[Rezension] „Das Siegel von Rapgar“ von Alexey Pehov

csm_produkt-11961_e059dade5eTill er’Cartya treibt nur eines an: Er will den wahren Mörder finden. Den Mann, für den er damals unschuldig ins Gefängnis gewandert ist. Der Mann, der wirklich den Mord begangen hat, für den Till vor etwa sieben Jahren verurteilt wurde.

Eines Tages trifft er auf eine junge Frau namens Erin, die von mehreren Männern verfolgt wird. Till versucht, Erin zu verteidigen und gerät damit nicht nur wieder in den Fokus der Squagen Chause (der Polizei in Rapgar), sondern scheinbar auch in den Fokus von Erins Verfolgern. Wer ist diese geheimnisvolle und schöne Frau, die so schnell wieder verschwindet, dass Till nur der Gedanke an sie bleibt? Und warum wird sie wirklich verfolgt?

Till macht sich in seiner Heimatstadt Rapgar auf die Suche nach Erin, die er nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Doch Rapgar ist derzeit alles andere als ein sicheres Pflaster, wird es doch wieder und wieder von dem brutalen Dunkelschlächter heimgesucht …

Wer ein Buch von Alexey Pehov liest, muss sich auf einiges einlassen: Es wimmelt nur so von unbekannten Kreaturen. So leben in Rapgar, einer Stadt zwischen Magie und technischem Fortschritt, zum Beispiel Murzer (Katzenwesen), Kagas (die laut Pehov wie fette Maulwürfe aussehen), das kleine Volk, Amnes (magische Wesen, die in unbelebte Gegenstände wie einen Spazierstock gebannt wurden) oder Haplopelmas (riesige Wächterspinnen, igittt!). Ich mag es, dass Pehov sich nicht an die gängige Fantasy-Bevölkerung (Zwerge, Elfen, Trolle usw. hält), trotzdem fällt der Einstieg in eine neue Welt des russischen Autors immer etwas schwer.

„Das Siegel von Rapgar“ scheint ein Einzelband zu sein, was wirklich schade ist, denn gerade auf den letzten hundert Seiten hatte ich das Gefühl, so richtig in der Geschichte zu sein. Ich muss gestehen: Anfangs habe ich sogar mit dem Gedanken gespielt, das Buch abzubrechen, aber HALLO? Es ist Pehov, einer meiner Lieblingsautoren.

Wie mir das Buch tatsächlich gefallen hat, kann ich schwer sagen: Am Anfang war es mir zu kompliziert und etwas träge, in der Mitte konnte es mich nicht immer ganz fesseln und die letzten hundert Seiten habe ich verschlungen. Ich bin mir aber sicher: Wenn ich die Chance hätte, ein weiteres Abenteuer mit Till er’Cartya und seinen beiden Amnes, dem sehr redseligen Spazierstock Stephan und der etwas blutrünstigen Klinge Angel, zu verbringen, würde ich sofort zugreifen! 7 von 10 Sternen!

stern 7

Das Siegel von Rapgar – Alexey Pehov – Klappbroschur – 592 Seiten – 17,00 € – ISBN 978-3-492-70273-7 – erschienen: April 2018 (Piper) – Übersetzung: Christiane Pöhlmann

Advertisements

[Kurzer Leseeindruck] „Schwarzer Dolch. Chroniken der Seelenfänger 1“ von Alexey Pehoy

Reiheninfo:

  1. „Schwarzer Dolch“
  2. „Dunkler Orden“
  3. – weitere Titel noch unbekannt –

Klappentext:

Ludwig van Normayenn wird geachtet und doch gefürchtet. Als Seelenfänger verfügt er über die Gabe, dunkle Seelen zu erkennen, die noch nicht bereit sind, das Reich der Sterblichen zu verlassen. Oft ist er die letzte Hoffnung der Menschen, die von den Ausgeburten des Dunkels heimgesucht werden. Auf der Jagd nach den ruhelosen Seelen zieht er von Fürstentum zu Fürstentum – doch auf seiner Reise erwarten ihn Feinde, die noch schrecklicher und gefährlicher sind, als er sich vorzustellen vermag … (Quelle)

Mein Eindruck:

„Huch, das kenn ich doch?!“, war das erste, was ich beim Lesen dachte.

