„Die Legenden der Albae: Dunkle Pfade“ von Markus Heitz

Die Legenden der Albae 3Reiheninfo:

  1. „Legenden der Albae: Gerechter Zorn“
  2. „Legenden der Albae: Vernichtender Hass“
  3. „Legenden der Albae: Dunkle Pfade“
  4. Titel und Erscheinungsdatum noch unbekannt

Achtung: Diese Rezension enthält evtl. Spoiler zu den ersten Bänden!

Inhalt:

Viele Jahre (äh, Teile der Unendlichkeit) sind vergangen, seit Caphalor und Sinthoras mit einer gewaltigen Armee aus Albae und Verbündeten in das Geborgene Land zogen, um es zu erobern. In der ehemaligen Hauptstadt Dson Faimon warten die zurückgelassenen Albae immer noch darauf, in das eroberte Land folgen zu können; so auch die drei Geschwister Sisaroth, Tirîgon und Firûsha. Doch als diese zu Unrecht des Mordes beschuldigt werden, werden sie nach Phondrason verbannt – ein Ort, an dem ein Überleben schier unmöglich erscheint. Die Albae begegnen – zunächst getrennt voneinander – den ungewöhnlichsten Feinden und irgendwann auch einem Zwerg namens Tungdil…

Meine Meinung:

Normalerweise fällt mir der Einstieg in die Bücher von Markus Heitz etwas schwer. So gerne ich in die von ihm geschaffenen Welten abtauche, brauche ich immer etwas länger, um wirklich in den Geschichten versinken zu können. Nun spielt dieser dritte Teil der Legenden der Albae viele Jahre nach dem zweiten Band, die gewohnten Charaktere haben keine Bedeutung mehr, selbst die bekannte Welt wird verlassen. Und doch war ich von der ersten Seite an gefesselt.

Vielleicht lag das an den interessanten, teilweise sehr verschiedenen, aber doch verhältnismäßig sympathischen neuen Hauptpersonen? Die Drillinge, die Leser der Zwerge-Reihe schon kennen (ich konnte mich allerdings nicht mehr erinnern), sind anders als Caphalor und vor allem Sinthoras es waren. Sie sind weniger grausam und ergötzen sich nicht so extrem am Leid anderer, was mir persönlich wirklich gut gefallen hat.

Ein wahres Highlight ist natürlich das Wiedersehen mit Tungdil. „Dunkle Pfade“ spielt zwischen dem dritten und vierten Zwerge-Band, so dass der Leser endlich erfährt, was passiert, nachdem Tungdil in die schwarze Schlucht ging. Ich muss gestehen, ich konnte mich an viele Dinge nicht mehr so detailliert erinnern, wie ich es gerne getan hätte. Trotzdem war es einfach ein schönes Wiedersehen, das in mir den Wunsch geweckt hat, auch meine heißgeliebte Zwerge-Reihe nochmals zu lesen.

In einem Nachwort verrät der Autor, dass es noch einen vierten Albae-Band geben wird, der zeitlich nach dem letzten Zwerge-Buch spielen wird. Klingt etwas verworren und ist es sicherlich auch, aber auf eine tolle Art und Weise. Ich mag es, wie der Autor seine Geschichten miteinander verknüpft.

Etwas Kritik habe ich allerdings trotz meiner Begeisterung: Meiner Meinung nach hätte dieses Buch auch etwa 100 Seiten dünner sein können. Für meinen Geschmack zieht sich die Handlung zum Ende hin. Es gibt zwar kaum überflüssige Stellen, trotzdem hätte ich mir manchmal ein etwas schnelleres Voranschreiten gewünscht.

