[All Eyes on …] Weihnachtsbücher

All Eyes on

Weihnachtsbücher

20151127_145900.jpg

Es ist soweit: Morgen ist der erste Advent! Spätestens dann – eigentlich schon ein bisschen früher – beginnt für mich die besinnliche Vorweihnachtszeit. Ich zünde mir oft abends ein paar Kerzen an, dekoriere die Wohnung weihnachtlich mit Elchen, Tannenzapfen und Engeln und habe plötzlich das Verlangen nach Weihanchtsbüchern.

In dieser Zeit lese ich auch total gerne Bücher, die mich sonst eher nicht interessieren. In meiner Rezension zu „Hollys Weihnachtszauber“ habe ich es schon geschrieben und ich schreibe es hier gerne noch ein Mal: Von Weihnachtsbüchern erwarte ich, dass ich in eine verschneite, kitschig-romantische Liebesgeschichte abtauchen kann und den Duft von frischem Gebäck und Zimt in der Nase habe. Ich möchte gedanklich schon die Weihnachtsdekoration vor mir sehen und das Knistern des Kaminfeuers hören.

Warum man in der Adevntszeit plötzlich Lust so Lust auf Geschichten hat, die einen sonst eher nicht reizen würden, kann ich gar nicht so genau sagen. Vielleicht versucht man sich damit schon etwas zu entschleunigen und auf die Weihnachtszeit vorzubereitenn? Vielleicht möchte man ein bisschen rosarote, schneeflockig-verschneite, heile Welt ins eigene Wohnzimmer holen? Vielleicht ist man einfach auch durch den Geruch zu vieler Duftkerzen ganz duselig geworden? Egal was es ist, ich möchte das Weihnachten zwischen den Buchdeckeln nicht missen und freue mich sehr, dass ich am 1.12. mit „Weihnachten im Holunderweg“ als Adventskalenderbuch beginnen kann.

Geht es euch genauso? Habt ihr genauso viel Freude an Weihnachtsbüchern wie ich?
Und welche Weihnachtsbücher könnt ihr mir noch empfehlen?

Rezensierte Weihnachtsbücher auf meinem Blog:

Rezensierte Sachbücher zum Thema Weihnachten:

[Rezension] „24 Geschichten bis Weihnachten: Ein Adventskalenderbuch“ von Katharina Braun (Hrsg.)

Klappentext:

Dieser Adventskalender verkürzt ganz ohne Schokolade die Wartezeit bis Weihnachten. 24 namhafte Autoren erzählen 24 bezaubernde Adventsgeschichten – mal lustig, mal nachdenklich, mal besinnlich, mal humorvoll. Dazu hat Franziska Harvey 24 hinreißende doppelseitige Illustrationen und 24 Vignetten gezeichnet. Jede Geschichte versteckt sich zwischen verschlossenen Doppelseiten, die ab dem 1. Dezember bis zum Heiligabend täglich an der Perforation aufgetrennt werden. So vergeht die Zeit bis Heiligabend wie im Flug! (Quelle)

Meine Meinung:

Wenn man mal ehrlich ist: Das tollste an einem Adventskalender ist doch neben der Überraschung, was das nächste Türchen enthält, eben das Öffnen eben dieses Türchens. Und genau das kann man bei diesem Adventskalender auch tun. Wie das?

Jede Geschichte besteht aus am Rand zusammenheftenden Doppelseiten, die man täglich vorsichtig mit einem Brieföffner auseinander trennen kann. Wunderschön!

Auch inhaltlich sind die Geschichten nicht nur für die kleinen Leser und Zuhörer geeignet, sondern haben auch mich noch beim Lesen in weihnachtliche Stimmung versetzt. Meine Lieblingsgeschichten waren „Der fehlende Adventskalender“ von Christine Fehér, „Wen das Christkind lieb hat“ von Beatrix Mannel und „Der gestohlene Weihnachtsbaum“ von Jürgen Banscherus. Mal sind die Geschichten lustig, mal sogar etwas spannend und mal wirklich anrührend, weil sie eben den Sinn von Weihnachten – die Nächstenliebe – so schön darstellen. Mit einer Länge von maximal vier Seiten können sich auch die Jüngsten gut bis zum Schluss konzentrieren.