Alexey Pehov hat mit „Schwarzer Dolch“ den Auftakt zu einer neuen Fantasy-Reihe geschrieben und da der Autor zu meinen absoluten Favoriten im Fantasybereich zählt, war klar, dass ich das Buch möglichst schnell lesen würde. Dass ich darin eine schon bekannte Geschichte entdecken würde – damit hatte ich nicht gerechnet.

Gelesen hatte ich das erste Kapitel bereits in der Novellensammlung „Schattendieb“. Das hätte mir direkt deutlich machen müssen, worauf ich dann tatsächlich erst nach 300 Seiten gekommen bin: „Schwarzer Dolch“ ist kein Fantasyroman im herkömmlichen Sinne, sondern mehr eine Novellensammlung. Es gibt zwar einen durchgängigen Hauptcharakter und die Handlung läuft auch chronologisch ab und die einzelnen Kapitel nehmen im weitesten Sinne auch Bezug aufeinander, aber es gibt keinen erkennbaren roten Faden bzw. ein übergeordnetes Ziel, auf das die Geschichte hinausläuft.

Grundsätzlich ist gegen eine weitere Novellensammlung von Pehov ja nichts einzuwenden, doch lese ich einfach lieber Romane und fiebere mit den Charakteren einem gewissen Ziel entgegen. Das Wichtigste ist aber: Ich möchte vor dem Kauf eines Buches wissen, ob mich ein Roman oder eine Novellensammlung erwartet. Das ist hier in meinen Augen nicht transparent genug gemacht worden. Und so habe ich leider das neueste Buch von Pehov nach 300 Seiten enttäuscht abgebrochen. Müsste ich es bewerten, würde ich 4 von 10 Sternen geben.

stern 4

Schwarzer Dolch. Chroniken der Seelenfänger 1 – Alexey Pehov – Klappbroschur – 480 Seiten – 16,99 € – ISBN: 978-3-492-70396-3 – erschienen: Mai 2016 (Piper) – Übersetzung: Christiane Pöhlmann

[Rezension] „Schattendieb: Novellen aus Siala und anderen Welten“ von Alexey Pehov

Klappentext:

Alle »Siala«- und »Hara«-Fans aufgepasst: Mit dieser Erzählungssammlung kehrt der Autor zu seinen beliebtesten Serien zurück und bietet exklusive Einblicke in neue Welten, die er erschaffen hat: Ob ein Wiedersehen mit Garrett, dem Schattenwanderer, oder Ness im Krieg gegen die Elfen, ob eine exklusive Story zum Roman »Dunkeljäger« oder bislang unbekannte Reiche, die von dämonischen Mächten, Blutsaugern und Teufeln bevölkert werden – »Schattendieb« ist unverzichtbare Lektüre für alle Pehov-Fans und zugleich der perfekte Einstieg in den vielschichtigen Kosmos des russischen Fantasy-Stars. (Quelle)

Meine Meinung:

Bücher aus der Feder von Alexey Pehov muss ich einfach lesen. Die Chroniken von Siala fand ich gut, die Chroniken von Hara habe ich verschlungen und den Einzelband „Dunkeljäger“ habe ich geliebt. Nun gibt es neuen Lesestoff für Fans des russischen Fantasyautors. Allerdings hat er dieses Mal einen Sammelband mit recht unterschiedlich langen Novellen herausgebracht.

„Schattendieb“ enthält insgesamt acht Novellen, von denen vier in schon bekannten Welten spielen, allerdings begegnet man nur in drei von ihnen auch bekannten Figuren wie Ness, Garrett und Lass. Insbesondere das Wiedersehen mit dem Elfen und seinem Freund Ogg hat mir gut gefallen.

Grundsätzlich ist es schwer, eine Sammlung an Geschichten zu bewerten, müsste man doch eigentlich jede Geschichte einzeln beurteilen. Zu Beginn war ich eher enttäuscht: Die erste Novelle endet genau an dem Punkt, an dem es für mich spannend wurde. Die nächsten beiden interessierten mich inhaltlich gar nicht und konnten mich kaum fesseln. Zum Glück ging es dann aufwärts: Die Geschichten wurden runder, hatten ein erkennbares Ende und auch das Wiedersehen mit bekannten Figuren hat mich doch noch dazu gebracht, das Buch kaum aus den Händen legen zu können.

