[Rezension] „Ruinen: Partials 3“ von Dan Wells

Reiheninfo:

  1. „Aufbruch“
  2. „Fragmente“
  3. „Ruinen“

Klappentext:

Die Zeit läuft ab und die Welt steht am Rand des letzten Krieges. Er wird das Schicksal beider Gattungen, der Menschen und der Partials, besiegeln. Während beide Seiten aufrüsten, um den vernichtenden Schlag zu führen, hat Kira Walker endlich ein Heilmittel für die Partials gefunden. In ihrem verzweifelten Bemühen, den Untergang zu verhindern, muss Kira bereit sein, alles zu opfern – selbst wenn es ihr eigenes Leben ist … (Quelle)

Meine Meinung:

Die ersten beiden Bände dieser Dystopie-Trilogie habe ich gern gelesen, auch wenn die Zusammenhänge immer ziemlich komplex sind. Die beschriebenen Vorgänge sind oft recht medizinisch und die Erforschung teilweise etwas langwierig. Trotzdem habe ich mich meist wie in einem Actionfilm gefühlt, konnte mir die beschriebenen Szenen wunderbar vorstellen.

„Du bist Kira Walker, und du wirst die Welt nicht retten, weil du die Auserwählte bist, sondern weil du es tun willst. Niemand auf der Welt setzt sich mehr für seine Ziele ein als du.“ (S. 393/394)

Mit „Ruinen“ findet die Reihe nun ihren Abschluss. Ich habe auch dieses Buch gerne gelesen, allerdings hat es auch deutliche Schwächen. Zum einen gibt es in meinen Augen kaum neue Handlung. Es passieren zwar wieder viele Dinge, die Kira davon abhalten, die Welt zu retten, aber das kennt man eben schon. Und auch die wenigen Neuheiten lesen sich sehr gewollt und fügen sich für meinen Geschmack nicht gut genug in die Haupthandlung ein.

Zum anderen gefällt mir der Schluss nicht wirklich. Er wirkt ziemlich überhastet. Da braucht Kira nun drei Bände, um die Welt zu retten und dann ist quasi sofort Schluss. Schade eigentlich, denn ich hätte gerne noch ein oder zwei kleine Szenen gelesen.

Ansonsten unterhält der Abschluss trotzdem durch die gewohnten Vorzüge der Reihe: Interessante Charaktere, mitreißende Beschreibungen und eben die Partials-Thematik.

Obwohl ich mich beim Lesen des dritten Bandes der Partials-Trilogie nicht gelangweilt habe, bleibt irgendwie ein bitterer Nachgeschmack. Mir scheint es so, als wäre dem Autor beim Schreiben dieses Buches ein wenig die Luft ausgegangen. Mir passiert zu wenig wirklich Neues und die Gestaltung des Endes hat mir auch nicht gefallen. Ich vergebe knappe 6 von 10 Sternen!

stern 6

Ruinen: Partials 3 – Dan Wells – Hardcover mit SU – 480 Seiten – 19,99 € – ISBN: 978-3-492-70284-3 – erschienen: April 2015 (ivi)

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[Reihenrezension] „Du kannst keinem trauen“ & „Ihr seid nicht allein“ von Robison Wells

Du kannst keinem trauenReiheninfo:

  1. „Du kannst keinem trauen“
  2. „Ihr seid nicht allein“

Diese Reihenrezension ist spoilerfrei!

Inhalt:

Als Benson an das Elite-Internat der Maxfield Academy kommt, hat er die Hoffnung, dass sich endlich etwas in seinem Leben zum Positiven verändert. Bisher war er in zig verschiedenen Pfegefamilien und doch nirgendwo zuhause.
Das Internatsleben stellt sich aber als ganz anders heraus als erwartet: Es gibt klare Regeln und harte Strafen, die von anderen Schülern ausgeführt werden. Die Schule ist umgeben von Stacheldraht und hohen Mauern. Lehrer gibt es keine. Benson und seine Mitschüler sind Gefangene. Wer zu fliehen versucht, wird geschnappt und erhält als Strafe Arrest. Und aus dem Arrest ist bisher noch nie jemand zurückgekehrt. Was geht an der Maxfield Academy vor und findet Benson doch eine Möglichkeit zur Flucht?

Meine Meinung:

Hohe Mauern und Stacheldraht, keine Erwachsene, Schüler, die versuchen, die Macht an sich zu reißen und die große Frage nach dem Warum: ein seh viel genialeres Setting kann es wohl nicht geben. Klar, es ist auch kein innovatives Setting, doch das, was Robison Wells – übrigens der Bruder von Dan Wells – daraus macht, hat mich überrascht und begeistert. Geht es zunächst für Benson darum, sich einer der drei Gruppen in dem Internat anzuschließen und sich zu behaupten, wird schnell klar, dass mehr hinter dem Internat stecken muss. Warum gibt es hier nur Schüler, die keine richtige Familie haben. Sollen sie zu Elitekämpfern ausgebildet werden? Aber warum erhalten sie dann keinen richtigen Unterricht? Kein strategisches Fachwissen?

„‚Was, wenn wir alle versuchen würden, abzuhauen – alle vierundsiebzig? Wir bauen einfach ein paar Leitern und hauen ab. Keiner außer uns selbst hält uns hier fest.'“ (S. 177)

Die Auflösung, die sich langsam im letzten Drittel des ersten Bandes offenbart, ist wirklich interessant, obwohl ich schon etwas in diese Richtung geahnt habe. Das Ende ist dann dramatisch und packend wie ein Actionthriller, so dass ich direkt den zweiten Band zur Hand nehmen musste.