In „Dunkle Pfade“ dürfen wir also eine etwas menschlichere Seite der Albae kennenlernen. Dies mag manche Fans enttäuschen, ich fand es toll. Beim Lesen von diesem Buch ging es mir genau andersherum als sonst: Ich habe extrem schnell einen Zugang zur Geschichte und den Hauptpersonen gefunden, dafür habe ich mich zum Ende hin stellenweise etwas gelangweilt. Das hindert mich aber nicht daran, schon jetzt sehnsüchtig auf den finalen Teil zu warten und mir die Zwischenzeit sicherlich mit dem einen oder anderen Re-Read der „Zwerge“ zu versüßen. Ich vergebe 8 von 10 Sternen.

stern 8

Die Legenden der Albae: Dunkle Pfade – Markus Heitz – Klappbroschur – 672 Seiten – 16,99 € – ISBN-13: 978-3492701983 – erschienen: August 2012 (Piper)

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„Die Legenden der Albae: Vernichtender Hass“ von Markus Heitz

Die Legenden der Albae 2Reiheninfo:

  1. „Legenden der Albae: Gerechter Zorn“
  2. „Legenden der Albae: Vernichtender Hass“
  3. „Legenden der Albae: Dunkle Pfade“
  4. Titel und Erscheinungsdatum noch unbekannt

Achtung: Diese Rezension enthält Spoiler zum ersten Band!

Inhalt:

„Keine Armee vollbrachte Größeres!“, sprach er inbrünstig. „WIR haben die Unterirdischen niedergeworfen und vernichtet. Und WIR werden die Elben niederwerfen und nicht nur sie vernichten, sondern alles, was von ihnen existiert. Nichts darf mehr an sie erinnern. WIR sind ihr TOD!“ (S. 21)

Auf diese Art feuern Sinthoras und Caphalor ihre Albae-Truppen an. Die beiden Nostàroi sind unbestrittene Helden, doch ob das immer so bleiben wird?

Sinthoras und Caphalor haben gemeinsam mit ihrem Albae-Heer und den Verbündeten den steinernen Torweg überwunden, nun soll das restliche Tark Draan – oder das Geborgene Land, wie die Bewohner es nennen – erobert werden. Die Karten stehen gut, doch schon bald droht unerwartete Gefahr und nicht nur der Feldzug gegen die Elben, auch das heimische Albae-Reich ist in Gefahr.

Meine Meinung:

Ich muss ganz ehrlich sagen: Es fällt mir nach wie vor schwer, mit den Albae mitzufiebern, denn sie sind nun mal absolut keine Sympathieträger. Szenen, wie die folgende, lassen mich heimlich wünschen, dass doch die Elben die große Schlacht um das Verborgene Land gewinnen mögen:

„Auf den Feldern arbeiteten weiß gekleidete Elben, holten die Ernte ein, warfen das Korn auf lange Wagen und transportierten es zu einem Fluss, an dem sich eine Mühle an die nächste reihte. Dem Klang nach wurde in den Scheunen gedroschen. Gelegentlich sah man nach Morana, sie wurde mit einem erhobenen Arm gegrüßt.

Die Albin erwiderte die freundliche Geste mit Hass. Die Vernunft hinderte sie daran, ihr Schwert zu ziehen und durch die Ähren zu jagen, um die Elben niederzustrecken. Die goldene Ebene wird man bald Blutebene nennen, wenn wir mit euch fertig sind, schwor sie stumm.“ (S. 165)

Und doch kam ich im zweiten Teil der Albae-Trilogie besser mit den Hauptpersonen zurecht, als es beim Vorgänger der Fall war. Es gibt eben doch einige Albae, die etwas weniger grausam als andere sind. Und man gewöhnt sich an die Blutdurst, den Knochenschmuck und die Nachtmahle mit den leuchtenden Augen und spitzen Zähnen.

Allerdings verteilt sich die Handlung auch auf viele Nebenschauplätze, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. So stehen nicht nur die Albae im Fokus, sondern auch andere Rassen.

Grundsätzlich habe ich beim Lesen festgestellt, dass man die Bücher von Markus Heitz dann am besten genießen kann, wenn man viele Seiten am Stück lesen kann. Nur denn gelingt es mir wirklich, die detaillierten Beschreibungen zu würdigen und in der komplexen Handlung zu versinken.

Am Ende des Buches gibt Heitz einen kleinen Ausblick auf den dritten Teil. Dieser Ausblick macht mich als Leserin von „Die Zwerge“ auf jeden Fall neugierig (die Handlung von „Dunkle Pfade“ ist zwischen dem dritten und vierten Zwerge-Band angesiedelt), lässt mich aber auch ein bisschen unbefriedigt zurück, denn ich vermute, dass viele Handlungsstränge aus diesem Band nicht weitergeführt werden.