Insgesamt ist „Schattendieb“ für Fans von Pehov und seinen Fantasyromanen eine nette Zugabe, aber in meinen Augen kein „Muss“. In jeder Geschichte zeigt Pehov, dass er ein meisterlicher Schriftsteller ist, aber eben auch, dass ihm lange Geschichten mehr liegen. Die enthaltenen Novellen sind sehr abwechslungsreich und unterschiedlich: So habe ich manche total gerne gelesen, andere nach der Hälfte abgebrochen. Ich schwanke zwischen 5 und 6 Sternen. Da mir die letzten Geschichten allerdings ganz gut gefallen habe, entscheide ich mich für sehr knappe 6 von 10 Sternen.

stern 6

Schattendieb: Novellen aus Siala und anderen Welten – Alexey Pehov – Klappbroschur – 464 Seiten – 16,99 € – ISBN: 978-3-492-70327-7 – erschienen: Mai 2015 (Piper)

[Rezension] „Dunkeljäger“ von Alexey Pehov

DunkeljägerKlappentext:

Der Elf Lass lebt in einer vom Krieg zerrütteten Welt: Die mächtigen Elfenhäuser sind über einen alten Konflikt, dessen Ursprung kaum jemand mehr kennt, in scheinbar unüberwindbare Feindschaft geraten. In seinem Bemühen, zwischen den Häusern Frieden zu schaffen, wird Lass zur Hassfigur beider Seiten und muss fliehen. Doch nicht nur die Elfenkrieger sind ihm fortan auf den Fersen, auch Orks, Zwerge und Dämonen verfolgen ihre eigenen Ziele, um dem geschwächten Elfenreich den entscheidenden Schlag zu versetzen … (Quelle)

Meine Meinung:

Bücher von Alexey Pehov sind immer ein ganz besonderes Lesevergnügen, denn er schafft es jedes Mal auf’s Neue, Geschichten und Welten zu schaffen, die mir so noch nicht bekannt waren.

In diesem Fall lernen wir Lass, einen Elfen, und ein Welt kennen, die von Luftschiffen, bzw. Kampflugzeugen (Aeroplanen) geprägt ist. Lass ist ein naher Verwandter der derzeitigen, sehr srukpellosen Elfenherrscherin. Nachdem er sie aber zuletzt nicht mehr unterstützt hat, muss er mit einem Aeroplan, das wie alle Aeroplane von Dämonen betrieben wird, fliehen. Der Klappentext suggeriert an dieser Stelle, dass Lass für das Elfenreich und dessen Bestehen kämpft. Tatsächlich aber befindet er sich eigentlich nur dauerhaft auf der Flucht vor seinen elfischen Verfolgern und versucht auf entfernten Inseln unerkannt zu überleben und Geld zu verdienen. Warum er allerdings plötzlich so penetrant von Margudiern, echsenhaften Wesen, verfolgt wird, weiß er auch nicht so genau.

So sehr mich dieses Buch begeistert hat, so sehr hat es mich auch verwirrt. Das liegt zum einen daran, dass der Inhalt dem Klappentext nicht wirklich entspricht und auch nicht immer einen roten Faden aufweist. Zum anderen ist mir nicht klar ist, ob dieses Buch ein Einzelband ist oder nicht. Laut dem Piper Verlag ist „Dunkeljäger“ bisher als Einzelband geplant, liest sich aber eher so wie der Auftakt zu einer neuen Reihe. Zwar ist ein Teil der Geschichte am Ende des Buches abgeschlossen, allerdings bleiben auch noch ganz viele Dinge offen, ungeklärt und unerzählt. Ich würde mich sehr freuen, demnächst mehr von Lass zu lesen.

