schön lang. Ich habe ihm aber heute schon angekündigt, dass das vermutlich nicht mehr lange so bleiben wird. 😀

4. Wann hast du zum letzten Mal einen Sonnenaufgang beobachtet?

Ganz ehrlich: Ich glaube noch nie! Oha! Ich bin ein absoluter Morgenmensch, aber ich kann mich nicht daran erinnern, mal bewusst einen Sonnenaufgang beobachtet zu haben, obwohl ich auch gerne früh draußen bin. Aber selbst wenn ich aktuell oft schon morgens um 6 Uhr einen Spaziergang mache, ist das ja sogar schon zu spät für einen Sonnenaufgang. Vielleicht im anstehenden Urlaub? An meinen letzten schönen Sonnenuntergang kann ich mich aber ganz gut erinnern. Das war vor einem Jahr im Dänemarkurlaub mit meinem Bruder.

5. Welches Kunstwerk hat dich stark beeindruckt?

Da kann ich tatsächlich zwei Werke nennen, die ganz unterschiedlich sind. Zum einen mag ich die Stilrichtung des blauen Reiters sehr gerne. Besonders angetan hat es mir hier „Die gelbe Kuh“ von Franz Marc, weil sie für mich so viel Fröhlichkeit vermittelt.

© Franz Marc, Die gelbe Kuh

Zum anderen mag ich den Fotografen Albert Watson sehr gerne. Ich war mal gemeinsam mit meinem Bruder und meinem Vater auf einer Fotoausstellung in Hamburg. Das Bild eines jungen Mädchens hat mich am meisten beeindruckt. Ich finde es spannend, welche unterschiedlichen Emotionen die unterschiedlichen Betrachter in ihrem Blick sehen. Für mich wirkt sie stark, aber auch ein wenig trotzig. Ich höre sie beinahe denken: „Das Leben ist zwar hart, aber ich bin stark genug. Ich schaffe das!“
Was seht ihr in ihr?

© Albert Watson, Maria Baba Ahmed
Dawra, Morocco, 1998

Das hat mir Spaß gemacht und ich denke, dass ich auch im August wieder dabei sein werde. 🙂

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[Geplauder] Von meiner aktuellen Leseflaute, den möglichen Gründen dafür und dem tollsten Mann der Welt

Ich würde wirklich gerne mal wieder eine Rezension oder über etwas Buchiges hier schreiben, aber leider komme ich nicht dazu. Aktuell lese ich so gut wie gar nicht. Das letzte Mal vor zwei Wochen beim Friseur, als ich darauf gewartet habe, dass die Farbe für meine Strähnchen einwirkt. Da musste ich sowieso still sitzen und hatte nichts anderes zu tun.

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Damit der Beitrag nicht so leer ist. 🙂

Woran das liegt? Ich glaube, das gibt es wirklich viele Gründe. Manche etwas blöder, manche etwas toller. Zum einen macht mir mein Rücken immer noch etwas zu schaffen. Der mag nach wie vor nicht gerne lange sitzen. Und so nutze ich fast alle „Sitz-Zeit“, um zu arbeiten.

Gerade gibt es in der Schule wirklich viel zu tun. Ich fühle mich überhäuft mit Aufgaben und habe oft gar keine Idee, wann und wie ich die alle erledigen soll. Zum Glück sind in drei Wochen Sommerferien und langsam wird der Berg an Arbeit zumindest ein klitzekleines Bisschen weniger.

Dann kommt noch dazu, dass mich mein aktuelles Buch irgendwie nicht so sehr fesseln kann. „Kompass ohne Norden“ von Neil Shusterman ist ja für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert, weswegen ich es mir auch von meinem allerliebsten Lieblingsbruder (Keine Sorge: Ich habe nur einen!) zum Geburtstag gewünscht habe. Leider komme ich mit der einen Erzählperspektive nicht so gut zurecht. Sie verwirrt mich total und fesselt mich gar nicht. Kann mir jemand sagen, ob das noch besser wird?

