[Rezension] „Lost Souls Ltd.: Blue, Blue Eyes“ von Alice Gabathuler

Blue Blue EyesReiheninfo:

  1. „Blue, Blue Eyes“
  2. „Black Rain“ (erscheint Mitte Oktober 2014)
  3. – unbekannt, ob weitere Bände erscheinen –

Klappentext:

Lost Souls Ltd. – So nennt sich die Untergrundorganisation um den jungen Fotografen Ayden, den kaputten Rockstar Nathan und den charmanten Verwandlungskünstler Raix. Sie alle haben als Opfer von schweren Verbrechen überlebt und dabei einen Teil ihrer Seele verloren. Nun verfolgen sie nur ein Ziel: Jugendliche in Gefahr aufzuspüren und zu versuchen, sie zu retten. Dabei kämpfen sie gegen Entführer, Mörder, das organisierte Verbrechen – und gegen die Dämonen ihrer Vergangenheit.
Ihre neuste Mission: Kata Benning. 18 Jahre alt. Augen so blau wie das Meer. Tief in sich ein Geheimnis, das sie vor sich weggeschlossen hat. Ein Bombenanschlag auf ihre Adoptiveltern zerstört ihre Zukunft, stellt ihre Gegenwart infrage und führt sie in eine Vergangenheit, in der nichts war, wie es schien. Sie gerät mitten in einen schmutzigen Krieg um gestohlene Daten. Ihr Leben wird zum Pfand mächtiger und gefährlicher Feinde. Doch sie hat starke Verbündete an ihrer Seite: Lost Souls Ltd. (Quelle)

Meine Meinung:

Nach „Freerunning“ und „dead.end.com“ ist dies nun das dritte Buch, das ich von Alice Gabathuler gelesen habe. Ich hatte sie abgespeichert als eine Autorin, die Bücher schreibt, die etwas anders sind, und sich viel Zeit für ausgereifte und besondere Charaktere nimmt.

„Blue, Blue Eyes“ hat mich in dieser Hinsicht etwas überrascht, was aber gar nicht negativ gemeint ist. Das Buch ist sehr viel schneller als die anderen beiden Bücher. Das hat zur Folge, dass es unheimlich spannend ist, so dass ich es kaum aus der Hand legen konnte, immer wieder nur noch schnell mal ein Kapitel lesen musste. Es bringt aber auch mit sich, dass es nicht ganz so in die Tiefe geht, wie ich es erwartet hätte.

Die Hauptfiguren haben alle unheimlich viel Potenzial und sind auch so angelegt, dass sie sich noch sehr entwickeln und Geheimnisse aus ihrer Vergangenheit preisgeben können. In diesem ersten Band der Reihe wird eben dieses Potenzial noch nicht vollends ausgeschöpft. Ich hatte insgesamt manchmal das Gefühl, dass die Autorin eigentlich hundert Seiten mehr geschrieben und das Buch dann doch noch gekürzt hat. Aber so gehe ich davon aus, dass es einen unheimlich spannenden zweiten Teil geben wird, bei dem der Leser noch einiges erwarten kann.

„Blue, Blue Eyes“ ist ein spannender, schneller erster Teil der neuen Reihe von Alice Gabathuler, den man – einmal angefangen – kaum aus der Hand legen kann. Stellenweise hätte ich mir etwas mehr Tiefe und Hintergründe gewünscht, bin aber insgesamt sehr zufrieden und vergebe knappe 8 von 10 Sternen.

stern 8

Lost Souls Ltd.: Blue, Blue Eyes – Alice Gabathuler – Taschenbuch – 288 Seiten – 12,99 € – ISBN: 978-3-522-20204-6 – erschienen: Juli 2014 (Thienemann) – Altersempfehlung: ab 14 Jahren

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[Rezension] „dead.end.com“ von Alice Gabathuler

deadendcomInhalt:

„Es gibt […] nicht viele Jungs in meinem Alter, die schon mal jemanden umgebracht haben. Und es gibt nicht viele Jungs in meinem Alter, die wissen, was ich weiß.“ (S. 6)

Carlos, Greti und Mo sind nur drei von vierundzwanzig Spielern, die die Möglichkeit erhalten, das neue Spiel dead.end vorab zu testen.

Es sollte ein einmaliges Erlebnis werden. Stattdessen erleben die Jugendlichen die vermutlich schlimmsten Stunden ihres Lebens, denn dead.end läuft anders ab, als alle vermutet haben…

Meine Meinung:

In „dead.end.com“ geht es um ein Computerspiel, das vollkommen außer Kontrolle gerät. dead.end ist ganz anders, als sich die Testspieler das vorgestellt haben. Außerdem spielt man dead.end nicht nur am Computer, sondern auch in der Realität.

Zu einem ähnlichen Thema hat gerade ein absolutes Lieblingsbuch von mir („Erebos“) den Jugendliteraturpreis bekommen. Vor dem Lesen war ich also sehr unsicher, ob der Jugendthriller von Alice Gabathuler mit diesem Buch mithalten kann.