Und obwohl ich während des Lesens aus den oben genannten Gründen oft etwas irritiert war und obwohl Pehov mit neuen Wesen und Rassen nur so um sich wirft, habe ich die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite genossen. Lass ist eine absolut sympathische Hauptfigur und seine Abenteuer, die vielfach in der Luft ausgetragen wurden, habe ich einfach sehr gerne gelesen. Wie in all seinen Bücher überzeugt mich der Autor vor allem durch seine Charaktere. Besonders angetan war ich von Ogg, einem Ork, der nach einiger Zeit mehr oder weniger gezwungener Maßen an Lass‘ Seite kämpft. Ja, das soll man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Ein Elf und ein Ork, die gemeinsam kämpfen – und das auf einem Aeroplan! Ich sag ja: Die Geschichten, die Pehov schreibt, sind so noch nie da gewesen.

„Dunkeljäger“, das neueste Werk von Alexey Pehov, hat durchaus seine kleinen Schwachstellen und konnte mich dennoch beinahe restlos überzeugen. Der nicht immer vorhandene rote Faden und die Ungewissheit, ob es sich um einen Einzelband oder einen Reihenauftakt handelt, werden ausgeglichen durch spannende Abenteuer, tolle Charaktere und dem Gefühl eine Geschichte zu lesen, die es so definitiv noch nicht gibt. Ich vergebe 9 von 10 Sternen!

stern 9

Dunkeljäger – Alexey Pehov – Klappbroschur – 432 Seiten – 16,99 € – ISBN: 978-3-492-70299-7 – erschienen: Oktober 2014 (Piper)

[Rezension] „Sturm. Die Chroniken von Hara 4“ von Alexey Pehov

SturmReiheninfo:

  1. „Wind“
  2. „Blitz“
  3. „Donner“
  4. „Sturm“

Achtung: Die Rezension enthält Spoiler zu den vorherigen Bänden!

Klappentext:

Der Kampf des Imperiums gegen die Nekromanten ist entbrannt. Doch bevor Ness und seine Gefährten in die Schlacht ziehen, müssen sie sich aus den Klauen der eisigen Berge befreien. Aber der Winter fordert grausame Opfer und lässt neue Zweifel gedeihen. Wird das Bündnis zwischen Licht und Schatten halten? Werden die Gefährten das Dunkel in ihrer Nähe ertragen können? Und welch entsetzliche Geheimnisse verbergen sie bis zuletzt voreinander? Ness und Thia, Shen und Rona – zusammen werden sie über das Schicksal Haras und der Magie entscheiden. (Quelle)

Meine Meinung:

Hier ist er: der fulminante Abschluss der Chroniken von Hara!

Ich mag diese Reihe einfach sehr gerne, sie ist in meinen Augen auch um Längen besser, als die Chroniken von Siala. Ich habe in den Rezensionen zu den ersten Bänden schon davon geschwärmt, dass sich Pehov hier einiges neues hat einfallen lassen. Fantastische Kreaturen, die eben nicht in jedem dritten Fanatsybuch vorkommen, eine spannende Geschichte und tolle Charaktere machen den Charme eines jeden Buches aus!

Im letzten Band der Chroniken von Hara kommt es selbstverständlich zum finalen Kampf um Hara! Wer wird gewinnen? Die Nekromanten gemeinsam mit den Verdammten oder das Imperium, das Ness, Shen und Rona auf seiner Seite hat? Und welche Rolle wird die Verdammte Thia in dieser Schlacht spielen?

Neben den altbekannten Charakteren spielt eine junge Schreitende aus dem dritten Band hier eine größere Rolle und bekommt sogar ihre eigene Geschichte. Das hat mir sehr gut gefallen und passt in meinen Augen auch wirklich gut. Spannend bei Pehov ist immer wieder sein Umgang mit liebgewonnen Charakteren. Man kann nie genau sagen, ob am Ende alle überleben, denn er geht nicht unbedingt zimperlich mit ihnen um. So kann man sich beim Lesen eben nicht entspannt zurücklehnen, sondern muss um jede einzelne Person zittern und bangen.

Etwas irritiert hat mich das Ende des Buches. Ich habe es verstanden und gewisse Einzelheiten auch schon geahnt. Mich würde interessieren, wie es Lesern ging, die die andere Reihe von Pehov (Chroniken von Siala) nicht kennen.