Ansonsten gibt es große Neuigkeiten: Der Herzensmann und ich haben ein Haus gekauft. Unser eigenes kleines Häuschen. Unfassbar. Und so tingeln wir gerade gefühlt in der Hälfte unserer freien Zeit von einem Notartermin zum nächsten, nur um dann wieder zum Unterschreiben von Verträgen zur Bank zu fahren. Aber: Wir werden ab Oktober ein eigenes Haus haben. Ein eigenes Haus!!! ❤

Der Herzensmann ist ein gutes Stichwort. Wir lagen gestern Abend gemeinsam im Bett und ich habe ein bisschen gejammert: „Ich möchte endlich mal wieder lesen. Endlich mal wieder lange genug sitzen können, um zu lesen.“
Er: „Ein Hörbuch ist da keine Alternative, ne?“
Ich: „Nein!“
Er: „Und wenn ich dir vorlese?“
Ich (etwas gnatschig): „Nein, leider auch nicht. Das ist ja auch nichts anderes als ein Hörbuch!“
Der tollste Mann der Welt: „Aber das Buch wäre in deiner unmittelbaren Nähe. Du könntest es riechen und hören wie die Seiten umgeblättert werden.“

Hach! ❤  ❤  ❤

[Glücksmomente] Früher Sonntagsspaziergang

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Zum Lesen komme ich aktuell so gut wie gar nicht. Mein Rücken mag es gerade nicht, wenn ich viel sitze. Bewegung mag er umso mehr. Deswegen war ich heute Morgen um 7 Uhr schon unterwegs. Alles war ruhig, die Luft war noch frisch. Um mich herum Grün und Vogelgezwitscher. Dann bin ich mal ein bisschen anders gegangen als sonst und plötzlich stand ich vor diesem kleinen Teich. Hach, so kann ein Sonntag beginnen!

 

[Glücksmomente] Blumen in der Wohnung

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Ich habe es gerne grün und blumig um mich herum. Deswegen hege und pflege ich nicht nur unser kleines Gärtchen, sondern habe auch in der Wohnung viele Topfpflanzen und gerne auch ein paar Vasen mit Blümchen. Mein Herzensmann mag das (mittlerweile) auch wirklich gerne und so bringt er mir und uns regelmäßig ein kleines Sträußchen Schnittblumen mit – so wie diese wunderschönen Rosen.

[Momentaufnahme] Unser erstes Abenteuer in Andor

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Mein aktuelles Buch „Liebes Kind“ von Romy Hausmann ist zwar gar nicht schlecht, trotzdem habe ich mich heute Abend nicht in den Lesesessel, sondern mit dem Herzensmann an den Esstisch gesetzt, um unsere erste Legende von Andor zu bestreiten. Was soll man sagen? Die Helden waren erfolgreich! 😊

Kennt ihr „Die Legenden von Andor“? Wie findet ihr es? Nach dem Einführungsspiel habe ich direkt Lust, mich in das nächste Abenteuer zu stürzen.

[Rezension] „Die Spiegelreisende 1: Die Verlobten des Winters“ von Christelle Dabos

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Vermutlich habt ihr schon von DER neuen Fantasyreihe gehört, die teilweise sogar mit dem Harry Potter – Universum verglichen wird: Die Spiegelreisende!

Die Reihe besteht aus vier Bänden: Der erste Band ist bereits erschienen, die übrigen drei Teile werden alle vermutlich innerhalb eines Jahres erscheinen, was ich sehr angenehm finde. Es gibt ja kaum etwas Schlimmeres, als einen tollen Reihenauftakt zu lesen und dann mehrere Jahre auf die Fortsetzung warten zu müssen.

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Den erste Band, „Die Verlobten des Winters“, habe ich gestern beendet und muss sagen, dass ich die Begeisterung gut nachvollziehen kann. Vom Plot her hat die Geschichte meiner Meinung nach gar nichts mit Harry Potter gemein – das sollte man auf keinen Fall erwarten -, aber sie besticht ebenso durch erfrischend neue Ideen und eine ganz besondere Hauptfigur.

Schon vor Jahren ist die Welt in verschiedene Teile zersplittert,  in sogenannte Archen. Auf einer dieser Archen lebt Ophelia, die es genießt möglichst unscheinbar zu sein. Doch hinter ihrem etwas langweiligen Äußeren und ihrer tollpatschigen und schüchternen Art verstecken sich enorme Fähigkeiten: Ophelia kann nicht nur durch Spiegel reisen, sie ist auch eine hervorragende Leserin: Durch das Berühreren von Gegenständen kann sie ihre Geschichte lesen.

Doch dann muss Ophelia eines Tages ihr geliebtes, ruhiges Zuhause verlassen, um auf die weit entfernte Arche Pol zu ziehen, wo sie an den wortkargen und überall unbeliebten Thorn verheiratet werden soll. Dort ist nichts so, wie es scheint, und überall lauern Intrigen, Illusionen und Gefahr!

Meiner Meinung nach ist dieses Buch ein typischer Reihenauftakt: Es braucht etwas, bis das Setting und Hauptfiguren eingeführt sind. Erst dann nimmt die Handlung langsam Fahrt auf. Und dennoch mochte ich das Buch von Anfang an nur ungern zur Seite legen. Die letzten einhundert Seiten habe ich dann in einem Rutsch gelesen und bin sehr gespannt, wie sich die Geschichte weiterentwickelt. Noch kann ich viele Charaktere nur schwer durchschauen und bin freu mich darauf, welche Überraschungen die kommenden drei Bände noch für mich bereithalten.