Genau so stelle ich mir ein Adventskalenderbuch für Kinder vor. 24 nette, nicht zu lange Geschichten, untermalt mit schönen Illustrationen und als Highlight die auftrennbaren Doppelseiten. Viele Geschichten fand ich wirklich sehr nett und lesenswert. Da mir aber – wie sollte es auch anders sein, Geschmäcker sind nun mal verschieden – nicht alle Geschichten gefielen, gibt es von mir 8 von 10 Sternen.

stern 8

24 Geschichten bis Weihnachten – Katharina Braun (Hrsg.) – Taschenbuch – 200 Seiten – 6,99 € – ISBN: 978-3-596-81107-6 – erschienen: September 2012 (Fischer)

[Rezension] „Das Weihnachtsgeheimnis“ von Jostein Gaarder

Das WeihnachtsgeheimnisInhalt:

Es ist Advent in Norwegen und Joachim und seine Eltern entdecken in einem alten Buchladen einen ganz besonderen Adventskalender – wie besonders er ist, soll Joachim aber erst nach und nach herausfinden. Denn hinter jedem Türchen warten nicht nur Bilder auf den Jungen, sondern auch ein kleine handgeschriebene Zettel, auf denen eine unglaubliche Geschichte erzählt wird: die Weihnachtsgeschichte, um es genau zu sagen, aber ganz anders, als Joachim sie bisher kannte.

Meine Meinung:

Jostein Gaarder ist den meisten Menschen vor allem durch „Sofies Welt“ ein Begriff: ein Buch, in dem es um die Geschichte der Philosophie geht. Der gleiche Autor schreibt hier nun ein Adventskalenderbuch (24 Kapitel für die ersten 24 Tage im Advent), in dem es selbstverständlich um Weihnachten geht. Wer hier kurz stockt, dem sei gesagt: Weihnachten, christlicher Glaube und Philosophie zusammen – das geht wunderbar!

„Doch es ist wichtig, sich über das bisschen zu freuen, was man hat. Egal, wie wenig, es ist immer noch unendlich viel mehr als nichts.“ (S. 73)

Die Art und Weise wie Jostein Gaarder hier eine Geschichte innerhalb einer Geschichte erzählt und wie sich die Geschichten immer mehr miteinander vermischen, ist wirklich besonders und hat auf mich eine gewisse Faszination ausgeübt.

Ich selber bin nicht besonders religiös, doch viele Sätze und Gedanken haben mich während des Lesens berührt.

„ […] Einige Priester sind so sehr darauf versessen, herauszufinden, was der einzig wahre Glaube ist, dass sie in der Eile das Allerwichtigste vergessen.“
Jetzt machte Elisabeth große Augen:
„Was ist denn das Allerwichtigste?“
„Dass Jesus auf die Welt gekommen ist, um die Menschen zu lehren, gut zueinander zu sein. Keine andere Lektion fällt den Menschen schwerer, und keine andere ist wichtiger […].“
(S. 189/190)

Und auch wenn ich das Buch nicht immer wie ein Adventskalenderbuch jeden Tag ein Kapitel) gelesen habe, war es mir doch ein schöner Begleiter in der (Vor-)Weihnachtszeit, allerdings hätte ich mir an manchen Stellen gewünscht, etwas schneller in der Geschichte voranschreiten zu können. Insgesamt vergebe ich gute 7 von 10 Sternen und kann „Das Weihnachtsgeheimnis“ als Buch für die Adventszeit nur empfehlen.

stern 7

Neue Ausgabe:
Das Weihnachtsgeheimnis – Jostein Gaarder – Hardcover – 288 Seiten – 14,99 € – ISBN-13: 978-3446243194 – erschienen: September 2013 (Hanser) – Altersempfehlung: ab 10 Jahren

„Wunder einer Winternacht“ von Marko Leino

Wunder einer WinternachtKlappentext:

Hoch oben im Norden lebt der kleine Nikolas. Als er durch einen tragischen Unfall zur Waise wird, nimmt das ganze Dorf sich seiner an. Ein Jahr lang darf Nikolas bei jeder Familie bleiben. Wenn der Weihnachtsabend naht, muss er weiterziehen.