Ich stelle dieses Buch mit einem lachenden und einem weinenden Auge ins Regal: Lachend, denn ich habe in Hara wirklich schöne Lesestunden verbracht. Weinend, denn meine Reise mit den so unterschiedlichen Weggefährten ist nun vorbei. Ich würde mich über ein Wiedersehen mit dem ein oder anderen in einem anderen Buch von Pehov doch sehr freuen! 8 von 10 Sterne.

stern 8
Sturm. Chroniken von Hara 4 – Alexey Pehov – Klappbroschur – 512 Seiten – 16,99 € – ISBN: 978-3-492-70272-0 – erschienen: Oktober 2013 (Piper)

[Gemeinsam lesen] 7.1.2014

Gemeinsam lesen Banner

Sturm1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

„Sturm: Die Chroniken von Hara 4“ von Alexey Pehov, S. 163

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

 „Steh auf!“, verlangte jemand und schüttelte mich an der Schulter. (S. 163)

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

Ich mag die Chroniken von Hara sehr gerne, auch lieber als die Chroniken von Siala. Trotzdem bin ich immer wieder überrascht und erschrocken, dass Pehov auch mal, um die Geschichten voranzubringen, den ein oder anderen liebgewonnenen Charakter opfert. Eigentlich finde ich das gut, denn ansonsten weiß man ja schon oft, dass es alles gut ausgehen wird. Aber bei Pehov geht es manchmal so schnell, dass ich dann den Absatz 3-4 mal lesen  muss…

4. Auf welches Buch freust du dich 2014 ganz besonders? Und warum?

Hach, das ist gar nicht einfach zu sagen. Ich hoffe vor allem, dass ich den zweiten Teil von „Splitterwelten“ bald lesen kann, aber irgendwie finde ich kein Erscheinungsdatum. Dann freue ich mich auf neue Bücher von Monika Feth und Ursula Poznanski. Ich habe jetzt gerade mitbekommen, dass es auch ein neues Buch von Daniel Glattauer geben wird – „Die Wunderübung“ – und auf die neue Reihe von Eoin Colfer bin ich auch gespannt.
Achso??? Ich sollte nur ein Buch nennen? Ne, das kann ich nicht!

[Rezension] „Donner. Die Chroniken von Hara 3“ von Alexey Pehov

DonnerReiheninfo:

Die Chroniken von Hara:

  1. “Wind”
  2. “Blitz”
  3. “Donner”
  4. “Sturm”

Achtung, die Rezension und vor allem der Klappentext enthalten Spoiler zu den vorherigen Bänden!

Klappentext:

Nachdem Lahens Leben ein grausames Ende gesetzt wurde, kennt Ness nur noch ein Ziel: Er will die Mörder finden und Rache für den Tod seiner Frau nehmen. Dafür muss er einen gefährlichen Pakt mit dem Feind schließen – einzig Shen, Lahens Schüler, steht an Ness’ Seite. Doch als Träger eines ebenso lichten wie dunklen Funkens gerät Shen nicht nur in das Visier der Verdammten: Auch die Schreitenden fürchten seine alte Magie, weil sie den Niedergang ihrer jetzigen Macht bedeutet. Welche Verbündeten können Ness und Shen in dieser gefährlichen Lage um sich scharen? Und wem von ihnen können sie wirklich vertrauen? Schließlich muss jeder der Gefährten selbst entscheiden, was er mehr fürchtet: den dunklen Funken oder das Dunkel in sich selbst … (Quelle)

Meine Meinung:

Schon mit den ersten beiden Bänden „Wind“ und „Blitz“ konnte mich Pehov begeistern. Im ersten Teil der Chroniken von Hara ging es vor allem darum, die einzelnen Charaktere und in die bisher eher ungewohnte Handlung einzuführen. Im zweiten Band wurden dann viele Hintergrundinformationen gegeben. Ich weiß, dass „Blitz“ manchen zu wenig Action enthalten hat. Und obwohl mich das gar nicht gestört hat, kann ich allen Lesern, denen es so gegangen ist, sagen, dass sie den dritten Band wieder lieben werden.

Denn in „Donner“ schreitet die Handlung sehr viel schneller voran als in seinem Vorgänger, manchmal überschlagen sich die Ereignisse geradezu. Nach Lahens Tod geht es Ness nur noch darum, den oder die Verantwortlichen zu finden und seine Geliebte zu rächen. Und um das zu erreichen, scheut er es auch nicht, Bündnisse mit der dunklen Seite zu schließen.