Mein Fazit: Die neue Saga um die Spiegelreisende Ophelia ist zu Recht in aller Munde! Die Autorin, Christelle Dabos, hat eine faszinierende fantastische Welt erschaffen, die mich absolut begeistern konnte, vor allem weil ich viele der Ideen aus dem Buch so bisher noch nicht kenne. 8 von 10 Sternen für einen absolut gelungenen Reihenauftakt!

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Auf dieser Seite findet man übrigens in Form von wirklich beeindruckenden Zeichnungen die schönsten Fanbeiträge zur Reihe.

Die Spiegelreisende 1: Die Verlobten des Winters – Christelle Dabos – Hardcover – 535 Seiten – 18,00 € – ISBN: 978-3-458-17792-0  – erschienen: März 2019 (Insel Verlag) – Übersetzung: Amelie Thoma

[Rezension] „Tausend kleine Schritte“ von Toni Jordan

20190416_124352.jpgKlappentext:

Grace Lisa Vandenburg zählt alles, was sie umgibt, jede Kleinigkeit: die Schritte bis zu ihrem Lieblingscafé (920), die Streusel auf ihrem Orangenkuchen (12 – 92) und die Buchstaben ihres Namens (19). Erst Seamus O’Reilly und sein unwiderstehlicher Wunsch, hinter das Geheimnis ihres Lebens zu kommen, lässt sie die Kontrolle verlieren. (Quelle)

Meine Meinung:

Manchmal finden Bücher ja aus einem ganz bestimmten Grund zu einem. Dieses Buch hat mir eine liebe Freundin geliehen, weil es ihr so gut gefallen hat und es so besonders war. Der Klappentext hat mich eigentlich auch sofort angesprochen: Ich mag besondere Figuren mit kleinen Macken. Und ich mag Zahlen – zum Glück aber nicht ganz so sehr wie Grace Lisa Vandenburg 😉 . Dass das Buch dann doch mehr als zwei Jahre ungelesen bei mir lag, liegt vor allem am Cover, das zwar auch irgendwie besonders ist, mich aber nicht total angesprochen hat.

Einmal mit dem Buch angefangen mochte ich aber auch nicht wirklich aufhören. Grace ist einfach eine sehr liebenswerte Hauptfigur. Sie zählt wirklich alles: So muss Grace zum Beispiel erst zählen, wie viele Mohnkörner auf ihrem Orangenkuchen sind, damit sie weiß, mit wie vielen Bissen sie ihn essen muss.

Seamus trifft sie das erste Mal im Supermarkt. Sie steht an der Kasse und kauft unter anderem genau 10 Bananen. Doch als sie diese auf das Kassenband legen möchte, muss sie erschreckt feststellen, dass es doch nur 9 sind. Was soll sie tun? Sie kann nicht nur 9 Bananen kaufen! Kurzerhand klaut sie dem Mann an der Kasse hinter ihr die Banane aus seinem Einkaufskorb. Dieser Mann ist Seamus. Seamus ist toll. Ein Mann zum Verlieben. Groß, stark, liebevoll. Und vor allem verständnisvoll. Langsam beginnt Grace sich zu öffnen …

Natürlich läuft ab da nicht einfach alles rund. Das wäre ja ja zu schön und vielleicht sogar ein bisschen langweilig. Die Geschichte der beiden liest sich sehr unterhaltsam und amüsant, obwohl sie stellenweise wirklich tragisch ist. Das liegt vor allem am Grace und ihrem charmanten Wortwitz. Das Einzige, was mich gestört hat, waren die immer wiederkehrenden langen Ausschweifungen zu Nikolas Tesla, den Grace aufgrund seiner Liebe zu den Zahlen verehrt.

„Tausend kleine Schritte“ ist eine schöne und unterhaltsame Geschichte, die zum einen durch Grace und Seamus, vor allem aber durch Grace‘ lockeren Erzählton zu begeistern weiß. Obwohl viele Situationen einer gewissen Komik nicht entbehren, zieht die Autorin das zwanghafte Zählen von Grace nicht ins Lächerliche. Was am Ende bleibt, ist die Aussage: Jeder ist gut so, wie er ist – trotz oder gerade wegen seiner Eigenheiten.