Für „Du kannst keinem trauen“ gibt es also eine ganz klare Leseempfehlung: spannend geschrieben, tolle Ideen, gut ausgearbeiteter Plot.

Ihr seid nicht alleinDer zweite Band beginnt dann eigentlich schon fast mit einem Highlight. Benson macht eine Entdeckung, die alles, was man als Leser bisher erfahren und vermutet hat, nochmal in den Grundangeln erschüttert. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Benson gerät von einer Gefangenschaft in die nächste.

Leider war dies auch schon der Höhepunkt für mich. Die weitere Handlung läuft dann so vor sich hin. Es kommt zwar noch zu einigen, teilweise sogar recht dramatischen Zwischenfällen, aber irgendwie konnten die mich nicht so richtig mitreißen. Natürlich habe ich das Buch trotzdem zuende gelesen, es ist schließlich nicht schlecht, aber die Spannung und vor allem die Faszination der zwischenmenschlichen Beziehungen aus dem ersten Band habe ich vermisst. Gerade in Bezug darauf habe ich einige Entscheidungen von Benson auch nicht mehr nachvollziehen können. Die Auflösung, die der Autor dem Leser am Ende präsentiert, konnte meine Meinung dann auch nicht mehr großartig ändern.

„Ihr seid nicht allein“ bietet in meinen Augen nicht mehr ausreichend Potenzial für ein eigenständiges Buch. Robison Wells hätte lieber den ersten Band noch etwas ausweiten und als Einzelband konzipieren sollen.

Abschließendes Fazit:

Robison Wells hat eine faszinierende Idee zu Papier gebracht. Im ersten Band kann er durch ein spannendes Setting, tolle Charaktere und einer wirklich guten Grundidee überzeugen. Leider flacht die Spannung im zweiten Band ziemlich ab. Der Höhepunkt ist meiner Meinung nach viel zu früh gesetzt, insgesamt passiert zu wenig Neues und Unerwartetes. „Du kannst keinem trauen“ und „Ihr seid nicht allein“ sind auf jeden Fall interessante Bücher für jugendliche Leser (und endlich auch mal wieder etwas für Jungen). Den ersten Band würde ich uneingeschränkt weiterempfehlen. Bei dem zweiten Teil muss man mit einer kleinen Enttäuschung rechnen. Insgesamt vergebe ich für diese Reihe 6 von 10 Sternen.

stern 6

Du kannst keinem trauen – Robison Wells – Klappbroschur – 480 Seiten – 14,99 € – ISBN: 978-3-8414-2140-1 – erschienen: Mai 2014 (Fischer)

Ihr seid nicht allein – Robison Wells – Klappbroschur – 400 Seiten – 14,99 € – ISBN: 978-3-8414-2141-8 – erschienen: August 2014 (Fischer)

[Rezension] „Jackpot – Wer träumt, verliert“ von Stephan Knösel

JackpotKlappentext:

Den Brüdern Chris und Phil steht das Wasser bis zum Hals: Die Mutter tot, der Vater irgendwo versackt und die Wohnung ist auch demnächst weg. Da beobachtet Chris, wie ein Auto gegen einen Baum kracht. Im Kofferraum: ein geheimnisvolles Mädchen und eine Tasche voller Geld. Jackpot! Chris tut, was getan werden muss – und hat bald nicht nur die Polizei am Hals. Das Mädchen, Sabrina, verdreht den Brüdern den Kopf und erzählt aberwitzige Geschichten. Können Chris und Phil ihr trauen? Viel Zeit zum Nachdenken bleibt nicht, denn ein paar Vorstadtschläger haben Wind vom Geld bekommen. Die sind allerdings Zucker gegen den Mann, der mit Sabrina im Auto saß. Er hat gar nichts mehr zu verlieren – und würde töten für seinen Jackpot … (Quelle)

Meine Meinung:

Ich finde, der Klappentext hört sich toll an: Was tut man, wenn man einen Autounfall beobachtet, den Kofferraum öffnet, dort ein Mädchen vorfindet, das einem eine Tasche voller Geld gibt mit der Bitte, die Millionen zu verstecken?

Chris und sein Bruder haben selber wenig Geld und so nimmt Chris die Tasche tatsächlich mit nach Hause, in der Hoffnung, das Mädchen nie wieder zu sehen und mit seinem Bruder ein neues Leben anfangen zu können.

Dass das natürlich so nicht funktioniert, sollte schnell jedem klar sein. Und es kommt, was kommen muss: Eine Verfolgungsjagd jagt die nächste, immer mehr Leute wollen das Geld haben und wem man trauen kann, ist auch nicht klar.

Und genau an dieser Stelle befindet sich meiner Meinung nach das große Manko: Die Geschichte ist zu actionreich, wartet mit zu vielen unrealistischen Ereignissen auf, die Personen handeln oftmals unglaubwürdig und ändern ständig ihre Meinung. Aus einer guten Idee wurde eine höchstens durchwachsene Geschichte. Schade!

Hmm, ne! Irgendwie nicht! Das Buch klang so super und die Grundidee ist auch wirklich spannend und interessant. Die Umsetzung gefiel mir persönlich dann aber nicht wirklich: zu viele Irrungen und Wirrungen, zu viele überraschende Wendungen und zu viele Zufälle! Ich vergebe nur 5 von 10 Sternen!

stern 5

Das Buch war 2013 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

Jackpot – Wer träumt, verliert – Stephan Knösel – Klappbroschur – 272 Seiten – 13,95 € – ISBN 978-3-407-81113-4 – erschienen: April 2013
Altersempfehlung: 13-16 Jahre