Liefen in den ersten beiden Bänden noch sehr viele Handlungen parallel ab, so treffen einige der Handlungsstränge – und somit auch die verschiedensten Charaktere – im Laufe dieses Buches zusammen. Dies birgt einiges an Potenzial: Potenzial für Misstrauen und Argwohn, für neue Freundschaften und Gefühle, für tapfere Kämpfer und vor allem für lustige Szenen.

Gerade die unterschiedlichen Charaktere sind in meinen Augen die Stärke von Pehov und so hatte ich an diesem Teil meine helle Freude. Außerdem gefällt mir die Serie nicht zuletzt deswegen so gut, weil die einzelnen Bücher ohne allzu viel Wartezeit dazwischen erscheinen. So gibt es den vierten Band zu diesem Zeitpunkt auch schon und ich freue mich schon sehr, das große Finale zu lesen.

Mit „Donner“ hat Pehov in meinen Augen den bisher besten Teil seiner sowieso schon tollen Chroniken von Hara geschrieben. Hier kommt alles zusammen: Spannung, Charaktere, die Ungewissheit, wer zu den Guten und wer zu den Bösen gehört, und die Erkenntnis, dass Gut und Böse oftmals gar nicht so einfach voneinander zu trennen sind. Ich vergebe 9 von 10 Sternen und eine klare Leseempfehlung!

stern 9

Donner – Alexey Pehov – Klappbroschur – 448 Seiten – 16,99 € – ISBN: 9783492702713 – erschienen: Mai 2013 (Piper)

[Rezension] „Blitz. Die Chroniken von Hara 2“ von Alexey Pehov

BlitzReiheninfo:

Die Chroniken von Hara:

  1. “Wind”
  2. “Blitz”
  3. “Donner”
  4. “Sturm”

Achtung, diese Rezension enthält Spoiler zum ersten Teil!

Inhalt:

Lahen und Ness sind vom Turm gefangen genommen worden und warten zunächst auf die Anhörung durch die Mutter und dann auf die unvermeidbar folgende Strafe. Im Gespräch mit der Mutter erfährt Ness Dinge über seine Weggefährtin, die auch für ihn vollkommen neu sind. Und dann kommt alles anders als gedacht…

Meine Meinung:

Sie ist da. Endlich. Die lang ersehnte Fortsetzung von „Wind“. Anders als ihr Vorgänger, aber genauso gut:

Während sich die Handlung im ersten Teil fast überschlug und es sehr viele verschiedene Erzählperspektiven gab, ist dieser Teil an sich ruhiger. Die meiste Zeit erzählt Ness aus der Ich-Perspektive, einige Passagen werden aus Thias Sicht erzählt und von Gan’or und Luk erfahren wir insgesamt sehr wenig.

Irgendwann während des Lesens habe ich mir das Buch angesehen und festgestellt, dass ich etwa die Hälfte gelesen hatte und in der Geschichte eigentlich noch gar nicht so viel passiert war. Ich schreibe das nicht, um euch abzuschrecken – im Gegenteil: Mir ist dann erst bewusst geworden, dass mir die erste Hälfte, obwohl es so wenig in der Handlung voran ging und vielmehr nötige Hintergrundinformationen, Gespräche usw. im Vordergrund standen, kein bisschen langatmig vorkam. Und das muss erstmal jemand dem Herrn Pehov nachmachen.

Ich fand es sehr schön, endlich mehr über Lahens Vergangenheit zu erfahren, um die sie ja eigentlich ein großes Geheimnis macht – was, sobald man ihre Vergangenheit kennt, auch durchaus verständlich ist. Doch nicht nur Lahen bekommt mehr Konturen; auch die Verdammte Thia, die immer noch auf ihre Chance wartet, Shen und Lahen gefangen zu nehmen, um ihren alten Körper wiederzubekommen, entwickelt sich im Laufe der Geschichte.

Das einzige, was ich wirklich schade fand, war die Tatsache, dass Gan’or und Luk eine geringere Rolle spielen, dabei mag ich den schweigsamen und so loyalen Nordmenschen doch so gerne. Ich bin aber guter Hoffung, dass die beiden im dritten Teil wieder mehr zu Geschichte beitragen.