Voller Dankbarkeit schnitzt Nikolas Jahr für Jahr Geschenke für «seine» Familie. Als er zum bösartigen Tischlermeister Lisakki in die Lehre kommt, scheint sein Glück vorbei. Der bärbeißige alte Mann hasst Kinder … (Quelle: Rowohlt)

Meine Meinung:

Eine Weihnachtsgeschichte, die gleichzeitig altbekannt und auch wieder ganz neu ist:

Sie beginnt damit, dass zwei Jungen im Meer ein kleines Holzkästchen finden. Es enthält eine alte Taschenuhr und einen kleinen Zettel. Als ihr Großvater den Zettel liest, erinnert er sich an eine Geschichte, von der er immer dachte, sie sei erfunden. Und dann fängt er an zu erzählen…

Und er erzählt wunderbar. Marko Leino versteht es, mit Worten umzugehen. Diese Worte können mich auf wenigen Seiten mitten in das verschneite Finnland reisen lassen; sie bringen mich dazu, das Buch voller Liebe anzulächeln. Und auf den nächsten Seiten muss ich mir einige Tränen aus den Augenwinkeln wischen.

„Bisher hatte er nicht einmal daran denken wollen, dass er bald in eine andere Familie ziehen musste. Er hatte den Gedanken weit von sich geschoben. […] Er hatte sich doch gerade erst an Hannes’ Familie gewöhnt, hatte Fuß gefasst und sich fast wie ein Teil von ihr gefühlt! Und er hatte seinen Vorsatz – niemanden liebzugewinnen – gebrochen. Es war unmöglich gewesen, diesen Vorsatz zu halten.“ (S. 81)

Die Idee, die hinter diesem Buch mit den 24 Kapiteln steckt, ist einfach wirklich wunderschön. Ich kann mir kein schöneres Adventskalenderbuch vorstellen als „Wunder einer Winternacht“. Diesem Buch wohnt wahrlich ein wunderbarer weihnachtlicher Zauber inne.

stern 9

[Rezension] „Der Weihnachtshund“ von Daniel Glattauer

Der WeihnachtshundKlappentext:

Max will vor Weihnachten flüchten und auf die Malediven fliegen. Dabei ist ihm Kurt, sein Hund, im Weg. Kurt war leider eine Fehlinvestition. Er schläft meistens. Und wenn er sich bewegt, dann höchstens irrtümlich.

Katrin wird demnächst dreißig, und leidet unter Eltern, die darunter leiden, dass sie noch keinen Mann fürs Leben gefunden hat. Mit Weihnachten kommt der Höhepunkt des familiären Leidens auf sie zu. Da tritt plötzlich Kurt in Erscheinung. Katrin mag zwar keine Hunde, aber Kurt bringt sie auf eine Idee …

(Quelle)

Meine Meinung:

… und durch diese Idee treffen Max, Katrin und Kurt schließlich aufeinander. Dass sich Max und Katrin ineinander verlieben werden, so viel kann man wohl getrost vorweg nehmen.

Ob es für die beiden auch ein Happy End geben wird? Das weiß man bei Glattauer allerdings nie.

Denn gerade Max hat ein schwerwiegendes Problem. Ein Kussproblem. Seit er damals als Junge die fette Lisbeth küssen musste, wird ihm bei jedem Kuss wortwörtlich übel. Und so hat bisher noch keine Beziehung länger gehalten als bis zum Kuss, bzw. bis zum ersten Erbrechen.

Glattauers Schreibstil in diesem Buch erinnert schon sehr an den Schreibstil der Emails aus „Gut gegen Nordwind“ und „Alle sieben Wellen“ – mit dem Unterschied, dass es sich hier um einen reinen Erzähltext handelt. Und ganz ehrlich: In einem Erzähltext wird dieser Stil manchmal etwas anstrengend.

Das Buch ist in 24 Kapitel für die jeweils 24 Tage vor Weihnachten unterteilt. Zuerst hatte ich beschlossen, das Buch wie einen Adventskalender zu lesen: jeden Tag ein Kapitelchen. Doch dann habe ich nach etwa der Hälfte gemerkt, dass mich das Buch auf diese Art nicht fesseln kann. Die letzten Kapitel habe ich dann in einem Rutsch gelesen und war auch sofort mehr von der Geschichte eingenommen.

Insgesamt hat Glattauer ein süßes, kleines Buch über zwei Menschen und einen Hund zur Weihnachtszeit geschrieben. Es konnte mich zwar nicht so fesseln wie die Bücher um Emmi und Leo, dennoch habe ich es gerne gelesen. Ich vergebe 6 von 10 weihnachtlichen Sternen.

stern 6

Der Weihnachtshund – Daniel Glattauer – Taschenbuch – 224 Seiten – 7,95 € – ISBN-13: 978-3442467624 – erschienen: Oktober 2009 (Goldmann)