Die gute Nachricht: Er kann! Denn „dead.end.com“ ist trotz dieser scheinbaren Parallelen ganz anders als „Erebos“. Die Fiktion des Spiels und die Realität werden auf eine ganz neue, auf eine erschreckende und fesselnde Art und Weise miteinander verknüpft.

Die Geschichte des Buches wird auf zwei Zeitebenen erzählt: Wir starten mit einer Talkshow, in der Carlos von seinen Erlebnissen mit dem Spiel berichten soll. Durch seine Gedanken und Andeutungen wird schnell klar, dass während der Testphase des Spiels schreckliche Dinge passiert sind. Abwechselnd mit diesen Sprüngen in der Gegenwart werden aus der Sicht verschiedener Spieler die Geschehnisse während des Spielens erzählt. Langsam fügt sich so Puzzleteil an Puzzleteil, bis ein erschreckend realistisches Bild entsteht.

In diesem Buch ist es der Autorin gelungen, mich von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln. Selten habe ich mich so in den Bann gezogen gefühlt und war von der Handlung so mitgenommen. Ich habe mich während des Lesens selbst in den Situationen von zum Beispiel Carlos oder Mo befunden, habe selber gerätselt, was hinter allem steckt. Die Spieler befinden sich einen großen Teil der Handlung in einem dunklen, verwinkelten Keller. Gerade diese Szenen haben auf mich sehr beklemmend gewirkt.

Wer einen wirklich spannenden Jugendthriller mit einer erschreckenden und gleichzeitig grandiosen Auflösung lesen möchte, sollte unbedingt zu „dead.end.com“ greifen. Von mir gibt es 8 von 10 Sternen.

stern 8

dead.end.com – Alice Gabathuler – Klappbroschur – 288 Seiten – 12,95 € – ISBN-13: 978-3522200646 – erschienen: Juli 2011 (Thienemann) – Altersempfehlung: 13-16 Jahre

[Rezension] „Freerunning“ von Alice Gabathuler

FreerunningInhalt:

Julian gehört zu einer Gruppe von Freerunnern: Jugendliche, die auf einem Baugelände ihre waghalsigen Sprünge und Stunts wagen. Doch nach einem dieser Sprünge landet Julian plötzlich neben einer Leiche. Hartmann, der Baumogul der Stadt und Besitzer des Grundstücks, ist tot. Da Julian und seine Freunde schon des Öfteren Streit Hartmann und seinem Security-Personal hatten, gehören sie zu den ersten Verdächtigen. Aber nicht nur sie geraten ins Visier der örtlichen Polizei: auch die geheimnisvolle Jazz wird verdächtigt.

Meine Meinung:

Schon lange schleiche ich um die Autorin Alice Gabathuler herum. Ihre Bücher haben mich schon immer angesprochen, insbesondere Cover und Klappentext dieses Jugendkrimis.

Die Grundidee von „Freerunning“ finde ich grandios. Ich kenne bisher kein Buch, in dem Freerunning eine Rolle spielt. Und das obwohl dieser neuartige Sport zumindest mich sofort fasziniert hat. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass schon allein das Thema und die Charaktere der Geschichte einige junge Leser fesseln können. Die Tatsache, dass auch einer der Polizisten noch sehr jung und ehemaliger Freerunner ist, trägt weiter dazu bei, Jugendliche mitten in die Geschichte hineinzuziehen.

Am Anfang des Buches musste ich mich allerdings erst einmal sehr an den Schreibstil der Autorin gewöhnen. Ich habe ihre Sätze als sehr kurz und abgehakt empfunden. Immer wieder habe ich beim Lesen gestutzt, was mein Lesevergnügen zu Beginn etwas geschmälert hat. Im Laufe der Geschichte allerdings habe ich mich zum Glück daran gewöhnt.

Die Story an sich ist nichts besonderes: ein Mord wird begangen, es gibt zahlreiche Verdächtige, die Polizei ermittelt. Gabathuler hat versucht durch Familiengeschichte und Geschehnisse aus der Vergangenheit, ihren Hauptfiguren etwas mehr Tiefgang zu verleihen. Meiner Meinung nach ist ihr das nur in Ansätzen gelungen. Ich hätte mir gewünscht, dass diese Hintergrundinformationen noch mehr mit der Geschichte verknüpft wären.

Bisher kann ich also nur sagen: ein solider Jugendkrimi mit ansprechenden Charakteren und einem spannenden Setting. Da die Geschichte aber wirklich unterhaltsam, spannend und ein wahrer Pageturner ist, vergebe ich 6 von 10 Sternen.

stern 6

Freerunning – Alice Gabathuler – Klappbroschur – 237 Seiten – 9,95 € – ISBN-13: 978-3522201117 – erschinen: September 2010 (Thienemann) – Altersempfehlung: 13 – 16 Jahre