Der Schluss ist… Ja, wie ist der Schluss? Unerwartet, mit großem Cliffhanger, aber doch grandios. So, dass ich mal wieder ungeduldig auf den dritten Band warte…

Alexey Pehov ist ein High-Fantasy-Autor, den man unbedingt kennen sollte. Ich mag seinen Schreibstil und die Handlung, die nicht immer ganz dem „typischen“ Orks-Zwerge-Elfen-Schema entspricht. Mit „Blitz“ ist ihm eine wunderbare Fortsetzung gelungen, die angesichts des Schlusses unheimlich neugierig auf den dritten Teil macht. Ich vergebe 8 von 10 Sternen.

stern 8

Blitz: Die Chroniken von Hara 2 – Alexey Pehov – Klappbroschur – 448 Seiten – 16,99 € – ISBN-13: 978-3492702744 – erschienen: Oktober 2012 (Piper)

[Rezension] „Wind. Die Chroniken von Hara 1“ von Alexey Pehov

WindReiheninfo:

Die Chroniken von Hara:

  1. „Wind“
  2. „Blitz“
  3. „Donner“
  4. „Sturm“

Inhalt:

Lange Zeit war es eher ruhig in Hara, doch das soll sich mit dem Angriff der Nekromanten, (Zauberer, die Leichen zum Leben erwecken) auf die Burg der sechs Türme ändern. Doch nicht nur die Nekromanten machen den Bewohnern Haras Sorgen. Zugleich wurde nach langer Zeit auch wieder eine der Verdammten gesichtet, eine mächtige Schwarzmagierin.

Der Auftragsmörder Ness lebt mit seiner Frau Lahen seit vielen Jahren im Verborgenen, doch nun ist ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt worden, was die beiden zur Flucht zwingt. Dass dann auch noch Lahens mysteriöse magische Begabung entdeckt wird, bringt die beiden nur in noch größere Gefahr, denn die Verdammten möchten sich ihrer Funkes bemächtigen.

Meine Meinung:

Schon lange schleiche ich um den Autor Pehov herum. Seine Bücher haben mich immer gereizt, aber irgendwie ist bis vor kurzem noch keines seiner Werke in meinem Regal gelandet.

Ich kann jetzt schon sagen: Nachdem ich „Wind“ gelesen habe, habe ich mir direkt noch ein weiteres Buch des Autors gekauft, denn „Wind“ bietet alles, was man sich für einen High-Fantasy-Roman wünschen kann:

Obwohl die Handlung durch die Nekromanten für mich anfangs einen Hauch zu sehr ins Dark-Fantasy-Genre abdriftete, ist „Wind“ der wirklich gelungene Auftakt zu einem großen Fantasy-Epos.

Natürlich muss auch in dieser Geschichte die Welt vor dem Bösen gerettet werden, trotzdem hatte ich beim Lesen nie das Gefühl, die Geschichte so – nur etwas anders – schon einmal woanders gelesen zu haben. Das mag daran liegen, dass Pehov bekannte Fantasyelemente mit vielen neuen Ideen und Wesen verknüpft. Der Grund könnte aber auch sein, dass den Figuren und Handlungen stets etwas Geheimnisvolles anhaftet. Als Leser kann man die Handlungen zwar stets ein wenig vorausahnen, denn der Leser weiß meist mehr als die Figuren im Buch, kann sich seiner Vermutungen aber nie sicher sein.

Am meisten haben mich Pehovs Charaktere beeindruckt. Es stellt sich heraus, dass es mehrere Haupthandlungsstränge mit ganz verschiedenen Personen gibt: neben der magiebegabten Lahen und ihrem tapferen, klugen Gefährten Ness hat mich vor allem Ga-Nor, der Krieger aus den Nordlanden, durch seine zuverlässige Art und seinen trocknen Humor überzeugt.

Einzig und allein dem enormen Cliffhanger am Ende des ersten Bandes dieser Reihe ist es zu verdanken, dass ich für dieses spannende Fantasywerk einen Stern abziehe. 9 von 10 Sternen!

stern 9

Wind. Die Chroniken von Hara 1 – Alexey Pehov – Klappbroschur – 496 Seiten – 16,99 € – ISBN-13: 978-3492702584 – erschienen: April 2012 (Piper)