[Rezension] „Little Miss Undercover“ von Lisa Lutz

Little Miss UndercoverKlappentext:

Eine Sippe wie die Spellmans hat die Welt noch nicht gesehen. In diesem liebenswerten wie abgebrühten Detektivclan lernt man schon früh das präzise Rund-um-die-Uhr-Beschatten und hinterlistige Erpressen der eigenen Familie. Auch Isabel Spellman kann ein Lied davon singen. Als aber ihre kleine Schwester Rae sie und ihren aktuellen Lover beschatten soll, fasst sie den folgenreichen Beschluss, aus dem Business auszusteigen. (Quelle)

Meine Meinung:

Die Idee zu diesem Buch ist wirklich gut, die Charaktere sind toll und humorvoll gezeichnet und wissen lange zu unterhalten. Lange, aber auch nicht das komplette Buch über, denn das wird irgendwann etwas langweilig.

Zunächst musste ich mich an den Erzählstil der Autorin bzw. der Ich-Erzählerin Isabel gewöhnen. Es ist die meiste Zeit über nicht klar, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt und auf welches Ziel sie zusteuert, da die Handlung in Form von mal etwas kürzeren, dann wieder längeren Notizen erzählt wird.
Die kleinen Anekdoten aus dem Familienleben, das gegenseitige Verfolgen, Rumschnüffeln und Kramen in Geheimnissen haben ihren Reiz, können aber nicht ein ganzes Buch füllen. Dafür hätte es eine Story geben müssen, die mehr im Fokus steht. Kurz vor Schluss war mir dann endlich klar, worauf alles hinauslaufen würde. Allerdings wusste ich dann gleich auch zu viel und habe einen Teil des Schlusses schon erahnt.

„Nett, mehr aber auch nicht“ ist mein endgültiges Fazit. Die Idee des Familien-Detektiv-Clans ist gut und kann auch eine ganze Weile unterhalten, aber plötzlich wirkt genau das, was man eben noch lustig fand, mit einem Mal unglaubwürdig, übertrieben und ermüdend. Ich vergebe gute 5 von 10 Sternen!

stern 5

Obwohl dieses Buch in sich abgeschlossen ist, gibt es noch weitere Bände der Spellman-Familie.

Little Miss Undercover – Lisa Lutz – Taschenbuch – 378 Seiten – Preis für das E-Book (scheinbar nur noch in der Ausgabe erhältlich): 4,99 € – ISBN-13: 978-3746624860 – erschienen: August 2009 (Aufbau Verlag)

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[Rezension] „Das Regenorchester“ von Hansjörg Schertenleib

Das RegenorchesterInhalt:

Als der Schweizer Schriftsteller Sean – das zumindest ist sein irischer Name – von seiner Frau verlassen wird, lebt er in seinem Haus in Irland vor sich hin. Bis er auf Niamh trifft. Niamh, die vierundsechziggjährige Irin, die Sean ihr Leben erzählt. Zunächst treffen sie sich nur ein Mal die Woche, doch dann wird ihre Beziehung immer enger. Niamh berichtet von ihrer Kindheit in Irland, ihrer Familie und ihrer großen Liebe.

Meine Meinung:

Ich hatte mir viel von diesem Buch versprochen. Das ist dann natürlich für das Buch nie ganz einfach. In diesem Fall hat die Geschichte meine Erwartungen nicht ganz erfüllen können. Sie steckt zwar voller Gefühle und Zuneigung zu den Menschen an sich, doch war mir mal wieder zu wenig Handlung in der Geschichte.

Auch konnte ich mich mit Sean nicht wirklich anfreunden, Niamh hingegen ist natürlich toll. Wünscht sich nicht jeder von uns, später eine solch beeindruckende Persönlichkeit, so weise und innerlich ruhig zu werden?

Trotzdem irgendwie habe ich immer wieder zum Ende hingeblättert und mich gefragt, wie viele Seiten ich noch zu lesen habe. Kein gutes Zeichen eigentlich!

Ich gebe dem Buch gerne 5 von 10 Sternen, aber auch nicht mehr.

stern 5

[Rezension] „Die schöne Diva von Saint-Jacques“ von Fred Vargas

Die schöne Diva von Saint JacquesInhalt:

Da sie alle im Moment knapp bei Kasse sind, ziehen drei junge Historiker und ein ehemaliger Polizist gemeinsam in ein altes Haus in Paris. Die drei Historiker sind Experten für jeweils verschiedene Epochen und genau das bietet viele Diskussions- und Reibungspunkte.
Doch dann verschwindet die ehemalige Opernsägerin – die schöne Diva -, die im Haus nebenan gewohnt hat. Dies bringt die Hausgemeinschaft dazu, zu ermitteln. Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem merkwürdigen Baum, der plötzlich über Nacht im Garten der Opernsängerin stand, und dem Verschwinden der Diva?

Meine Meinung:

In diesem Kriminalroman geht es erst in zweiter Stelle um die Aufklärung des Falls, obwohl doch viele unerwartete Wendungen den Leser zum Selber-Rätseln motivieren. An erster Stelle stehen die Charaktere, die allesamt überzeugend gezeichnet sind. Es geht um die einzelnen Gefühle und Gedanken und um die Konflikte innerhalb der Gruppe. Die Autorin nutzt für die Darstellung des Innenlebens der Figuren häufig eine Sprache, die dem Gedankenstrom sehr nahe kommt. Die Sätze sind oft kurz, wirken sogar abgehakt.
Dies trifft einfach nicht meinen Geschmack, was allerdings wohl wirklich an mir liegt. Ich denke, dass sowohl die genauen Personenbeschreibungen, als auch die besondere Sprache, die einem das Gefühl von Mittendrin gibt, bei anderen Lesern durchaus Gefallen findet.

Von mir gibt es allerdings nur 4 von 10 Sternen!

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