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Tausend kleine Schritte – Toni Jordan – Taschenbuch – 272 Seiten – 11,00 € – ISBN: 978-3-492-25963-7 – erschienen: Oktober 2010 (Piper) – Übersetzung: Brigitte Jakobeit

[Glücksmomente] Wald & Meer

Gerade war ich für ein paar Tage mit meinem besten Freund in Prerow – einem kleinem Örtchen auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst in Mecklenburg-Vorpommern. Die wenigen Tage haben ausgereicht, um mich sehr zu entspannen und ganz viel neue Energie zu geben. Ich liebe die Landschaft dort: Direkt an wunderschönen Sandstränden liegen so schöne und für mich sehr besondere Wälder mit einer spannenden Vegetation und sanften Hügeln links und rechts der Wege.

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Auf die Idee, dorthin zu fahren, bin ich übrigens durch das Buch „Meeresrauschen. Vom Glück am Wasser zu sein“ gekommen. Mal sehen, welche Orte ich noch durch dieses schöne Buch entdecke.

[Rezension] „Todesfrist“ von Andreas Gruber

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  1. „Todesfrist“
  2. „Todesurteil“
  3. „Todesmärchen“
  4. „Todesreigen“
  5. „Todesmal“

Klappentext:

»Wenn Sie innerhalb von 48 Stunden herausfinden, warum ich diese Frau entführt habe, bleibt sie am Leben. Falls nicht – stirbt sie.« Mit dieser Botschaft beginnt das perverse Spiel eines Serienmörders. Er lässt seine Opfer verhungern, ertränkt sie in Tinte oder umhüllt sie bei lebendigem Leib mit Beton. Verzweifelt sucht die Münchner Kommissarin Sabine Nemez nach einer Erklärung, einem Motiv. Erst als sie einen niederländischen Kollegen hinzuzieht, entdecken sie zumindest ein Muster: Ein altes Kinderbuch dient dem Täter als grausame Inspiration – und das birgt noch viele Ideen … (Quelle)

Meine Meinung:

Mein Herzensmann liest eigentlich gar nicht. „Wenn’s hoch kommt – zehn!“, war die Antwort auf die Frage, wie viele Bücher er im Erwachsenenalter gelesen hat. Aber nachdem ich das Thriller-Genre wieder für mich entdeckt habe, konnte er mir endlich auch mal ein Buch empfehlen: „Todesurteil“ – den zweiten Band dieser Reihe. Da ich eine Thrillerreihe nie in der Mitte anfangen würde, war dann schnell der erste Teil bestellt.

Ich muss sagen: Am Anfang war ich kurz davor, das Buch abzubrechen! Über den Thriller „Schlüssel 17“, den ich davor gelesen habe, wurde von Volker Kutscher gesagt: „Marc Raabe gelingt es meisterhaft, immer ganz dicht an seinen Figuren zu bleiben.“ Genau das gelingt Andreas Gruber meiner Meinung nach gar nicht. Zu Beginn des Buches erfährt die Ermittlerin Sabine Nemez, dass ihre Mutter brutal umgebracht wurde. Ein wirklich schreckliches Ereignis. Und trotzdem konnte ich keine Gefühle aus den Seiten herauslesen. Weder Trauer, noch Wut. Weder Abgebrühtheit, noch den unbändigen Willen, den Mörder ihrer Mutter zu finden. Nichts.

Zum Glück habe ich dann trotzdem weitergelesen, denn zum Ende hin konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Geschickt werden verschiedene Perspektiven miteinander verflochten – sogar therapeutische Sitzungen und Analysen werden mit eingebunden. Sowas lese ich immer sehr gerne.

Mit Maarten S. Sneijder hat Andreas Gruber einen spannenden Hauptermittler geschaffen. Er selbst schreibt auf seiner Homepage über den niederländischen Profiler:

Maarten S. Sneijder ist eine ziemlich schräge Figur – mit Absicht. In diesen Charakter habe ich alles gepackt, was mich fasziniert. Sneijder ist ein Kotzbrocken, ein Misanthrop, er hasst Menschen, […]. Aber er ist ein Genie, denn er hat seine eigene Sneijder-Methode entwickelt, um Killer zu fassen … bis zur Selbstaufopferung. (Quelle)

So wenig mich das Buch zu Beginn überzeugt hat, so sehr konnte es dann mit seinem Ende punkten. Für mich liefen alle Fäden sinnvoll zusammen – etwas, das mir insbesondere bei Thrillern sehr wichtig ist. Und so habe ich schon kurz vor Schluss den zweiten Band bestellt und bin gespannt, wie es mit Sabine Nemez und Maarten S. Sneijder so weitergeht.

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Todesfrist – Andreas Gruber – Taschenbuch – 432 Seiten – 9,99 € – ISBN: 978-3-442-47866-8 – erschienen: März 2013 (Goldmann)