„Vernichtender Hass“ hat mir sehr viel besser gefallen als „Gerechter Zorn“. Das lag vor allem daran, dass ich mich mit diesen doch nicht so leicht zu mögenden Charakteren angefreundet habe. Aber auch die Handlung auf den vielen Nebenschauplätzen hat mir gut gefallen. Ich bin gespannt, was mich im dritten Teil erwartet. 8 von 10 Sternen für spannende und mitreißende Fantasy-Unterhaltung.

stern 8

Die Legenden der Albae: Vernichtender Hass – Markus Heitz – Klappbroschur – 652 Seiten – 16,99 € – ISBN-13: 978-3492701976 – erschienen: Augsut 2011 (Piper)

„Die Legenden der Albae: Gerechter Zorn“ von Markus Heitz

Legenden der AlbaeReiheninfo:

  1. „Legenden der Albae: Gerechter Zorn“
  2. „Legenden der Albae: Vernichtender Hass“
  3. „Legenden der Albae: Dunkle Pfade“
  4. Titel und Erscheinungsdatum noch unbekannt

Klappentext:

Die Albae sind gefährlich, grausam und scheuen keine Krieg. Ihre Feinde fürchten sie, und ihre Sklaven folgen ihnen bedingungslos. Doch die dunklen Geschöpfe bergen ungeahnte Geheimnisse und ihre Macht ist nicht unbegrenzt.

Das Reich der Albae ist bedroht, und die ungleichen Krieger Sinthoras und Caphalor erhalten den Auftrag, einen mächtigen Dämon für ihr Volk zu gewinnen. Es stellt sich aber schnell heraus, dass jeder der Albae eigene Pläne verfolgt. Der Kampf um Ehre, Leidenschaft und Macht bringt sie in höchste Gefahr […].

Meine Meinung:

Leser von der grandiosen Fantasy-Reihe „Die Zwerge“ kennen die Albae schon. In diesen Büchern sind die Albae die unerbittlichen, verhassten Gegner unserer zwergischen Hauptpersonen.

„Die Legenden der Albae“ lassen sich aber eigentlich so gar nicht mit „Die Zwerge“ vergleichen, denn für mich hat die Zwergen-Reihe vor allem durch ihre liebenswerten Charaktere gelebt.

Und Albae sind einfach nicht ganz so liebenswert: sie sind brutal, sie genießen den Tod anderer, sie malen mit Blut und bauen Kunstwerke aus Knochen.

Deswegen fiel es mir auch erst einmal ein bisschen schwer, mich auf das Buch einzulassen, denn ohne sympathische Hauptfiguren fehlt nun mal etwas die Identifikation. Zum Glück gibt es aber Caphalor, der im Vergleich gegen den noch sehr viel grausameren Sinthoras beinahe freundlich und menschlich wirkt.

Wie auch „Die Zwerge“ soll wohl auch diese Reihe vier Bände beinhalten. Und das merkt man beim Lesen auch. Die Geschichte kommt eher langsam zum Rollen. Zunächst werden die Charaktere, ihre Beweggründe und die politische Situation dargestellt. Meiner Meinung nach begann die richtige Handlung erst ab der Mitte des Buches. Doch dann kann man auch schon bald Heitz mitreißenden, sehr bildnerischen Schreibstil genießen und ein neues Abenteuer im Jenseitigen Land erleben.

Umso mehr freue ich mich natürlich, dass ich den zweiten Band „Vernichtender Hass“ schon lesebereit im Regal stehen habe.

Man kann also sagen, dass „Gerechter Zorn“ der etwas behäbig beginnende Auftakt zu einer sicherlich wieder spannenden Fantasyreihe ist und sich durch brutale, selbstsüchtige Charaktere auszeichnet, die man erstaunlicherweise am Ende doch mag. Ich vergebe 6 von 10 Sternen und bin auf die Fortsetzung sehr gespannt.

stern 6

Die Legenden der Albae: Gerechter Zorn – Markus Heitz – Taschenbuch – 592 Seiten – 15,95 € – ISBN-13: 978-3492701549 – erschienen: April 2009 (6. Auflage, Piper)